Altmaier fürchtet Kosten von einer Billion Euro

20. Februar 2013, 14:59 Uhr

Opposition aufgepasst! Umweltminister Peter Altmaier schätzt den Preis der Energiewende auf 1000 Milliarden Euro. Vermeiden ließe sich die gigantische Zahl durch sein Modell der "Strompreisbremse".

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Verschärft den Ton im Streit um den Ausbau des Ökostroms: Bundesumweltminister Peter Altmaier.©

Die Kosten der Energiewende könnten sich nach Angaben von Umweltminister Peter Altmaier in den nächsten Jahrzehnten auf bis zu eine Billion Euro belaufen. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wies der CDU-Politiker auf die bisher ungebremsten Ausgaben für Ökostrom hin. "Das alles kann dazu führen, dass sich die Kosten der Energiewende und des Umbaus unserer Energieversorgung bis Ende der 30er Jahre dieses Jahrhunderts auf rund eine Billion Euro summieren könnten", sagte Altmaier. "Wenn wir nichts dagegen tun, werden wir diese Größenordnung erreichen."

Ohne Kürzungen würden bis 2022 Einspeisevergütungen und Zahlungsversprechen von rund 680 Milliarden Euro auflaufen. Davon seien bis Ende 2012 bereits mehr als 300 Milliarden Euro ausgezahlt oder den Investoren verbindlich zugesichert worden. Allerdings könnten mit der von ihm und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) vorgeschlagenen "Strompreisbremse" Ausbaukosten von bis zu 300 Milliarden Euro vermieden werden.

Mit der Opposition wolle er darüber reden. Er lege großen Wert darauf, dass sie bei der Strompreisbremse an Bord sei und zwar unabhängig davon, ob der Bundesrat zustimmen müsse oder nicht.

Altmaier: CO2-Ausstoß gefährdet Klimaziele

Der Minister verwies zugleich darauf, dass der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen im vergangenen Jahr erstmals seit Jahren wieder gestiegen sei. "Darauf deuten die vorläufigen Zahlen hin", sagte Altmaier. Er äußerte sich "außerordentlich stark beunruhigt" darüber, dass auch weltweit der CO2-Ausstoß in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen sei. Besorgniserregend sei ferner, dass in Deutschland wieder mehr Kohle zur Stromgewinnung eingesetzt wird. "Das kann uns nicht gleichgültig sein, weil es die Erfüllung unserer Klimaziele gefährdet", sagte Altmaier.

Im Januar war bekanntgeworden, dass Kohlekraftwerke 2012 einen größeren Anteil an der deutschen Stromproduktion lieferten. Die Entwicklung wird durch gesunkene Preise für Kohlendioxid-Verschmutzungsrechte begünstigt. Der Umweltminister äußerte sich "ziemlich sicher", dass er mit seinem Kollegen Philipp Rösler im Wirtschaftsressort auch eine Einigung im Streit über eine Reform des Emissionshandels finden wird. "Wir werden zeigen, dass diese Bundesregierung international handlungsfähig ist", erklärte er.

lin/DPA/Reuters
 
 
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