. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
2. September 2008, 06:53 Uhr

Wer kann Gelsenkirchen retten?

Gelsenkirchen hat ein Problem: Durch den Wegzug von fast einem Drittel der Einwohner verwaisen ganze Straßenzüge. Die Stadt kämpft dagegen an, möbelt mehrere Quadratkilometer große Brachflächen auf. Ob es gelingt, den ärmsten Teil des Ruhrgebiets zukunftsfähig zu machen? Eine Beobachtung. Von Sebastian Christ

Gelsenkirchen kämpft gegen die Stadtbrachen, wie hier im Stadtteil Ückendorf© Sebastian Christ

Es ist schwierig, über Gelsenkirchen zu schreiben. Als Journalist macht man sich schnell schuldig. Diese Stadt lädt einen förmlich dazu ein, auf ihr herumzutrampeln: Stadt des Strukturwandels, Stadt der Leerstellen. Schwarze Löcher, fast überall, sie klaffen dort, wo einstmals Menschen wohnten, arbeiteten, einkauften und feierten: An diesen Orten ist vom Leben kaum mehr etwas übrig geblieben. Das andere Gelsenkirchen ist erahnbar, fühlbar. Grün, neu, weltgewandt. Was gerade stattfindet, ist der entscheidende Kampf um die Zukunft der ehemaligen Arbeitermetropole. Die Feinde der Stadt sind das Image, die Statistiken und die Ausgangslage. Was passiert mit einer deutschen Großstadt, die binnen 40 Jahren ein Drittel ihrer Einwohner verloren hat?

**

Schalke: das berühmte Gelsenkirchen. Siebenmal war der FC deutscher Meister, in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts spielte eine Elf aus hauptberuflichen Bergleuten den wohl modernsten Fußball unter den europäischen Clubs. Auf Schalke lieben die Menschen ihren Fußballverein mit einer Leidenschaft, deren Wucht für den Außenstehenden genauso faszinierend wie unergründbar ist. In den Fenstern entlang der Straße hängen Dutzende Schalke-Fahnen - sofern die Wohnungen noch belegt sind. Wo die weißen Garngardinen fehlen, und nur noch kahle, leblose Fenster zu sehen sind, da gibt es keine Fans mehr.

Auf den 500 Metern zwischen dem Gewerbegebiet Berliner Brücke und dem Ernst-Kuzorra-Platz stehen zehn, vielleicht zwanzig Ladenlokale leer. Die meisten davon schon länger: Ein dichter, hellbrauner Staubfilm hat sich über die Scheiben gelegt, dahinter befindet sich oft genug - nichts. Wo früher ein Bekleidungsgeschäft war, liegen heute nur noch die PVC-Fliesen. Mütter verschwinden mit ihren Kindern hinter Türen, auf deren Klingelschildern die Namen nur noch mit Filzstift eingetragen werden und die Hausnummern schief auf den weißen Plastikleuchten kleben. Über allem liegt ein Lärmfilm, den man ständig im Ohr hat. PKW, LKW und Straßenbahnen fahren hier durch. Doch nur letztere halten hier wirklich regelmäßig.

Weiter südlich, in Gelsenkirchen-Ückendorf, gibt es einen alten Luftschutzbunker, der direkt an der Stadtbahntrasse liegt. Die Strichnarben des Betongusses bröseln, die Farbe blättert in handflächengroßen Fetzen von der Wand. Vor dem Bunker wuchert das Gras, mittendrin steht ein altes, rotes Auto hinter dem Zaun. Auch in Ückendorf stehen ganze Ladenzeilen leer. Auf dem Vordach eines alten, verlassenen Geschäfts wächst Gras. Der bereits entstandene Humus speichert das Regenwasser, und weil auch die Dachrinne gebrochen ist, tropft es selbst bei Sonnenwetter auf den Gehweg.

**

Ohne Humor geht es nicht. "Wir sind die Ranking-Könige", sagt Manfred vom Sondern von der Stadtverwaltung in Gelsenkirchen. "Entweder stehen wir ganz oben, zum Beispiel in der Arbeitslosenstatistik, oder ganz unten." Sein Kollege Frank Lamfried sieht das ähnlich, drückt es aber etwas ernster aus: "Wir haben ein Imageproblem. Jeder sagt: Zeigen sie uns die schlechten Ecken, aber keiner will die schönen Seiten der Stadt sehen." Gelsenkirchen hat eine Arbeitslosenquote von 15,4 Prozent - und laut Bertelsmann-Studie "Wegweiser Kommune" wird die Stadt bis zum Jahr 2020 noch einmal 11,7 Prozent ihrer Einwohner verlieren. Gemessen am Bevölkerungshöchststand von 1959 leben dann nur noch knapp halb so viele Menschen in Gelsenkirchen.

Was auch stimmt: Seit 2005 wurden Tausende neue Jobs in der Stadt geschaffen. Während die Arbeitslosenquote im Bundesdurchschnitt um fünf Prozent sank, fiel sie in Gelsenkirchen um zehn Prozent. Das macht die einstige Arbeitermetropole zwar noch nicht zur neuen Tigerstadt im Ruhrgebiet. Aber es tut sich was. "Ich kann ihnen hier Wohngebiete zeigen, die sind durch den Strukturwandel richtig grün geworden. Radwege, Parks", sagt Lamfried. "Das wird aber oft nicht gesehen. Da steckt sehr viel Arbeit dahinter, wenn sie nach zehn Jahren Planung Gras aus den Steinen wachsen lassen."

**

Gelsenkirchen kann überraschend sein. Im Stadtteil Scholven stehen viele kleine Reihenhäuser, und wenn man durch die Straßen fährt, öffnet sich manchmal der Blick. Im Hintergrund rauchen dann die Schornsteine von Deutschlands zweitgrößter Raffinerie, nachts leuchten die Lampen an den Rohrsystemen wie ein künstliches Sternenmeer.

Das Rathaus in Buer ist ein wilhelminischer Prachtbau mit einem 65 Meter hohen Turm und vielen kleinen Fassadendetails. Daneben beginnt ein kilometerlanger Grüngürtel: Er ist ein gutes Argument für Gelsenkirchen. Wer hier auf den Wegen entlang spaziert, kann abtauchen. Kein Lärm, kein Stress. Und das mitten in einer der größten Metropolregionen Europas, die vor einigen Jahrzehnten noch vor allem für ihre schlechte Luft bekannt war. Ein seltsamer Kontrast zu jenen verlassenen Straßenzügen, die wie innerstädtische Transitviertel wirken - weil hier niemand mehr anhalten oder gar wohnen will.

**

Was man gegen die Stadtbrachen tun kann? "Wir wissen es nicht", sagt Frank Lamfried von der Stadtverwaltung. "Es sind lauter Einzelgebäude, wir haben da einfach keine patente Lösung". Anders als in Ostdeutschland ist es nicht möglich, ganze Häuserzeilen abzureißen, weil die Besitzerstruktur in Gelsenkirchen viel unübersichtlicher ist. Man müsste mit jedem einzelnen Hauseigentümer über Entschädigungen sprechen. Wenn einer nicht mitzieht - dann hängen alle.

Die Leerstellen in der Stadt sind wohl eine der größten Herausforderung für Gelsenkirchen. Der Kampf um die Zukunft beginnt hier: beim guten Gefühl. Genau das ist es auch, was vielen Besuchern fehlt, die an den Hauptverkehrsadern der Stadt immer wieder mit dem Verfall konfrontiert sind. Geisterstraßen schrecken ab.

Die Stadt Gelsenkirchen will den Leerstand mit zwei Mitteln bekämpfen. Zum einen sollen Stadtteile wie Schalke als "Stadtumbaugebiet" ausgewiesen werden. Mit Hilfe von Fördergeldern der Landesregierung, so hofft man, könnten Hausbesitzern zum Umbau ihrer Gebäude bewegt werden. Außerdem hat die Verwaltung ein Internet-Kataster aufgebaut, in dem jeder potenzielle Neubürger sehen kann, wo seine neue Wohnung genau liegt. So wächst der Druck auf Hausbesitzer in den weniger populären Gebieten, etwas für die Wohnqualität zu tun. "Es wird sich ein Markt entwickeln, bei dem Vermieter, die sich nicht anpassen wollen, Probleme bekommen", sagt Lamfried.

In den vergangenen beiden Jahren verzeichnete Gelsenkirchen ein leichtes Wanderungsplus: Es zogen mehr Leute in die Stadt als weg. Doch immer noch sterben in Gelsenkirchen weit mehr Menschen, als geboren werden. Ein Folgeproblem der Abwanderungswelle in den 70er und 80er Jahren. Ob die Stadt nach dem Strukturwandel wieder zukunftsfähig werden kann? Wahrscheinlich entscheidet sich die Frage dort, wo junge Menschen hinziehen könnten. Wo sie eine Perspektive finden. Und ein Lebensumfeld, das ein- statt auslädt.

***

In Gelsenkirchen wird wieder gebaut. Ende 2008 soll es losgehen, an der Rheinischen Straße, zentrale Lage. Dort sollen künftig junge Familien leben. Nicht in riesigen Hochhäusern, sondern in modernen, luftigen Wohnungen und Stadtvillen, die modernen Standards entsprechen. "Kindergarten statt Brache", titelte die "WAZ", und es klingt fast wie ein Versprechen. Zwei Kilometer weiter westlich glotzen in Schalke immer noch die staubblinden Scheiben Richtung Straßenbahndamm, und einige Kilometer weiter südlich tropft das Wasser vom Vordachbiotop des verlassenen Geschäfts in Ückendorf. Gefühlt sind diese Orte tausende Kilometern von der Rheinischen Straße entfernt. Es geht hier nicht um Distanzen. Sondern um Epochen.

Stationen der Demografie-Reise bei stern.de In den nächsten Tagen veröffentlicht stern.de in loser Folge sechs Reportagen zu den einzelnen Etappen der Reise. Los geht es mit Gelsenkirchen, danach folgen Bochum, Frankenberg, Holzminden, Hoyerswerda und Görlitz.

Ihre Meinung

Die Landstriche veröden: Was können wir tun, um die Folgen des Bevölkerungsschwunds in den Griff zu bekommen?

Diskutieren Sie mit! Bisherige Beiträge (30)

Grafiken zur demografischen Lage Sehen Sie hier einige ausgewählte Grafiken zur Zukunftsfähigkeit deutscher Regionen aus der Studie "Die demografische Zukunft von Europa", die vom Berlin-Intitut erarbeitet wurde. Darin enthalten ist unter anderem auch eine Übersichtskarte mit den Bevölkerungsprognosen für alle deutschen Regierungsbezirke und Bundesländer.

Von Sebastian Christ
 
 
KOMMENTARE (10 von 30)
 
Putinki (31.12.2008, 18:06 Uhr)
Stern Administrator
Etwas Kritik "Rot Grünes Eldorado" ist wohl nicht zu ertragen, weil es nicht ins Konzept paßt. Dafür aber das andere Geschwätz, welches ideologisch ideal zu "Spiegel" paßt.
ramteid (06.09.2008, 00:20 Uhr)
Das wird schon noch.
Dafür hatten unsere Politiker noch keine Zeit. Statt sich zu freuen, dass man doch ein Nichtraucherschutzgesetz auf den Weg gebracht hat, kommt man mit solch trivialen Dingen.Weniger Einwohner bedeutet doch auch weniger Rauch. Vielleicht fällz dann auch der böse Klimawandel in der Region nicht so deftig aus. Nach der nächsten Wahl wird man sich sicher um Gelsenkirhen kümmern. Spaß beiseite. Traurig ist eigentlich kein passender Ausdruck. Es ist eine Schande diese Oberflächlichkeit.
knilch_59 (02.09.2008, 22:36 Uhr)
…aber wie rettet man Gelsenkirchen?
Das wird nicht funktionieren, indem man die Raumordnung den einzelnen Gemeinden überlässt. Ohne eine umfassende Staatsreform wird es nicht gehen: Die kommunale Ebene verliert ihre gestalterische Bedeutung. Die Kommune ist nicht mehr der Fixpunkt des persönlichen Lebens, man wohnt in A, kauft in B ein und arbeitet in C. Und die Angehörigen leben wieder woanders. Eine umfassende Staatsreform könnte auch mittelfristig Milliarden an Steuern –Verwaltungskosten des Staates – einsparen. Das gleiche mit den Bundesländern – die Rivalitäten der Landesfürsten kosten Milliarden und nützen niemandem – bei Bildung, in der inneren Sicherheit wird Geld ohne Ende verbrannt, weil die bundesstaatlichen Systeme nicht voll kompatibel sind (Neulich habe ich vom Fall eines BW-Offiziers gehört, der von NRW nach Bayern versetzt wurde. Für sein Kind soll angeblich die erforderliche Nachhilfe schon gleich bei den Umzugskosten budgetiert gewesen sein).
.
Also Staatsreform: Unter der gestärkte Bundesebene nur noch eine regionale Ebene (wie heute Bezirksregierungen / Regierungsbezirke), die aber ein gewähltes Parlament bekommt. Auf der lokalen Ebene nur noch ehrenamtliche Ortsbeiräte und gewählte Bürgermeister mit sehr kleinem Stab. Zielgröße je Regierungsbezirk – ca. 2 Mio Bevölkerung.
.
Gelsenkirchen kann seine Probleme alleine definitiv nicht lösen, aber in der Region könnte eine neue Raumordnung funktionieren.
.
Wirtschaftspolitik: Durch eine Unternehmenssteuerreform werden NICHT ausgeschüttete Gewinne völlig von der Steuer befreit, ausgeschüttete Gewinne mit 40% quellenbesteuert. Die Gewerbesteuer wird abgeschafft, Regionen bekommen die Steuermittelzuweisung vom Bund als %-Satz der Einkommensteuer. Zur Selbstfinanzierung müssen die Besitzsteuern wie Kfz-Steuer, Grundsteuer, Hundesteuer usw. reichen, außerdem gehören die Umwelt-Verschmutzungsrechte den jeweiligen Regionen und können über den Zertifikatehandel, der umfassend ausgedehnt wird, weitergegeben werden (so können ländliche Regionen mit wenig Produktion ihre Zertifikate an urbane Räume verkaufen und damit von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren). Regionen sind binnen einer Legislaturperiode zum Haushaltsausgleich verpflichtet (Staatsschulden aufbauen darf nur der Bund).
.
Also nicht mehr und nicht weniger als nach 60 Jahren, friedlich und selbstbestimmt, endlich eine selbstbestimmte Verfassung konstruieren, die das unter Supervision der westlichen Siegermächte zusammengedengelte Grundgesetz ablöst.
SethusCalvisius (02.09.2008, 20:13 Uhr)
@AchazIII
Sie verstehen das Problem nicht. Natürlich wäre es kein Problem, wenn in Gelsenkirchen oder im Ruhrgebiet nur noch die Hälfte der jetzigen Einwohner leben würden. Aber wenn alle Jungen weg sind und nur die Alten bleiben, dann geht gar nichts mehr. Dann gibt es auch keine Bauern mehr, wo Sie Eier eintauschen können.
Nana_Xiaojie (02.09.2008, 17:16 Uhr)
Traurig, dass so zu lesen.
Ich kann zwar den FC Schalke auf den Tod nicht ab, aber ich bin auch nicht so weit weg aufgewachsen. Bei meinen Heimatbesuchen faellt mir der Verfall und die wachsende Leere jedes Mal mehr auf. Und so jemand wie ich, der einfach abgehauen ist, kann wohl auch niemandem Vorwuerfe machen. Trotzdem hoffe ich, dass es bei meiner Rueckkehr irgendwann mal anders aussieht.
AchazIII. (02.09.2008, 17:15 Uhr)
Ach, eh ichs vergesse...
....jeder sollte in gewissen Maße Selbstversorger (Garten mit Gemüse, ein paar Hühner für Eier etc.) sein.
Die Vorfahren erählten, wie man nach dem Krieg Pelzmäntel für ein paar Eier auf dem Bauernhof eintauschte.
Für kein geld der Welt gab es was Essbares.
Die Bauern waren damals in der Hungersnot die Könige.
Man sollte immer die Erfahrungen der Vorfahren in die Überlegungen einbeziehen.
Ein dünnbesiedeltes Ruhrgebiet ist da nur von Vorteil.
SethusCalvisius (02.09.2008, 17:11 Uhr)
nochmal endbenutzer und co
Die ganze Rechnung macht ja nur Sinn, wenn man auch diese Summen pro Monmat zurücklegen kann. Und was passiert, wenn man nicht 35 Jahre arbeiten kan, sondern mit 50 aus Gesundheitsgründen in Ruhestand muss, wenn die Stelle wegrationalisiert wird o.ä. dann stehen Sie da mit Ihren tollen Rechenbeispielen. Das ganze nützt nur den Großverdienern auf Kosten der Weniger-Verdienenden.
Im übrigen muss ich nicht auf meine Lohnabrechnung schauen, um zu wissen, dass ich Rentenbeiträge zahle. Außerdem sollten Sie nicht davon ausgehen, dass jeder, der sich für Geringverdiener einsetzt, auch selbst einer ist.
knilch_59 (02.09.2008, 17:06 Uhr)
@endbenutzer (2.9.2008, 16:21 Uhr)
Mit den Bundesschatzbriefen finanziert der Staat seine Schulden: Nix-mehr-neue-Schulden-nix-mehr-neue-Schatzbriefe. Wenn aber die Schuldenfalle derart zuschnappt, dass nur noch 30 Mio Rentner über Guthaben verfügen, die 30 Mio unter 60-jährigen aber kein Geld mehr zum Sparen haben, wird dem Staat nichts anderes übrig bleiben, als ein Schuldenmoratorium zu verkünden und die Zins- und Tilgungszahlung der Bundesschatzbriefe auszusetzen oder einzustellen. Oder er enteignet die Bargeldguthaben, die über 25.000 € pro Kopf hinausgehen, oder so ähnlich. Bundesschatzbriefe-auch-nix-mehr-wert-sein! Ohne die Kaufkraft der nächsten Generation sind heutige Guthaben wertlos! Siehe Oswald von Nell-Breuning, CDU-Berater von 1948 bis in die späten 70er Jahre und völlig kommunismusunverdächtig!
.
Sollte es uns aber gelingen, das Geld ins Ausland auszuleihen, dann könnte das funktionieren. Aber wie entwickeln sich dann die Wechselkurse, weil Euroland als Großkäufer bundesdeutscher Staatsschulden ausscheidet? Die haben alle ähnliche Probleme. Dann importieren wir eine Inflation apokalyptischen Ausmaßes! Der Erfolg ist immer der Gleiche: Geld-nix-mehr-wert-sein!
.
Eine gewisse (!) Bevölkerungsreduktion wäre zu bewältigen (statt Faktor 2,1 nur 1,9 oder 1,8), aber das, was wir selbst uns derzeit antun (Faktor
AchazIII. (02.09.2008, 16:46 Uhr)
Ein einfaches Beispiel für sichere Vorsorge
Für 100.000 EURO gibt es ohne Risiko 4,6 Festgeld, bei einem Faktor von 0,73625 (Abgeltungssteuer, Solizuschlag ab 01.01.09) ergibt das eine Auszahlung von 282 EURO/Monat.
Für einen monatlichen Rentenbeitrag von etwa 800 EURO braucht man für 100.000 125 Monate = ca. 10 Jahre.
Bei angenommenen 35 Jahre aktiver Arbeitszeit wäre die Auszahlung ca. 987 EURO/Monat.
Jetzt nimmt man noch die Zinseszinseffekte dieser Anzahlung hinzu, was bedeutet, alle ca. 10 Jahre verdoppelt sich die angesparte Summe. Multipliziert man mit 3,5 mal 2 = 7 als Faktor, hat man schon eine Summe von fast 7.000 EURO Zinseinnahmen als Rentenbezüge.
Von der BfA bekommt man max. ca. 2500 EURO im günstigsten Falle. Das ist logisch, weil der beitragsszahler alle anderen mitfinanziert und den Verealtungsapparat.
Das ist zugegeben der Stand, bezogen auf heutige Verhältnisse mit der jetzigen Kaufkraft, interpoliert rückwärts.
Kommen Kriegszeiten, was nicht unwahrscheinlich sein kann, ist natürlich alles Makulatur, allerdings bei der gesetzlichen Rentenversicherung auch.
kaisergarten (02.09.2008, 16:39 Uhr)
alles Quatsch
in 30 Jahren sind Belgier, Holländer und Dänen längst aufgrund der Klimaerwärmung abgesoffen und bei uns untergekommen - die Alten wurden im Meer ents..äh vergessen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Die Folgen der Entvölkerung (Teil 1) Ist da noch jemand?

Leere Häuser, stillgelegte Bahnhöfe: In einigen Regionen schlägt der Bevölkerungsschwund bereits voll durch. stern.de hat die Republik von West nach Ost durchquert. In Teil eins unserer Serie lesen Sie, was demografischer Wandel bedeutet - und warum die Sachsen früher reagiert haben als die Niedersachsen. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe