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16. Dezember 2007, 14:25 Uhr

Krawalle in Hamburger Innenstadt

Zunächst verlief die Kundgebung unter dem Motto "Gegen Sicherheitswahn und Überwachungsstaat" friedlich durch die Hamburger Innenstadt, doch dann randalierten etwa 50 der 3200 Demonstranten. Am Abend brannten im Schanzenviertel dann Barrikaden.

Die Demonstration gegen den "Terrorismus-Paragrafen" und Durchsuchungen begann friedlich und endete mit Krawallen© Patrick Lux/AP

Eine zunächst friedliche Demonstration von rund 3200 Menschen in Hamburg gegen staatliche Überwachung ist am Samstagabend von gewalttätigen Auseinandersetzungen überschattet worden. Fünf Menschen wurden verletzt, die Polizei nahm Dutzende Beteiligte vorübergehend fest. Randalierer zündeten in der Innenstadt zwei Autos an und versuchten, im Schanzenviertel eine brennende Barrikade zu errichten. Mit Eisenstangen zertrümmerten sie die Scheiben einer Bank. Anrückende Polizeieinheiten wurden mit Flaschen beworfen.

An den Krawallen waren rund 50 Autonome beteiligt. Drei Menschen wurden wegen Verdachts der Brandstiftung festgenommen. Die Polizei sperrte den Bereich um den linken Szene-Treff Rote Flora ab. Insgesamt kam es im Laufe des Tages zu 30 Festnahmen, 109 Personen wurden in Gewahrsam genommen. Nach Polizeiangaben vom Sonntag wurden fünf Menschen verletzt, davon zwei Polizisten. Die Polizei war mit 2500 Beamten aus ganz Norddeutschland im Einsatz.

"Das waren wohl Berliner Autonome"

Das linksalternative Viertel war in der Vergangenheit wiederholt Brennpunkt von Krawallen. Die Polizei fährt regelmäßig mit Wasserwerfern auf, um die Demonstranten in Schach zu halten. Nach dem Gewaltausbruch gegen eine Sparkassen-Filiale sagte Polizei- Einsatzleiter Hartmut Dudde: "Das waren wohl Berliner Autonome, viele der Hamburger haben ja hier ihr Konto."

Zuvor hatte es bereits während des Protestzuges und kurz nach dessen Ende Randale gegeben. Vorneweg ging ein großer "Schwarzer Block" aus linksextremen Autonomen. Polizisten wurden mit Flaschen und Böllern beworfen. Im Hamburger Zentrum, das von zehntausenden Menschen zum Adventseinkauf besucht war, wurden Böller gezündet. Die Polizei konnte Geschäfte, Einkaufszentren, Weihnachtsmärkte und Kunden aber vor Randalen schützen.

Kein Erstarken der Szene

Die Demonstration stand unter dem Motto "Gegen Sicherheitswahn und Überwachungsstaat". Die Teilnehmer kritisieren den "Terrorismus-Paragrafen" 129a des Strafgesetzbuches, mit dem mehrere bundesweite Durchsuchungen begründet worden waren. Die Veranstalter hatten den Zug vorzeitig in der Nähe der Reeperbahn für beendet erklärt, nachdem die Gruppe nur einige hundert Meter vorangekommen und von der Polizei immer wieder gestoppt worden war. Andreas Blechschmidt, der die Demonstration angemeldet hatte, sprach von einem "politischen Skandal". Es habe offensichtlich Vorgaben gegeben, die Demonstration von der Innenstadt fernzuhalten. Die Polizei wies die Vorwürfe zurück.

Nach Einschätzung des Leiters des Hamburger Verfassungsschutzes, Heino Vahldieck, gibt es trotz der großen Mobilisierung von Autonomen zum G8-Gipfel im Juni und zur Demonstration in Hamburg kein Erstarken der Szene. "Die personelle Stärke der autonomen Szene hält sich seit Jahren auf einem in etwa gleichen Niveau", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es gebe rund 5000 Autonome in Deutschland.

Unter den Demonstranten befand sich auch eine Gruppe von Rentnern, die nach Ausschreitungen bei ähnlichen Veranstaltungen in Hamburg in diesem Jahr als "Sicherheitspuffer" zwischen Polizei und Schwarzem Block marschierte. Sie hatten sich Pappschilder umgehängt mit der Aufschrift: "Senioren für Deeskalation."

DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Dirk_37 (17.12.2007, 04:36 Uhr)
Typisch
Linksradikale ziehen auf und verwüsten die Strassen aber sofort wird gleich auch wieder gegen die Nazis gewettert. Ich bin auch gegen rechte Gewalt, aber in diesem Artikel ging es eindeutig mal nicht um die Braunen Idioten sondern um die Blutroten Volldeppen. Einerseits propagieren sie gegen den Sicherheitsstaat, andererseits ist es genau ihr Verhalten, dass schärfere Sicherheitsmassnahmen rechtfertigen würde. Ts ts, schön doof,kann man da nur sagen!
blackeagle (17.12.2007, 03:43 Uhr)
Was??
hatten die krawalle denn mit nazis zu tun.meistens sind bei einer gross demo einige angetrunkene personen anwesend, die auf randale aus sind.fuer diese sollte gnadenlose verfolgung und aburteilung gelten, sowie schadenersatz zur auflage gemacht werden.Wenn kein "kapital" vorhanden ist, gemeinnuetzige arbeit bei haus und strassensanierung.gewaltmonopol liegt beim staat, soll er es auch durchsetzen.
Tucek (16.12.2007, 17:38 Uhr)
Der authoritäre Charakter
So lange es nicht gelingt, Nazis zu verbieten ist BRD unglaubwürdig; und Polizei kann nicht alle Probleme lösen (man denke, was jezt vom vermehrten "Hinschauen" auf die zukommt)
catchme (16.12.2007, 14:45 Uhr)
Härte fehlt !
Der Staat muß sich als wehrhafte Demokratie zeigen, es ist daher zwingend erforderlich, dass mit äußerster Härte gegen gewaltätige Demonstranten vorgegangen wird ! Es darf nicht sein, dass der Pöbel der Straße die Richtlinien der Politik bestimmt.
derleser (16.12.2007, 14:39 Uhr)
Massen
Es ist immer sehr erschreckend was Menschen alles in der Lage sind zu tun, wenn sie in der Masse sind. Diese Massenansammlungen müssen sofort unterbunden werden. 99 % der Menschen sind wie Tiere,wenn sie in der Masse sind. Nur 1 % ist im Stande noch zu überlegen. Das ist traurig!
der.leser
 
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