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9. Juni 2008, 15:01 Uhr

El Masri gegen die BRD

Khaled El Masri, der im Jahr 2004 mutmaßlich vom amerikanischen Geheimdienst CIA entführt, gefoltert und monatelang gefangen gehalten worden war, hat Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht. Er will erreichen, dass seine Entführer von den USA an Deutschland ausgeliefert werden. Von Martin Knobbe

Khaled El Masri (l.) im Gespräch mit seinem Anwalt Manfred Gnjidic© Michael Dalder/Reuters

"Es ist das Ziel von Herrn El Masri, seine mutmaßlichen Entführer zur strafrechtlichen Verantwortung zu ziehen", sagte der Berliner Rechtsanwalt Sönke Hilbrans, der zusammen mit dem Ulmer Anwalt Manfred Gnjidic die Klage formuliert hat. Unterstützt wird El Masri vom European Center For Constitutional And Human Rights (ECCHR), einem Zusammenschluss von mehreren europäischen Juristen, die sich in Menschenrechtsfragen engagieren.

Fünf Monate Höllenqualen

Khaled El Masri war am 31. Dezember 2003 an der Grenze zu Serbien von mazedonischen Sicherheitsbeamten festgenommen und in ein Hotel nach Skopje gebracht worden. Dort ist er nach seinen Angaben 23 Tage festgehalten und verhört worden. Er sei beschuldigt worden, Mitglied der Terrororganisation al Kaida zu sein. Mitarbeiter der CIA hätten ihn mit Fäusten und Stöcken geschlagen. Sie hätten ihm die Kleidung vom Leib geschnitten und eine Augenbinde angelegt. Dann hätten sie ihm einen Gegenstand in den Anus eingeführt, eine Windel angelegt und mit einer Spritze ruhig gestellt. Schließlich sei er mit einem Flugzeug nach Kabul in Afghanistan gebracht worden und dort in einem Geheimgefängnis weiter misshandelt und verhört worden. Erst am 29. Mai 2004 kam er zurück nach Deutschland. Ein deutsch sprechender Agent namens "Sam" hatte ihn nach Albanien gebracht, wo er nachts auf einer Straße ausgesetzt und schließlich von den albanischen Behörden aufgegriffen worden war.

Fahndung nach El Masris Entführern

Ein Untersuchungsbericht des Europarates vom 12. Juni 2006 über Geheimflüge und geheime Gefängnisse der CIA kam zu dem Ergebnis, dass El Masris Angaben wahrheitsgetreu seien. Auch die Staatsanwaltschaft München eröffnete ein Verfahren und konnte die Namen von 13 CIA-Agenten ermitteln, die an El Masris Entführung beteiligt gewesen waren. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht München am 31. Januar 2007 Haftbefehle gegen die Mitarbeiter des US-Geheimdienstes. Sie wurden bei Interpol zur Fahndung ausgeschrieben. Die Bundesregierung aber verzichtete darauf, einen Antrag auf Auslieferung zu stellen. Die Behörden in den USA hätten deutlich gemacht, dass sie die Verdächtigen nicht ausliefern würden, hieß es zur Begründung.

Sicherheit siegt über Recht

In den USA selbst war Khaled El Masri mit einer Klage gegen den damaligen CIA-Dirketor George Tenet, 20 Angestellte der CIA sowie der Unternehmen, die an den Geheimflügen beteiligt waren, gescheitert. Ein Verfahren würde Staatsgeheimnisse offen legen, hieß es in der Begründung, der sich am 9. Oktober 2007 auch der Supreme Court anschloss. El Masris amerikanische Anwälte, Ben Wizner und Steven Watt, kündigten in Berlin an, eine Beschwerde bei der Inter-Amerikanischen Kommission für Menschenrechte einzureichen. Sie sehen El Masris Fall als Teil des CIA-Geheimprogramms "Extraordinary Rendition". Demnach würden ausländische Terror-Verdächtige in Staaten verbracht und dort verhört, in denen amerikanische und internationales Recht keine Anwendung finden. Dies sei ein klarer Bruch des Völkerrechts, sagten die beiden Juristen der American Civil Liberties Union Foundation (ACLU), der 700 Anwälte in den USA angehören.

"Ein riesiger Müllhaufen"

"Dieser Fall soll offenbar außerhalb jeder Gerichtsbarkeit stattfinden und das ist ein Skandal", sagte Manfred Gnjidic, der Anwalt von Khaled El Masri. "Es ist ein riesiger Müllhaufen, der über einem deutschen Staatsbürger ausgeschüttet wurde." Sein Mandant habe noch heute unter den Folgen der Entführung zu leiden. Freunde hätten sich von ihm abgewendet, er finde keine Arbeit, lebe von Hartz IV und müsse für die Bezahlung seiner Therapie kämpfen. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass Herrn Masri Unrecht geschehen ist. Es wäre an der Zeit, dass man ihm die Hand reicht." Khaled El Masri sagte, bis heute habe sich von offizieller Seite niemand bei ihm gemeldet.

Von Martin Knobbe
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
gaga007 (11.06.2008, 14:38 Uhr)
Täglich grüßt das Murmeltier ...
... alle paar Wochen werden sie aus dem Medienkeller herausgelassen: El Masri und Kunarz - die mißverstandenen Karibik- bzw. Afganistan-Urlauber. Auch durch die ständigen Wiederholungen werden deren Märchen nicht glaubwürdiger. Aber so verdienen ein paar Anwälte ein bißchen Geld und der "Stern" hat was zum schreiben ...
Eisenbaer (10.06.2008, 19:59 Uhr)
Ein Verstoß gegen die Menschenrechte...
...gegen die Menschenrechte bleibt ein solcher, auch wenn der Beschuldigte keine weiße Hautfarbe besitzt. Und unsere Bundesregierung hat sich auch nicht mit Ruhm bekleckert, wenn Sie deswegen keinen Auslieferungsantrag stellte, weil die USA angezeigt hätten, diesem nicht stattgeben zu wollen. Das nenne ich vorauseilenden Gehorsam wie er einem Lakaien ansteht und keinem souveränen Staat.

Herr Masri wird übrigens nicht von den Anwälten vertreten, sondern von diesen unterstützt, weil er im Gegensatz zu dem deutschen Staat die Courage besitzt gegen das an ihm begangene Unrecht rechtlich vorzugehen. Genau solche Leute brauchen wir, die nicht vor der Obrigkeit kuschen, sondern zu ihrem Recht stehen.

Herr er Masri verdient unser aller Bewunderung und Hochachtung. Und alle die hier über ihn herziehen, sollten mal dringend ihre eigene Duckmäuserigkeit überdenken und danach zum aufrechten Gang zurückkehren.
Clibanarius (09.06.2008, 23:45 Uhr)
Wenn hier einem die Argumente...
...ausgehen, dann doch eher dir. Und dann Beleidigungen erfinden wo keine sind, ist schon ein ganz starker Tobak. Mangels Argumenten müssen jetzt sichtlich verzweifelt die genauen Einzelheiten (gäähn) der Straftaten herhalten (Hat Masri zwischendurch eine geraucht oder in der Nase gebohrt?) um ihn ja als einen der apokalyptischen Reiter und Satan in Personalunion darzustellen. Wo sind denn eigentlich die Quellen (Link!)? Einfach einige Gazetten nennen und gar die eigene Post als Beweisstück aufführen, dazu gehört wirklich eine gehörige Portion Chuzpe. Da ist es schon fast Nebensache, daß das wirklich sehr unbefangene und vorurteilsfreie Beispiel, daß wenn jemand Kontakt mit Homosexuellen hat nicht auch selbst einer sein muss, sehr eigenwillig in eine andere Richtung verdreht wird. Aber trotzdem solltest du nicht denken, ich würde dich spätestens hier nicht mehr für voll nehmen...
mitlaeufer1it (09.06.2008, 23:20 Uhr)
el masri
Der arbeitet nicht und trotzdem sehr gute anwälte. Für mich gibt nur einer frage ,vom wem wird Er als nützlicher Idiot missbraucht ?Der Mann muss weg für immer basta
PeterSteiningerer (09.06.2008, 23:14 Uhr)
typisch
Wenn Leuten wie Ihnen die Argumente ausgehen, dann schnell mal persönlich werden. Aber mehr geht wohl nicht. Habe ich aber auch nicht erwartet. Und Homosexuelle und Moslemfundamentlisten in einen Topf zu werfen halte ich für etwas bescheuert um mich mal Ihrer Sprache zu bedienen. Man geht ja auch nur wegen dem schönen Licht ins Puff, nicht wahr?
Was sie so salopp mal den Kopf verlieren nennen ist immerhin acuh eine Brandstiftung im Neu-Ulmer Metro Markt. Er rammte die Tür mit seinem KFZ, schlug die Tür dann noch mit einem Beil ein, verschüttete Benzin und verursachte durch die Entzündung dann einen Sachschaden von über 500.000€. Auf die mehrfach von ihm begangenen Körperverletzungen bei völlig unbeteiligten gehe ich jetzt nicht ein.
Als Quelle für seine Arbeitslosigkeit dienen verschieden Zeitungen wie zB die Südwest Presse, das Handelsblatt ua. Steht aber auch in meinem Post. Können Sie denn nicht lesen und nur Leute beleidigen?
Anscheinend sind sie das gleiche Kaliber wie ElKusumak. Das bestärkt mich in meiner Meinung das er am besten über dem Atlantik in 32000ft Höhe einen Exit gemacht hätte. Sie am besten gleich mit...
Clibanarius (09.06.2008, 22:09 Uhr)
Tatsache?
Erwiesene Tatsache ist zunächst mal, daß an den Vorwürfen gegen Masri absolut nichts dran war und nicht bewiesen wurde. Oder bist du vielleicht im Besitz von Informationen, die den Geheimdiensten entgangen sind? Zweite Tatsache ist, du willst es anscheinend nicht in deinen Schädel bringen, daß Masri ERST nach seiner Entlassung Straffällig wurde. Wenn du nach dem, was ihm passierte, auch nicht mal den Kopf verlieren zu glauben scheinst, dann kann man dir ebenfalls ein solches Erlebniss wünschen! Und drittens impliziert ein Umgang mit bestimmten Personen oder das Betretten eines bestimmten Gebäude nicht die Annahme deren Gesinnung. Das heisst z.B., vereinfacht gesagt um es dir nicht schwer zu machen, du kannst Kontakt mit Homosexuellen haben ohne selbst einer zu sein. Du verstehen? Und viertens, zeig doch eine Quelle, wo Masri Arbeitslos war als er sich in Mazedonien aufhielt. Und selbst wenn er tatsächlich Arbeitslos war: Na und? Arbeitslose haben in Absprache mit dem Träger Anspruch auf 3 Wochen Urlaub im Jahr. Und fünftens, das brüsten mit deinem Geld und Steuern und die Anspielung auf meine einkommenssteuerlichen Verhältnisse kannst du dir schenken.
PeterSteiningerer (09.06.2008, 21:00 Uhr)
Tatsache
@Clibanarius
Als Steuerzahler wohl auch etwas von meinem Geld. Wie das bei Ihnen aussieht, weiss ich nicht...
Zu den Straftaten des Herrn Masri bitte einfach mal die Suchfunktion benutzen oder bei Wiki reinschauen, wobei da noch weggelassen wurde das er den Sachbearbeiter des Arbeitsamtes schlug, der ihm den LKW Führerschein(nicht bestanden) ermöglichte. Da ich aus dem LK stamme in dem auch dieser Kerl lebt, hatte ich in der Regionalpresse die Berichte immer sehr fix. Das er als Arbeitsloser in Mazedonien war, wo er "nach einem Streit mit seiner Frau etwas auspannen wollte" steht übrigens im Handelsblatt. Vor allem zum Jahreswechsel ist es dort bestimmt sehr gastlich. Warum wird auch nicht erwähnt, das El Masri im Multikulturhaus in Neu-Ulm, das mittlerweile von der bayerischen Staatsregierung geschlossen worden ist, Kontakt zu Mitgliedern der extremistischen Moslemszene hatte?
Und seine Aktivitäten im Libanon bevor er in unser Land kam sprechen wohl Bände. Er war Mitglied in der bewaffneten Organisation Al-Tawhid („Einheit der Gläubigen“), welche den Kampf gegen Ungläubige, also uns unterstützt.
Clibanarius (09.06.2008, 20:12 Uhr)
Wenn meinem Vorschreiber...
...sich informiert hätte, würde er die Allgemeinheit mit sinnfreien Gejammer über die "Zweckentfremdung" seines Geldes (SEIN Geld?? hahaha!) verschonen: El Masri kann sehr gut Deutsch, erhielt 9 Jahre nach seiner Ankunft die Staatsbürgerschaft, war bis zu seiner Entführung berufstätig und 18 Jahre bis nach seiner Freilassung ein unbescholtener Bürger, der sich, soweit bisher bekannt (und das ist genug), noch nie etwas zuschulde kommen liess.
PeterSteiningerer (09.06.2008, 18:03 Uhr)
El Masri!
Was hat ElMasri als HartzIV Empfänger denn in Mazedonien zu suchen? Warum werden denn in diesem Artikel die von ihm begangenen schweren Straftaten(ua. Brandstiftung, mehrfach Körperverletzung, uvm) einfach vergessen? Warum sollten Leute wie er denn jetzt auch noch mit meinem Geld unterstützt werden? Er zeigt uns doch mit seinem Verhalten was er von unserer Gesellschaft hält!
Clibanarius (09.06.2008, 17:16 Uhr)
Ach ja?
"Ein Verfahren würde Staatsgeheimnisse offen legen, hieß es in der Begründung, der sich am 9. Oktober 2007 auch der Supreme Court anschloss."
------------------
Das heisst auf Klardeutsch: "Ein Verfahren würde offen legen, wieviel Dreck am Stecken wir haben und wie weit der Staatsterrorismus bei uns praktiziert wird."
Zusätzlich zu der Klage sollte die BRD auf unterlassene Hilfeleistung und Beihilfe zu einer schweren Straftat. Ich hoffe es wird nicht locker gelassen und lässt sich sein Schweigen abkaufen.
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