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25. Juni 2010, 14:48 Uhr

"Sozialistische Familienpolitik à la Pinochet"

In der schwarz-gelben Koalition brodelt es erneut. Streitthema diesmal: das Elterngeld. Die FDP will es nur noch Berufstätigen zahlen. Die CSU reagierte empört.

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Kindergeld nur noch für Berufstätige? Der FDP-Vorstoß sorgt bei der Union für Verärgerung© Marcus Brandt/DPA

Weil die FDP das Elterngeld stärker kürzen will als im Sparpaket vorgesehen, gibt es in der schwarz-gelben Koalition neuen Streit. "Wir sollten das Elterngeld auf diejenigen konzentrieren, die vorher gearbeitet haben oder wegen einer früheren Geburt ihre Berufstätigkeit unterbrochen haben", sagte Fraktionsgeschäftsführer Otto Fricke der "Rheinischen Post". Bundesfamilienministerin Kristina Schröder von der CDU wies die Forderung umgehend zurück, aus der CSU kam scharfe Kritik, ebenso von den Sozialverbänden.

Im Sparpaket der Bundesregierung ist die Streichung des Elterngelds für Hartz-IV-Empfänger vorgesehen, nicht arbeitende Eheleute können den Sockelbetrag von 300 Euro aber behalten. "Das Kabinett hat das Sparpaket einvernehmlich verabschiedet, und wir sollten die Ergebnisse der Klausur nun erstmal umsetzen", sagte Schröder. Familien brauchten Verlässlichkeit und nicht jede Woche neue Sparvorschläge.

Auch Regierungssprecher Christoph Steegmans betonte, das Sparpaket sei die Grundlage für die weitere Haushaltsplanung. Er schloss nicht aus, dass "die Kabinettsvorschläge im Rahmen der parlamentarischen Beratung weiter entwickelt werden können". Dies betreffe aber ausdrücklich keine Einzelpunkte, sondern das gesamte Verfahren.

CSU auf den Barrikaden

Die familienpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Miriam Gruß, argumentierte, dass der Staat jährlich mehr als 180 Milliarden Euro für ehe- und familienpolitische Leistungen ausgebe. Das sei europaweit Spitze. Man müsse sich fragen, ob diese Leistungen zielgenau seien.

Die CSU reagierte mit Empörung auf die Vorschläge des Koalitionspartners. Der Versuch, "durch die Hintertür einen gesellschaftlichen Grundkonsens zu verändern", werde scheitern, sagte Generalsekretär Alexander Dobrindt. "Das kann nur mit starkem Widerstand beantwortet werden." Die bayerische Familienministerin Christine Haderthauer sagte der "Leipziger Volkszeitung", der FDP-Vorstoß sei ein weiterer Beweis dafür, dass die Partei "inhaltlich konzeptlos herumschlingert zwischen Klientelpolitik für Superreiche und sozialistischer Familienpolitik à la Pinochet".

Sozialverbände: FDP will Sozialkürzung verschleiern

Auch der Präsident des Sozialverbandes Deutschland, Adolf Bauer, äußerte scharfe Kritik: "Damit will die FDP den Menschen Sand in die Augen streuen und eine geplante Sozialkürzung verschleiern." Wer fordere, Elterngeld nur noch an berufstätige Eltern zu zahlen, streiche es auch den jungen und hilfebedürftigen Eltern, die Hartz IV bezögen. Bauer: "Dies ist zutiefst unsozial und leistet der Spaltung der Gesellschaft Vorschub."

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischer Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, betonte, dass auf jeden Fall der Sockelbetrag für alle Niedriglohnbezieher beibehalten werden solle, unabhängig, ob sie zuvor erwerbstätig waren oder nicht. Es sei aber zu überlegen, eine einkommensabhängige Grenze zu ziehen, die sich beispielsweise an der alten Erziehungsgeldgrenze orientiere.

joe/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Berggeist1963 (26.06.2010, 08:54 Uhr)
Fusion?
Fürchtet die Regionalpartei der Landwirte und Tourismusbranche jetzt etwa eine Fusion der FDP mit der Linkspartei?
ROPL (25.06.2010, 23:06 Uhr)
Richtige Forderung
Also ich kann die Aufregung überhaupt nicht nachvollziehen. Das was die FDP hier fordert ist absolut richtig und sozial deutlich korrekter als das bisherige Paket. Das die CSU jeden Vorschlag der FDP mit dumpfen Sprüchen ala Pinochet niedermacht das sollte doch mittlerweile jedem aufgefallen sein.
paulali (25.06.2010, 20:27 Uhr)
fiese Ungerechtigkeiten
noch ein Spartip an die Regierung, den gab es vor einigen Jahren schon unter der CDU Regierung, die folgende SPD Regierung hat diese Ungerechtigkeit dann etwas verringert.

Damals war es also so:

Eine Frau arbeitete und zahlte AV, mitunter viele Jahre. Dann wurde sie schwanger und bekam ein Kind, das zweite folgte wenig später. Als die Zeit kam ,wieder einen Beruf aufzunehmen (zwischenzeitlich erhielt sie eine konkursbedingte Kündigung), fand sie keinen und beantragte Arbeitslosengeld. Sie kam mit ihren ganzen Berechunngsunterlagen ins Arbeitsamt und staunte nicht schlecht, als die Beraterin meinte, die Gehaltsunterlagen brauchen wir hier nicht. Da erfuhr die Frau, das sie jetzt, nachdem sie so viele Jahre (ca. 4) dem Berufsleben nicht zur Verfügung stand, dass ir AV Geld nur nach dem durchschnittlichen Tariflohn dieser Berufsbranche berechnet werden würde, nicht nach ihrem weit über Tarif erhaltenes Gehalt. Das fand die Frau gar nicht toll. Sie erhielt dann noch die Info, das die SPD Regierung das jetzt etwas modifiziert hat zu Gunsten der Frau , früher unter CDU hätte sie in dieser Situation gar kein Geld gesehen.


Dieses Gesetz könnte die jetzige Regierung doch auch wieder einführen. Dann würden noch weniger Kinder geboren, der Staat müsste noch weniger Kindergeld zahlen.

(das sind solche ekelhaften und ungerechten Schweinereien, die so nie an die große Glocke kommen, weil betroffene Frauen gar keine Lobby haben. Möchte nicht wissen wie viele fiese kleine Gesetzte es gibt, die den kleinen Bürger richtig bluten lassen.)
suleiman (25.06.2010, 19:04 Uhr)
nach 1990 wurde die Politik des
3.Reiches weitergeführt, mit Hilfe der Auserwählten
Putra (25.06.2010, 17:55 Uhr)
Regierungsfähigkeit
Ich möchte an dieser Stelle der CSU jegliche Regierungsfähigkeit absprechen. Die Partei sollte sich in Zukunft nur noch mit Oktoberfest und Starkbierfest beschäftigen und den Rest der Republik in Ruhe lassen.
Ich grüsse hier alle Nicht CSU Wähler!
Bayernstammler (25.06.2010, 16:41 Uhr)
Beispiel für bayerische Spitzen-Bildung
Haderthauer macht Pinochet zum Sozialisten!!!! Mein lieber Scholli, das haut doch voll rein, oder?

Setzen: Sechs !
suleiman (25.06.2010, 16:37 Uhr)
Wahlbetrüger FDP:und CDU
denn:was bekommen Eltern + drei Kinder unter 6 Jahre?
Inkl. Miete in Sachsen etwa 500 DDR- Bau?= 1859 ( davon 3 x 185 gestzl.Kindergeld drin + 300 Elterngeld = 2159 )
von diesem Geld leben 5 P.,was im Westen ein Single verbraucht ohne große Mühe
suleiman (25.06.2010, 16:30 Uhr)
die meisten Eltern wählen gar nicht oder
junge leute,entweder wollen die gar keine Kinder oder sehen es als Geldeinnahme an,das ist die CDU-Politik:Ausbeuten lassen oder auf Kindergeld u. Stütze reisen
suleiman (25.06.2010, 16:28 Uhr)
1000 M Begrüßungsgeld und 1 Baby-Jahr
beim 2.-x-ten Kind gab es in der DDR u.da war arbeiten auch schwer danach,wo man noch " genug "fand.
Also weiter.... verhungerte u. ausgesetzte Babys u. Kleinkinder
Josh67 (25.06.2010, 16:27 Uhr)
Warum
diese Aufregung um die FDP.
Die "dummen" Wähler haben diese Partei der Superreichen doch gewählt.
Wer weis wieviel Hartz IV Empfänger dabei waren?
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