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5. August 2009, 14:10 Uhr

SPD will Elterngeld auf 16 Monate verlängern

Nicht nur für den Arbeitsmarkt, auch für die Familienpolitik hat die SPD große Pläne: Wenn die Sozialdemokraten die Wahl gewinnen, soll Deutschland gar zum familienfreundlichsten Land Europas werden. Manuela Schwesig, Familienexpertin im Schattenkabinett der SPD, will dann das Elterngeld verlängern - und nicht nur das.

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Hoffnungsträgerin der SPD: Manuela Schwesig, Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern und Familienexpertin im Schattenkabinett der SPD© Jens Büttner/DPA

Die SPD will Deutschland im Fall eines Wahlsiegs zum familienfreundlichsten Land Europas machen. Dazu würden Elterngeld und Vätermonate sowie der geplante Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte deutlich ausgeweitet, versprach die Familienexpertin im Schattenkabinett von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, Manuela Schwesig. "Uns geht es um eine moderne und soziale Familienpolitik", sagte sie am Mittwoch in Berlin.

Die Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns war in der vergangenen Woche als eine von zehn Frauen ins Wahlkampfteam Steinmeiers berufen worden. Die 35-jährige Mutter eines Kindes nannte drei Eckpunkte ihrer Familienpolitik: Bessere finanzielle Unterstützung von Familien, Investitionen in die Infrastruktur sowie mehr Flexibilität am Arbeitsplatz, um mehr Zeit für die Familie zu schaffen.

"Wir brauchen nicht arbeitsfreundliche Familien, sondern familienfreundliche Arbeitsplätze", sagte Schwesig. Die Vätermonate oder Partnermonate sollen von zwei auf vier verdoppelt werden. Damit würde ein 16-monatiger Bezug des Elterngeldes ermöglicht, falls beide Partner für die Kinderbetreuung eine Auszeit am Arbeitsplatz nehmen. Die Vätermonate seien "viel mehr wert als jeder teure Managerlehrgang", sagte Schwesig.

Zudem will die SPD die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten und trotzdem Elterngeld zu bekommen, von sieben auf 16 Monate ausweiten. Den geplanten Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz auch für Kinder unter drei Jahren will Schwesig für eine Ganztagsbetreuung gelten lassen.

Die Debatte um die richtige Familienpolitik in Deutschland war erneut aufgeflammt, nachdem das europäische Statistikamt Eurostat denkbar schlechte Geburtenzahlen für Deutschland vorgelegt hatte. Den Statistiken zufolge sind die Deutschen beim Kinderkriegen europaweit Schlusslicht. Anders als in allen anderen EU-Ländern sei die Zahl der Geburten in Deutschland im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2007 leicht rückläufig gewesen, so Eurostat in Brüssel.

Dabei lag Deutschland schon im Jahr 2007 auf dem letzten Platz unter den 27 Mitgliedsländern. Auf 1000 Einwohner kamen in Deutschland im vergangenen Jahr nur noch 8,2 Geburten, ein Jahr zuvor waren es noch 8,3 Geburten. Europaweit stieg die durchschnittliche Zahl der Neugeborenen pro 1000 Einwohner im Vorjahresvergleich hingegen um 0,3 auf 10,9.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
knilch_59 (08.08.2009, 00:13 Uhr)
@telon
Stimmt – und wenn man jetzt die Bilanz zieht, sieht man, dass die Geburtenzahl insgesamt weiter rückläufig ist, der Anteil der spät Gebärenden aber zunimmt. Also wirkt das Betreuungsgeld kontraproduktiv – junge Mütter werden weniger, ältere mehr, der Trend zur Kinderlosigkeit, maximal aber ein-Kind-Familie wird verstärkt.
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Das führt zu weiteren Problemen: auf der einen Seite die jungen Mütter, in der Regel arm und auf Hartz-IV angewiesen, auf der anderen Seite die älteren Luxus-Muttis, dazwischen wird es immer weniger geben, die integrative Kraft einer Mitte droht wegzufallen. Wenn diese Kids dann in die Krippe oder in die Schule kommen, haben die völlig unterschiedliche soziale Hintergründe – auf der einen Seite die Cabrio-Pilotin um die vierzig, auf der anderen Seite das arme Hascherl von Mitte zwanzig, die ja auch genauso gut die Tochter der alten Mutter sein könnte. Da gibt es kein Miteinander, die gesellschaftliche Spaltung wird so verschärft.
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Deshalb ist das Betreuungsgeld in der heutigen Form falsch! Und mit einer Verlöngerung wird es nicht nur noch teurer, sondern noch falscher. Hoffen wir mal, dass Frau Schwesig ihren Vorschlag noch mal überdenkt und nicht weiter verfolgt! Und dass jemand diese unerträgliche Frau von der Leyen stoppt!
Telon (06.08.2009, 15:18 Uhr)
Wer war gleich die Zeilgruppe?!
Soweit ich mich erinnern kann waren es grade eben die einkommensstärkeren, schon etwas älteren Frauen denen mit dem Elterngeld ein Anreiz geschaffen werden sollte, sich evtl. doch mal mit dem Gedanken an Nachwuchs zu beschäftigen.
Natürlich ist das nicht wirklich sozial, aber eine Akademikerin mitte Dreißig kann in der Regel eben nicht einfach mal so mehrer Jahre auf das Gehalt verzichten. Das höhre Einkommen ist in dieser Bevölkerungsgruppe oft schon auf Jahre (z.B. durch eine Immobilie) fest verplant!
Und natürlich ist es zynisch, dass das Kind dieser Frau dem Staat mehr wert ist als z.B. das einer jungen Verkäuferin Anfang zwanzig.
ABER ... deren 800 Euro Elterngeld (einfach mal so geschätzt) sind für die o.g. Zielgruppe einfach keine ausreichende Entlastung für das ursprüngliche Ziel des Elterngelds, wenn sonst netto 2.500,- und mehr auf dem Konto landen.
Skillet4 (06.08.2009, 03:15 Uhr)
Die SPD w i l l …
(bereits jetzt wird man stutzig, und weiter:)
… im Fall eines W a h l s i e g s
(im Fall welchen Wahlsiegs denn??)
das Eltern g e l d …
(ich dachte, wir sind bereits pleite)
… v e r l ä n g e r n ???
Das ist wirklich originell!
Könnte von mir stammen.
(Ich hab auch nix gegen Kinder.
Im Prinzip).
kralli19 (05.08.2009, 16:32 Uhr)
Lieber tempelhofer...
...dann lesen sie sich den Kommentar von knilch59 nochmal durch. Dann verstehen sie vielleicht auch, was an der Aussage dieser Politikerin nicht stimmt.
Tempelhofer (05.08.2009, 16:19 Uhr)
Destruktivität
In diesem Forum ist ein Hang zu destruktiven Positionen festzustellen. Auf der einen Seite wird beklagt, wenn Politiker sich nicht konkret zu Sachthemen äußern, wie bei Frau Merkel. Wird dann aber irgendein Vorschlag unterbreitet, erfolgt sofort das große Niedermachen, völlig egal, worum es geht, was gesagt wird, Hauptsache es kommt von einer etablierten Partei. Selbstverständlich spielt dann auch das eigentliche Thema keine Rolle mehr, in diesem Fall des Elterngeld.
Liebe Agitatoren, mit ihrem Eifer schaden Sie sich nur selbst. So werden Sie, außer sich selbst, niemanden in Deutschland politisch überzeugen.
Westerle.Merkwelle (05.08.2009, 15:24 Uhr)
Die Wahllügen von CDU/CSU, SPD und FDP - Hier: Elterngeld
Hübsche Frau, diese Manuela Schwesig. Aber das reicht leider nicht. Außerdem ist sie in der SPD, was mißtrauisch machen muss. Und: wer soll das bezahlen, wenn die große, neoliberale Koalition vorher die Schuldenbremse beschließt?
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Seit Wochen will man uns einschläfern mit der Behauptung, dass die Wirtschaftskrise nicht so schlimm sei und bis zum Jahresende alles wieder so weiter gehen können wie früher. Leider fallen darauf die meisten Leute herein und geben ausgerechnet denjenigen im Herbst wieder ihre Stimme, die durch ihre neoliberale Politik der letzten Jahre die Wirtschaftskatastrophe zu verantworten haben.
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Bis heute belügen uns die Politiker über das wahre Ausmaß der Katastrophe. Sie tun alles, um bis zur Bundestagswahl die Ursachen und Folgen zu vertuschen und schön zu reden.
Staatsbankrott droht in mehreren Ländern
Da hier auch EU Länder betroffen sind, könnte dies das Ende des Euro sein - mit unübersehbaren Folgen für unsere Ersparnisse!
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0,3672,7527184,00.html
Verbrennt der Staat unser Geld?
Während für Bildung, Gesundheit, Arbeitslose und Rentner kein Geld da ist, werden mehrere Billionen € bzw. $ für die Alimentierung von Banken bereitgestellt. Machen wir uns nichts vor: Das kann nur in einer Hyperinflation enden.
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Die große Rechnung der Politiker kommt noch: Am Montag nach der Bundestagswahl. 08:00 Uhr!!
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Schamlose Wahlversprechen und Wahlgeschenke
Die Politiker versuchen uns Wähler systematisch einzulullen. Zum Beispiel das Elterngeld: Es lief ursprünglich doppelt so lang wie jetzt - das war bevor die Ursula ihr neues Elterngeld eingeführt hat. Was die SPD also jetzt vorschlägt, ist weniger als das, was man den jungen, ahnungslosen Eltern seit der Kürzung vorenthält!
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Es gibt weitere Wahllügen, die ich hier aus Platzgründen nicht aufführen kann. Fortsetzung folgt!
knilch_59 (05.08.2009, 15:19 Uhr)
Fehlstart!
Die erste Meldung aus Steinis Kompetenzteam – und schon in die falsche Richtung. Das Elterngeld funktioniert nicht. Daran wird auch die Verlängerung nichts ändern. Durch Einkommensabhängigkeit werden vorwiegend Frauen ab Mitte Dreißig privilegiert. Die bekommen dann allenfalls ein Kind, für ein zweites ist es schon fast zu spät. Damit wird die „Normalfamilie“ weiter demontiert.
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Sozial und demokratisch wäre nur das einkommensUNabhängige Erziehungsgeld, und das nicht für 12, 16 oder 18 Monate, sondern für mindestens 6 Jahre: „Solange im Haushalt ein Kind im Alter unter 6 Jahren erzogen wird, beträgt das Erziehungsgeld XXX Euro“. Damit bekommen auch junge Familien, die im Beruf noch nicht fest gesattelt sind, ein planbares Einkommen. Wer davon zu Hause bleiben will, kann das tun, wer arbeiten oder studieren möchte, kann sich davon eine – kostenpflichtige – Kinderbetreuung organisieren. Und solange das jüngste Kind im Haushalt zwar über 6, aber noch nicht 14 Jahre alt ist, sollte das halbe Erziehungsgeld ausgezahlt werden.
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Wirklich teuer ist das nicht, insbesondere wenn man sich ansieht, wie viel Hartz-IV-Leistungen an allein Erziehende damit eingespart würden, vom Verwaltungsaufwand mal ganz abgesehen.
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Frau Schwesig: mit derart blöden, weil halbherzigen Vorschlägen empfehlen Sie sich bestimmt nicht als Alternative zu der desaströsen Frau von der Leyen! Familienpolitik unter sozialdemokratischer Flagge sollte ganz anders aussehen, und Sie sollten den Mut haben das zu sagen!
kralli19 (05.08.2009, 15:06 Uhr)
Mal abgesehen...
Mal abgesehen davon, das die SPD nach der Wahl nicht einen einzigen Minister stellen wird, weiß die gute Frau eigentlich, was sie da faselt ?
Ade, SPD und alles, was an der Partei mal sozial war....
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