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22. Dezember 2009, 17:00 Uhr

Krise hilft Deutschland beim Erreichen der Klimaziele

Deutschland hat in diesem Jahr die selbst gesteckten Klimaziele erreicht. Grund dafür ist die anhaltende Wirtschaftskrise. Im Rezessionsjahr 2009 sank der CO2-Ausstoß so stark, dass die Verpflichtung aus dem Kyoto-Protokoll sogar übererfüllt wurde.

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Hält weiter an den Klimazielen der Bundesregierung fest: Umweltminister Norbert Röttgen© Olivier Hoslet/EPA

Der Ausstoß an schädlichen Klimagasen in Deutschland ist im Rezessionsjahr 2009 drastisch gefallen. Allein die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen sanken um etwa 7,7 Prozent, berichtete die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) am Dienstag. Zählt man die Emissionen aus Industrieprozessen hinzu, betrug das Minus insgesamt sogar fast neun Prozent. Damit lagen die CO2-Emissionen den vorläufigen Berechnungen zufolge 2009 um 27 Prozent unter dem Wert von 1990.

Das bedeutet, dass Deutschland erstmals das eigentlich schon für 2005 zugesagte Klimaziel erreicht, den Kohlendioxidausstoß um 25 Prozent unter den Wert von 1990 zu bringen. Die internationale Verpflichtung aus dem Kyoto-Protokoll wird damit deutlich übererfüllt. Dort war eine Verminderung von CO2 und fünf weiteren Klimagasen um 21 Prozent bis 2012 zugesagt. Tatsächlich dürfte der Wert für alle sechs Klimagase zusammen in diesem Jahr bei "reichlich 28 Prozent" liegen, wie der Emissionsexperte der AGEB, Hans-Joachim Ziesing, mitteilte.

280 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid-Emissionen

Zusammen lagen die "energie- und prozessbedingten CO2-Emissionen" in diesem Jahr bei knapp 760 Millionen Tonnen, wie Ziesing vorrechnete. Das seien 74 Millionen Tonnen weniger als noch 2008. Im Vergleich zu 1990 liegen die Kohlendioxid-Emissionen um knapp 280 Millionen Tonnen niedriger. Die Krise mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um etwa fünf Prozent habe somit den höchsten Emissionsrückgang seit 1991 bewirkt, erklärte Ziesing. Damals war der Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft ausschlaggebend.

Nun fiel unter anderem der drastische Produktionsrückgang der Stahlindustrie um knapp 32 Prozent ins Gewicht. Auch die Chemie- und die Zementindustrie erzeugten deutlich weniger. Bereits am Montag hatte die Regierung mitgeteilt, dass der Primärenergieverbrauch in Deutschland in diesem Jahr um 6,5 Prozent gesunken sei. Die Emissionen gingen folglich überproportional zurück. Ziesing betonte, die Energieproduktivität habe sich verbessert. Der Anstieg um 1,7 Prozent liege aber immer noch deutlich unter der nötigen Rate von drei Prozent pro Jahr. "Es muss nun versucht werden, einem erneuten Emissionsanstieg bei einer wirtschaftlichen Erholung von vorneherein entgegenzuwirken", erklärte der Experte. "Eine Pause bei klimaschutzpolitischen Aktivitäten sollten wir uns nicht erlauben dürfen - im Gegenteil."

40-Prozent-Ziel gilt

An eine Pause ist laut Bundesregierung auch nicht gedacht. Man halte trotz der schwachen Ergebnisse des Kopenhagener Klimagipfels an dem Ziel fest, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 zu bringen, bekräftigte Umweltminister Norbert Röttgen vor Journalisten in Brüssel. Dort berieten die EU-Umweltminister die Ergebnisse von Kopenhagen.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte in Berlin, dass Deutschland im kommenden Jahr weiter auf ein verbindliches Abkommen zum Klimaschutz im Rahmen der Vereinten Nationen hinarbeiten will. "Wir lassen uns nicht entmutigen", erklärte Wilhelm. Die Deutsche Umwelthilfe verlangte, die Europäische Union solle sich einseitig auf eine Senkung der Emissionen um 30 Prozent verpflichten, um den UN-Prozess zu beflügeln. Bisher gilt die Linie, dass die EU eine Minderung um 20 Prozent zusagt und die 30 Prozent nur für den Fall in Aussicht stellt, dass andere Industrieländer mitmachen.

Verena Schmitt-Roschmann/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Aquarius2 (23.12.2009, 19:50 Uhr)
Ist doch nicht neu
Die Schaffung der blühenden Landschaften im Osten durch flächendeckende DeInstrualisierung hat Deutschland umweltpolitisch eigentlich erst vorzeigbar gemacht.
Wenn nun noch der Westen deIndustrialisiert wird und sich die Krise durch ungehemmte Spekulation schön stabilisiert, dann kann man frei durchatmen.
besso (23.12.2009, 14:20 Uhr)
Merkel und das berliner Politgesindel soll sich schleichen
CO2 hat mit Klima soviel zu tun wie die berliner Politikerdarsteller mit Wahrheitsliebe. Der einer dumm gehaltenen Bevölkerung als Treibhauseffekt verkaufte Quatsch verstößt gegen ersten und zweiten Hauptsatz der Thermodynamik.
Für diejenigen welche an den Blödsinn glauben, ist dies von Interesse:
Die 56 Milliarden ? für Solarenergie, welche diese Narren der Bevölkerung aus der Tasche gezogen haben, verzögern die Erderwärmung bis zum Erreichen des 2 Grad Celsius Zieles um eine (1 !) Stunde.
Da kann man sich ja ausmalen, was ein Tag, ein Monat oder ein Jahr kostet...
Nicht das Klima, die Menschen dieses Landes müssen gerettet werden!!!
Link nachzulesen bei MdB Gerhard, FDP.
nightmare_online (23.12.2009, 09:55 Uhr)
@undjetztnochder
Muahahahaha, putzige Phantasien haben Sie.
Die Realität hingegen ist, das die Grünen die technologische Entwicklung in diesem Land so getriggert haben wie keine andere Partei. Ohne den Druck den die Grünen hierzulande ausgeübt haben, wären wir nicht Weltmaktführer bei Umwelttechnologien. Hätten wir nicht die Chance, zehntausende von Arbeitsplätzen in diesen Technologien hierzulande zu schaffen.
Und was haben sie gelacht und gelästert über Trittin, als er die ersten Forschungsprojekte zu Desertec vergab. Heute, wo das Projekt begonnen hat, zeigt sich das die Konservativen wie immer unfähig waren, über den eigenen Tellerrand zu sehen.
Und was die demokratische Rechte mit dieser Chance der technologischen Marktführerschaft macht, konnte man in NRW bewundern, wo nach der Regierungsübernahme von CDU und FDP die Investitionen in erneuerbare Energien praktisch zum Erliegen kamen.
Und kann man im Koaltionsvertrag bewundern, wo zugunsten der Atomindustrie die weitere Förderung der Greentech-Branche auf den Prüfstand gestellt wird.
Aber so ist das eben bei CDU und FDP: Büttel der Atomlobby vor 40 Jahren, und daran hat sich - wie es sich für Konservative gehört - bis heute nichts geändert. Wenn man in der Vergangenheit lebt, kann man eben die Zukunft nicht gestalten, Und wenn man eines sieht an der aktuellen Dilettantenkombo. dann das.
Styx2007 (23.12.2009, 09:36 Uhr)
FAZIT: Krise muss aufrechterhalten bleiben!!!
Das ist doch mal wirklich eine tolle Nachricht. Da schafft es Deutschland - wenn auch nicht von sich aus, so doch mit der Krise, die gesteckten Ziele zu erreichen. SUPER!!! Das kann dann aber nur bedeuten - WIR MÜSSEN DIE KRISE BEIBEHALTEN!!!! Jetzt wird mir auch der Schwachsinn der Politspacken völlig klar. Die völlig absurden und debilen Massnahmen, die nur Milliarden kosten und nichts bringen, dienen dazu, die Krise beizubehalten!!! TOLL!!! Also steckt da ja doch "Sachverstand" der Politschranzen hinter - BRAVO!!!
Geziefer (23.12.2009, 08:29 Uhr)
Nur so geht´s
Nur durch Schaden wird man klug. Entweder durch rasante Wirtschaftstalfahrt oder aufgrund von Wetter-Katastrophen.
Nur so geht´s!
lummy (23.12.2009, 06:58 Uhr)
Der Stern....
verkümmert zu einem Boulevardblatt dessen Niveau noch unter der Bild oder,wie heißt der ganze Müll...Gala oder Blitz Ilu...........Ohne worte
XenaWilloughby (23.12.2009, 04:20 Uhr)
na toll...
und wir spielen jetzt alle Merkel und labern uns die Kriese schön?
Sonst gehts aber oder?
Medienbeobachter (22.12.2009, 20:27 Uhr)
Und trotzdem steigen die Preise
Im ersten Quartal 2009 war der Absatz von Strom und Gas deutlich zurückgegangen, berichtet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Demnach verkauften die Versorger von Januar bis März 2009 140 Milliarden kWh Strom, vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor, und 307 Milliarden kWh Gas, was einem Minus von sieben Prozent entspricht. Damit sei der Energieverbrauch inzwischen seit sechs Monaten rückläufig.

28.04.2009: Der deutsche Strommarkt ist derzeit ein Markt der Widersprüche - auf Kosten der Verbraucher. Während an der Leipziger Strombörse EEX (European Energy Exchange) seit dem vergangenen Jahr die Großhandelspreise für Strom um bis zu 60 Prozent gefallen sind, stiegen die Strompreise für deutsche Privathaushalte um sieben Prozent. Dies hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft errechnet.

Bei der Preis- und Umweltpolitik der großen Konzerne, wird es höchste Zeit für eine Verstaatlichung. 2010 steigen die Strompreise zum Teil um 14 %. Die Begründungen sind leicht als Lügen zu durchschauen.
niketz (22.12.2009, 19:46 Uhr)
Mal ganz dumm gefragt...
wie ermittelt man denn den tatsächlich entstandenen CO2 Ausstoß pro Jahr? Muss ja ein sehr leistungsfähiges und fortschrittliches Rechenmodell sein...
sportartmakler (22.12.2009, 18:26 Uhr)
wenn wir das co2-spielchen schon mitspielen
verkaufen wir denn nun die restl. tonnen auch und machen profit, ganz im sinne des klimawandels, oder nicht? sind in dieser statistik eigentlich auch die erworbenen cdm/auu -und wie sie alle heißen-zertifikate auch enthalten bzw. abgezogen?
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