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2. August 2007, 12:06 Uhr

Pauli nur knapp hinter Seehofer

Das bayerische Wahlvolk hat seine Sympathien im Rennen um den CSU-Chefposten gleichmäßig verteilt: Nur wenige Prozentpunkte trennen die Kontrahenten Pauli, Seehofer und Huber. Allerdings ist einer der Männer in der Gunst der Wähler tief gefallen.

Der Bayer an sich kann sie sich schon als Stoiber-Nachfolgerin vorstellen, der CSU-Anhänger an sich tut sich schwerer: Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli© Daniel Maurer/AP

Es ist kein schlechtes Ergebnis, dass Gabriele Pauli beim gemeinen bayerischen Wahlvolk einfährt: Etwa ein Viertel der Bayern traut der Fürther Landrätin Gabriele Pauli das Amt der CSU-Parteichefin zu. Bei einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag die Münchner "Abendzeitung" sagten immerhin 24 Prozent der Befragten, Pauli sei am besten für die Stoiber-Nachfolge geeignet.

Seehofer büßte 14 Prozentpunkte ein

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer liegt demnach nur vier Prozentpunkte vor der prominenten Fürtherin. Für den kürzlich mit neuen Vaterfreuden gesegneten Seehofer sprachen sich 28 Prozent aus, für den Favoriten, den bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber, 32 Prozent. Seehofer musste dabei tief fallen, damit es zu diesem Ergebnis kommen konnte: Im Vergleich zum Vormonat büßte er 14 Prozentpunkte ein, sein Konkurrent Huber nur drei.

Freilich sind die Zahlen mit Vorsicht zu bewerten. Der neue CSU-Chef wird nicht von den bayerischen Bürgern bestimmt, sondern von den Delegierten des CSU-Parteitags, der Ende September den neuen Chef - oder die neue Chefin - küren wird. Und bei den CSU-Anhängern schneidet Pauli nicht so gut ab: 15 Prozent sprachen sich Forsa zufolge für die als Parteirebellin bekannt gewordene Landrätin aus. Huber liegt im Kampf mit 45 Prozent ganz vorn in der Gunst der CSU-Wähler, für Seehofer sprachen sich 33 Prozent aus. Im Vergleich zum Vormonat verloren beide Politiker zwei Prozentpunkte.

Was, wenn Seehofer untergeht?

Dieses Ergebnis lässt vermuten, dass es unwahrscheinlich ist, dass Seehofer es in den bis zu dem Parteitag verbleibenden Wochen noch schafft, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden. Im Gegenteil. In der CSU wird bereits gemutmaßt, dass Seehofer aufpassen muss, dass er nicht zu hoch verliert, auf dem Parteitag möglicherweise nicht einmal auf 20 Prozent der Stimmen kommt. Sollte dies der Fall sein, wäre sein politisches Ansehen so beschädigt, dass er dann sogar um seinen Ministerposten bangen müsste. Entsprechende Spekulationen wabern bereits durch Berlin. Demnach könnte der derzeitige CDU-Verteidigungsminister Franz Josef Jung neuer Landwirtschaftsminister werden. Michael Glos, reichlich unglücklicher Wirtschaftsminister, könnte Verteidigungsminister werden und der neue CSU-Chef könnte das Wirtschaftsministerium übernehmen. So die Spekulation für den Fall eines Ausscheidens Seehofers.

Generell scheint sowohl an Pauli als auch an Seehofer der Ruch zu haften, es handele sich um sehr berechnende Politiker. Bei der Frage nach den Beweggründen für Paulis Kandidatur sind 53 Prozent der 1.000 von Frosa Befragten der Ansicht, der Politikerin gehe es nur um ihre eigene Person. 28 Prozent meinen, Pauli sorge sich um die Partei. Die Rückkehr Seehofers zu seiner Frau bewerteten 53 Prozent der befragten Bayern als politisches Kalkül.

 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Dirk_37 (05.08.2007, 10:10 Uhr)
@Betonpaul & Co. (Oetker)
Also meine Herren,erst mal vorab: ich bin Bayer und (noch) Mitglied der so verteufelten CSU. In Ihren Kommentare lese ich allerdings die totale Unkenntniss einiger Zusammenhänge und in meiner bayerisch gewohnten freundlichen Art versuche ich, Ihnen Ihre wirren Gedanken zu ordnen! Beginnen wir bei einer einfachen Erklärung des Wortes "Hoast". Dies bedeutet nämlich,im Gegensatz zu dem von Ihnen angenommenen Verb "haben"(in der im Text dargestellten deklinierten Form "hast"),in der allgemein im speziell ober- bzw. niederbayerischen Raum verwendedetn Ausdrucksweise das Verb "heissen". Naja, lassen wir das. Ist mir eh zu blöd:) So so, wir sind also in der Mehrzahl irregeführt und laufen wie die Lemminge hinter dem Stoiber und seinen Kumpanen hinterher. Und ein komödienstadl sind wir obendrein! Bedingt haben sie Recht. Die große Mehrheit der Wähler entscheidet seit Urzeiten für die CSU. Und manches im bayerischen Landtag ist tatsächlich zum Schmunzeln. Hallo, ist das aber nicht auch in anderen Landtagen der Fall??? Mich amüsiert das eher. Und die Umfragewerte des H. Stoiber sprechen ja ihre eigene Sprache,auch in Bayern sind sie tief wie nie. Trotzdem, die fast ewige Alleinherrschaft der CSU in meinem Land hat auch seine positiven Seiten. Wir haben im mittel unter 5% Arbeitslosenquote,nicht erst seit gestern! Wir haben einen hochtechnisierten Standort der gerne von ausl. Investoren heimgesucht wird. Die Unis sind Spitze in Deutschland. In vielen Umfragen schneiden München oder Regensburg als die Städte mit der höchsten Lebensqualität in Deutschland ab. Außerdem haben wir mehr Sonnenstunden als die anderen,ausgenommen unsere Brüder aus Baden Würtemberg. Und denen gehts auch nicht schlecht. Vielleicht habe wir deshalb ein so sonniges Gemüt und belächeln den politischen Wirrwarr aus Berlin und München. Mir persönlich würde die Frau Pauli sehr gut als MP gefallen,nicht wegen Ihrem Aussehen,sondern weil sie eindeutig mehr "Eier in der Hose" bewiesen hat als sämtliche anderen der CSU Granden. Und ich erinnere mich gerne an Django Asül, der als Redner am Nockerberg den Vergleich eines Sekretärs und Sekret im Zusammenhang mit H. Söder anstellte. Also, nicht alle Bayern hocken den ganzen Tag jodelnd in der Krachledernen auf den Bäumen und warten, bis der "Kini" (= König, in der personifizierten Form von Stoiber) vorbeischreitet!!!
Servus.
Betonpaul (04.08.2007, 13:51 Uhr)
Um die eigene Person ?
Schon mal einen Politiker gesehen, dem es nicht um die eigene Person ging?
In Bayern hat das doch Tradition. FJS hätte das Amt des Ministerpräsidenten doch am liebsten erblich gemacht.
Also keine Unnötigen Vorwürfe an Seehofer oder Pauli.
Die beiden, dazu Huber und Beckstein, Glos und Ramsauer und bitte auch den Herrn Söder (wird täglich blöder) in einen Sack und kräftig draufhauen.
Ihr trefft immer den richtigen.
So lange die sich in Bayern austoben, ist das ja halb so schlimm, die waren schon immer etwas sonderbar. Tragisch wird das nur, wenn die in der Bundespolitik rumpfuschen.
Bayern für sich betrachtet ist und bleibt der Komödienstadl der Republik. Hoast mi?
Oetker333 (04.08.2007, 11:20 Uhr)
Absturz
Zeit das nicht nur die Kandidaten sondern auch die CSU fällt! Bei den anderen Parteien wäre eine solche Krise wie bei der CSU der Untergang aber mehr als die Hälfte der Bayern ist so irregeführt um weiterhin die CSU zu wählen. Wenn man die CSU so reden hört denkt man das Bayern ein eigener, wichtigerer Staat ist als Restdeutschland. Zitat Stoiber: "Wenn alle so klug wären wie die Bayern dann hätte Deutschland nicht so viele Probleme"
Zermin (04.08.2007, 02:38 Uhr)
Sache für den Presserat
Das Privatleben des H. Seehofers kommt nicht mehr aus den Schlagzeilen. Die ganze „Boulevard-Berichterstattung“ über das Privatleben von Horst Seehofer erinnert mich an die Hetzjagd auf Prinzessin Diana oder Jürgen W. Möllemann, die beide grausam ums Leben kamen. Das ganze passiert ausgerechnet vor einem wichtigen CSU-Parteitag, auf dem die Führungsriege der Partei fast komplett neu gewählt wird.
Hierzulande hat der Presserat publizistische Grundsätze, den so genannten Pressekodex, aufgestellt. Darin finden sich Regeln für die tägliche Arbeit von Journalisten, die die Wahrung der journalistischen Berufsethik sicherstellen sollen. So z. B. die Achtung vor der Wahrheit und Wahrung der Menschenwürde, die gründliche und faire Recherche aber auch und gerade die Achtung von Privatleben und Intimsphäre.
Ich finde der Presserat sollte sich jetzt auch mit der „Boulevard-Berichterstattung“ über das Privatleben von Horst Seehofer befassen. Denn die geht teilweise extrem unter die Gürtellinie und wird von den politischen Gegnern voll ausgeschlachtet.Das die einstige Geliebte, die selbst bei einem Bundestagsabgeordneten arbeitet, auf 12 Seiten ihr Innen- u. Liebesleben in einer Boulevard-Zeitschrift umfassend entblättert, ist sebst in der „Berliner Republik“ neu.
gsc777 (03.08.2007, 09:15 Uhr)
Warum.....
wird das Amt des Verteidigungsministers eigentlich so gering geachtet, dass man Herrn Glos dafür vorgesehen hat? Herr Jung ist ja schon nicht geeignet und dann Herr Glos? Dieses Amt müsste von einem Ex-Militär, am besten einem General besetzt werden. Der weiß, was die BW braucht und wie die Soldaten ticken.
Aber Herrn Glos mit seinem "überschäumenden Temeperament"? Das wäre doch die nächste Qual für ihn.
Ermatrans (02.08.2007, 17:44 Uhr)
Gabriele Pauli ist die einzig richtige Besetzung für den CSU-Vorsitz
Sie hat Stoiber völlig zurecht als Spitzenkandidat für 2008 angezweifelt. Hocharrogant mit "So wichtig sind Sie nicht" wollte sich Stoiber einem Gespräch mit Pauli entziehen, musste aber am 7. Januar dem Druck nachgeben und meinte "Ich werde ihr anbieten, konstruktiv mitzuarbeiten und zwar auch dann, wenn ihr persönlich eine Entscheidung über die Nummer Eins in unserer Partei und in Bayern nicht gefällt". Stoiber spielte dabei den "Edlen", der seine Zusage auch dann einhalten würde, wenn er nicht mehr die Nummer Eins ist. Um so fataler, dass er nichts eingehalten hat. Statt dessen hat Stoiber mit seinen Massenverdummungssprüchen "Pauli ist nicht die CSU und sie wird es niemals werden" ... und seiner Mobberbande Söder, Huber, Faltlhauser, Goppel, Beckstein & Co. den Ruf von Pauli systematisch geschädigt. Der schmollende Stoiber hat sogar mit Beckstein abgemacht, dass Pauli nicht ins Kabinett kommen soll und Beckstein macht bei Stoibers Zusagebruch mit, mobbte sogar des öfteren an Pauli hin, um keine Steine auf den Weg ins MP-Amt gelegt zu bekommen. Ein Nachteil für Pauli, die dadurch verkannt wurde, sonst wären ihre Umfragewerte noch viel besser. Ausserdem steht Pauli ganz offensichtlich auch in dieser Angelegenheit wie immer über den Dingen, denn sie hat Stoiber nie auf seine nicht eingehaltene Zusage angesprochen. Wäre sie postengeil, hätte sie es ganz sicher getan.
sachsenwini (02.08.2007, 17:38 Uhr)
Die Frauen scheinen Herrn Seehofer kein Glück zu bringen.

Nachdem ihm bereits Anfang des Jahres die Affäre mit seiner Geliebten Anette Fröhlich arge Schwierigkeiten bereitete erblickte dann im Juni die gemeinsame Tochter Anna Felicia das Licht der Welt, um erneut Gesprächsstoff über diese fruchtbare Beziehung zu liefern.
Nun glaubte der fromme CSU- Politiker alles wird gut wenn er zu seiner betrogenen Ehefrau zurückkehrt.
Fast schienen sich die Wogen geglättet zu haben, da kommt ihm nun wieder eine Frau in die Quere.
Guido Westerwelle hat es da besser.
rupo (02.08.2007, 16:27 Uhr)
CSU
....Generell scheint sowohl an Pauli als auch an Seehofer der Ruch zu haften, es handele sich um sehr berechnende Politiker ...
und bei den anderen, wenn es um Macht und Einfluß geht ???
Mule (02.08.2007, 15:09 Uhr)
Seehofer
Er ist immer noch nicht tief genug gefallen - schade!!!!!!!!!!!!!!
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