22. Februar 2007, 12:11 Uhr

Bischof attackiert von der Leyen

Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat Familienministerin Ursula von der Leyen scharf angegriffen. Er bezeichnete den Plan des Familienministeriums als einen "gesellschaftspolitischen Skandal", zur Finanzierung neuer Kinderbetreuungseinrichtungen andere Familienleistungen zu kürzen.

Bischof Walter Mixa kritisiert Ursula von der Leyen©

Als "kinderfeindlich und ideologisch verblendet" hat der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, die Politik von Familienministerin Ursula von der Leyen kritisiert. Die geplanten Maßnahmen seien "schädlich für Kinder und Familien und einseitig auf eine aktive Förderung der Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern fixiert", sagte Mixa in Augsburg. Von der Leyen will die die Zahl der Krippenplätze deutlich erhöhen und bis zum Jahr 2013 auf rund 750.000 ausbauen.

Als einen "gesellschaftspolitischen Skandal" bezeichnete Mixa Planungen des Familienministeriums, zur Finanzierung neuer Kinderbetreuungseinrichtungen andere Familienleistungen zu kürzen. "Die Familienpolitik von Frau von der Leyen dient nicht in erster Linie dem Kindeswohl oder der Stärkung der Familie, sondern ist vorrangig darauf ausgerichtet, junge Frauen als Arbeitskräfte-Reserve für die Industrie zu rekrutieren", sagte der Bischof. Die Denkmuster des Familienministeriums erinnerten in beklemmender Weise an die Ideologie der staatlichen Fremdbetreuung von Kindern in der untergegangenen DDR. Die Doppelverdiener-Ehe werde von der CDU-Ministerin geradezu zum "ideologischen Fetisch" erhoben.

DPA
 
 
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KOMMENTARE (5 von 5)
 
Kinderkram (23.02.2007, 16:57 Uhr)
Keine Ahnung
Als zölibatär lebender älterer Mann hat Bischof Mixa natürlich keine Ahnung von den Lebenswelten von Eltern und Kindern in Deutschland. Aber auch von frühkindlicher Pädagogik und von kindlichen Bedürfnissen versteht er nichts. Sonst wüßte er, dass heutzutage der Besuch einer Krippe die Schul- und Lebenschancen eines Kindes erheblich erhöht, es also ein Privileg ist, eine Krippe zu besuchen. Man darf ihm diese Ahnungslosigkeit nicht vorwerfen, aber er sollte sich in diesem Fall doch an den Spruch halten, den Eva Herrmann für die Frauen propagiert: Öfter mal den Mund halten!
michaalb (22.02.2007, 20:34 Uhr)
Schon sehr drollig ...
... wenn ein Bischof der Katholen-Sekte von ideologischer Verblendung schwafelt.
Asiat (22.02.2007, 15:31 Uhr)
ideologisch verblendet?!
Kann die beiden Vorschreiber nur zu ihren Kommentaren beglueckwuenschen.
Anscheinend ist es dem massiv ideologisch verblendetem Bischof entgangen, wie wenig Kinder heutzutage in Deutschland geboren werden, und das trotz des Verhuetungsverbots der katholischen Kirche.
zman_miami (22.02.2007, 14:19 Uhr)
Es reicht!
Langsam wird es wirklich zu viel, was sich die kirchlichen Würdeträger da so alles erlauben. Die Einmischung der Kirche in gesellschaftsrechtliche Angelegenheiten ist zum Kotzen, mit Verlaub gesagt... Der Bischof soll sich mal lieber darum kümmern, dass seine Priester die Finger von den kleinen Jungs lassen!
layenb (22.02.2007, 13:33 Uhr)
Na klasse...
An diesem Unsinn sieht man, wieviel Übung die katholische Kirche am Verschleiern und Verdrehen der Tatsachen hat. Frau von der Leyen femilen- und kinderfeindlich? Der alte Herr kümmert sich - wie immer in der Geschichte der männerlastigen katholischen Kirche - ausschliesslich um das Wohle seiner Geschlechtsgenossen und der Macht ihresgleichen. Mit einer geschickten
Demagogie, die kaum zu übertreffen ist. Was hat er eigentlich in dieser Sache wirklich zu sagen? Seien wir ehrich: nichts. Das ist, wie in der Politik: Pensionsanwärter urteilen über die gesetzliche Rente, Privatversicherte über die gesetzliche Krankenversicherung, Unkündbare über die Mindestlöhne, Kinderlose mit kirchlich angestellter Haushälterin über die Familien.
Herr Mixa hat keinen blassen Schimmer von der Wirklichkeit in Deutschland.
Auch dann nicht, wenn Frau von der Leyen nicht die typische Mutter darstellt. Aber ein bisschen mehr versteht sie von der tatsächlichen Lage schon, als Herr Mixa. Eigentlich sollten die Frauen in Deutschland die traditionell und sehr bewusst frauenfeindliche katolische Kirche nach solchen Äusserungen noch viel kritischer sehen...
 
 
 
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