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16. September 2010, 10:48 Uhr

Erika Steinbach beleidigt ehemaligen KZ-Häftling

Neuer Wirbel um Erika Steinbach: Die Vertriebenen-Präsidentin hat Polens Deutschland-Beauftragten beschimpft. Er habe einen schlechten Charakter, sagte sie im ARD-Morgenmagazin. Wladyslaw Bartoszewski nimmt die Angriffe mit Humor.

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Sorgt mit ihren Äußerungen schon wieder für Schlagzeilen: Erika Steinbach© DPA/Steffen Kugler

Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach hat den Deutschland-Beauftragten der polnischen Regierung, Wladyslaw Bartoszewski, scharf angegriffen. Die CDU-Bundestagsabgeordnete sagte am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin": "Bartoszewski hat einen schlechten Charakter. Das sage ich ohne Wenn und Aber." Sie begründete die Aussage mit "persönlichen Erfahrungen, die dahinterstecken". Sie habe sich mit Äußerungen zu diesem Mann "sehr lange auch wirklich zurückgehalten".

"Ich habe Bartoszewski sehr bewundert. Ich habe ihm Briefe geschrieben, herzliche Briefe, vor Jahren", sagte Steinbach am Donnerstag. Sie habe "nie eine Antwort erhalten, aber Reaktionen öffentlicher Art. Daraus kann man einiges schließen." In den vergangenen Jahren hatte Bartoszewski Steinbach wiederholt scharf angegriffen. Der heute 88-jährige Ex-Außenminister war einst Häftling in Auschwitz.

Bartoszewski reagierte auf die Angriffe Steinbachs mit Humor. Er wisse die Meinung von 41 Millionen deutschen Frauen, darunter (Ex-Bundestagspräsidentin) Rita Süssmuth, sehr zu schätzen - die Ansichten Steinbachs seien ihm aber egal, sagte er in Warschau.

"Eine ehrenwerte Persönlichkeit"

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) nahm Bartoszewski gegen die Angriffe Steinbachs in Schutz. Er schätze ihn "als eine ehrenwerte Persönlichkeit mit einer großen Lebensleistung für die deutsch-polnische Aussöhnung", erklärte Westerwelle in Berlin.

Steinbach hatte bereits in der vergangenen Woche bei der Fraktionsklausur der Union durch eine Äußerung zu Polen für einen Eklat gesorgt. Sie könne es "leider nicht ändern, dass Polen bereits im März 1939 mobil gemacht hat", hatte sie gesagt. Nach Kritik an dieser Äußerung kündigte sie an, nicht mehr für den CDU-Bundesvorstand kandidieren zu wollen.

DPA/AFP/fo
 
 
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