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24. November 2008, 16:57 Uhr

Weniger Geld für drei Viertel der Rentner

Mit dem Start des Einheitsbeitrags im Januar 2009 zahlen drei Viertel der Rentner mehr als bisher für die Krankenkasse - und haben damit weniger Geld im Portmonee. Denn anders als die Beschäftigten profitieren die Ruheständler nicht von der Ausgleichsmaßnahme.

Rente, Beitragssatz, Rentenversicherung, Rentner

23,8 Prozent der Ruheständler dürfen sich laut Gesundheitsministerium über gleich bleibende oder sinkende Kosten freuen© Gerit Borth/DDP

Drei von vier Rentnern werden ab Januar wegen der Gesundheitsreform zunächst weniger Geld im Portmonee haben als bisher. Grund ist der zum Start des Gesundheitsfonds Anfang 2009 erhöhte Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung. Der neue einheitliche Kassensatz wurde von der Bundesregierung auf 15,5 Prozent festgelegt.

Das Gesundheitsministerium bestätigte am Montag, dass bislang 76,2 Prozent der Rentner weniger als 15,5 Prozent zahlen. Viele von ihnen würden aber ab 1. Januar nur minimal zusätzlich belastet, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater. So betrage die Erhöhung für 32,2 Prozent der Rentner nur bis zu 0,1 Prozent ihrer Bezüge. Bei der Durchschnittsrente entspricht dies 1,10 Euro pro Monat. Für 30 Prozent der Rentner erhöhe sich der Kassenbeitrag um bis zu 0,5 Prozentpunkte und für 13 Prozent um 0,5 bis 0,95 Beitragssatzpunkte.

Vater zufolge liegt für 23,8 Prozent der Ruheständler der Kassenbeitrag heute bei oder über 15,5 Prozent. Sie dürfen sich folglich über gleich bleibende oder sinkende Kosten freuen. Den bei der AOK Berlin versicherten 263.000 Ruheständlern zum Beispiel winkt laut Gesundheitsministerium eine Entlastung. Bei einer Monatsrente von 1000 Euro seien das sechs Euro netto mehr auf dem Konto.

Anders als die Beschäftigten profitieren die 20 Millionen Rentner nicht von der zum Jahreswechsel ebenfalls beschlossenen Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozentpunkte. Da Rentner nicht arbeitslos werden können, bezahlen sie auch keine Beiträge. Deshalb führt der einheitliche Kassenbeitrag bei vielen tatsächlich zunächst zu einer Reduzierung des sogenannten Rentenzahlbetrags. Erst im Juli steigen ihre Bezüge durch die anstehende Rentenerhöhung wieder.

Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Claus Ernst, kritisierte in der "Bild"-Zeitung die Zusatzbelastung für Rentner: "Der vermurkste Gesundheitsfonds zieht den Rentnern noch das letzte Hemd aus." Ministeriumssprecher Vater wies dies zurück. Auch ohne den Gesundheitsfonds wären die Kosten gestiegen. Die heute schon sehr teuren Kassen, die häufig einen besonders hohen Anteil von Rentnern versichern, wären noch viel teurer geworden. So hätte eine Kasse, die heute 16,7 Prozent verlange, künftig 17,7 Prozent inklusive Sonderbeitrag von 0,9 Prozentpunkten benötigt, rechnete Vater vor. Die starke Spreizung der Beitragssätze gleiche der Fonds aus.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
utospatz (25.11.2008, 13:19 Uhr)
Jetzt müssten doch bald
alle vertrottelten Rentner begreifen, wen oder was sie in Zukunft nicht mehr wählen sollten.
Haben diese alten Zausel eigentlich eine Ahnung welche Macht sie in Zusammenarbeit mit den Hartz IV-Empfängern in Händen halten?
Natürlich müssten sie dann einen anderen Verband gründen.
Ralf0204 (24.11.2008, 23:46 Uhr)
@alles_anders
volle Zustimmung!
pitiplatsch (24.11.2008, 19:48 Uhr)
Tia so ist sie die Kriegs- und Party
kanzlerin, es kommt an bei den Bürgern abzocken ausbeuten sich und den Reichen und Superreichen die Taschen füllen, das ist Christliche Soziale Politk. Schöne Weihnachten Frau Kriegskanzlerin und Konsorten. Wir Arbeiter sind mit ner Orange an Weihnachten sicherlich zufrieden.
alles_anders (24.11.2008, 18:16 Uhr)
Klarstellung
Alle heutigen Rentner haben in der Vergangenheit von niedrigen Krankenkassenbeiträgen und "Vollversorgung" durch die gesetzlichen Krankenkassen profitiert. Von diesen Zeiten können die heutigen Arbeitnehmer nur träumen. Das nur mal zur Klarstellung.
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