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23. Juni 2010, 17:20 Uhr

Straftäter dürfen weiterhin Auto fahren

Die Justizminister haben sich nicht auf ein Fahrverbot für Kriminelle geeinigt. Das Land Niedersachsen hatte vorgeschlagen, zusätzlich zu Geld- und Haftstrafen ein Fahrverbot in den Strafen-Katalog aufzunehmen.

Fahrverbot, Führerscheinentzug, Straftat, Justizministerkonferenz, Gesetzesverstoß

Ein Fahrverbot bei Straftaten wird es vorerst nicht geben© Uli Deck/DPA

Ein Fahrverbot als neue Strafe für Gesetzesbrecher ist vom Tisch. Die Justizminister von Bund und Ländern konnten sich am Mittwoch nicht auf eine einheitliche Linie in der Frage einigen, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Das Land Niedersachsen konnte sich am Mittwoch bei der Justizministerkonferenz in Hamburg nicht mit seinem Vorschlag durchsetzen, neben Geld- und Haftstrafen auch ein Fahrverbot als Hauptstrafe in den Ahndungskatalog aufzunehmen. Die Ressortchefs sprachen sich mit acht zu acht Stimmen gegen das Ansinnen aus Hannover aus. Die Konferenz hätte den Vorstoß einstimmig beschließen müssen.

Bundesjustizministerin war gegen die Pläne

Nach dem niedersächsischen Vorschlag sollten Gerichte den Führerschein auch für andere Gesetzesverstöße außer Verkehrsdelikten kassieren können. So hätten die Richter außer Geldstrafe und Haft eine weitere Strafmöglichkeit gewonnen.

Vorher hatte sich schon Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) skeptisch geäußert: "Ich bin der Meinung, dass wir es bei der geltenden Rechtslage bewenden lassen sollten", sagte sie vor Beginn des zweitägigen Treffens. Im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung hatte sie zudem auf unterschiedliche Belastungen für die Betroffenen hingewiesen. "Wer beruflich auf sein Auto angewiesen ist, müsste um seinen Job fürchten. Er empfindet eine solche Strafe viel härter als ein Besserverdiener, der sich ein Taxi leisten kann", sagte die Ministerin. ADAC-Präsident Peter Meyer hatte vor einer Diskriminierung von Verkehrsündern gewarnt.

ukl/DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
Onzapintada (24.06.2010, 18:33 Uhr)
Korrektur: Der Buhmann war diesmal nicht Schünemann, der Schikanemann heisst Busemann
. . . ein Kollege von Schünemann.

Was ein Dussel, Mann.
kb26919 (24.06.2010, 18:14 Uhr)
Nicht gut durchgedacht
denn Entzug der Fahrerlaubnis haette nur die bestraft die eine haben, was mit dem Rest? Fernsehverbot???
Onzapintada (24.06.2010, 18:08 Uhr)
Schikanemann
Die Gesellschaft ist zum Funktionieren auf die Mobilitaet ihrer Mitglieder, Arbeitskraefte wie Konsumenten, angeiesen.

Auf so etwas wie Fuehrerscheinentzug kann auch nur so ein Anhaenger eines autoritaeren Staates wie der niedersaechsische Innenminister Schünemann kommen.
Prologo (24.06.2010, 11:32 Uhr)
Auf so einen hirnverbrannten Blödsinn muss man erst mal kommen,....

.....aber immer wenn man glaubt,....

.....schlimmer kann es nicht mehr werden,....

.....dann kam es noch schlimmer,...!!!!!

MfG,
T.
Administrator (24.06.2010, 10:54 Uhr)
@ Marsianer
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Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
mantrid (24.06.2010, 10:20 Uhr)
Gebot der Gleichbehandlung
Wer gar keinen Führerschein hat, dem würde ein Fahrverbotwohl kaum stören. In der Großstadt auf den ÖPNV umzusteigen dürfte kaum ein Problem sein, auf dem Land ist der ÖPNV in Teilen schlicht katastrophal. Deswegen kommt diese Sanktionsmöglichkeit aus Gründen der Gerechtigkeit nicht in Frage .

Außerdem erscheint diese Strafmöglichkeit etwas willkürlich. Dann könnte man ja auch Fernseh-oder Telefonverbote verhängen.

Ich halte die Heranziehung zu gemeinnütziger Arbeit für eine der gerechtesten Strafen. Das trifft den Vorstandvorsitzenden ebenso hart, wie den kleinen Mann, stellt es doch so etwas wie einen kleinen Freiheitsentzug da.

Bei einigen Straftaten, wie etwas Köperverletzung, halte ich es allerdings für erforderlich, die charakterliche Eignung zu Führen eines KfZ zu überprüfen. Wer seine Agressionen nicht unter Kontrolle hat, sollte keine KfZ führen dürfen. Das wäre dann aber kein Entzug auf Zeit, sondern dauerhaft, bis zum Beweis, dass der Betreffende sich wieder beherrschen kann.
AxelR. (24.06.2010, 09:00 Uhr)
arme Straftäter
Die armen Straftäter, ein Führerscheinentzug würde sie gar zu sehr belasten. Womöglich würden sie das gar als Strafe empfinden. Die deutsche Kuscheljustiz hat nichts, was Straftäter abschreckt.
flyhi151 (24.06.2010, 08:57 Uhr)
Straftaeter in die oeffentlichen Verkehrsmittel
Schoen, dann werden also noch ein paar zusaetzliche Schlaeger mit Bus und Bahn unterwegs sein - das ist die richtige Antwort auf die Todesfaelle die es bereits gegeben hat....
tannebaum (24.06.2010, 08:32 Uhr)
es muss andere wege geben...
wie man straftätern wieder enrsthaft klarmachen kann, dass der staat autorität besitzt.

im moment macht er denen kaum angst.
pythia2010 (24.06.2010, 06:46 Uhr)
Scheiß-Föderalismus
In Bayern überfahren und töten Politiker mit ungefähr 2 Promille Zivilisten per Automobil und bleiben nicht nur im Amt, sondern werden später noch befördert.
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