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21. April 2009, 09:29 Uhr

"Staat schränkt Bürgerrechte ein"

Nicht nur der Wirtschaft, auch dem Staat stellt der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar in seinem Bericht ein schlechtes Zeugnis aus. Nach den Anschlägen vom 11. September habe die Politik "viel zu viel an Bürgerrechten eingeschränkt". Die jüngsten Datenskandale in deutschen Unternehmen sind für ihn nur die Spitze des Eisbergs.

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© Arno Burgi/DPA

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, wirft der deutschen Politik vor, beim Datenschutz kein gutes Beispiel gesetzt zu haben. Nach den New Yorker Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei seiner Meinung nach durch den Staat "viel zu viel an Bürgerrechten eingeschränkt worden", sagte Schaar am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Maßnahmen müssten daher überprüft werden.

Am Vormittag stellt der Datenschützer seinen Bericht für Jahre 2007 und 2008 vor. Die Überwachung von Mitarbeitern in Unternehmen, zu der in den vergangenen Monaten mehrere spektakuläre Fälle bekannt wurden, ist nach Schaars Auffassung keine Ausnahmeerscheinung. "Ich fürchte, dass ist nur die Spitze des Eisbergs", sagte er mit Blick auf die Datenskandale.

Dass gehandelt werden müsse, darüber herrsche laut Schaar mittlerweile über alle Parteien hinweg Konsens: "Es hat ja im letzten Jahr sogar einen Datenschutzgipfel gegeben, wo einige Maßnahmen beschlossen worden sind", sagte er. "Insbesondere sollte dieser Datenhandel eingeschränkt werden, das sogenannte Listenprivileg sollte wegfallen, das heißt, in Zukunft soll der Betroffene einwilligen müssen, dass seine Daten weitergegeben werden." Dies habe die Bundesregierung im Dezember in einen Gesetzentwurf geschrieben. Er sei allerdings nicht sicher, ob der Entwurf noch vor der Wahl verabschiedet werde. Der Widerstand der Lobbyisten sei "sehr massiv".

Die Verabschiedung eines Arbeitnehmer-Datenschutzgesetzes werde sicher erst in der nächsten Legislaturperiode gelingen. "Aber auch da kann man noch etwas machen: Auch da kann man ins Bundesdatenschutzgesetz einen Paragrafen hinein schreiben, der die Arbeitnehmer besser schützt, da eine bessere Zweckbindung vorsieht."

Sich als Mitarbeiter gegen Bespitzelung und Missbrauch des Datenschutzes selbst zu schützen, hält Peter Schaar für "sehr schwierig": "Denn gerade im Arbeitsverhältnis ist man ja weitgehend schutzlos". Da gebe es ein "ein ganz klares Machtgefälle", sagte Schaar.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
sportartmakler (21.04.2009, 14:02 Uhr)
@vegefranz
nimm doch einfach ein paar posts von dir mit in die nogo-areas. dürfte ein sehr gutes abwehrmittel sein.
vegefranz (21.04.2009, 12:45 Uhr)
Einschränkung der Bürgerrechte durch NoGo-Areas
Wenn sich in Berlin Bürger nicht mehr in bestimmte bezirke trauen können und ab 20.00 auch die öffentlichen verkehrsmittel meiden sollten, ist bereits hierdurch eine Beschränkung der Bürgerrrechte gegeben.
bR4iNST0RM (21.04.2009, 12:04 Uhr)
So what?!
Klar dass der Widerstand der Lobby in diesem Punkt massiv ist. Wie sonst, außer durch dreistes „einfach-machen-bis-jemand-aufmuckt-und-dann-doch-erst-recht“-Verhalten sollen denn die Kinder der „Elite“ heutzutage noch an Geld kommen, außer der Nutzung und Verteidigung von dubiosen Wegen in Grauzonen. Oder aber klassisch: den Eltern auf der Tasche liegen.
Skrupellos, ohne Moral und Anstand und möglichst Einfältig…das sind heute die Vorrausetzung für die „Elite“.
Was ich immer für sehr Aussagekräftig halte: wenn der Lobby irgendetwas nicht passt, kommen Änderungen sehr schnell, meist schon gestern. Aber wehe, wenn dem Bürger was nicht passt…das zu ändern dauert Generationen.
Herrlich auch die Ironie bei der Geschichte! Wenn es darum geht, Daten von Firmen durchsichtig zu gestalten, gleicht diese Absicht einem Hochverrat!
Aber die Bürger gläsern zu machen ist ein Selbstgänger. Mehr noch: der Bürger wird noch nicht einmal ausreichend Informiert.
Alles in Allem eine Verarsche par excellence! Also wie immer.
schwaben911 (21.04.2009, 11:44 Uhr)
Staat schränkt Bürgerrechte ein ist Blödsinn!
Der Staat sind wir und wir wollen frei sein, Bürgerechte schränken Politiker ein.
Wie lange lassen wir uns dass noch von diesen gefallen?
Wer so massiven Abbau von Sozialleistungen betreibt, wer skrupellos das Volk ausblutet, der möchte auch die Gesinnung seines Volkes kennen.
Das war schon immer so, wir brauchen in Zeit von Vernetzung Internet Computer usw. keine Geheimpolizei, keine Stasis keine Gestapo, usw. was die regierenden brauchen ist Onlinedurchsuchung, Datenklauer, usw.
Gisella (21.04.2009, 11:25 Uhr)
und der am Gardasee
hat gerade sein Bundes-Verdienst-Kreuz zurückgegeben-was für ein "Kreuz". Ehrenhaft soll man sich verhalten, wenn man Träger dieser Auszeichnung ist-----------Ha, ha, ha.Da hat dann aber die Überwachung des Postwinkel nicht hingehauen. Darum, immer auf die "Kleinen", dann klappt das schon.
bmpost (21.04.2009, 11:23 Uhr)
No-Go Aera
Hier bei uns gibt es Gott sei Dank ebenfalls viele No-Go Aeras für vegefranzen!
Malt (21.04.2009, 10:22 Uhr)
Der eigentliche Hohn...
...ist ja, dass selbst bei nachgewiesenen Verstößen von Unternehmen gegen den Datenschutz die Vernatwortlichen KEINERLEI strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten haben (siehe z.B. Mehdorn). Im Gegenteil: Die werden noch frech und verlangen einen Arsch voll Geld für ihre großmütigen Rücktritte! DAS ist der eigentliche Skandal... steckt diese Bagage mal 10 Jahre ins Loch statt diese Gangster noch mit 20 Millionen auf ein Schloss am Gardasee in den Ruhestand zu schicken, dann überlegt es sich der Rest vielleicht vorher mal... aber bis dahin gilt für die "Elite": Verbrechen lohnt sich!
.
@Vegefranz: Themaverfehlung! Setzen, 6.
NewWorld (21.04.2009, 10:18 Uhr)
@vegefranz
Meinen sie das liegt nur an der Kuscheljustiz? In den USA [und auch in vielen anderen Ländern, z.B. Südafrika] gibt es auch solche No-Go-Areas. Und dort ist die Justiz alles andere als kuschelig.
vegefranz (21.04.2009, 09:53 Uhr)
die Bürgerrrechte werder in erster Linie durch die unfähige Kuscheljustiz eingeschränkt
in Berlin gibt es dutzende von NoGo-Areas, in die man sich als deutscher besser nicht hintraut. vor allem dadurch sind Bürger in ihren Rechten verletzt. Allerdings herrscht hier in den Qualitätsmedien eine Mauer des Schweigens. In Berlin traut sich beispielsweise der Tagesspiegel nicht, das Problem mal anzusprechen. Was sollen da noch weitere Paragrafen im Datenschutz ändern?
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