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11. Juni 2008, 13:10 Uhr
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"Viele würden den Test nicht bestehen"

Eigentlich wollte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den umstrittenen Einbürgerungstest per Verordnung einführen, nun wehren sich SPD und Opposition dagegen. "Viele Deutsche würden den Test nicht bestehen", heißt es. Würden Sie? stern.de hat eine Auswahl der Fragen zusammengestellt.

Wolfgang Schäuble will Ausländer, die Deutsche werden wollen, zum Wissenstest antreten lassen© Markus Schreiber/AP

Bei den Plänen für einen bundesweit einheitlichen Einbürgerungstest sieht die SPD noch Gesprächsbedarf. "Derart wichtige und sensible Fragen wie der Einbürgerungstest müssen intensiv innerhalb der Koalition besprochen werden", sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Ausländer, die Deutsche werden wollen, müssen ab 1. September einen bundeseinheitlichen Einbürgerungstest bestehen. Dabei wird in den drei Bereichen "Politik in der Demokratie", "Geschichte und Verantwortung" und "Mensch und Gesellschaft" Grundwissen abgefragt. Wie aus dem Bundesinnenministerium verlautete, hat das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Berliner Humboldt-Universität 310 Fragen entwickelt, aus denen für die Tests jeweils 33 Fragen ausgewählt werden. Bestanden hat, wer mehr als die Hälfte der Fragen richtig beantwortet. Der 25 Euro teure Test ist beliebig wiederholbar. Der Fragenkatalog wird erst in den nächsten Wochen endgültig vorliegen.

Grünen-Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele meldete "grundsätzliche Bedenken" an. "Ich fürchte, dass viele Deutsche den Test auch nicht bestehen würden. Fragen nach der Strafbarkeit ab 14 Jahren oder dem Kniefall von Willy Brandt verfehlen das Ziel", sagte er der WAZ.

Ströbele kritisierte deutlich das Vorgehen von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU): "Ich sehe es als Missachtung des Parlaments, dass sich mit dem Einbürgerungstest nicht der Bundestag befassen soll." Nach den bisherigen Plänen soll der Einbürgerungstest am 1. September per Verordnung eingeführt werden.

Der Grünen-Politiker Josef Winkler sprach in der "Financial Times Deutschland" von einer "Scheinlösung für ein Scheinproblem". "Warum ist so ein Test jetzt plötzlich notwendig, wenn er vorher auch nicht notwendig war?" Er begrüße aber, dass die Union von der Idee einer Gesinnungsüberprüfung abgerückt sei.

Die FDP kritisiert den Einbürgerungstest inhaltlich: "Derjenige, der gut auswendig lernen kann, kann solch einen formelhaften Test leicht bewältigen", sagte Sibylle Laurischk, Sprecherin für Integration und Migration der FDP-Bundestagsfraktion. Andere Menschen seien möglicherweise benachteiligt. Sie hoffe, dass die Ergebnisse des Tests bei der Einbürgerung nicht überbewertet und von den Behörden flexibel gehandhabt würden. Stattdessen sollte bei der Einbürgerung viel mehr Wert auf gute Kenntnisse der deutschen Sprache gelegt werden.

Welche Frage würden Sie stellen?

Liebe Leserinnen und Leser, Ausländer, die Deutsche werden wollen, sollen in Zukunft einen Test mit Lern- und Verständnisfragen bestehen. Welche Frage würden Sie stellen?

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DPA/AP
KOMMENTARE (10 von 39)
 
ganzbaf (12.06.2008, 19:56 Uhr)
100%...?

Pah.
Schab die vollen 120% richtig geschafft!... ;-Pü
chatahootchee (12.06.2008, 13:11 Uhr)
FALSCHES SYSTEM
der Einwanderung. Es geht nicht, dass die Antworten auswendig gelernt werden (obwohl, dann hat sich die Person sicherlich schon ueberdurchschnittliche Deutschkenntnisse angeeignet?!), sondern dass man zeigen sollte, dass man die neue Staatsbuergerschaft auch verdient. Bevor Erteilung der neuen Staatsbuergerschaft muss eine Zeit der Bewaehrung liegen. Der test ist nur der Abschluss dieser Phase. Die USA machen es vor mit der Green card. Hat man diese Karte, muss man 5 Jahre warten bis man eine neue Staatsbuergerschaft beantragen kann.
jockel_us (12.06.2008, 01:44 Uhr)
Akademisch...
Ist doch alles nicht mehr als eine - "akademische" Simpelei. Denkt doch nur an das damalige IT-Gruenkartenexperiment: "Kinder statt Inder", usw. Was daraus gelernt?
Wie sich, immer noch, an den Migrationsstatistiken ablesen laesst, ist Deutschland fuer Leistungstraeger von draussen aus aller Welt immer noch nicht sonderlich attraktiv. Die gehen lieber in die USA. Selbst diejenigen aus Irak oder Afghanistan, nur mal so eingeworfen. Die interessiert nicht die Bohne, ob da gerade Bush oder Homer Simpson regiert. Frage ist, wo sie willkommen geheissen werden.
Wenn Ihr da drueben es nicht schafft, auslaendisches Talent anzuziehen und auch dazubehalten, wird "deutsche Ingenieurskunst" bald nicht mehr viel wert sein. Zu wenig Nachwuchs im eigenen Land, Bildungssystem leider verrottet, und die besten "Ueberlebenden" gehen von Bord, nach Cambridge, Palo Alto, Sidney oder Toronto.
Oder Typen wie german_by_nature setzen sich mal wieder auf ganzer deutscher Linie durch, das ist dann echt gutes Marketing fuer die "nationale Konsum- und Investitionsgueter-Industrie" im Ausland.
Da seid Ihr dann zwar ganz unter Euch, aber habt auch nix mehr zu beissen. Historisch waren Mercedes, Lufthansa & Co. im Ausland nicht mehr so angesagt in solchen Phasen, und Deutschland als Destination wird ziemlich uninteressant...
magic_whispering (11.06.2008, 17:35 Uhr)
@JePi
Ist es eine Steigerung dann heißt es als.
Ist es ein Vergleich, dann wie.;-)
Das verwechseln soviele Deutsche aber auch.
Test schön und gut, aber für ich wären Sprachkenntnisse und Anerkennung und Akzeptanz unserer Kultur wichtiger.
Was nützt uns wenn diese Menschen den Test bestehen und wir haben sie hier und dann wie der Wolf im Schafspelz sich dann wieder verwandeln, wenn sie erstmal drin sind.
Besser wäre so eine Art Greencard, die nur der bekommt, der die Sprache spricht, eine Arbeit und einen guten Leumund hat und sich erst bewähren muss. Hat er während der Bewährungsphase Mist gebaut, darf er die Heimreise antreten.
Vor lauter Multikulti wissen wir nämlich bald selbst nicht mehr wohin.
Ice_Flame (11.06.2008, 16:57 Uhr)
Vorschuhlniveau?
oh man... der Test ist ja wirklich mal lächerlich... den möcht ich sehn der den nicht besteht.
Man sollte die Einbürgerung mal ein bisschen teurer machen, wie in anderen Ländern auch.
Dazu dann Deutsch-Tests, sie mal die familiären Hintergründe anschaun usw... halt mal ein bisschen was über die Menschen erfahren die Deutsche werden wollen.
Achja, in Italien muss man nicht mal einen Test machen! Dafür dauert das ganze dort ewig (teilweise über 2 Jahre^^), das ham die uns sicher noch vorraus :D
Klaus_P (11.06.2008, 16:12 Uhr)
Der Mensch geht immer von sich selber aus!
Schäuble würde den Test wohl aufgrund seiner "Verfassungsfeindlichkeit" bezüglich der Pseudoterroristenjagd nicht bestehen...
F-22 (11.06.2008, 16:01 Uhr)
Längst fällig für alle!
Moin,
ich bin ausdrücklich für so einen Test und ggf. auch für ein paar weitere Maßnahmen - und das nicht nur für Einwanderer. Ich bin selbst äußerst junger Einwanderer gewesen und hätte auch jetzt noch, nach ABI, Bundeswehr und ein paar jahren Uni Interesse an so einem Test.
Aber bevor ich jetzt kaputtkommentiert werde möchte ich meine Meinung kurz erläutern:
Es ist völlig irrelevant ob man Deutscher oder Einwanderer ist, gewisse Grundkenntnisse über sein Land bzw. sein zukünftiges Land sollte jeder haben! Das Argument, dass viele Deutsche den Test auch nicht bestehen würden ist total fehl am Platz! Meiner Meinung nach spiegelt dieser Eindruck das Bildungsdilemma in D wieder. Auch wenn wohl nicht jeder Deutsche diesen Test auf anhieb besteht, sollte es zumindest die Mehrheit können, sonst läuft doch ganz klar was mit der Bildung des Volkes verkehrt - oder nicht? Über die genauen Fragen lässt sich sicherlich wie bei jedem Test im Einzelfall streiten, der Auszug hier im Stern war aber auch nicht weiter tragisch und ich fand jetzt auch keine der Fragen wirklich unsinnig - 6v8 übrigens, zu wenig Erdkunde Wissen ;) Die Meinung der FDP, dass gute Auswendiglerner Vorteile hätten ist auch lachhaft! Gute Auswendiglerner haben nunmal IMMER einen Vorteil bei Prüfungen jegweder Art. Alle anderen habens aber auch irgendwie geschafft mal was zu lernen - obs nun ne Abi-Prüfung, die Fahrschule oder die Nutzung der Fernbedienung ist ;) Einzig behinderte Personen mit Alzheimer oder ähnlichen Gedächniskrankheiten dürften echte Probleme mit sowas haben - aber ich denke da dürften wohl auch andere Regelungen greifen.
Was bleibt also? Wer Deutscher ist sollte sich um solch einen Test - z.B. mit dem ersten Schulabschluss - keine sorgen machen. Und wenn doch, dann läuft mit dem Schulsystem was verkehrt oder derjenige ist noch nicht Reif für einen Abschluss. Und da der Einwanderer bislang solches Grundwissen nur für sein Land zu wissen brauchte, sollte er sich nicht zu schade dafür sein sich das Grundwissen für sein neues Land anzueignen.
Ich wäre jederzeit dazu bereit, und wenn ich Zweifel an meinem Bestehen hätte, würde ich lernen. Es wäre mir übrigens auch peinlich einen solchen Test nicht zu bestehen, denn was für einen Eindruck würde ich bei einem Fremden hinterlassen, wenn ich Grundlegendes zu meinem Land nicht weiß? Und was für einen Eindruck würde er von meinem Land haben, dessen Bürger es scheinbar nicht richtig kennen?
NeoBa (11.06.2008, 15:50 Uhr)
Der Test ist ein Witz
17 von 33 Fragen richtig beantworten und zudem werden alle dreihundert Fragen öffentlich ausgegeben. Wer diesen Test nicht besteht ist wirklich strunzdoof. Die Vorwürfe das viele Deutsche diesen Test nicht bestehen würden ist eine Beleidung für alle Deutschen (naja es gibt sicher ein paar Idioten, aber diese Aussage ist dennoch sehr daneben)! Da sieht man für wie blöd die Politiker das Volk halten.
Franzi8011 (11.06.2008, 15:48 Uhr)
@ramteid
soviel ich weiß, war Morsals Bruder und Mörder auch schon mehrfach straffällig geworden als er eingebürgert wurde. Also was soll das Gelaber von unseren Politikern, man müsse eine weiße Weste haben um eigebürgert zu werden...?
ramteid (11.06.2008, 15:41 Uhr)
Kriterien
Wenn ich richtig verstanden habe, gab es im vergangenen Jahr 126 000 Einbürgerungen. Das sind fast 4 Kleinstädte. Ohne etwas grundsätzlich gegen Einbürgerungen zu haben, sollte ganz andere Kriterien Maßstab sein. Unter anderem vor allem Rechte und Pflichten. Wenn es in Deutschland 5 Millionen Arbeitslose gibt, sollte man auch das mit einbeziehen.
Im sogenannten Diskokrieg in Leipzig hat die Staatsanwaltschaft Klage gegen Türsteher etc. erhoben.
Es ist nicht ein einziger Deutscher dabei. Es sind Armenier, Iraker, Libanesen. Es wurde geschossen (mit tötlichem Ausgang) und eine Frau wurde bewußtlos geschlagen. Sind das nun Gäste oder sollen die auch eingebürgert werden? Wer in Deutschland als Zuhälter oder Türsteher arbeitet(?)sollte gar nicht erst reingelassen werden bzw. solchem Einbürgerungstest zugelaasen werden. Ganoven haben wir selbst genug. Zum Schutz von Ausländern, die sich hier eine wirkliche Zukunft aufbauen wollen und gern gesehen sind, sollte man vor solchen Testgedanken erst mal das kriminelle Klientel überprüfen.
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