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Rettet endlich Griechenland!

Wieder zimmern die Europartner einem Formelkompromiss. Dabei wäre eine beherzte Aktion das einzig richtige Signal gewesen. Dann wüssten die Steuerzahler wenigstens: Wir zahlen für die Demokratie.

Ein Kommentar Von Andreas Albes

  Die Rettung Griechenlands wird noch teurer, soviel ist klar

Die Rettung Griechenlands wird noch teurer, soviel ist klar

Und wieder ist Griechenland ein bisschen gerettet. Was für ein Gezerre! Dabei weiß doch jeder, dass es mit den 44 Milliarden Euro, die Athen nun versprochen wurden, längst nicht getan ist. Da kann Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) noch so erleichtert verkünden, es sei kein Schuldenschnitt vereinbart worden. Früher oder später kommt er doch. Und dann zahlen die europäischen Steuerzahler. Die Frage ist nur, wann man ihnen diese Nachricht zumutet. In Deutschland, das bislang rund 37 Milliarden Euro zu den Rettungspaketen beigesteuert hat, wohl nicht vor der Bundestagswahl.

Athen muss seine Verwaltung reformieren

So geht weiter Zeit verloren. Griechenland rutscht noch tiefer in die Rezession, die gesellschaftliche Krise verschärft sich. Mehr Firmenpleiten, wachsende Arbeitslosigkeit, zunehmender Rechtsextremismus, steigende Selbstmordrate. Statt ultimativ immer drastischere Sparmaßnahmen zu fordern, sollten die internationalen Geldgeber die Regierung in Athen endlich zwingen, ihre Verwaltung zu reformieren. Und vor allem: Eine gerechte Steuergesetzgebung einzuführen, die nicht nur Rentner und Lohnempfänger abkassiert. Im Gegenzug könnten die Gläubiger Schulden erlassen und einen Marschall-Plan entwerfen, damit die Wirtschaft endlich wieder in Gang kommt.

Ein Scheitern des Euros ist keine Option

Ja, das wird teuer. Aber Griechenland muss gerettet werden. Koste es so viele Euro, wie es wolle. Denn es geht nicht nur um die Griechen. Es geht auch um den Kampf zweier Gesellschaftsmodelle. Demokratie gegen Autokratie. In der Wirtschaftssupermacht China und im Rohstoffreich Russland wird sehr genau wahrgenommen, welches Trauerspiel die westliche Welt mit all ihren demokratischen Traditionen derzeit abliefert. Die USA sind nach einer absurden Wahlschlacht vor allem mit sich selbst beschäftigt. Und in der EU ist man nicht nicht mal in der Lage, ein Elf-Millionen-Völkchen vor dem Bankrott zu bewahren. Man stelle sich mal vor, an Griechenland würde der Euro scheitern und womöglich die EU zerbrechen. Es wäre eine katastrophale Botschaft für die Welt.

Alle sind inzwischen klüger und wissen, dass man die Griechen nie so schnell in die Eurozone hätte aufnehmen dürfen. Aber nun sind sie drin, als schwarzes Schaf und Sorgenkind. Da wäre eine beherzte Rettungsaktion ein großartiges Signal. Und die Steuerzahler wüssten wenigstens: Wir haben für die Demokratie gezahlt. Das ist es Wert!

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