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10. Dezember 2007, 12:05 Uhr

El Masri gesteht Brandstiftung

Das mutmaßliche CIA-Entführungsopfer Khaled el Masri hat zum Prozessauftakt die ihm zur Last gelegten Taten gestanden: Im Mai hatte er nach einem Streit mit einer Verkäuferin einen Brand in einem Großmarkt gelegt. Sein Anwalt erklärte die Tat mit Spätfolgen der erlittenen Folter.

Khaled el Masri (re.) und sein Anwalt Manfred Gnjidic (li.) sitzen im Landgericht Memmingen (Schwaben) auf der Anklagebank© Karl-Josef Hildenbrand/DPA

Der wegen Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung angeklagte Deutsch-Libanese Khaled El Masri hat am Montag zum Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt. Vor dem Landgericht Memmingen ließ er über seinen Anwalt erklären, zu den Taten sei es infolge seiner Entführung durch den US-Geheimdienst nach Afghanistan gekommen. El Masri war nach eigenen Angaben 2004 nach Afghanistan entführt und dort fast sechs Monate gefangen gehalten worden. Er sei nach seiner Rückkehr nach Deutschland ohne Hilfe und Therapie allein gelassen worden, habe sich weiter verfolgt gefühlt und um seine Sicherheit gebangt. In dieser Stresssituation sei es zur Eskalation und den Taten gekommen.

Der 44-jährige Deutsch-Libanese ist angeklagt, im Mai in einem Neu-Ulmer Großmarkt Feuer gelegt zu haben. Dabei war ein Schaden von mehr als 300.000 Euro entstanden. Im Januar hatte er bei einer Auseinandersetzung in Ulm einen Angestellten erheblich verletzt und Angestellte beleidigt. Sein Mandant entschuldige sich für diese Taten, sagte der Anwalt. "Man wollte mich provozieren, dass ich ausraste", beschrieb El Masri die Umstände bei seinen Taten. Das Verfahren ist auf vier Tage angesetzt. Ein Urteil wird für diesen Freitag erwartet.

"Ausgesetzt im Wald"

Als Ursache für seine Tätlichkeiten und die Brandstiftung gab der Angeklagte an, er habe eine Verschwörung von Geheimdiensten gegen sich vermutet. Dazu habe auch beigetragen, dass er in dieser Zeit von fremden Menschen mit seinem Namen angesprochen und einmal auf der Autobahn von vier Fahrzeugen verfolgt worden sei. "Ich war gestresst zu dieser Zeit und habe mich nicht mehr sicher gefühlt." Er habe seine Angriffe machen müssen, um seine Sicherheit zu verteidigen.

Ausführlich schilderte El Masri seine Verschleppung durch den amerikanischen Geheimdienst CIA im Jahr 2004. Ende 2003 sei er in den Urlaub nach Mazedonien gefahren und an der Grenze festgenommen worden. Danach sei er 23 Tage in einem verdunkelten Hotelzimmer festgehalten und von drei bewaffneten Männern bewacht worden. Kontakt zur deutschen Botschaft sei ihm verweigert worden. Er sei für einen Terroristen und ein El-Kaida-Mitglied gehalten worden. Dann sei er Anfang 2004 mit verbundenen Augen, an Händen und Füßen gefesselt und mit Spritzen betäubt mit Zwischenstopp in Bagdad nach Afghanistan geflogen worden. Dort habe er in einem Kabuler Gefängnis in ständiger Todesangst gelebt.

Ende Mai 2004 sei er nach Europa zurückgebracht und in einem Wald in Albanien ausgesetzt worden. Von dort war er nach Deutschland abgeschoben worden und in den Raum Ulm zurückgekehrt. El Masri wiederholte, nach einem mehrwöchigen Hungerstreik von einem Deutschen mit Namen "Sam" verhört worden zu sein, den er als einen Hauptkommissar des Bundeskriminalamts identifiziert habe. Als er Kontakt zu deutschen Behörden verlangt habe, sei ihm geantwortet worden: "Die Deutschen wollen Sie nicht sprechen."

DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
rg.n-rider (11.09.2009, 21:29 Uhr)
dieser herr ist ein mutmasslicher wiederholungstäter der zum schutz der bevölkerung aus den verkehr gezogen gehört.seine vom anwalt designten aussagen wirken nur begrenzt überzeugend.seine erfahrungen in den händen des cia muss man ihm zugutehalte, aber die priorität muss beim schutz der bevölkerung sein.wie weit das cia seine persönlichkeit veränderte, kann man sicher an seiner biographie ablesen.hat sich el masri sich schon vor seiner entführung etwas zuschulden kommen lassen, wäre er -unabhängig von der entführung- ein hausgebackener täter mit chronischem hang zu straf- und gewalttaten.
blackeagle (12.12.2007, 05:31 Uhr)
wenn dem wirklich so ist
,das es spaetfolgen der folter sind, dann gehoert dieser mann in eine geschlossene anstalt.er ist auf grund dieser tat eine gefahr fuer die allgemeinheit.auch eine begleichung des entstandenen schadens, sollte bestandteil eines urteils gegen ihn sein.immer neue entschuldigungen fuer straftaeter zu finden, scheint das ausgepraegteste hobby von den PsychoOnkels zu sein. und der steuerzahler muss fuer den prozess und die gutachten auch noch bluten.
aber wehe du parkst falsch und zahlst die strafe nicht,dann kommst du ganz schnell in beugehaft,tssss ist das ein rechtsstaat.regiert von utopisten und roten traeumern.
Paule5 (10.12.2007, 15:59 Uhr)
Richtig !!!!!
Weiter so Deutschland!!!!
Zum Glück bin ich Ausländer, muß nur noch meinen "Glauben" ändern, dann hab ich amtliche Narrenfreiheit. Eine schwere Kindheit läßt sich dann zur Not locker basteln, skrupellose Anwälte und gutmenschliche PsychoOnkels gibts zum Glück genug..............
ramteid (10.12.2007, 15:36 Uhr)
Wann?
Den bisherigen Kommentaren ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Alles richtig, nur wie lange schauen unsere Politiker und die Justiz diesem Tollhaustreiben noch zu. Masri lacht sich krumm über soviel Einfaltbzw. Naivität eines Rechtsstaates. Oder ist das alles gewollt?
Malt (10.12.2007, 14:30 Uhr)
Ohne...
...das Ausmaß einer derartigen Entführung nachvollziehen zu können: Als Entschuldigung kann das für eine derartige Tat wohl kaum herhalten.
Andererseits: Wenn er aufgrund dessen tatsächlich ein geringeres Strafmaß erhalten sollte, dann habe ich auch für meine dann zukünftigen Taten einen ganzen Schubkarren volelr Ausreden mit dabei.
Schnaafpaaf (10.12.2007, 14:26 Uhr)
Mit der Mackenmasche
verarscht uns el Masri weiterhin und wir bezahlen dafür. Klasse!
Hat sich mal jemand gefragt, wie er als Sozialhilfeempfänger an die enorme Menge Bargeld gekommen ist, die er auf seiner "Weiterbildungsreise" bei sich hatte ? Wir sind schon ganz schön dämlich, das mit uns machen zu lassen!
whismerh2 (10.12.2007, 14:09 Uhr)
Wenn
ein normaler Arbeiter sagen wir mal
Steuerzahler einen Brand absichtlich
verursacht , zahlt er für den Schaden.
Die 300000 zahlt sehr wahrscheinlich der Weinachtsmann oder der Steuerzahler.
Brenn mal eben so auf doof als Deutscher ne Lagerhalle im Libanon ab
kann ich nur von abraten.
Putinki (10.12.2007, 13:16 Uhr)
El Masri
Er soll nun endlich sich eine Arbeit suchen und aufhören, auf Kosten der deutschen Steuerzahler zu klagen, auf Harz IV angewiesen zu sein und fremdes Eigentum zu zerstören. Libanon ist auch eín schönes Land.
Alex64 (10.12.2007, 12:56 Uhr)
Schön
... wen man eine Entschuldigung für kriminelles Verhalten hat.
Entweder war es die schlechte Kindheit - oder eben die CIA.
Auf jeden Fall sollte dem Mann "geholfen" werden ... - hoffentlich über mehrere Jahre hinweg.
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