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4. August 2008, 21:13 Uhr

CDU-Wirtschaftsflügel greift Merkel an

Der CDU-Wirtschaftsflügel hat Parteichefin Angela Merkel nachdrücklich zu einer Kurskorrektur aufgefordert. Josef Schlarmann, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der Union, forderte eine ausführliche Debatte über den wirtschaftspolitischen Kurs, um die anhaltende Flut an Parteiaustritten zu stoppen.

Sieht sich scharfer parteiinterner Kritik ausgesetzt: Bundeskanzlerin Angela Merkel© AP

In der CDU verschärft der Wirtschaftsflügel die Kritik an der Parteivorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, Josef Schlarmann, warf Merkel im "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) vor, Kernpositionen der Partei aufgegeben und das wirtschaftspolitische Profil der Partei verwässert zu haben. "Frau Merkel hat nach und nach viele christdemokratische Positionen aufgegeben und sich als Kanzlerin stärker mit der Politik der großen Koalition identifiziert. Für den Bundestagswahlkampf kann das für die Kanzlerin zum Problem werden, um glaubwürdig für eine bürgerliche Koalition zu werben", kritisierte Schlarmann einer Vorabmeldung zufolge.

Dringend nötig sei nun eine ausführliche Debatte über den wirtschaftspolitischen Kurs der Partei. Nur so könne auch anhaltende Welle an Parteiaustritten gestoppt werden. Die Unzufriedenheit an der Basis sei deshalb so hoch, weil das wirtschaftspolitische Profil der Union immer weniger zu erkennen sei, sagte Schlarmann weiter.

Die wirtschaftspolitische Bilanz der schwarz-roten Regierung nannte Schlarmann ernüchternd. Persönliche Vorwürfe richtet der CDU-Politiker in der Arbeitsmarktpolitik an die Kanzlerin: "Die Verantwortung für die jetzigen Pläne der großen Koalition zu branchenbezogenen Mindestlöhnen trägt Bundeskanzlerin Angela Merkel." Sollte die Koalition ihre Pläne umsetzen, seien Tausende Arbeitsplätze gefährdet, weil der Wettbewerb in bestimmten Branchen ausgeschaltet werde. Die Mindestlohnpläne stünden im Widerspruch zum Grundsatzprogramm der CDU, in dem statt Mindestlöhnen ein Mindesteinkommen für jeden Bürger gefordert werde.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
Gisella (05.08.2008, 13:08 Uhr)
Frau Merkel
wird aus ihren eigenen reihen jetzt angegriffen??? wo sind denn nun die leute, die in den forsa umfragen für sie waren???? keiner von denen protestiert? alle da "OBEN"- ALLE-haben doch gar keinen bezug mehr zu uns hier "UNTEN".der aufschwung wird im winter zu einem abschwung- keine aufträge mehr-und die ehem. FDJlerin tourt durch alle fremden länder?????Hier spielt die Musik.
utospatz (05.08.2008, 12:01 Uhr)
Irgendwann sollte selbst der
dümmste erkennen, dass nicht Alles was christlich erscheint auch christlich ist!
cba38 (05.08.2008, 11:07 Uhr)
Lobbyarbeit
Ach was soll den das Profilgebrabbel! Das ist nach dem Lobbyisten Clement und seinem "so gut wie Rauswurf" aus der SPD nur ein weiteres Indiz wie die deutsche Industrie wiedermal ganz ungeniert versucht ihre Interessen durchzusetzen.
Und Mindestlöhne sind nun mal überhaupt nicht profitabel. Fast im ganzen "Rest" von Westeuropa gibt es Mindestlöhne, in manchen Ländern wird die Höhe sogar fortlaufen an die Preisentwicklungen angepasst.
Nur in Deutschland soll das nicht gehen. Das ich nicht lache!
Mensch wacht hier endlich auf und hört endlich auf, mit diesem Parteienprofilgebrabbel daherzukommen!
Das was hier ständig passiert ist LOBBYARBEIT im Interesse grosser Konzerne!
Is2a3bella (05.08.2008, 10:39 Uhr)
@ ganzbaf
Wie schön, daß Herr Horst Köhler die repräsentative Demokratie verteidigt!?
Quelle
Welt Online Artikel "Horst Köhler will Wahltermine zusammenlegen"
JePi (05.08.2008, 10:17 Uhr)
Merkels Wirtschaftsverstand
ist eben nicht vorhanden. Was wurde sie da vor Amtsantritt gelobt als die "von hinten-denkende" kühle Wissenschaftlerin. Tja, sozialistische Betriebswirtschaft hat eben nicht mit Marktwirtschaft zu tun. Frau Merkel kann eben nur das eine und nicht das andere - basta. Aufforderungen aus Wirtschaftskreisen, ein Konjunkturprogramm aufzulegen, um dem drohenden Einbruch der Konjnuktur in D entgegenzuwirken wird mit kurzen Nein-Basta-Rufen aus dem Urlaub begegnet. Ich wundere mich auch, wo die vielen Fürsprecher und Bewunderer von Frau Merkel sitzen! Sicher lesen die nicht. - Schwache Kanzlerin - schwache CDU - schwache Politik, die nichts mehr von dem hat, was vor Amtsantritt in Wahlreden angekündigt wurde. Wie Frau Merkel zu Herrn Schröder im Wahlkampf sagte: "Versprochen - gebrochen." - Trifft auch auf die ehemalige FDJ-Propaganda-Funktionärin zu. Regieren ist eben keine Wandzeitung, Frau Merkel.
vegefranz (05.08.2008, 09:55 Uhr)
70er Jahre
ist schon klar, daß viele hier noch in den 70er Jahren des vorherigen Jahrhunderts leben und die weitere Betrachtung der Lage seitdem eingestellt haben
ganzbaf (05.08.2008, 09:41 Uhr)
DDR #2 oder das Vierte Reich...

ist eher das, was wir aktuell haben, mein lieber Vogelfranzi...;-P
.
Wir wollen den löblichen Demokratischen Sozialismus der 70er Jahre wiederhaben! ((-:
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Mit Links und DIREKTDEMOKRATIE die CDU und NPD verhindern! ;-P
vegefranz (05.08.2008, 09:15 Uhr)
keine Alternative
es gibt - das ist das deprimierende - keine Alternativen. Auch wenn nun viele Wähler zu den Protestparteien (NPD, Linke/Ex SED) abwandern: Dieses führt nur dazu, daß wir in 10 Jahren die DDR #2 oder das Vierte Reich hätten. Das kann niemand wollen
knilch_59 (05.08.2008, 08:26 Uhr)
Sind die doof!
Schwerer Fehler vom Wirtschaftsflügel, an Frau Merkel rumzunörgeln – sie ist in der gegenwärtigen Zeit das Beste, was der CDU passieren kann. So zu tun, als ob man auch Arbeitnehmerinteressen im Blick hat, und in Wirklichkeit die Dinge laufen lassen, hält den Michel in seinem Dämmerschlaf. Warum hat Merz denn seine Fahne eingerollt? Er hat erkannt, dass seine Positionen nicht mehrheitsfähig sind. Wenn er sich weiter profiliert hätte, hätte das das „wirtschaftspolitische Profil“ der Union geschärft – um den Preis des Machtverlusts. Recht haben ist in einer Demokratie ziemlich unwichtig, entscheidend ist die Gestaltungsmehrheit.
alice_42 (05.08.2008, 07:42 Uhr)
Woooo seid Iiiiiihhhhr???
Wo sind die Leute, die dieser unserer Kanzlerin die grandiosen Umfragewerte bescheren? Können die alle nicht schreiben?
In den Foren, hier und bei der Konkurrenz, ist die Resonanz auf Merkels Aussitz-Politik verheerend, aber permanent wird uns weisgemacht, Merkels Beliebtheitswerte strebten geradezu himmelwärts. Da kann doch was nicht stimmen!
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