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26. März 2009, 20:01 Uhr

Neue Kfz-Steuer verstößt gegen EU-Recht

Böse Überraschung für die Bundesregierung: Eigentlich sollte die neue Kfz-Steuer am 1. Juli in Kraft treten - doch jetzt hat die EU-Kommission Bedenken angemeldet. In einem Brief an Finanzminister Steinbrück moniert EU-Kommissar Günter Verheugen, dass die Neuregelung gegen europäisches Recht verstößt.

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Hat Bedenken gegen die neue deutsche Kfz-Steuer: EU-Kommissar Günter Verheugen© Eric Vidal/Reuters

Die neue deutsche Kfz-Steuer verstößt nach Einschätzung der EU-Kommission gegen europäisches Recht. Das hat EU-Industriekommissar Günter Verheugen (SPD) in einem Brief an Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bemängelt, berichtete das "Handelsblatt". Die in dem deutschen Gesetz vorgesehene Steuerbefreiung für besonders schadstoffarme Diesel-Fahrzeuge verstoße gegen die Vorschriften des Gemeinschaftsrechts, heiße es in dem Schreiben vom 20. März. Verheugen verlangt eine Änderung des Gesetzes, das zum 1. Juli in Kraft treten soll.

Die Mahnung Verheugens gelte dem Paragrafen 3b des Gesetzes. Darin ist eine Steuer-Gutschrift von 150 Euro für alle neuen Diesel-Fahrzeuge vorgesehen, welche die Euro-6-Abgasnorm erfüllen. Diese europäische Abgasnorm sieht eine deutliche Reduzierung der Rußpartikel- und Stickstoffoxidemissionen vor. Die große Mehrheit der Neuwagen erfüllt die Euro-6-Norm bisher nicht. Dagegen bieten die Hersteller schon zahlreiche Wagen mit Euro 5-Norm an. EU-Kommissar Verheugen moniert nun, dass Euro-5-Fahrzeuge nicht in den Genuss der Steuerbefreiung in Höhe von 150 Euro kommen. Dadurch entstehe die Gefahr einer unerwünschten Fragmentierung des Binnenmarktes für Euro- 5- und Euro-6-Fahrzeuge. (

Mit der Reform wird die Kfz-Steuer vom 1. Juli nicht mehr allein nach der Motorgröße bemessen. Sie orientiert sich dann auch am Schadstoffausstoß. Die Einnahmen aus der Steuer sollen künftig an den Bund und nicht mehr an die Länder fließen.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
gmathol (27.03.2009, 11:50 Uhr)
Die EU wird doch nur von den Briten gebraucht...
...um Deutschland auszupluendern. Treten wir endlich aus und natuerlich auch aus der NATO. Die Schweiz zeigt wie es geht - man nennt das Neutral.
Dann braucht man sich auch nicht an den Zionisten Boykotts zu orientieren.
Fuer uns ist Iran ein prima Geschaeftspartner.
BreadMan (27.03.2009, 10:27 Uhr)
Raus aus der EU...
...und so den Laden erpressen, zu einem vernünftigen Maß an Regulierung, Angleichung und Normierung zu finden. Ich kann es nicht mehr hören, EU-Norm hier, EU-Norm da, das geht nicht, das darf nicht, hier nicht, da nicht, gar nicht und hier schon überhaupt nicht. Das ist die größte Selbstentmannung der jeweiligen staatlichen Souveränität, die Europa je gesehen hat. Es muss eine grundlegende Reform der EU her, die endlich mit dieser abstrusen Regelungswut bricht und den Staaten tatsächlich nur einen Handlungsrahmen vorgibt, den sie selber zu füllen haben. Guckt Euch doch mal diesen Unfug an, Kommunalrecht, Landesrecht, Bundesrecht, EU-Recht - man kann doch fast keinem einen Vorwurf machen, unter sovielen "ABER-Bedingungen" kein vernünftiges Gesetz zu Stande zu bringen? Ich plädiere für einen Bruch mit der EU, als Druckmittel, um die Beziehungen zu ordnen und in eine produktive und nicht hemmende Grundrichtung zu verwandeln. Es heißt immer, das ginge nicht, wir bräuchten die EU so dringend - das ist alles politisches Gewäsch, denn die Vorteile, die wir dadurch angeblich haben, ergäben sich auch beim Abschluß bilateraler oder multilateraler Verträge - eben ohne die Nachteile. Ich bin es jedenfalls leid. Ich bin absolut pro-europäisch und pro EU, was den Grundgedanken angeht. Aber diese Trümmertruppe in Brüssel, wo alles Unfähige geparkt wird (Verheugen z.B.), wird all unseren Ländern irgendwann noch vorschreiben, dass Klopapier nur in Nord-Süd-Richtung durch den Hintern zu ziehen - gemäß EU-Norm xxx77a47, Kapitel 4! Pflugscharren zu Schwertern, nehmt die Mistgabeln zur Hand und dann auf nach Brüssel - was könnten wir nicht alles von den Franzosen lernen!
Mikeorganizer (27.03.2009, 08:11 Uhr)
Erstaunlich
Es ist erstaunlich wie hier Leute sich der blauäugigkeit ergeben. Jedes neue Fahrzeug hat bereits vor dem ersten gefahrenen Kilometer bereits in der Produktion derart die Umwelt verschmutzt, dass das Fahren damit schon fast zu vernachlässigen ist. Ganz davon zu schweigen welchen davon, welchen Dreck die Entsorgung des alten Wagens erzeugt. Aber das fällt hier wieder mal unter den Tisch. Aber ist ja auch egal - wir lassen uns ja auch die Tatsache gefallen das wir im Zusammenhang mit dem Auto mehrfach besteuert werden.
Die nächsten Generationen werden eine der größten Politlügen finanzieren müssen - aber egal Hauptsache die Herren können sich auf die Schulter klopfen für diese Glanzleistung und sich demnächst die unverschämten Gehälter hierfür raufsetzen. Es ist kein Geheimnis mehr,es geht um Abzocke und die Möglichkeit anderen Scheiss mit dem Geld der Bürger zu bezahlen. Woher soll denn das nötige Kleingeld für unsere Politscharozzer und deren Prozkarren herkommen. Unsereins dreht schon jeden Cent um und die Überlegen sich gerade wie sich bald wieder ihr Gehalt aufstocken können oder dies gewinnbringend im Ausland anlegen können.
Sveto (27.03.2009, 04:37 Uhr)
Kfz-Steuer abschaffen und
Mineralölsteuer erhöhen: Dann wird nicht das - als solches CO2-neutrale - bloße Halten, sondern die - CO2-verursachende - Nutzung eines Kfz besteuert und auch Ausländer erfasst, wenn sie im Gebiet der BRD tanken.
hannes_schinder (27.03.2009, 00:12 Uhr)
Hört auf an Geld zu denken,
der Umwelt zuliebe :-)
Stern-Leser24 (26.03.2009, 23:01 Uhr)
@Wittigofranko
Ihr Vorschlag würde schon funktionieren und viele andere in der Richtung auch. Nur dann käme ja das Verursacherprinzip in Ansatz. Daran ist aber die Bundesregirung nicht interessirt. Die wollen doch, dass die großen Kutschen nicht so hoch besteuert werden... Verstehen sie das denn nicht.
·
Die wollen auch nicht auf die Einnahmen der vielen kleineren Wagen verzichten, deswegen müssen die Ökoprämien so klein wie möglich ausfallen. Also gestaltet es sich sehr schwierig die verdrehten Interessen der Bundesregierung unter einen Hut zu bringen.
·
Eine Ökosteuer über den Benzinpreis hätte ja zur Folge, dass die mit ihren 8 und 12 Zylindern und dem hohen Gewicht durch die Panzerung, echt zur Kasse gebeten werden. Dann müßten sie sich wieder eine Befreiungsklausel einfallen lassen und dann könnte ja jeder sofort ihr wahres Gesicht erkennen. :-)
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Hochachtungsvoll
nach Diktat verreist.
Wittigofranko (26.03.2009, 22:35 Uhr)
Kfz-Steuer abschaffen und Ökoabgabe mit Ökobonus einführen
Die Kfz-Steuer ist auch in ihrer novellierten Form total veraltet und extrem verwaltungsaufwändig.
Sie sollte daher völlig abgeschafft werden! Die bisherigen Einnahmen in Höhe von gut acht Milliarden Euro sollten als Ökoababe pro Liter Sprit umgelegt werden.
Damit wäre der Sprit teuerer und würde die Nachfrage nach sparsamen Autos anregen.
Der Vorteil in einer Abgabe statt einer Steuer liegt darin, dass diese zweckgebunden ist. Ein weiterer Zweck - neben dem Spritsparen - wäre deren Rückvergütung pro BürgerIn als Öko-Bonus - immerhin 100,-- jährlich über die persönliche Steueridentnummer.
Die Ökoabgabe würde 15 Eurocent pro Liter ausmachen und könnte auf dem Tankbeleg separat ausgewiesen werden, um selbst nachprüfen zu können ob der Einzelne bzw. die ganze Familie mehr oder weniger Ökoabgabe zahlt als er/sie als Ökobonus erhält.
FAzit: Fiskal-, Umwelt- und Wirtschaftspolitik wären endlich im Einklang - und die EU könnte diese juristische Innovation aus Deutschland übernehmen.
Ludwig Paul Häußner
Universität Karlsruhe (TH) - IEP
knilch_59 (26.03.2009, 21:49 Uhr)
Die können es einfach nicht!
.
Hoffnungslos verstrickt ins Chaos der eigenen Gesetzgebung: auf der einen Seite das Verfassungsgericht und auf der anderen Seite die EU – dazwischen Angies Laienspielertruppe. Bekommen die überhaupt noch etwas auf die Reihe? Was sie ohne Gesetz machen können, wird Murks, und wenn man sich ans Gesetze formulieren macht, klappt das auch nicht.
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Ultimativer kann man doch seine Inkompetenz nicht beweisen – die können es einfach nicht. Selbst wenn man noch bereit wäre, den guten Willen zu unterstellen – Selbstüberschätzung und Enthusiasmus reichen eben doch nicht aus.
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Also – am 27.09.2009 daran denken: Stellen wir uns mal vor, wir wären im Supermarkt.
Da liegen Obst, auf dem mit amtlichem Stempel steht: „Untauglich / Verdorben“.
Nebenan gibt es andere Obstsorten, auf denen nichts steht, die wir aber nicht kennen.
Wer heute noch CDU/CSU und SPD wählt, kauft mit Absicht faules Obst! Man darf sich dann nicht wundern, wenn man hinterher das große Kotzen bekommt!
Westerle.Merkwelle (26.03.2009, 21:48 Uhr)
Deutschland ist halt kein souveräner Staat mehr
Manchen wird sagen: Das war D doch noch nie. OK. Ich will aber etwas anderes anmerken:
D ist in einer Zange eingeklemmt, deren Arme aus der Macht der internationalen Konzerne und Steuerhinterzieher einerseits - und der EU Kommission andererseits bestehen.
Stones60 (26.03.2009, 21:12 Uhr)
Unverständlich
Bis wann ringt man sich endlich in der EU endlich zu einer Steuerharmonisierung durch. Mit 27 Einzelregelungen will man sich auf eine gemeinsame Verfassung (Vertrag von Lissabon) und die Währungsunion einigen. Von den finanzpolitischen Verwerfungen gar nicht zu sprechen.
So zäumt man das Pferd vom Schwanz her auf.
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