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29. März 2007, 10:23 Uhr

Schily entlastet Genosse Steinmeier

Amtshilfe bei der SPD: Ex-Minister Schily hat im Untersuchungsausschuss die politische Verantwortung für den Fall Kurnaz übernommen und damit den amtierenden Außenminister und Genossen Steinmeier entlastet. Auch Steinmeier muss heute vor den Ausschuss treten.

Hat sich im Fall Kurnaz - wie auch bei anderen Skandalen - nach eigenen Angaben "völlig korrekt" verhalten: Ex-Innenminister Otto Schily© Sean Gallup/Getty Images

Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat im Fall des langjährigen Guantànamo-Häftlings Murat Kurnaz "die politische Verantwortung" übernommen. Schily sagte am Donnerstag vor dem BND-Untersuchungsausschuss, selbstverständlich trage er für alle Handlungen und Unterlassungen seines früheren Ministeriums die politische Verantwortung. Diese Feststellung falle ihm leicht, weil sich das Ministerium "völlig korrekt" verhalten habe.

Kurnaz angeblich "irregeleitet"

Das damalige Bundeskanzleramt unter Leitung des heutigen Außenministers Frank-Walter Steinmeier (SPD) und das Auswärtige Amt hätten sich auf "die sachgerechte und sorgfältige Analyse" durch das Bundesinnenministerium und die ihm nachgeordneten Geheimdienste verlassen müssen. Kurnaz möge "irregeleitet" worden sein. "Harmlos war er nicht", sagte Schily. Damit wird Druck von Steinmeier genommen, der seit Monaten von der Opposition wegen seines Verhaltens im Fall Kurnaz heftig kritisiert wird.

Schily sagte, er könne sich an Einzelheiten des Falls nicht erinnern. Ihm sei aber im Jahr 2002 "wahrscheinlich gesprächsweise" davon berichtet worden. Sein Anliegen sei gewesen, Personen von Deutschland fern zu halten, die eine Gefahr darstellten. Er sei stolz auf die damalige Arbeit der Sicherheitsbehörden bei der Gefahrenabwehr.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Raknarak (29.03.2007, 13:51 Uhr)
Türke oder kein Türke?!
Was soll eigentlich die ganze Debatte mit den deutschen Politikern? Ist er Türke oder nicht?!
Rosenengel (29.03.2007, 11:58 Uhr)
So viel Rückgrat wünscht man sich immer!
Endlich zeigen auch deutsche Politiker mal so etwas wie Rückgrat.
Deutschlands Sicherheitsinteressen zu wahren ist Richtig. Und warum wird überhaupt so viel Gewese gemacht? Wahrscheinlich haben ist Kurnaz durch seine damaligen Verhaftung davon abgehalten worden, "Gotteskrieger" zu werden und Verbrechen zu begehen. Und wer garantiert, das er jetzt nicht in Deutschland den Kontakt zu radikalen Muslimen sucht? Es ist jedenfalls besser, Übervorsichtig zu sein, als wie hinterher Opfer zu beklagen.
Die von solchen radikalen Muslimen gemachten Terror - Videos, in denen Deutschland mit Anschlägen gedroht wird, sind in fast akzentfreiem Deutsch abgehalten und wurden in Deutschland bearbeitet. Und da ist es nicht nur ein Recht, sondern auch die Pflicht der deutschen Politiker, auch bei jedem noch so kleinsten Sicherheitsrisiko, Ausländern die Einreise zu verweigern. Deutschland ist ein souveräner Staat. Dessen Staatsbürgerschaft Kurnaz immer bewusst abgelehnt hat. Deutschland braucht sich für seine Entscheidungen nicht zu Rechtfertigen und nicht zu Entschuldigen. Wer das verlangt, soll erst einmal entsprechendes Rechtsgebaren anderer Länder studieren. Am besten in islamischen Ländern.
Antidemokrat (29.03.2007, 11:50 Uhr)
Schily Schote
Letzte Woche sagte ich auch zu meinem Chef: “Du Chef, leider hat uns unser bester Kunde verklagt, für den ich zuständig bin, an Einzelheiten kann ich mich aber nicht erinnern.” … seitdem bin ich arbeitslos … wäre ich doch nur Politiker geworden, denn wer nix wird, wird wird … Politiker !
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