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Leiter des Flüchtlingsheims in Clausnitz soll AfD-Mitglied sein

Eine wütende Menge, die ausländerfeindliche Parolen brüllt, ein Polizist, der äußerst rabiat mit einem Flüchtlingsjungen umgeht: Ganz Deutschland diskutiert über ein verstörendes Video aus Sachsen. Die Polizei kündigt eine Pressekonferenz an.

Clausnitz

Die Flüchtlinge in Clausnitz wurden von wütenden Menschen beschimpft

Ein Video aus Sachsen sorgt derzeit für Empörung: Zu sehen ist, wie im Ortsteil Clausnitz der Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle ein wütender Mob einen Bus mit Flüchtlingen empfängt und ausländerfeindliche Parolen brüllt. Die Flüchtlinge sollten eine neue Asylunterkunft beziehen. Inzwischen steht auch die Polizei in der Kritik, weil sie äußerst rabiat mit einem kleinen Flüchtlingsjungen umging, wie die Aufnahmen zeigen. Wie das ZDF nun berichtet, ist der Leiter des Flüchtlingsheims ein Mitglied der rechtpopulistischen AfD.

Nach Informationen des Senders war er einer der wenigen, der wusste, wann der Bus eintreffen würde. Inwiefern er etwas mit den Protesten zu tun hat, ist bislang noch nicht bekannt. 



Innenminister Ulbig verurteilt Proteste in Clausnitz

Rund 100 aufgebrachte Menschen hatten sich am Donnerstagabend vor der Unterkunft versammelt und unter anderem "Wir sind das Volk!" gebrüllt. Die Flüchtlinge wirkten verängstigt, manche weinten. Erst nach Stunden konnten sie in das Gebäude gebracht werden. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) verurteilte die Proteste scharf.

Auch einer der beteiligten Polizisten steht am Pranger. Er setzte bei einem halbwüchsigen Jungen einen Klammergriff ein, um ihn aus dem Bus zu holen. Der Mann ist Bundespolizist, einer von sechs, die einem Sprecher zufolge für das Land Sachsen an dem Einsatz beteiligt waren. Die Polizei will den Vorfall nun aufklären. Am Samstag will sie in einer Pressekonferenz Einzelheiten zu dem Vorfall bekanntgeben.

Polizei Sachsen in #clausnitz ... Umgang mit verängstigten Flüchtlingskindern. #kaltland

Posted by Frank Stollberg on Freitag, 19. Februar 2016


Grüne: Seehofer für Skandal in Clausnitz verantwortlich

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat CSU-Chef Horst Seehofer für die neuen fremdenfeindlichen Proteste vor einer Flüchtlingsunterkunft in Sachsen mitverantwortlich gemacht. "Das Schlimme ist, dass dieser Mob sich bei jeder Äußerung von Horst Seehofer und Co. ermuntert fühlen darf. Die unverantwortliche Angstmache von einzelnen Unionspolitikern schafft die Zustände mit, vor denen sie dann warnen", sagte Göring-Eckardt in Berlin.

kis
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