. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
9. Februar 2010, 20:59 Uhr

Bundesinnenminister kritisiert Hartz-IV-Urteil

Zumindest vor der Presse hat die Regierung das Urteil des Bundesverfassungsgerichts demütig hingenommen. Nun meldet sich die Ausnahme: Bundesinnenminister Thomas de Maizière zufolge zeigt das Urteil "eine problematische Tendenz".

Hartz IV, Karlsruhe, Regelsätze, Urteil, Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Hartz

Unzufrieden mit dem Karlsruher Urteil: Bundesinnenminister Thomas de Maizière© Bernd Settnik/DPA

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Neuregelung von Hartz IV kritisiert. "Das Urteil zeigt eine problematische Tendenz hin zu einer übertriebenen Einzelfallbetrachtung statt zu einer vernünftigen Pauschalierung", sagte De Maiziére der "Bild-Zeitung".

Das Bundesverfassungsgericht hatte am Dienstag entschieden, dass die Hartz-IV-Regelsätze für Kinder und Erwachsene neu berechnet werden müssen. Die bisherige Regelung verstoße gegen die Verfassung. Vor allem der Satz für Kinder sei ohne angemessene Überprüfung "ins Blaue hinein" ermittelt worden. Ob Bezieher des Arbeitslosengeldes II deshalb mehr Geld bekommen müssen, ließ das Gericht offen. Die Höhe der Leistungen sei aus dem Grundgesetz nicht direkt abzuleiten, so Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier. Sie seien gegenwärtig auch weder für Kinder noch für Erwachsene "offensichtlich unzureichend".

"Guter und wichtiger Tag für die Kinder"

Trotz der Niederlage des Bundes hatte Ursula von der Leyen, die als Arbeitsministerin in der Bundesregierung für die Hartz-Gesetze zuständig ist, das Karlsruher Urteil ausdrücklich begrüßt. Die Ministerin sprach von einem "guten und wichtigen Tag für die Kinder". Sie erklärte, es sei wichtig, dass auch Kinder von Hartz-IV-Empfängern Taschenrechner, Füller und Schreibblock hätten, um in der Schule mithalten zu können. Jetzt müsse man ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geld- und Sachleistungen finden. So sei denkbar, den Kindern einen Schulranzen oder Füller zur Verfügung zu stellen, statt den Eltern Geld dafür zu geben.

Familienministerin Kristina Köhler (CDU) hatte erklärt, die notwendigen Änderungen zum Existenzminimum für Kinder dürften nicht nur auf Familien verengt werden, die auf Unterstützung angewiesen seien. "Wir müssen auch die Familien im Blick behalten, die Monat für Monat ohne staatliche Transferleistungen selbst über die Runden kommen", sagte sie. Auch deren Kinder brauchten Unterstützung etwa in Form von Kindergeld, Kinderzuschlag und steuerlichen Regelungen.

Unionspolitiker fordert niedrigeren Regelsatz

Peter Weiß, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe in der Unions-Bundestagsfraktion, forderte in der "Frankfurter Rundschau" eine Kürzung des Hartz-IV-Regelsatzes von 359 Euro. "Das Bundesverfassungsgericht hat nicht gesagt, dass die Hartz IV-Sätze zu niedrig sind", sagte er. Eine Reform sollte "aus meiner Sicht zu niedrigeren Regelsätzen führen". Mit dem Urteil verlange Karlsruhe, den konkreten Einzelfallbedarf etwa für Kühlschränke oder Wintermäntel wieder stärker zu berücksichtigen. Unterm Strich dürften die Ausgaben für den Staat in etwa gleichbleiben, sagte Weiß.

Die FDP nutzte das Urteil, um ihre Forderung zu erneuern, alle staatlichen Leistungen in einem Bürgergeld zusammenzufassen. Das Karlsruher Hartz-IV-Urteil sei ein guter Anlass, "um über die Reform des Sozialtransfersystems als Ganzes zu sprechen", sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart der "Passauer Neuen Presse". Eilige Reparaturen führten nicht weiter.

DPA/AFP/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 83)
 
paladin09 (11.02.2010, 02:45 Uhr)
Das ist richtig und auch gut so...
Herr Innenminister! Man kann nun Menschen aus unterschiedlichen Regionen, unterschiedlichen Lebensumfeldern weder Erwachsene noch deren Kinder pauschal ein Existenzminimum und Lebensbedarf festlegen. Ein Single oder Familie in ländlicher Gegend, einer Kleinstadt wird der Bedarf des Existenzminimum, des Lebensbedarfes ganz anders sein als in der Großstadt. Außerdem gibt die Verfassung, das Grundgesetz diese Leitsätze vor. Sie als Volksvertreter haben sich daran zu halten und für deren Einhaltung zu sorgen.
Das Unionpolitiker des rechtsgerichteten Arbeitgeberflügels niedrigere HartzIV fordern ist nichts neues. Diese Klientel hat ohnehin jegliche soziale Mitverantwortung für dieses Land und sein Volk längst verloren. Die, die den Hals nie genug voll bekommen können, am lautesten krähen, um jeden Cent ihrer Mill. Gewinne fürchten sind genau die welche man, dann auf Daten CDs wiederfindet.
Statt HartzIV Sätze zu kürzen, sollten HartzIV Sätze angehoben werden. Das würde zwangsläufig auch zur Anhebung der Hunderlöhne von Geringverdienern, von Leiharbeitern - Zeitarbeitern führen. Mindestlohneinführung über HartzIV Sätze. HatzIV muß nicht gekürzt werden, sondern die Sklaven,- Hungerlöhne erhöht werden. Dann, lohnt sich auch wieder Arbeit und hat derjenige der Arbeitet auch mehr als ein HartzIV Empfänger. Stattdessen kommen aus den gleichen politsichen Ecken wieder unsinnige Empfehlungen die an genau diesem Ungleichsystem festhalten wollen und es noch fester zementieren möchten. Nur, wenn es gelingt dieses Unrechtsystem zwischen staatlicher Transferleistung und Hunger,- Sklavenlöhnen aufzubrechen. Die Menschen für ordentliche Arbeit wieder ordentliche Löhne erhalten von denen sie ohne jede staatliche Hilfe leben, existieren können wird das Verhältnis gerechter wieder stimmen. Jeder Politiker der dagegen redet und meint Niegriglöhne seien noch zuviel, gehört aus der Politik zwangsentfernt und ist für diesen demokratischen Staat nicht mehr tragbar, weil er gegen seinen geleisteten Eid handelt und das Grundgesetz mißachtet.
logo (11.02.2010, 00:42 Uhr)
@knilch_59 - Gute-Nacht-Gruß
Selbstvertändlich wäre es auch Off-Topic, hier über das weite Feld "Mensch und Arbeit" zu referieren - wobei allein der Begriff der "Arbeit" von Ihnen sicherlich so verstanden wird, wie es ein anständiges Neoliberales Weltbild vorsieht. Diese simplifizierte und zugunsten bestimmter Interessenskreise instrumentalisierte Sicht einer hochkomplexen menschlichen Ausdrucksform alleine stellt schon ein Grundproblem dar, und ist wohl kaum hier abzuhandeln.
Wenn sie wirklich interesse daran hätten, welchen Wert "Arbeit" für die Spezies "Mensch" darstellt - und was sie entgegen der Auffassung der allgemeinen afrikanischen Steppentermite noch bedeutet, hätten sie sich längst darüber informiert.

Ach ja...: Haben sie nicht die Wahlplakate der Die Linke bei der letzten Wahl gelesen? Das stand drauf "Reichtum für alle!" ;ö)
Auch das von Ihnen zitierte Bild mit der Möhre ist sehr lustig. Wer hält sie Ihnen vor die Nase? Westerwelle? Ackerman& Co? Wie lange rennen sie schon? - Oder gehören sie gar zu der mehr und mehr schwindenden Gruppe, die sie schon erwischt haben? Glückwunsch!

Einen kleinen historischen Aufriß dazu möchte ich Ihnen nicht verwehren (Aber Vorsicht - Ihr Weltbild könnte Schaden nehmen):
http://womblog.de/2009/11/15/die-arbeitslosenbetreuungsindustrie-vom-sklavenschiff-zur-bras-1/comment-page-1/#comment-2299
knilch_59 (10.02.2010, 20:10 Uhr)
@logo
Bitte Beleg für Ihre Behauptung: "es gibt niemanden, der freiwillig "nichts tut". Es widerspräche der Natur des Menschen und führt notwendig zu "Selbst-Verlust"". Meine persönliche, und die Wahrnehmung vieler anderer Leute besagt, dass das durchaus häufig vorkommt. Und diese Leute finden sich dann eben in der Gruppe der Langzeit-Arbeitslosen wieder. Der Prozentsatz in der Gesamtbevölkerung ist zwar nicht hoch, aber innerhalb dieser Untergruppe dann doch.
.
Der Rest Ihres Beitrags ist reine Meinung, keine Argumente und größtenteils auch noch sachlich falsch. Das zu belegen wäre off-topic.
.
Übrigens: ich begrüße das BVG-Urteil, weil ich Hartz-IV für eine Katastrophe halte. Aber nicht, weil die Sätze zu niedrig sind, sondern weil der Begünstigtenkreis falsch gefasst ist. Und dieses Urteil erzwingt neues Überlegen.
.
Ich war schon immer für den Mindestlohn und gegen Hartz-IV. Aber ich werde genauso entschieden auch gegen einen Mindestlohn von über 9 Euro und die pauschale Anhebung der Sätze sein. Weil Sozialismus eben das Recht auf Armut für Alle bedeutet. Es geht also ausdrücklich darum den Leuten die Möhre vor die Nase zu hängen. Und dann sollen sie gefälligst auch rennen, um sie vielleicht zu bekommen. So ist nun mal das Leben!
logo (10.02.2010, 18:03 Uhr)
@DarkSpir
Das ist ja hier schon viel besprochen, und ist ja auch leicht Einsichtig.
Die Wirkung von Harz liegt ja eben gerade im Angstfaktor, und der da heraus resultierenden Möglichkeit, den Leuten jeden Lohn aufdrücken zu können.
Es liegt also für bestimmte Kreise im höchsten Interesse, HarzIV so niedrig wie möglich zu halten, und gleichzeitig einen Mindestlohn zu verhindern - und diese Kreise verfügen bekanntlich über die entsprechenden monetären Mittel, Politik und Medien - und damit dem Volk - den größten Schwachsinn, bezogen auf auf das Gemeinwohl, als Alternativlos zu verkaufen.
Perfieder Weise haben sie diese Mittel durch die Arbeitskraft derer zur Verfügung, die sie damit nun unten halten... ;ö)
Administrator (10.02.2010, 17:17 Uhr)
@DarkSpir
nicht immer - nur wenn es gar nicht mehr geht :-)

Viele Grüße,

Ihre stern.de-Admins
DarkSpir (10.02.2010, 17:14 Uhr)
Die Diskussion ist noch offen?
Normalerweise ist da doch sehr schnell ein Stern-Admin dabei, sich für die Kommentare zu bedanken und die Diskussion an dieser Stelle zu schließen... ich wunder mich nur gerade.

Okay, beim Lesen ist mir noch etwas zum Thema Gerechtigkeit eingefallen:

Letzte Woche, also vor der Entscheidung vom BVG, habe ich eine Stimme im Büro gehört, die sich darüber beschwert hat, dass man mit Zuschüssen als Harz IV-Empfänger mehr bekommt als jemand, der im unteren Lohnsegment regulär arbeitet. An der Stelle stellte ich mir selbst die Gegenfrage: Ist es gerecht, dass jemand für seine Arbeit so wenig Geld bekommt, dass er als Arbeitsloser mehr hätte? In dem Zusammenhang wäre ein Mindestlohn wichtig, aber der wird durch Korruption gezielt verhindert oder wenigstens gebremst.
logo (10.02.2010, 16:50 Uhr)
kleiner Nachsatz
Unser Problem ist nicht das vielbeschworene "wirtschaftliche Prekariat" (Harzer), sondern das zunehmende "geistige Prekariat" ;ö)
logo (10.02.2010, 16:32 Uhr)
@knilch_59
Zum Einen: Auch wenn sie - und leider immer wieder viele andere - es noch so oft wiederholen, es gibt niemanden, der freiwillig "nichts tut". Es wiederspräche der Natur des Menschen und führt notwendig zu "Selbst-Verlust". Setzen Sie sich einmal mit der sozio-psychologischen Problematik von Arbeitslosigkeit auseinander. Es wäre für viele hier sehr hilfreich.

Zum höchst strapazierten Begriff der "Gerechtigkeit":
Wenn es Ihnen gelingt, mir widerspruchsfrei zu erklären, was "Gerechtigkeit" ist, schlage ich Sie für den Nobelpreis vor. Dieser Begriff wird von verschiedenen Interessengruppen immer wieder gern ge(miß)braucht, um ihre Interessen moralisch zu untermauern.
Gerechtigkeit existiert immer nur in seinem jeweiligen Kontext. Sie existiert nicht "ansich". Bestenfalls kann man von physikalischer Gerechtigkeit sprechen, wenn ich unter einem Baum vom Blitz erschlagen werde (Ursache->Wirkung)

Wenn nun ein demokratischer, sozialer Rechtstaat sich allgemein (demokratisch herbeigeführt) den Regeln unterwirft, wie wir sie als höchstes Gut in den Ersten 3 Artikeln des Grundgesetzes wiederfinden (bitte nachzulesen) - dann ist es "ge-recht", wenn sich jemand begründet der Gemeinschaft verweigert - denn das darf er!
Nicht nur, daß es laut Gesetz keine "Arbeitspflicht existiert, sie ist sogar ausdrücklich und aus gutem Grunde verboten (Art.12Abs.3)! Es mag hier vielen nicht gefallen, aber so sind die Regeln, über die sich Gerechtigkeit hierzulande im 21. Jahrhundert definiert!

Da die Fähigkeit des Begründens und der Kommunikation beispielsweise von Begabung, IQ und Bildungsgrad abhängt, und somit nicht als gegeben angenommen werden kann, hat niemand das Recht, einen solchen Grund auszuschießen und zu Zwang auszuüben, nur weil nicht evident ist - er würde damit das Recht des anderen verletzen (Art. 1 Abs.2).
Die Annahme einer "sozialen Hängematte" unter den gegebenen Umständen ist folglich ledigleich "Selbstgerecht" und ist alles andere als ein Ausdruck von (ge)Rechtsbewußtsein.

Es ist schon bezeichnend, daß unseren Politikern immer häufiger die Grundrechte vom BVGer erklärt werden müssen. Aber wenn die schon jedes Rechtsbewußtsein verloren haben, was will man dann dem zunehmend bildungsfernen Volk vorwerfen...
ganzbaf (10.02.2010, 16:32 Uhr)
Natürlich existiert die...

die Reiche liegen drin...;-S

Ansonsten brauchen wir:

1. Ein Recht (Pflicht) auf Arbeit

2. Ordentliche Mindestlöhne für Ungelernt, Gelernt, Studiert (mit Abschluss)

Geht alles zu Lasten der Reichen und der Konzerngewinne.
Prima ;-)
knilch_59 (10.02.2010, 15:34 Uhr)
@logo: Die soziale Hängematte existiert!
Letztlich geht es um Gerechtigkeit, also um ein Gefühl: subjektiv und nicht begründbar. Immer die gleichen 20 herumlungernden Gestalten vor der Teestube in der Wohnsiedlung mit 5.000 Bewohnern sind zwar nicht viel, aber doch zuviel, um sich nicht gestört oder bedroht zu fühlen. Und wenn die alle zwischen 20 und 40 Jahre alt sind, ... Es geht darum, dass sich auch Hartzies zu bemühen haben, der Gesellschaft, die sie ernährt, etwas zurückzugeben - eben: Pflicht.
.
Fangen wir mit Sprachkursen an, mit dem Nachholen qualifizierender Schulabschlüsse usw., alles Sachen die heute Leute nicht machen müssen, aber trotzdem Hartz-IV beziehen können. Dann machen wir weiter mit der persönlichen Verpflichtung der Menschen, die keinen Erwerb haben, sich jeden Tag selbst zu fragen, wie man sich denn nützlich machen könnte. Zu viele haben sich in ihr Schicksal ergeben, man will nicht umziehen; also findet man gute Gründe, warum das nicht geht, usw. Der Missbrauch lässt sich eben nicht anhand der Fälle zählen, in denen die ARGE-Mitarbeiter jemandem das nachweisen konnten, sondern in der individuellen Haltung vieler Einzelschicksale. Die Frage bei Hartz-IV ist nun mal nicht mehr, wie ich in meinen Job finde, sondern was ich tun könnte, um IRGENDEINEN Job zu bekommen. Die Wahl hatte man noch in der Zeit, als man ALG-1 bezog!
.
Dem Einen oder anderen Drogenjunkie würde es vielleicht sogar gut tun, mal für einen Sommer aufs Land als Erntehelfer abkommandiert zu werden: 20 Euro pro Tag Taschengeld bei freier Kost und Logis ist doch etwas?! Ähnliches auch bei den vielen Schulabbrechern, die sich vor den Teestuben, Spielhallen und Wettbüros tummeln. Nur: wie so etwas anordnen und auch durchsetzen?
.
Na ja, und wenn man erstmal daran gewöhnt ist jeden Morgen PÜNKTLICH seinen Hintern aus der Kiste zu bekommen, dann bekommt man auch ein anderes Selbstwertgefühl. Es geht um beide Dimensionen: Für mich die Wichtigere ist die, den Netto-Zahlern in die Sozialsysteme auch das Gefühl zu geben ihr Geld sei gut ausgegeben (selbst wenn es nicht immer stimmt). Dagegen tritt der persönlichkeitsbildende Aspekt bei demjenigen, der den Einfachjob ausübt, etwas in den Hintergrund.
.
Das ist genauso wie mit den unsinnigen Staatsausgaben: Man wird das nie auf Null setzen können. Aber es ist unendlich wichtig immer wieder zu demonstrieren, dass man bemüht ist. Zu viele Hartzies zeigen zumindest diese Mühe nicht! Das führt, im Bewusstsein der Menschen dazu, dass eine soziale Hängematte existiert. Zwar nicht bequem, aber eben auskömmlich. Und für den Einen oder Anderen wäre das zuviel, um es einfach so zuzubilligen!
MEHR ZUM ARTIKEL
Karlsruhe kippt Regelsätze Versteckte Falle für Angela Merkel

Das Urteil des Verfassungsgerichts zu Hartz IV war keine Revolution. Und doch werden sich Union und FDP noch wundern: Die Sprengkraft des Spruchs liegt nämlich im Detail. mehr...

Karlsruhe kippt Regelsätze Muss Hartz IV komplett auf den Prüfstand?

Nach der Reform ist vor der Reform: Auf stern.de diskutieren der linke Ökonom Rudolf Hickel und der neoliberale Kollege Johann Eekhoff über die Folgen des Hartz-Urteils und menschenwürdige Jobs. mehr...

Hartz-IV-Urteil aus Karlsruhe Regierung will bei Kindern nachbessern

Die Hartz-IV-Sätze müssen neu berechnet werden. So will es das Verfassungsgericht. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen stellt klar: Vor allem für bedürftige Kinder soll mehr getan werden. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe