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22. November 2007, 12:24 Uhr

Eine sozialpolitische Träumerei

Den Regelsatz des Arbeitslosengeldes II erhöhen oder doch lieber bedingungsloses Grundeinkommen? Die Grünen wollen auf ihrem Parteitag in Nürnberg gleich zwei Sozialkonzepte vorstellen, die die Grenzen der Realität überschreiten. Spott von der Konkurrenz ist programmiert. Von Hans Peter Schütz

Die Bundesvorsitzenden der Grünen, Claudia Roth (r.) und Reinhard Bütikofer, bei der Sonder-Bundesdelegiertenkonferenz in Göttingen© Nigel Treblin/DDP

Ein Wortgetüm geht um und erschreckt die Führung der grünen Partei. Es heißt "bedingungsloses Grundeinkommen" und dürfte zum brisanten Schlüsselthema des grünen Parteitags am Wochenende in Nürnberg werden. Kassiert der grüne Vorstand durch die Parteibasis dort in der Sozialpolitik eine vergleichbare Schlappe, wie zuletzt auf dem Afghanistan-Parteitag? Künast, Kuhn und Co. lehnen das Grundeinkommen ab. Setzt sich die Basis durch, sind sie endgültig blamiert.

Einig sind sich die Grünen nur im Ziel: Sie wollen sich profilieren. Ökologie und Klimaschutz sind längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Also beteiligt man sich am sozialpolitischen Wettlauf nach links, den SPD und Linkspartei eröffnet haben. Grüns wollen endlich als Oppositionspartei wahrgenommen werden. Seit ihrer Verbannung von der Regierungsbank will ihnen das nicht gelingen. Reden machen sie vor allem durch interne Rangeleien um die Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl 2009.

Zwei Konzepte für eine neue Sozialpolitik

Für den Kampf um mehr politische Aufmerksamkeit haben sich die Grünen daher mit dem sozialpolitischen Füllhorn bewaffnet. Zwei Konzepte für eine neue Sozialpolitik liegen dem Parteitag in Antragform vor. Die Grünen-Führung schlägt - vereinfacht ausgedrückt - vor, den Regelsatz für das Arbeitslosengeld II kräftig zu erhöhen. Die Sozialhilfe soll von derzeit 347 Euro für Alleinstehende auf 420 Euro im Monat steigen; der Regelsatz für Kinder soll, je nach Alter, auf 300 bis 350 Euro steigen. Zusammen mit zahlreichen anderen Maßnahmen - etwa der Ausweitung des so genannten Schonvermögens für die Altervorsorge - kostet der neue grüne Sozialstaat rund 60 Milliarden. Zur Finanzierung werden höhere Steuern für Gutverdiener und Abschaffung umweltschädlicher Subventionen vorgeschlagen. Unterm Strich verabschieden sich die Grünen damit von der unter Kanzler Schröder mit beschlossenen Agenda 2010.

Ein von den Grünen Baden-Württembergs und Rheinland-Pfalz beschlossener Antrag für Nürnberg sieht einen weitaus schärferen Bruch mit der bisherigen Sozialpolitik vor. Gefordert wird das "bedingungslose Grundeinkommen." Für einen "Aufbruch in der Sozialpolitik, der unseren grünen Wertvorstellungen entspricht, ist ein Grundeinkommen unabdingbar", heißt es in dem Antrag. Danach bekommt jeder Deutsche vom Staat ein einkommensteuerfreies arbeitsfreies Grundeinkommen von 420 Euro im Monat, für Kinder bis 18 gibt es 300 Euro. Eine Ehepaar mit zwei Kindern bekäme so ein Grundeinkommen von 1440 Euro. Diese Leistung gibt es für alle ohne Prüfung der Bedürftigkeit. Sie soll allerdings nur "ein erster Schritt" sein. In der Diskussion ist ein Ausbau des Grundeinkommens auf etwa 800 Euro für Erwachsene.

Finanziert werden soll das Grundeinkommen durch den Wegfall der immensen Sozialstaatsbürokratie und durch erheblich höhere Steuern für Haushalte mit hohem Einkommen. Eine Sozialpolitik ohne stigmatisierende Kontrollen und Sanktionen entspreche "dem grünen Menschenbild wie der grundgesetzlich garantierten Würde des Menschen," heißt es in dem Antrag

Beide Reformansätze laufen am Rande der Realität

Für den grünen Politiker Oswald Metzger, früher im Bundestag haushaltspolitischer Sprecher und heute im Stuttgarter Landtag Finanzexperte, sind beide Konzepte das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. Das sei die "Wahl zwischen Pest und Cholera", rügt er. Der Antrag der Führung gaukle ein "unbezahlbares Füllhorn" vor. Das alternative Grundeinkommen sei schlicht "Unsinn" und "Selbstbetrug hoch drei", so Metzger gegenüber stern.de. Für Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, wiederum kostet die Reform "keine Summen, die jenseits aller Vorstellungskraft liegen." Er geht nach seiner Schätzung um ein Finanzvolumen von 55 Milliarden im Jahr.

Vorsichtig gesagt: Beide Reformansätze laufen am Rande der Realität. Ganz besonders gilt das für das Grundeinkommen. Angedacht nach dem Wort von Albert Einstein, dass die Denkweisen, durch die aktuelle Probleme entstehen, eben die Finanzsorgen der Sozialpolitik, nicht in der Lage sind, diese Probleme auch zu lösen. Wer wünschte sich nicht eine Geldleistung des Staates für jeden Bürger, an keinerlei Bedingung geknüpft? Wer träumte nicht, wie die Befürworter des Grundeinkommens schwärmen, von einer selbst bestimmten Arbeit jenseits aller wirtschaftlichen Zwänge? Der Karlsruher Professor Götz W. Werner, eifriger Werber für die Idee schwärmt: "Das Grundeinkommen würde die Menschen von ihren ökonomischen Sorgen befreien und gäbe jedem Bürger den notwendigen Freiraum, sich zu entfalten." Er rühmt es als einen "Kulturimpuls, der von Deutschland in die ganze Welt hinausgehen könnte."

Gefahr des Spotts seitens der Konkurrenz ist groß

Eine sozialpolitische Träumerei. Sie koste, so warnten Experten auf einer Tagung der Stiftung Marktwirtschaft, bei voller Umsetzung am Ende hunderte von Milliarden und erfordere Steuersätze weit über 50 Prozent. Wie sich das auf die Arbeitsfreude an sich leistungswilliger Menschen auswirken würde, sei leicht auszumahlen. Vollends irreal wird der Vorschlag, wenn man bedenkt, dass rund zwei Drittel des deutschen Bruttoinlandsprodukts von Dienstleistungen generiert werden. Dafür sind Menschen Bedingung, die in diesem Bereich arbeiten. Man darf indessen sicher sein, dass sich viele Menschen mit einem heute relativ geringen Arbeitseinkommen vollends vom Arbeitsmarkt ausklinken würden, wenn sie mit einem Grundeinkommen der geforderten Höhe bedient werden. Zur Not ließe es sich ja unauffällig durch ein bisschen Schwarzarbeit aufbessern. Professor Clemens Fuest, Universität Köln, und Mitglied im Kronberger Kreis, der sich mit ordnungspolitischen Reformkonzepten befasst, zitiert in diesem Zusammenhang gerne Karl Popper: "Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle."

Die Parteiführung muss in Nürnberg Schwerstarbeit leisten, um die Partei nicht dem Spott der politischen Konkurrenz auszusetzen. Der Hamburger Politikwissenschaftler Joachim Raschke warnt die grüne Basis: "Eine Opposition, die man sich nicht auch als Regierung vorstellen kann, hat keine Zukunft, selbst wenn sie davon ausgehen kann, bei den nächsten Wahlen wieder ins Parlament einzuziehen."

Von Hans Peter Schütz
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
iovialis (22.11.2007, 18:21 Uhr)
Modell-Ansätze
Herr Schütz, ich hatte ganz übersehen, daß Sie wieder für den Artikel die Feder geschwungen haben und war etwas überrascht, daß Sie sich so zu diesem Thema äußern. Aber irgendwie kann ich es nachvollziehen, denn was die Grünen derzeit vorliegen haben, ist wirklich eine "sozialpolitische Träumerei", die nicht unbedingt zielführend ist. Ich schließe mich meinem Vorposter an und plädiere für ein "konsumfinanziertes BGE".
Götz Werner spricht sich z.B. entschieden für eine solche Konsumfinanzierung aus, wobei mir sein Modell nur als Ansatz bekannt ist; weit differenzierter liegt das Dilthey-Modell als Finanzierungsmöglichkeit vor. Allerdings ist das kein "grünes BGE".
Das Problem an der Sache ist nur, daß man dafür stark umdenken muß - wie der genannte Einstein ;-)
Wer Interesse am Thema hat, findet hier Informationen dazu:
http://www.iovialis.org/download
Wittigofranko (22.11.2007, 17:42 Uhr)
Polarstern Grundeinkommen
Seit 1975(!) ist Deutschland keine Industriegesellschaft mehr. Die darauf aufbauenden Steuer- und Sozialsysteme belasten einseitig den Faktor Arbeit mit der Tendenz zu Working Poor und prekären Einkommenssituationen. Gleichzeitig steigen die Einkommen aus Dividenden- und Zinszahlungen. Der Sozialstaat Bismarckscher Prägung als siamesischer Zwilling der vergangenen Industriegesellschaft ist antiquiert. Wir brauchen deshalb soziale Basisinnovationen für eine nachindustrielle Gesellschaft mit Initiative weckenden Rahmenbedingungen. Zum Glück greift die GRÜNE Basis diese Ideen auf und zeigt damit der GRÜNEN Führungsspitze, dass oben längst nicht mehr vorn ist.
Es geht um eine Neuorientierung bei den GRÜNEN. Dazu braucht es einen Polarstern wie das bedingungslose Grundeinkommen. Dass das GRÜNE Führungsquintett dazu nicht in der Lage ist zeigt das Interview mit Renate Künast - und Oswald Metzger ist schlichtweg reaktionär und ignorant.

http://www.ad-hoc-news.de/Politik-News/de/14296076/Kuenast-gegen-bedingungsloses-Grundeinkommen-fuer


Die bedarfsgerechte Grundsicherung - vulgo: HARTZ IV - als "das Beste, um der Menschenwürde gerecht zu werden" ist wahrlich ein Coming Out in Sachen vormundschaftlicher Menschenverwaltung.

Welches obrigkeitstaatliches Verständnis hat denn Frau Künast? Deshalb für Frau Künast:

Auch das Grundeinkommen ist nicht staatlich, obwohl es der staatlichen Gesetzgebung mit ihren Sanktionen unterliegt. Diesen Punkt sollten jene beherzigen, die das Grundeinkommen als politische Lösung ansehen.
Mit dem über die Mehrwertsteuer finanzierten und bedingungslos ausbezahlten Grundeinkommen hätten wir genau dieses: dem Preis der Produkte wird ein der Allgemeinheit zukommender Einkommensanteil angefügt. Die ganze Palette staatlicher Entgleisungen (Bürokratie, Bevormundung, Ungerechtigkeiten) hätten wir nicht, wenn das Geld direkt von der Stelle, wo volkswirtschaftliche Werte geschaffen werden – also dort, wo Produkte mit Geld bezahlt werden –, zu jenen fließt, die das Geld gebrauchen, das heißt zum einzelnen Verbraucher. Und der Staat? Greift er dabei nicht ebenfalls ungebührend in die Wirtschaftsprozesse ein? Nein, denn er hat dabei nur auf die Einhaltung der Regeln zu achten – wie zum Beispiel im Straßenverkehr. Fahre ich mit dem Auto, ist das noch lange kein ‹staatlicher Verkehrsbetrieb›, obwohl ich den Regeln der Verkehrsgesetzgebung unterliege und mit Sanktionen zu rechnen habe, wenn ich mich nicht daran halte.
Nur wenn ein staatlich organisiertes, aus Steuern finanziertes System der Grundsicherung und der Gesundheitsversorgung besteht, kann man den Menschen zumuten, zu niedrigeren Löhnen zu arbeiten. Wichtig ist, die Kosten dafür von den Löhnen abzukoppeln. Doch aus welchen Steuern soll dann diese Grundsicherung finanziert werden?
Zukunftsweisend ist ein konsumsteuerfinanziertes (MwSt), bedingungsloses und substitutives Grundeinkommen. Das ist revolutionär in der Denkweise, hat aber den Vorzug, dass es evolutionär verwirklicht werden kann: Die bisherigen Arbeitseinkommen und/oder Sozialtransfers werden auf das Grundeinkommen angerechnet. Für den einzelnen Bürger ist es ein Sockelbetrag (praktisch ein ausgezahlter Mehrwertsteuerfreibetrag). Es wird also grundsätzlich an jeden gezahlt, ohne Ansehen sonstiger Einkünfte. Der Mensch und seine Arbeitskraft haben keinen Warencharakter mehr. Durch Vertragsfreiheit kann der Einzelne je nach Qualifikation und Präferenz ein auf das Grundeinkommen aufbauendes Erwerbseinkommen erzielen.
Durch den damit einhergehenden Wandel von der Einkommensbesteuerung zu einem konsumbasierten Steuerwesen bliebe jedes zusätzlich erarbeitete Einkommen steuerfrei, die Leistungsentfaltung würde nicht mehr behindert. Die Besteuerung fände erst zum Zeitpunkt des Konsums statt.

Letztlich braucht jeder Mensch ein Einkommen. Das Grund-Einkommen ist ein Grund-Recht! Hoffentlich sind die GRÜNEN Delegierten hier hellwach.

Ich kann leider nur sagen, dass mit dem GRÜNEN Führungsquintett kein zukunftsfähiger Staat zu machen ist. Wenn sich neue Ideen mit dem vorhandenen Führungspersonal nicht realisieren lassen, dann wird das Folgen zeitigen bei den nächsten Wahlen zum Bundesvorstand.


In diesem Sinn GRÜN.GUT.GRUNEINKOMMEN: menschenwürdig und bedingungslos.
Ludwig Paul Häußner
Mitglied der GRÜNEN in Karlsruhe
ramteid (22.11.2007, 16:44 Uhr)
Einfach abwählen!
Diese Partei und ihre Programme bzw. Vorstellungen braucht niemand.Alles Seifenblasen um auf sich aufmerksam zu machen. Sie sind heute diejenigen, die noch schlimmer sind, als es die schlimmsten Spießer waren, die sie einst bekämpft haben. Geld und Sattheit hat eben auch verheerende Wirkung. Was diese Partei allein den Steuerzahler für ,, Nichts'' kostet, ist allein schon schlimm genug. Von der Energieverschwendung des Parteitages ganz zu schweigen.
RosaRoth (22.11.2007, 15:57 Uhr)
@Schwarzenegger
Ihr Grundgedanke ist sehr gut und überzeugend! Das ganze System beruht auf Geldkreierung durch die Hochfinanz (beachten Sie die Verknüpfungen bis zum Endpunkt).
Dieses System basiert auf den Zinsen, die im Falle von Staaten nicht durch Tod hinfällig werden.
Als Schlussakkord wird sämtliches unvermehrbares Gut anhand des imaginären Geldes bei den Endknoten landen.
Übrig bleibt ein hochverschuldetes Humankapital, das seine Schulden weiter vererben darf und unentgeltlich für den Wohlstand seiner Besitzer der Neuen Weltordnung arbeitet.
Betrachten Sie die Rhetorik der modernen, neuen Politiker! Es wird immer von einer neuen Weltordnung und von einer möglichst humanen Globalisierung gesprochen. Sarkozy fordert sogar eine EU-Wirtschaftsregierung.
Die jetzt stattfindenden Krieg sind Krieg für private Interessen, finanziert und getragen von Demokratien, die am Ende von den Nutznießern rigoros ausgebeutet werden.
Denn die Herrschaft über die Energieressourcen garantiert die Durchführbarkeit des oben beschriebenen Modells.
Beziehen Sie noch den Dollar in dieses Modell ein. Betrachten Sie dabei die Überbewertung und die Diskrepanz des US-Handelsdefizits in Verbindung zur privaten FED, werden sie erkennen, in welche Richtung wir laufen.
Denn auch diese Träumereien vom unendlichem Wachstum und ständiger Gelderschaffung dienen nur der Umverteilung noch im Privatbesitz befindlichen unbeweglichen Güter.
Das ganze Geheimnis liegt im Zins.
Schwarzenegger (22.11.2007, 15:12 Uhr)
@salz63
Sie machen den Fehler, davon auszugehen, daß die Finanzierung eines Grundeinkommens über die Löhne laufen würde. Die Arbeitnehmerlöhne stellen nur einen Bruchteil des erwirtschafteten Mehrwerts der großen Firmen und Konzerne dar. Das meiste wird unversteuert in neue Produktionsstätten oder Beteiligungen investiert. Große Firmen wie die Münchner Rück etwa erwirtschaften den Großteil ihres Ergebnisses durch Beteiligungen, nicht mehr etwa durch das Kerngeschäft. Es ist unglaublich viel Kapital vorhanden und das meiste davon ist virtuell, d.h. es existiert und eigentlich doch nicht (denken sie nur mal, was passierte, wenn alle gleichzeitig ihr Bankguthaben abheben wollten - Geld müßte gedruckt werden, um dies zu bewerkstelligen, eine Superinflation bishin zur Totalentwertung wäre die Folge). Wenn man sich den auf töneren Füssen stehenden Wahnsinn unseres Wirtschafts- und Finanzsystems genauer betrachtet, könnte man schnell zum Schluß kommen, daß dies eigentlich gar nicht funktionieren kann. Das es doch funktioniert, wundert selbst Forscher. Ich habe mich bis einschließlich zum Diplom sehr intensiv damit beschäftigt und bin mittlerweile der festen Überzeugung, daß wir in einer virtuellen Traumwelt leben, was Wirtschaft und Finanzmärkte angeht, nur dadurch zusammengehalten, daß alle daran glauben. Da kann durchaus noch mehr geträumt werden (z.B. in Richtung Grundeinkommen - das sind allenfalls Peanuts), vorhersagbar ist so gut wie nichts.
whismerh2 (22.11.2007, 15:06 Uhr)
Anmerkung
Meines Wissens waren in diese
Haushaltsjahr 120 Milliarden EURO
(1 Milliarde sind immer noch tausend)
für Arbeit und Soziales veranschlagt worden. Jetzt werden
die Bezüge pauschal um 20 % angehoben
und das kostet dann nur noch die Hälfte.Jede Kakerlake hat mehr Grips
in der Birne wie div. grüne Spinner
520i (22.11.2007, 14:50 Uhr)
Man könnte sagen...
...der einzige Vernünftige Kommentar auf dieser Seite kommt von iovialis, den Artikel mit eingeschlossen.
iovialis (22.11.2007, 14:37 Uhr)
Einstein und die Grünen...
Wenn Einstein so gedacht hätte, wie der Rest der Welt, würde man noch Heute nichts von der Relativitätstheorie wissen. Wer beim "Grundeinkommen" nur die Kostenseite sieht, begeht den grundlegenden Fehler, daß es sich dabei überhaupt nicht um Kosten handelt, sondern um eine Umverteilung.
Doch egal, wie sich die Grünen am Wochenende entscheiden: es wird eine Entscheidung zugunsten von Wählerstimmen, um Mehrheiten zu generieren, damit man wieder Macht ausüben kann. Welche vernünftigeb Beschlüsse dabei herauskommen, wird man sehen - doch mir schwahnt nichts sonderlich positives vor.
Die BGE-Szene (Grundeinkommensszene) ist in sich etwas zerstritten, weil es eben um solche Mehrheiten geht. Schließlich spielt auch "Die Linke" mit dem BGE-Gedanken (Katja Kipping); ganz zu schweigen von der CDU (Althaus).
Etwas schizophren scheint mir die Darstellung des Sterns zu sein; in einem Artikel wird der BRH so kommentiert, daß das Steuersystem vereinfacht werden soll - hier wird gegen das Grundeinkommen argumentiert, daß es Verwaltungskosten zur Finanzierung einspart.
Den Grünen ist anzuraten, ihr BGE-Konzept plausiebel zu erklären, damit es auch ein Herr Metzger versteht (und das Wahlvolk sowieso). Dazu muß aber ersteinmal ein Herr Metzger (und das Wahlvolk) offen genug sein, solche Erklärungen anzunehmen. Auch Einstein hatte es Anfangs schwer, mit seiner Theorie ernst genommen zu werden - es dauert einfach, bis die bestehenden Denkstrukturen aufbrechen und Neues zulassen.
Vielleicht sollte man auch nicht von "Grundeinkommen" sprechen, sondern von "Staatsdividende", durch die jeder an der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung des Staates beteiligt wird.
Ob sich der Slogan "Grün, gut, Grundeinkommen" am Wochenende durchsetzt... mal schauen ;-)
whismerh2 (22.11.2007, 14:30 Uhr)
Realitätslos
Die Grünen wie auch die meisten
Politiker leben in einer anderen Welt.
Es gibt bestimmt Personen da währe es fair sie finanziell noch mehr zu unterstützen.
Aber sind wir doch mal ehrlich wie hoch ist die Zahl derer die dieses
System einfach nur ausnutzen weil
unser Staat dieses zulässt.
Es soll mich jetzt keiner vollheulen ich währe voreingenommen, wer das nicht glaubt dem ist nicht mehr zu helfen und das weiß nicht nur ich.
Diese Finanzierung wie von den Grünen
vorgeschlagen geht nach hinten los,
also wer darf es zahlen, der normale
Arbeitnehmer, mit dem Hintergedanken
jetzt bekommen die Faulenzer noch
mehr in den A. geschoben.
Da verliert man irgendwann mal die Lust.
Wenn mir der Staat versprechen könnte
die Sozialabgaben gewissenhaft zu
überprüfen und eine ausgeglichene
Finanzierung vornehmen würde,
eine Arbeitsmarkpolitik betreiben die
sichere Beschäftigung bietet,
OK
Aber nichts von dem ist der Fall.
salz63 (22.11.2007, 14:18 Uhr)
Verpuffung
Wenn alle ein Grundeinkommen von 500 Euro (einfach zu rechnen) bekommen, muß irgendwer 1000 Euro abführen, um das Grundeinkommen für sich und einen der nichts arbeitet zu finanzieren, was für ein Gehalt so jemand haben muß, um das neben Krankenversicherung, Altersvorsorge etc. zu leisten kann man sich denken. Der heute schon subventionierte PIN-Briefträger wird das nicht schaffen. Also werden die Menschen die arbeiten mehr Einkommen brauchen, dadurch steigen die Preise und die Kaufkraft des Grundeinkommens nimmt ab und wird nicht zur Deckung des Grundbedarfs reichen.
Da man aber im Gegenzug die Sozialhilfe/HartzIV abschaffen will, trifft man genau die Menschen die HartzIV brauchen und wirklich nicht arbeiten können damit am ärgsten. Und auch für Firmen wie PIN macht man es moralisch einfach, Löhne zu zahlen von denen man nicht leben kann; Arbeitslohn ist ja nur ein Taschengeld, die Grundversorgung ist ja gesichert.
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