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Jugendschutz nach Medienlage?

Nach einem kritischen stern.de-Artikel über ein Enthauptungsvideo auf Facebook ist dieses nicht mehr verfügbar. Auf Rückfrage konnte Facebook den Sinneswandel nicht erklären.

Von Marius Gerads

  Ein Screenshot, kurz bevor der Mann geköpft wird.

Ein Screenshot, kurz bevor der Mann geköpft wird.

Das Video, das wochenlang auf Facebook zu sehen war, ist extrem brutal: Es zeigt die Enthauptung eines jungen Mannes. Der Betreiber des Accounts, von dem das Filmmaterial hochgeladen wurde, ist nach eigenen Angaben ein Anhänger des syrischen Machthabers Basar al Assad. Tausende Male wurde das Video kommentiert und geteilt. Nun ist es, nach Protesten von Jugendschützern und einem kritischen stern.de-Artikel, nicht mehr verfügbar.

Auf Rückfrage bei Facebook hieß es, die Entscheidung, ein solches Video aus dem Angebot zu nehmen, werde in Irland getroffen, dem Sitz der europäischen Firmenzentrale. Im Übrigen werde der Umgang mit jugendgefährdenden Inhalten überprüft. Nachdem bekannt geworden war, dass dieses Video auf Facebook existierte, hatte eine Sprecherin die Untätigkeit ihres Hauses noch verteidigt. Sie hatte stern.de mitgeteilt, "dass die Menschen ein Recht darauf haben, die Welt, in der wir leben, zu beschreiben, darzustellen und zu kommentieren". Dafür seien auch "verstörende Inhalte" in Kauf zu nehmen.

Einen vergleichbaren Fall gab es bereits Ende April. Bei Facebook wurde ein Video hochgeladen, in dem zu sehen war, wie eine Frau enthauptet wurde. Auch damals meldeten viele User den Clip, auch damals verwies Facebook auf die öffentliche Meinungsbildung. Erst auf massiven Druck von Usern, Jugendschützen und Medien löschte das Unternehmen das Video. Offenbar reagiert Facebook allein auf öffentlichen Druck. Eine weitergehende Anfrage zur Firmenpolitik in Sachen Jugendschutz ließ Facebook bislang unbeantwortet.

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