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Und dann kam Dirk Niebel

17. November 2012, 19:09 Uhr

Alles lief auf einen Machtkampf zwischen Birgit Homburger und Walter Döring hinaus: Doch überraschend ist Dirk Niebel zum Spitzenkandidaten der Südwest-FDP gewählt worden.

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Blümchen von Birgit Homburger für Dirk Niebel©

Entwicklungsminister Dirk Niebel führt die Südwest-FDP in den Bundestagswahlkampf. Der 49-Jährige ging beim Parteitag in Villingen-Schwenningen völlig überraschend als Sieger aus dem Machtkampf um die Spitzenkandidatur in Baden-Württemberg hervor.

Ursprünglich wollten FDP-Chefin Birgit Homburger und Ex-Wirtschaftsminister Walter Döring Zugpferd der Landes-FDP werden. Doch nach einer Wortschlacht mit Döring und einer heftigen Debatte schlug die mehrfache Spitzenkandidatin schließlich Niebel für Platz eins der Landesliste vor. Niebel kandidierte und erhielt 84,9 Prozent der Stimmen. Der Minister schwor anschließend die etwa 400 Delegierten auf den Wahlkampf ein und rief: "Wir setzen nicht auf Platz, sondern auf Sieg."

Döring und Homburger hatten zuvor ihre Bewerbungen zurückgezogen. Die Landeschefin wurde daraufhin mit 64,56 Prozent auf Platz zwei gewählt. Niebel bedankte sich bei Homburger und Döring dafür, dass sie die Voraussetzung geschaffen hätten, die Landes-FDP geschlossen in den Wahlkampf führen zu können. Homburger sagte Niebel ihre Unterstützung im Wahlkampf zu. Die Südwest-FDP werde "gemeinsam stark und erfolgreich" sein. Sie beteuerte: "Mich haut nichts so schnell um. Sie werden mich erleben wie eh und je, mit vollem Einsatz für die FDP."

Dörings Kandidatur für Kurzentschlossene

Homburger ist seit 22 Jahren im Bundestag und war dreimal Spitzenkandidatin. Ihre Amtszeit als Landeschefin dauert noch bis zum Frühjahr 2013. Zunehmend hatte es im Landesverband Kritik an ihr gegeben. Döring, der früher auch FDP-Landeschef war, hatte sich erst am Freitag überraschend zur Kampfkandidatur entschlossen. Er war 2004 aus der Politik ausgeschieden, nachdem er als Wirtschaftsminister über eine dubios finanzierte Umfrage für sein Ministerium gestolpert war. Homburger hatte den Parteivorsitz von ihm übernommen und die FDP wieder in ruhigeres Fahrwasser geführt.

Für die FDP insgesamt geht es bei der Bundestagswahl ums Überleben. Überspringt sie die Fünf-Prozent-Hürde, könnten die Liberalen im Südwesten nach Schätzungen wohl mit sieben bis zehn Mandaten rechnen. Bislang stellt die baden-württembergische FDP 15 Abgeordnete im Bundestag.

mai/DPA

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