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Neues von Christian Wulff - Alt-Bundespräsident soll noch einen Nebenjob haben

Ehemalige Bun­des­prä­si­den­ten müssen nichts hinzuverdienen – sie bekommen fast eine Viertelmillion Euro Ehrensold im Jahr. Christian Wulff hat laut einem Pressebericht einen neuen Nebenjob.

Bettina und Christian Wulff im vergangenen Februar auf einem Ball

Bettina und Christian Wulff im vergangenen Februar auf einem Ball

Der frühere Bun­des­prä­si­den­t hat einem Medienbericht zufolge einen neuen Nebenjob. Laut "Bild am Sonntag" arbeitet der 58-Jährige seit Ende April als Pro­ku­rist für die Deutsch­land-Toch­ter des tür­ki­schen Mo­de­la­bels "Yar­gi­ci".

Wulff, dessen Amtszeit als Bundespräsident mit noch nicht einmal zwei Jahren zu den kürzesten der Bundesrepublik zählt, und seine Ehe­frau Bet­ti­na seien Ende Mai Star­gäs­te bei der Eröffnung des ers­ten deu­t­schen "Yar­gi­ci"-Ladens  in gewesen, berichtet das Blatt. Ein Prokurist ist ein Handlungsbevollmächtigter eines Unternehmens. Worin Wulffs Tätigkeit genau besteht, ist nicht öffentlich bekannt.

Verdienst des Nebenjobs ist nicht bekannt

Hinzuverdienen muss Wulff nicht – liege doch sein Eh­ren­sold bei ak­tu­ell 236.000 Euro pro Jahr.  Ob Wulff allerdings überhaupt etwas für seinen neuen bekommt oder wie viel es ist - das ist nicht öffentlich. Der Alt-Bundespräsident selbst wolle sich hierzu nicht äu­ßern, so die "BamS". Über eine Mit­ar­bei­te­rin habe er aus­rich­ten lassen: "Sie wis­sen, dass das rechts­an­walt­li­che Stan­des­recht uns ver­bie­tet, sol­che Fra­gen zu be­ant­wor­ten." Dass Wulff sich nach dem Ende seiner Amtszeit als Staatsoberhaupt nicht zur Ruhe setzte, ist bekannt: Er ist Rechtsanwalt und arbeitet zudem unter anderem als Gastprofessor an einer Hochschule.

Obwohl wenig Fakten zu seinem Job öffentlich sind - die Kritik an dem CDU-Politiker kam prompt. Ralf Steg­ner, Vizechef der SPD, wird in der "" mit den Worten zitiert: "In der Regel über­neh­men Alt-Bun­des­prä­si­den­ten Eh­ren­äm­ter und wer­den nicht Pro­ku­ris­ten von Mo­de­fir­men. Der le­bens­lan­ge Eh­ren­sold wird schließ­lich ge­währt, damit ehe­ma­li­ge Staats­ober­häup­ter nicht ge­zwun­gen sind, sich etwas dazu ver­die­nen zu müs­sen."

Die Links­par­tei geht noch weiter – sie plädiere für eine Gesetzesänderung über die Ver­sor­gung früherer Bun­des­prä­si­den­ten, heißt es in dem Artikel. Sahra Wa­gen­knecht, Fraktionschefin der Partei im Bundestag, sagte dem Blatt: "Es kann nicht sein, dass Wulff jähr­lich 236.000 Euro vom Steu­er­zah­ler er­hält und pri­va­te Ein­künf­te über­haupt nicht an­ge­rech­net wer­den. Das ist in­ak­zep­ta­bel und be­för­dert Po­li­tik­ver­dros­sen­heit. Wir wer­den im Bun­des­tag einen An­trag ein­brin­gen, der die­sen Miss­stand be­hebt."

"Yar­gi­ci"-Ge­schäfts­füh­rer Erik Schaap sagte der Zeitung, Wulff be­glei­te die Firma seit dem Markt­ein­tritt An­fang 2016 ju­ris­tisch. Und: "Im Grun­de war es Herr Wulff, der das Un­ter­neh­men dazu mo­ti­viert hat, in Deutsch­land zu star­ten." 

"Bild" und der CDU-Politiker während der "Wulff-Affäre" ziemlich beste Feinde

Wulff war 2012 als Bundespräsident zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität wegen des Verdachts der Vorteilsannahme beantragt hatte. Vor allem die  "Bild"-Zeitung berichtete damals umfangreich über die sogenannte "Wulf-Affäre" und lieferte sich heftige Auseinandersetzungen mit dem Politiker. 2014 wurde Wulff freigesprochen.

Der -Politiker war vor seiner Amtszeit als Bundespräsident lange Jahre Abgeordneter im niedersächsischen Landtag und schließlich Ministerpräsident des Landes.


anb

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