. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
5. Juni 2011, 15:42 Uhr

Wie Deutschland aus der Atomkraft aussteigt

Der Fahrplan zum Atomausstieg steht: Bis 2022 gehen nach und nach die Meiler vom Netz, das AKW Grafenrheinfeld ist als nächstes dran. Auch Details zum Netzausbau und zur Gebäudesanierung stehen - ein Überblick.

Atom, Atomkraftwerk, Ausstieg, Atomausstieg, Regierung, Koalition, CDU, FDP, Grüne, SPD, Bundestag, Gesetz, Erneuerbare Energien, Bundesrat

Kernkraftwerk Grafenrheinfeld wird in vier Jahren vom Netz gehen© Daniel Karmann/DPA

Die Grünen geraten wegen ihres Zögerns beim Atomausstieg unter Druck: "Ich kann verstehen, dass sie Angst vor dem Verlust ihres wichtigsten Themas haben", sagte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle dem "Hamburger Abendblatt". "Jetzt gilt es aber, aus dem Schmollwinkel herauszukommen und gesamtstaatliche Verantwortung zu übernehmen." Die Opposition müsse "von Dagegen auf Dafür umschalten".

CSU-Chef Horst Seehofer haut in die gleiche Kerbe: In der "Bild am Sonntag" sagte er, die Grünen hätten "mit dem Atomausstieg ein ähnliches Problem wie die FDP mit ihrer Forderung nach Steuersenkungen: Sie verengen sich auf ein Thema". Aber wenn die Grünen sich zu einem Konsens außer Stande sehen sollten, machen wir es mit denen, die zum Konsens bereit sind. Dann reicht es auch mit der SPD", so der bayerische Ministerpräsident.

Ausstieg muss "unumkehrbar" sein

Die Sozialdemokraten aber knüpfen weiterhin Bedingungen an ihre Zustimmung: Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Kelber forderte erneut, dass der Atomausstieg "unumkehrbar" gemacht werden müsse. Dies könne beispielweise "durch einen Staatsvertrag oder eine Grundgesetzänderung" geschehen, sagte er der Internetausgabe des "Handelsblattes". Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, gibt sich pragmatischer: Durch die schrittweise Abschaltung werde der Atomausstieg "faktisch unumkehrbar", so Oppermann.

Die Regierung hat nun auch Details zum Ausstieg festgelegt. Der Zeitplan sieht vor, die neun noch am Netz befindlichen Meiler in Deutschland zwischen 2015 und 2022 stufenweise abzuschalten. Laut der Nachrichtenagentur DPA, soll nach den acht bereits vorläufig abgeschalteten AKW als nächstes 2015 der bayerische Meiler Grafenrheinfeld den Betrieb einstellen. 2017 soll Gundremmingen B in Bayern und 2019 Philippsburg II in Baden-Württemberg folgen. 2021 könnten Grohnde in Niedersachsen, Brokdorf in Schleswig-Holstein und Gundremmingen C (Bayern) vom Netz gehen. Als letzte Kernkraftwerke würden 2022 Isar II in Bayern, Neckarwestheim II in Baden-Württemberg und Emsland in Niedersachsen abgeschaltet werden. Noch unklar ist, ob einer der acht Alt-Meiler bis 2013 in Bereitschaft gehalten wird für mögliche Stromengpässe im Winter.

Die geplanten neuen Laufzeiten:

AtomkraftwerkBetreiberLaufzeitende
Neckarwestheim IEnBW2011
Philippsburg IEnBW2011
Isar IEon2011
Biblis ARWE2011
Biblis BRWE2011
UnterweserEon2011
BrunsbüttelVattenfall/Eon2011
Krümmel 2011Vattenfall/Eon2011
GrafenrheinfeldEon2015
Gundremmingen BRWE/Eon2017
Philippsburg IIEnBW2019
Gundremmingen CRWE/Eon2021
GrohndeEon2021
BrokdorfEon/Vattenfall2021
Neckarwestheim IIEnBW2022
Isar IIEon2022
EmslandRWE/Eon2022

Fahrplan zum neuen Atomgesetz

An diesem Montag wird das Bundeskabinett über den Atomausstieg entscheiden. Am Donnerstag findet im Bundestag die erste Lesung des Pakets statt. Am 15. Juni endet das dreimonatige Atom-Moratorium. Auch wenn der Atomausstieg bis dahin nicht von Bundestag und Bundesrat beschlossen ist, sollen die AKW-Betreiber die acht zunächst nur vorübergehend stillgelegten Meiler nicht wieder hochfahren.

Am 25. Juni wollen die Grünen ihre Haltung zu dem möglichen Atomkonsens auf einem Sonderparteitag bestimmen. Fünf Tage später: Zweite und abschließende dritte Lesung des Pakets. Am 8. Juli tagt der Bundesrat, das Gesetzespaket (Atomausstieg, Netzausbau, Erneuerbare Energien) wird vorgelegt. Die Gesetze sollen aber weitgehend nicht zustimmungspflichtig gestaltet werden. Das neue Atomgesetz soll dann schnellstmöglich in Kraft treten.

Lesen Sie auf der nächsten Seite den Überblick über die wichtigsten Maßnahmen

  zurück
1 2
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Risiko Atomausstieg Ein Blackout und seine Folgen

Die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich den raschen Atomausstieg. Gleichzeitig besteht die Sorge vor einer Unterversorgung mit Energie oder gar einem Blackout. Was bei einem totalen Stromausfall passieren würde. mehr...

Merkel trifft Ministerpräsidenten 15, 17, 19, 21, 22 - Ende der Atomenergie

Die Kanzlerin ist finster entschlossen, das Thema Atomenergie schnellstmöglich abzuräumen. Überraschend stimmte sie einem Stufenplan für die Abschaltung zu. SPD und Grüne sehen den Konsens in Reichweite. mehr...

Ausstieg aus Atomkraft AKW gehen stufenweise vom Netz

Beim Abschalten der deutschen AKW geht es nun doch nach dem Willen der Bundesländer: Kanzlerin Merkel hat den Stufenplan für den Atomausstieg bis 2022 akzeptiert. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe