Startseite

Schockschwerenot

Niemand hat mit einem glänzenden Ergebnis gerechnet - aber auch keiner mit kläglichen drei Prozent. Den Schuldigen haben die Liberalen schnell ausgemacht: Horst Seehofer.

Von Birgit Haas

  Betretene Gesichter: Das FDP-Spitzenduo Philipp Rösler und Rainer Brüderle

Betretene Gesichter: Das FDP-Spitzenduo Philipp Rösler und Rainer Brüderle

  • Birgit Haas

Steif wirkt er, leer, irgendwie marionettenhaft. Vielleicht hat FDP-Chef Philipp Rösler schon zu oft schlechte Nachrichten verkaufen müssen. Rösler steht am Sonntagabend auf der Bühne im Thomas-Dehler-Haus, der Berliner Parteizentrale - und braucht eine Antwort. Auf drei Prozent in Bayern, den parlamentarischen Exit. Schlimmer geht's nicht. Ein Trauma.

"Jetzt erst recht!" dröhnt Rösler und ballt die Hand zur Faust. "Jetzt geht es um Deutschland. Das ist ein Weckruf."

Der Saal im Dehler-Haus ist mäßig voll. Gefühlt sind mehr Journalisten vor Ort als Parteimitglieder. Sie ahnten ja auch schon, was auf sie zukommt. Die Umfragen verhießen den Liberalen nichts Gutes. Und der CSU die absolute Mehrheit. Ausgerechnet die CSU! Mit den Bayern verbindet die FDP nichts als Ärger, Streit und Antipathie. "Gurkentruppe" und "Wildsäue" haben sie sich wechselseitig geschimpft. Bei allen inhaltlichen Themen lagen sie weit auseinander, ob bei der Reform des Gesundheitssystems, dem Datenschutz oder der Herdprämie. Es hat noch nie gepasst.

Und nun hat Seehofer die FDP aus dem Landtag gedrängt. Er ist: Sieger. Sie sind: Verlierer. Das schmerzt.

"Das geht auf das Konto der CSU, nicht der FDP", jammert FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle. "Seehofer hat ein verheerendes Signal geschickt", klagt FDP-Mitglied Leslie Pumm. "Peinlich" findet das einer, der lieber nicht namentlich genannt werden will. Die Bayern hätten keinen Sinn für demokratische Prozesse. Weder die Wähler noch Seehofer.

Selbstkritik? Nur ganz leise

Nun geht es, das ist allen klar, auch im Bund um die Existenz. Die einzige Rettung ist eine Zweitstimmenkampagne. Die FDP muss genügend Unionswähler überzeugen, liberal zu wählen. Und die Kanzlerin müsse nun auch eingreifen. "Merkel und die CDU müssen sich nun auch entscheiden, welcher Einfluss ihnen in Berlin lieber ist. Der von Seehofer oder der der FDP", sagt der Abgeordnete Helmut Metzner. Es sind wütende Appelle.

Selbstkritik ist, wenn überhaupt, nur ganz leise zu hören. Der Spitzenkandidat und Noch-Wirtschaftsminister Martin Zeil habe doch gute Arbeit geleistet, meinen die meisten. Nur FDP-Mitglied Leslie Pumm sagt: "Mir waren die Kernbotschaften der FDP in Bayern nicht klar genug. Das war oft schwammig. Wenn man den Mittelstand entlasten will, muss man auch konkret sagen wie." Die Ursachenanalyse dürfte die Liberalen noch eine Weile beschäftigen.

Die neuen politischen Realitäten auch. "Der Seehofer wird hier ziemlich breitbeinig herumlaufen", stöhnt der FDP-Bundestagsabgeordnete Holger Krestel. Aber er sei ein "Regionalpolitiker aus der Provinz", der von der Bundespolitik in Berlin wenig verstehe.

In einer Woche ist Bundestagswahl. Rösler versucht, seine Leute einzuschwören. Gegen die Große Koalition. Gegen Rot-Rot-Grün. Er malt Schreckensszenario auf Schreckensszenario an die Wand, aber sein größtes Schreckensszenario ist, dass sich die FDP totregiert haben könnte. Niemand kann und will sich das hier vorstellen.

Daher halten sich viele an der von Rösler ausgegebenen Parole "Jetzt erst recht" fest. "Es motiviert uns, jetzt noch mal Vollgas zu geben", sagt Miriam Reinartz. Sie ist 25 Jahre alt.

Birgit Haas

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools