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8. Januar 2007, 10:36 Uhr

Ermittlung gegen zwei KSK-Soldaten

Die Tübinger Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall Kurnaz gegen zwei KSK-Elitesoldaten - wegen gefährlicher Körperverletzung. Kurnaz hatte im stern ausführlich über seine Gefangenschaft berichtet und der KSK vorgeworfen, ihn geschlagen und getreten zu haben.

War in Afghanistan interniert, dann vier Jahre in Guantanamo: Murat Kurnaz© Yves Logghe/AP

Den Angehörigen des Bundeswehr-Kommandos Spezialkräfte (KSK) werde gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung im Amt vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Tübingen am Montag mit. Damit ist die drohende Verjährung abgewandt, ein späteres Strafverfahren bleibt möglich.

"Die Ermittlungen dauern an", hieß es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Insbesondere sollen die beiden Verdächtigen vernommen werden. Murat Kurnaz hatte in einem stern-Interview im Oktober erstmals berichtet, ein Mann in einer Uniform mit deutschem Hohheitsabzeichen habe ihn im Januar 2002 im Beisein von US- und Bundeswehrsoldaten "an den Haaren" hochgezogen und dann "meinen Kopf auf den Boden geschlagen" (stern 41/2006). Außerdem sei er getreten worden. Kurnaz hatte sich im stern ausführlich dazu geäußert.

Fotos von 14 KSK-Soldaten vorgelegt

Einfache Körperverletzung verjährt nach fünf Jahren. Die Behörden hatten sich deshalb bemüht, bis Januar Beschuldigte zu ermitteln. Dafür wurden Kurnaz am 28. Dezember vergangenen Jahres 48 Fotos gezeigt, darunter Aufnahmen von 14 KSK-Soldaten, die Kontakt zu Kurnaz gehabt haben könnten. Kurnaz habe angegeben, den Soldaten erkannt zu haben, der ihn an den Haaren gepackt und seinen Kopf auf den Boden geschlagen haben soll. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Soldaten ein. Der zweite Beschuldigte hatte zur gleichen Zeit Wachdienst.

Kurnaz war Ende 2001 in Pakistan festgenommen worden. Er wurde nach Afghanistan verschleppt und schließlich vier Jahre lang im US- Lager Guantànamo auf Kuba festgehalten. Im August 2006 kam Kurnaz frei. Der Verteidigungsausschuss und der BND-Untersuchungsauschuss des Bundestages wollen sich noch Anfang dieses Jahres mit dem Fall befassen.

DPA
 
 
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