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16. Februar 2009, 12:37 Uhr

Der Babyboom hat eine Schattenseite

In Deutschland werden wieder mehr Babys geboren. Vor allem Frauen zwischen 30 und 40 Jahren bekommen häufiger Kinder, lautet ein Fazit des Familienreports 2009. Doch Familienministerin Ursula von der Leyen warnt: Besonders für die vielen Alleinerziehenden bedeuten Kinder häufig finanzielle Not.

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Will Alleinerziehenden das Arbeiten erleichtern: Familienministerin Ursula von der Leyen bei der Vorstellung des Familienreports 2009© Arno Burgi /DPA

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat vor einem Nachlassen bei der Familienförderung gewarnt und eine verstärkte Unterstützung Alleinerziehender gefordert. Jede fünfte Familie in Deutschland bestehe aus Alleinerziehenden, sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin bei der Vorstellung des Familienreports 2009. Rund 40 Prozent von ihnen lebten von Hartz IV. Das seien etwa 660.000 Mütter oder Väter mit rund einer Million Kindern. Bei ihnen gebe es bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch erheblichen Handlungsbedarf.

Von der Leyen verwies dabei auf eine Befragung von Alleinerziehenden, die auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind. Dabei gaben 43 Prozent an, dass sie Kinderbetreuung benötigen, aber nur 3 Prozent hätten bei der Jobsuche entsprechende Betreuungsangebote erhalten.

Zwar sei der Anteil der Alleinerziehenden leicht rückläufig, aber flexible Kinderbetreuung und soziale Netze spezifischer Art seien notwendig, mahnte die Ministerin. "Alleinerziehende sind genauso leistungsbereit wie andere, wollen wirtschaftlich unabhängig sein und sind gut ausgebildet." Das Familienministerium habe deshalb zu ihrer Unterstützung das Projekt "Vereinbarkeit für Alleinerziehende" gestartet.

Wie Deutschland aus der aktuellen Wirtschaftskrise herausgehe, werde von der Familienpolitik abhängen, erklärte von der Leyen weiter. Die Annahme, Familienpolitik sei in konjunkturell rauen Zeiten nachrangig, sei falsch, vielmehr sei sie die "Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand".

Mit Blick auf die gestiegenen Geburtenzahlen im vergangenen Jahr warnte von der Leyen vor zu großem Optimismus. Die Ergebnisse seien kein Grund zur Euphorie, jedoch ein Grund zur Zuversicht. "Wir müssen enorm aufpassen, dass das so bleibt", so die Ministerin.

Die Geburtenrate pro Frau hat sich dem Familienreport zufolge von 1,33 Kinder im Jahr 2004 auf 1,37 Kinder im Jahr 2007 erhöht. Wissenschaftler halten allerdings eine Quote von mindestens 1,6 für nötig, um den Bevölkerungsschwund durch Sterbefälle auszugleichen. Frankreich zum Beispiel hat eine Quote von 1,9. Das Statistische Bundesamt schätzt die Gesamtzahl der Geburten 2008 auf bis zu 690.000. Im Jahr 2007 waren es 684.862 Geburten. Zugenommen habe die Zahl der Geburten vor allem bei Frauen zwischen 30 und 40 Jahren, sagte von der Leyen.

Umfragen im Familienreport zufolge wächst auch der Wert der Familie. 90 Prozent der Deutschen halten sie für wichtig. 50 Prozent der Befragten sind der Meinung, die Familienpolitik der Bundesregierung habe die Situation der Familien verbessert. Fünf Prozent sehen eine Verschlechterung. Ein Drittel (34 Prozent) hält die Situation für unverändert.

mad/DPA/AFP/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 30)
 
Skillet4 (17.02.2009, 00:29 Uhr)
Wie meinen (@Eisenbaer)?
Alleinerziehende sollten keine Kinder in die Welt setzen?
Wie ist das möglich?
Außerdem kommt es nicht auf die Anzahl der Jobs alleine an, sondern vor allem auf die Qualität dieser Jobs, sprich Bezahlung, Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist usw.
Und da sind wir nämlich zweifellos im Rückschritt begriffen.
Weiterhin werden beispielsweise munter Arbeitsplätze in den Krankenhäusern dieser Republik abgebaut, „Jobs“, die traditionell von Frauen wahrgenommen werden.
Und wie sieht es zum Beispiel in der Alten- und externen Krankenpflege aus?
Ganz ähnlich. Rechnen mit dem spitzen Bleistift, Privatisierungswahn.
Die Menschen? Mittel zum Zweck - Nebensache. Hauptsache die Rendite stimmt.
Kommen Sie mir also nicht mit dem Argument, es gäbe nicht ausreichend bezahlbare Arbeitsplätze.
Das ist schlichtweg eine platte Lüge. Es geht nur um den Profit Einiger.
Der Fehler liegt im System und zeugt von Verantwortungslosigkeit und Korruption.
Weiter so. Let’s go!
n8g8 (17.02.2009, 00:13 Uhr)
@ Georges13437
Na, Sie sind den Gauklern und Gesellschafts-Spaltern ja schööön auf dem Leim gegangen. Anschie und von der alten Leyer werden sich über Ihre "Einstellung" wirklich freuen, weil ihre Strategie auf fruchtbaren Boden fiel.
Guter Rat an SIe: *flüster* Sie sollten sich einmal vergewissern, WER der wirkliche Auslöser Ihres Unglücks ist.-
Georges13437 (16.02.2009, 23:10 Uhr)
Wer blecht hier für wen ?
Es muß doch mal mit dem Märchen aufgeräumt werden, dass Eltern mit Kindern für Ledige zahlen.
Eltern zahlen nicht oder kaum, sie sind doch von fast allem befreit oder nur minder betroffen.
Sie zahlen zum Teil keine Steuern, keinen Soli und erhalten so einige Zulagen. Mit einem Krankenkassenbeitrag ist die gesamte Familie mitversichert.
Jetzt kommt sicher der Hinweis, dass die Kinder ja die zukünftigen Rentenzahler sind, das muß aber erst mal bewiesen werden.
Vielleicht sind Kinder ja traurigerweise ein Leben lang krank, oder entwickeln sich in eine gesellschaftliche Fehlrichtung und werden mal Intensivtäter. Vielleicht werden sie aber auch nur zu bequem sein eine Arbeit aufzunehmen.
Möglicherweise gibt es aber gar keine Arbeit mehr, oder die Kinder haben studiert oder machen sich selbständig und zahlen gar keine Beiträge zur Rentenversicherung.
Berufen kann man sich auf den Punkt des beitragszahlenden kommenden Erwachsenen erst, wenn die Zukunft absehbar ist und alles im positiven Sinne abläuft. Kann man das nicht wird schon mal der Eindruck erweckt, als ginge es nur um Vorteile sammeln.
Ich persönlich bin ganz und gar nicht von allen kinderreichen Familien begeistert.
Herzlichst
Georges13437
n8g8 (16.02.2009, 21:22 Uhr)
"Echte Gleichberechtigung"
Schon klar, Propaganda: Die Eltern sollen rund um die Uhr beide zur Zwangsarbeit geschickt werden und die Kinder am besten schon in der praenatalen Phase 24 Stunden vom Staat erzogen werden, damit sie noch stringenter als bisher auf die Interessen der Wirtschaft geeicht werden.
Wie gut für die kommenden Generationen, dass die Märchenstunde der Tante von der alten Leyer langsam aber sicher zur Neige geht.
Die Zeit läuft AB!!! :-)
Eisenbaer (16.02.2009, 20:30 Uhr)
Was Frau von der Leyen eigentlich sagen will...
...ist, dass Alleinerziehende keine Kinder in die Welt setzen sollten. Und dass sich diejenigen, die Kinder großziehen wollen zuerst um einen verlässlichen Partner bemühen und eine Ehe eingehen sollen; so wie es bereits das Grundgesetz nahe legt.

Denn es gibt weitaus mehr Jobs in Deutschland, als zu Zeiten des Wirtschaftswunders. Damals aber waren die Aufgaben klar verteilt: 1 Verdiener, 1 Hausfrau und Mutter. Und dazu reicht die Anzahl der vorhandenen Jobs auch heute noch aus.

Frau von der Leyen möchte also die Frauen zurück an den Herd, ersatzweise auch den Vater, und wieder nur einen Verdiener in der Familie.

Klar umrissenes Weltbild: wer von dem anderen abhängig ist, der ist auf den anderen angewiesen. Daraus resultierend: weniger Streit, weniger Ehescheidungen, harmonischeres Familienleben. Und genau das lebt Frau von der Leyen auch vor. Da ist sie sehr konsequent: sie empfiehlt nichts, was sie nicht selbst vorlebt.

Dialogus (16.02.2009, 18:57 Uhr)
@knilch
Das sollte keine Laudatio auf Frau van der Leyen sein, sondern es war vielmehr Ironie. Denn die Kinder sind wohl ihre einzige Qualifikation auf das Amt der Bundesfamilienministerin, wie sooft bei den Politikern.
Skillet4 (16.02.2009, 18:10 Uhr)
Das braucht Deutschland !!
(@H.Brueggemeier, 15:30 h)
Es gab einmal eine Zeit in diesem Land, die wurde im Nachhinein als „Wirtschaftswunder“ – Phase bezeichnet. Die Menschen arbeiteten, denn es gab ausreichend Arbeitsplätze mit ordentlicher Bezahlung. Man merkte, dass es aufwärts ging und hatte Grund, optimistisch zu sein. Dies beflügelte natürlich auch den Willen zur Vermehrung, obwohl das Leben der damaligen Durchschnittsverdiener mit dem der heutigen nicht vergleichbar ist.
Entscheidend war wohl das damalige vergleichsweise mindere Maß der ‚Zukunftsangst’, sicherlich für die damalige Elterngeneration erklärbar auch mit den Kriegs- und Nachkriegsjahren.
Wir brauchen aber mitnichten einen neuen Krieg, um wieder ‚von vorn anfangen zu müssen’.
Nun, Wirtschaftswunder gibt’s hier nicht mehr. Wenn man aber sein Gewinnstreben auf den Export von Nobelkarossen und Maschinenbau (Rüstungsgüter) konzentriert, macht man sich naturgemäß extrem anfällig für globale Finanz- und Wirtschaftskrisen.
Ihre Forderung nach „gut ausgebildetem Nachwuchs“ allein greift zu kurz, denn dieser ist
a) bereits vorhanden und
b) unmöglich auf alle betreffenden Individuen anzuwenden (aus naturgemäßen Gründen)
Was das Land braucht, sind Vollzeitarbeitsplätze, die ordentlich entlohnt werden.
Und N I C H T zerstückelte Vollzeitstellen, Zeitarbeit mit unterdurchschnittlichen Löhnen,
400- und 1 Euro – Jobs, die letztlich nur wieder den Begüterten zugute kommen.
Dann, und nur dann gibt es hier jemals wieder so etwas wie *Aufbruchsstimmung* (q.e.d.).
MasterofScience (16.02.2009, 17:29 Uhr)
Frau von der Ley
hat vor ihrem Ministeramt nie gearbeitet und hatte zusätzlich Personal. Sie ist alles andere als eine Vorzeigemutti. Aber sie beherrscht das Marketing in eigener Sache sehr gut frei nach dem Motto Mehr scheinen als seien.
ssteffen (16.02.2009, 17:10 Uhr)
klasse!!!!
Starke Leistung. Die Gebärmutter der Nation schmeist mit Kohle nur so um sich und dann ändert sich die Geburtenzahl um 5138 (das ist weniger als ein Prozent). Am Ende sind in Wirklichkeit 5138 Kondome geplatzt. Oder 5138 Bankangestellte sichern sich schnell noch Ihren Managerposten (kann doch der Sack im Nachbarbüro gehen). Mit dem Kosteneinsatz dieses Ergebnis. Ich liebe diese Frau. Danke weiter so
Administrator (16.02.2009, 16:33 Uhr)
Liebe User,
aufgrund der vielen (z.T. gelöschten) Proteste hier noch einmal ein Statement von uns:
Erstens bemühen wir uns täglich, dass hier jeder User im vertretbaren Maße seine Meinung posten kann. Um dies gewähren zu können, sind gewisse Spielregeln notwendig, an die sich jeder User zu halten hat. Wem das nicht möglich ist, dessen Posting (samt der sich darauf beziehenden Antworten) wird gelöscht.
Wir beobachten vermehrt auf der Seite, dass jede User-Debatte zu allen denkbaren Themen von bestimmten Usern auf die Thematik "Islam"/"Tüürken"/"Ausländer" etc. gedreht wird.
Nun mag man interpretieren, dass es sich offenbar um ein Thema handelt, welches den Usern unter den Nägeln brennt - für uns stellt es sich aber eher so dar, als ob einige die Debatten gezielt in diese Richtung drängen wollen. Wenn dann noch das eigentliche Thema des Artikels nichts damit zu tun hat, löschen wir. Denn wir sehen es nicht ein, dass die sachlich und am Thema diskutierenden User ständig darunter leiden sollen, dass jede Diskussion ad absurdum geführt wird. Abgesehen davon, dass Sie bei uns falsch sind, wenn Sie pauschal gegen Ausländer hetzen möchten.
In diesem Sinne hoffen wir, unser Vorgehen transparent gemacht zu haben und bitten Sie, nun mit Ihren Postings zum Thema zurück zu kehren.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
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