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5. November 2008, 17:49 Uhr

"McCain ist zu schlecht weggekommen"

Amerika hat gewählt, Barack Obama ist der strahlende Sieger. Welche Folgen hat das für die deutsche Regierung? Auf stern.de debattieren der McCain-Sympathisant Eckart von Klaeden (CDU) und der Obama-Fan Niels Annen (SPD).

Annen und von Klaeden: Beide werten es als positiv, dass Obama gewählt wurde. Was aber effektiv geschieht, darüber sind sie unterschiedlicher Meinung© dpa/ddp

Obama verändert die Welt
McCain hat Charakter
Von Niels Annen

Es ist ein historischer Tag. Nicht zuletzt auch, weil der Sieg so deutlich ausgefallen ist. Damit haben die Amerikaner ein Zeichen gesetzt: Das Land distanziert sich von den acht desaströsen Jahren unter Präsident George W. Bush. Nicht umsonst stand die Kampagne unter dem Motto "Change" - "Wandel". Obama hat das Vertrauen jener Amerikaner, die an eine neue Ära glauben.
Von Eckart von Klaeden

Bei dieser Präsidentschaftswahl haben wir Europäer einen Vorteil gehabt: Es gab zwei beeindruckende Kandidaten. Und mit beiden war eine Verbesserung der transatlantischen Beziehungen zu erwarten. Der Sieg von Barack Obama ist nun überwältigend deutlich ausgefallen. Die Meinungsforscher haben diesmal recht behalten.
Es ist jetzt die Aufgabe des neuen Präsidenten, eine handlungsfähige Regierung auf die Beine zu stellen. Das ist schwierig und gestaltet sich ganz anders als in Deutschland. Ein Regierungswechsel in Deutschland bedeutet, dass einige Ministerposten und wenige andere Ämter neu besetzt werden müssen. In Amerika hängen an einem Regierungswechsel viele Hundert Posten - darunter sehr viele wichtige Jobs. Es wird für uns Deutsche interessant zu sehen sein, wer beispielsweise neuer außenpolitischer Berater wird.

Meine erste Erwartung an den Präsidenten Barack Obama ist, dass wir einen neuen Politikstil erleben werden. Wer sich die außenpolitischen Statements von ihm anhört, der weiß, dass er auf die Stärkung der internationalen Strukturen setzt. Ich bin mir sicher, dass wir solche Brüskierungen wie im Vorfeld des Irakkriegs bei ihm nicht erleben werden - was viel wert ist. Aber es wird auch keine völlig konfliktfreie Zeit werden, soviel lässt sich unter anderem aus seinen Äußerungen zu Afghanistan schon erkennen.

Meine zweite Erwartung: Er setzt die globalen Konfliktpunkte auf seine Agenda. Wirtschaftskrise, Klimawandel, das sind alles Themen, die uns weltweit betreffen. Da hat die bisherige Regierung eine fatale Bilanz zu bieten. Und ich wünsche mir, dass es hier einen wahren "Wandel" gibt - im Sinne und zum Nutzen aller Menschen.

Niels Annen, 35, ist Bundestagsabgeordneter und Sprecher der SPD-Linken. Er war im August beim Nominierungsparteitag von Barack Obama dabei.
Ich finde, dass John McCain in Deutschland zu schlecht weg gekommen ist. Er ist zu sehr mit der Bush-Regierung identifiziert worden. Dabei hat er ganz andere Konzepte verfolgt. In der Folterfrage zum Beispiel, oder was die Strategie im Irak betrifft - da ist McCain schon frühzeitig für Positionen eingetreten, die heute als richtig erachtet werden. Das ist ein Zeichen von bemerkenswerter Kompetenz und Charakterfestigkeit.

Wir Europäer sollten uns jetzt Gedanken darüber machen, welche Themen uns wichtig sind, und wie wir sie künftig am besten an die neue US-Regierung heran tragen können. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, der Klimawandel, der Kampf gegen den Terror, die Afghanistan- und Irak-Politik - das wird alles eine wichtige Rolle im transatlantischen Verhältnis spielen. Außerdem sollten wir insbesondere daran ein Interesse haben, dass sich Obama nicht erst zum Ende seiner Amtszeit dem Nahen Osten widmet. Hier kann er die Initiative der Bush-Regierung für eine neue Nahost-Konferenz aufnehmen.

Ich erwarte, dass Obama außenpolitisch gut beraten ist, und dass er weiß, dass er von seinen Verbündeten nicht mehr verlangen kann, als sie zu leisten im Stande sind. Wir als Deutsche sollten selbstbewusster mit dem umgehen, was wir in Afghanistan leisten.

Bisher wissen wir ja nicht so viel über seinen künftigen politischen Kurs. Meine Vermutung ist: Im Stil wird sich einiges ändern. Aber in der Sache wird vieles gleich bleiben.

Eckart von Klaeden, 42, ist außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Aufgezeichnet von Sebastian Christ
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Aaron71 (07.11.2008, 00:26 Uhr)
@ukiduki
Drogen? Oder wie fantasiert man sich so einen Schrott zusammen. Frau Merkel hat sich berechtigterweise für Herrn Schröders großkotziges Auftreten entschuldigt. Nicht mehr und nicht weniger.
Gisella (06.11.2008, 11:18 Uhr)
ukiduki
-hallo-und ich denke mich daran zu erinnern, dass beide die Merkel und ihr Kollege nur von "Drittrangigen "empfangen wurden und Bush sie gar nicht zu Gesicht bekam. So unwichtig und peinlich waren die. Aber ich vermute nun nach der Wahl des Obama werden beide kippen und den Forderungen des Obama nachkommen. Furchtbarer Gedanke.
LaoLu (06.11.2008, 00:05 Uhr)
Ernie,
der war schön!
irmanow (05.11.2008, 21:30 Uhr)
Mc Cain 18.Jahrhundert
Mich wundert,daß dieser Greis überhaupt ein paar Stimmem bekommen hat.Lebt der denn noch,oder ist das ein Doppelmoppel?
Wie kann man denn ein solches Vehikel als Kandidaten aufstellen?
Aber es ist ja noch mal gut gegangen!
Ernst_Derlage (05.11.2008, 20:42 Uhr)
Beeindruckend!
Von Klaeden findet McCain also einen beeindruckenden Kandidaten.
.
Ich finde das auch: er ist beeindruckend alt, seine Vize beeindruckend jung und überaus beeindruckend ahnungslos.
McCain hat im Wahlkampf eine beeindruckende Schlammschlacht inszeniert, hat seinen Kontrahenten stets in die Nähe von Terroristen, Moslembruderschaften und Feinden Amerikas gerückt und lag damit immer beeindruckend deutlich unterhalb der Gürtellinie.
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Beeindruckend ist daher insbesondere, dass so ein schräger Schrat bei der Wahl nicht völlig untergegangen ist, sondern immerhin noch mehr als hundert Wahlmänner gewinnen konnte.
ukiduki (05.11.2008, 20:12 Uhr)
na da ist herr ja wieder ...
... der herr klaeden. viel er doch schon beim säbelrasseln des herrn juniorbush seinerzeit schon sehr negativ auf.
ich kann mich noch gut erinnern, wie merkel und er damals nach amerika hasteten um dem juniorbush zu versichern, dass wenn sie könnten, sie sofort deutsche soldaten in den irakkrieg senden würden. zum glück konnten die beiden damals noch nicht so, wie sie wollten. mal sehen, was jetzt passiert.
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