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15. September 2008, 18:19 Uhr

Staatsrechtler geben Okay für BKA-Gesetz

In einer Anhörung zum BKA-Gesetz haben Staatsrechtler den Gesetzentwurf als verfassungskonform bewertet. Selbst die umstrittenen Passagen zur Online-Durchsuchung von privaten Computern und zur Video-Überwachung stießen auf keine wesentlichen Bedenken. Die Opposition will trotzdem bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

Die Online-Durchsuchung von privaten Computern stieß bei Staatsrechtlern während einer Anhörung zum umstrittenen BKA-Gesetz auf keine wesentlichen Bedenken© Marcus Brandt/DDP

In einer Expertenanhörung des Bundestags hat eine Mehrheit der geladenen Staatsrechtler die umstrittene Online-Durchsuchung als verfassungskonform bewertet. Auch andere Regelungen aus dem Gesetz zur Ausweitung der BKA-Kompetenzen wie die zur Videoüberwachung von Wohnungen stießen kaum auf wesentliche Bedenken.

Allerdings gab es Kritik an "Parallelzuständigen" zwischen den Polizeien in Bund und Ländern. Die Opposition blieb bei der Ablehnung des BKA-Gesetzes. Unionspolitiker sahen dagegen die Kritik an dem Regelwerk durch die Expertenanhörung widerlegt.

Der Bundestag hatte mit dem BKA-Gesetz im Juni eine der größten Polizeireformen in der Geschichte der Bundesrepublik auf den parlamentarischen Weg gebracht. Vorrangiges Ziel ist es, das Bundeskriminalamt im Kampf gegen den internationalen Terrorismus schlagkräftiger zu machen. Die Behörde soll erstmals die Aufgabe der Gefahrenabwehr erhalten.

Neben der Online-Durchsuchung privater Computer ermöglicht die Reform auch die akustische und optische Videoüberwachung von Wohnungen. Ziel der Koalition ist es, den Gesetzentwurf im Spätherbst zu verabschieden.

Die SPD ist allerdings mit einer langen Liste von Änderungswünschen in die parlamentarischen Beratungen gegangen. Die Opposition lehnte das Gesetz geschlossen ab. Der frühere Innenminister Gerhart Baum (FDP) hat bereits angekündigt vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen, falls der Gesetzentwurf im parlamentarischen Verfahren nicht geändert wird.

"Problematische Parallelzuständigkeiten"

Die Mehrzahl der vom Innenausschuss des Bundestags angehörten Juristen hatten allerdings keine wesentlichen verfassungsrechtlichen Bedenken. Das geplante Gesetz zur Ausweitung der BKA-Kompetenzen enthalte "keine grundsätzliche Verschiebung des Koordinatensystems von Freiheit und Sicherheit zulasten der Freiheit", erklärte etwa der Bielefelder Rechtswissenschaftler Christoph Gusy. Der Passauer Verfassungsrechtler Dirk Heckmann vertrat die Auffassung, dass sowohl die Online-Durchsuchung als auch die Regelungen zur Wohnraumüberwachung "verfassungskonform ausgestaltet" sind. "Der Entwurf berücksichtigt die Vorgaben der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Die geforderten hohen Eingriffsschwellen wurden gesetzt", erklärte er. Auch der Bayreuther Rechtswissenschaftler Markus Möstl nannte die Regelungen für die Online-Durchsuchung einwandfrei. Dagegen kritisierte der Berliner Staatsrechtler Martin Kutscha "problematische Parallelzuständigkeiten" von Bundes- und Landeskriminalämtern. Das BKA werde "durch die Zuweisung zahlreicher neuer Eingriffsbefugnisse zu einer Art deutschem FBI umgewandelt, das in Konkurrenz zu den Polizeien der Länder weit im Vorfeld von Rechtsgutverletzungen agieren kann".

Datenschutzbeauftragter kritisiert den Entwurf

Kritik an dem Gesetzentwurf kam auch vom Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar. Die Regelungen würden "erhebliche datenschutzrechtliche Fragen" aufwerfen, erklärte er. BKA-Chef Jörg Ziercke betonte dagegen unter Hinweis auf die Anschlagsgefahr in Deutschland, dass neue Kompetenzen für seine Behörden unabdingbar seien. "Um die Aufgabe der Gefahrenabwehr effektiv wahrnehmen zu können, benötigt das Bundeskriminalamt die Ermächtigungsgrundlagen, die in den Ländern seit Jahrzehnten praktizierter und bewährter Standard sind", erklärte er.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 19)
 
Gisella (16.09.2008, 17:16 Uhr)
@terrax
war das nicht vorher "tripex"??? Lafo hat nachgefragt, ob es möglich ist , dass Mutter und Sohn die ja Continental "schlucken" wollen, mehrere Milliarden "erarbeiten" konnten. Nee, konnten sie nicht, wir das arbeitende Volk hat es für diese rangeschafft. --und ins Ausland gehen??? 1.brauchste die nötigen Flocken.2. Einen Job , den nicht jeder hat. 3. Sprachkenntnisse.4. Genug Geld, um ein Air-Plane Ticket zurück nach Germany zu kaufen. Es ist auch im Ausland nicht alles Gold was glänzt.
bR4iNST0RM (16.09.2008, 13:00 Uhr)
In die Hände gespielt.
Was auch drollig ist: die eigentlichen Verbrecher werden durch eine „Sonderregelung“ ausgenommen. Diese haben also nichts zu befürchten, und was das dumme Volk angeht, das passt schon!
Wenn wir mal das Ohr auf die Schiene der Geschichte legen, stellt man relativ schnell fest, das es kein noch so „perfekt abgesicherter“ Staat (a.k.a. so wenig Freiheiten wie möglich für das Volk) den Terror (in welcher Form auch immer, denn irgendwie kann alles als „Terror“ verkauft werden, was dem Staat nicht passt, wie auch der „Schwarze Block“ jetzt als Terroristisch eingestuft wird) abwehren konnte.
Die Terroristen haben schon jetzt einen kleinen Sieg davon getragen!
ganzbaf (16.09.2008, 12:10 Uhr)
Unser unseligen "Staatsunrechtler"...

haben schon so Manches an Grundgesetzfeindlichem durchgewunken... ))-:
lazarus06 (16.09.2008, 09:24 Uhr)
@manndernichtdaist ,Wer sagt Ihnen das es bei uns mit Rechten Dingen zu geht ?
Wir wählen ..ja,Vorbestimmte Kandidaten.Wer ( Welche Interessengruppe,Spender ) hat die Vorbestimmt ? Brauchen wir villleicht Wahlbeobachter ? Zählen die nach US Vorbild ? ... ???
manndernichtdaist (16.09.2008, 08:32 Uhr)
Wir sind doch selber schuld!
Wer hat denn die CDU inkl. Herrn "Rollstuhlschubser" aka "huch ich fühle meine Beine nicht" Schäuble gewählt? Das war das deutsche Volk!!
Jetzt zu lamentieren bringt gar nichts! WIR haben die Macht etwas zu verändern und diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten! Wählt einfach das nächste mal die Autofahrerpartei, oder die Linken, völlig egal was ihr wählt - hauptsache CDU/CSU und die SPD bekommen bei der nächsten Wahl richtig auf den Mund. Aber was wird kommen? Die meisten wählen das was sie ihr Leben lang gewählt haben, weil sie dumm wie Brot sind.
Wenn ich mir überlege, dass ein "Klempner" vom BKA meinen Wasserrohrbruch richtet und dann nebenbei Kameras installiert und das auch noch RECHTENS wäre - dann muss ich sagen, dass die Demokratie als solche vollkommen versagt hat. Wir steuern auf einen Staat zu, der sein Volk unter dem Deckmantel der "Terrorismusbekämpfung" selbst terrorisiert. Irgendwann kommt der Punkt an dem man etwas schlechtes über die Regierung sagt und kurze Zeit später vom Erdboden verschluckt wird. Panikmache? Vielleicht. Aber lieber wehre ich mich jetzt dagegen mit den Mitteln die mir die (Noch-) Demokratie zur Verfügung stellt (sprich Protestwahl) als später gar nichts mehr dagegen tun zu können.
terrax (16.09.2008, 07:21 Uhr)
@Klaus_P
Staatsfeind Nr.1 ist noch harmlos... dann schauen Sie sich mal das hier an:
http://video.google.de/videoplay?docid=-6362976242967048401
Und wenn Sie sich das angeschaut haben schauen Sie mal bei Wiki nach der Bilderberggruppe oder in Google.... Fakt ist die die ganzen großen Medienchefs sind dort fast alle Mitglieder. Ich denke, daß es beim Stern, Focus und Spiegel nicht anders sein wird und daher die einseitige Berichtserstattung kommt. Also der Axel-Springer Chef ist auf jeden Fall dabei..
hajomos (16.09.2008, 01:40 Uhr)
???
Da ich selber bei der Anhörung zu Gast war bleibt es mir unverständlich, wie Sie darauf kommen dass die Staatsrechtler ihr ok für das BKA-gesetzt gegeben haben sollten. Vielleicht schickt der Stern demnächst ausgebildete Juristen und keine "Huch, es gibt irgendwo Terror-wie böse - und ich liebe Schäuble" RedakteurInnen zu den Anhörungen. Dann könnte der Stern auch darüber berichten, was wirklich beprochen wurde. Mit seiösem Journalismus hat das nichts mehr zu tun. der Wahrhitsgehalt dieser Meldung liegt ungefähr auf dem Niveau der "echten" Tagebüchern eines Östereichers mit Schnurrbart.
Sorry, aber bitte demnächst zumindest informieren und recherchieren vor der Veröffentlichung!
lockeboemmel (16.09.2008, 01:33 Uhr)
einseitige Berichterstattung
Bei heise.de liest sich der Bericht über die Anhörung doch wesentlich differenzierter und es klingt keineswegs so, als ob "alle" Experten die Online-Durchsuchung gut finden.
Eine kritischere Sichtweise täte auch den Massenmedien gut!
Wenn nämlich die Onlinedurchsuchung kommt, wird sie genutzt werden und nach und nach ausgedehnt werden.
Nachdem Menschen am Werk sind, werden Fehler gemacht werden.
Und diese Fehler werden früher oder später auch jene treffen, die nichts zu verbergen haben und der Online-Durchsuchung ach so positiv gegenüber stehen, wie es bei dem Autor des Sternartikels scheinbar der Fall ist.
Viel Spaß!
gmathol (15.09.2008, 23:38 Uhr)
Wer die Realos jetzt noch waehlt...
...darf sich nicht mehr beklagen was ihm alles noch passiert.
Der neue Weltkrieg ist damit sicher! Hitler und seine Mannen haben sich in Berlin unter neuen Namen zurueckgemeldet.
Klaus_P (15.09.2008, 22:12 Uhr)
Wehret den Anfängen...
...diese "Politiker" machen mir eine Scheißangst. Die sind doch schlimmer als irgendwelche Pseudoterroristen. Morgen kommst Staatsfeind Nr.1 im Fernsehen. Den sollte sich jeder mal anschauen. Als kleiner Vorgeschmack was auf uns noch zukommen wird...
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