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Die Wiederauferstehung des Philipp Rösler

Rösler hat es allen gezeigt, die Revoluzzer Niebel und Kubicki haben verloren. Was nun? Notizen aus der Wahlnacht.

Von Christian Bartlau und Hans Peter Schütz

  • Christian Bartlau

Wer sind die größten persönlichen Verlierer der Wahl in Niedersachsen? Keine Frage: Dirk Niebel und Wolfgang Kubicki. Sie hatten, salopp gesagt, vorher die größte Klappe. Und sind am Wahltag am heftigsten auf dieselbe gefallen.

Niebel hatte am Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart gedröhnt, so könne es nicht weitergehen. Es müsse "eine neue Mannschaftsaufstellung" her. Und Kubicki hatte noch vor vier Wochen im Gespräch mit stern.de den superstarken Mann gespielt: Wenn am 20. Januar die FDP in Niedersachsen scheitere, "dann muss Rösler noch am selben Abend zurücktreten". Christian Lindner müsse neuer FDP-Chef werden und er selbst, natürlich, Generalsekretär.

Kritiker verkriechen sich unterm Tisch

Am Sonntagabend, als das Niedersachsen-Ergebnis auf dem Tisch lag, verkrochen sich die Rösler-Kritiker unterm Tisch. Den Entwicklungshilfeminister Niebel guckte in der FDP-Zentrale keiner mehr an. Kubicki, der sich in der Rolle des Vordenkers benommen hat, als wäre er nicht über 60 Jahre alt, sondern ein forscher Jungspunt, erklärte frech im Fernsehen: "Ich habe die Rösler-Frage nicht gestellt."

Sicher ist: Die FDP wird nicht in einen offenen Machtkampf stürzen. Der Führungsanspruch Röslers lässt sich nach diesem Wahlsieg nicht mehr so plump attackieren, wie es Kubicki und Niebel geplant hatten. Rösler steht, so fest wie seit Monaten nicht mehr. Rainer Brüderle hatte es wohl etwas zu eilig, Rösler zu entmachten. Schwarz-Gelb hat, auch wegen der Formschwäche von Stein(reich)brück - so der Internet-Spott über den SPD-Kanzlerkandidaten- wieder eine Chance. Und so wurde die Wahlparty im Thomas-Dehler-Haus, der FDP-Parteizentrale in Berlin, eine ganz spezielle.

"Bitte hinsetzen"

Wer zuerst kommt, strahlt zuerst: Als die ersten Prognosen kursieren, sind vor allem Junge Liberale vor Ort, ungläubig reichen sie ihre Handys weiter. Ihr Vorsitzender, Lasse Becker, gibt schon weit vor 18 Uhr siegesgewisse Statements ab. Viele Journalisten sind gekommen, so viele wie seit Jahren nicht mehr, sagt die Dame am Empfang. Die meisten hatten auf einen schweren Abend für Philipp Rösler gesetzt, doch das Ergebnis wirft alles um.

Juli-Chef Lasse Becker macht deutlich, für wen es nun ein schwerer Abend werden könnte: "Wir müssen jetzt natürlich schauen, wer vor dem Dreikönigstreffen aufs eigene Tor gespielt hat." Als um 18 Uhr die ersten Hochrechnungen über die Bildschirme flimmern, halten die FDP-Anhänger den Atem an. "Bitte hinsetzen", sagt Jörg Schönenborn in der ARD, und dann das: zehn Prozent. Der Jubel übertönt die Ergebnisse der anderen Parteien und geht in rhythmisches Klatschen über. Als sich Holger Zastrow, stellvertretender Parteichef, kurz nach 18 Uhr den Journalisten stellt, ist er sichtlich angefressen. "Rösler hat es geschafft, obwohl es viele Attacken aus der zweiten Reihe gegeben hat", sagt er und fordert Konsequenzen: "Diejenigen, die den Wahlkämpfern und dem Vorsitzenden das Leben schwer gemacht haben, sollten jetzt Lehren daraus ziehen."

Gereizt von der Niebel-Show

Gemeint ist damit natürlich in erster Linie Dirk Niebel, der sich mit versteinerter Miene unter die Zuschauer mischt, um sich die Rede von Generalsekretär Patrick Döring anzuhören. Der beschwört den Zusammenhalt in der Partei: "So wollen wir es halten bis zur Bundestagswahl". Und er stärkt Rösler den Rücken, indem er Dietrich Genscher zitiert. Der hatte gesagt, ein Erfolg in Niedersachsen sei ein Erfolg für Philipp Rösler. Noch während Döring redet, verbreitet Niebel seine Sicht der Dinge: "Es ist ein tolles Ergebnis für Stefan Birkner und sein Team. Aber auch in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hatten wir tolle Ergebnisse, die sich im Bund nicht niedergeschlagen haben."

Niebel findet kein gutes Wort für Rösler. Stattdessen: die Ankündigung, am Montag in den Parteigremien die Weichen für die Bundestagswahl zu stellen. "Gerade jetzt sollten wir alle Personaldiskussionen beenden", sagt Niebel.

Die Parteifreunde reagieren gereizt auf die Niebel-Show. "Es muss jeder selber wissen, was er kommentiert", sagt Birgit Homburger, die baden-württembergische FDP-Landesvorsitzende. Zur Personalie Rösler will sie sich nicht äußern. Auch sie verweist auf die Gremien am Montag und verlangt eine "Klärung der Gesamtlage".

Bravo-Rufe für Rösler

Philipp Rösler, auch das wird klar, kann aus einer starken Position heraus agieren. "Bravo"-Rufe begleiten den Parteivorsitzenden, als er an das Mikrofon tritt, sogar "Philipp"-Sprechchöre. Über sein persönliches Schicksal verliert er kein Wort. Wie erleichtert er sein muss, ist nach der Rede zu sehen, als er seine Frau im Jubel fast erdrückt, so lange und innig umarmt er sie. "Ab morgen werden wir uns wieder an die Sacharbeit machen", verspricht er. "Die Freien Demokraten werden jetzt loslegen."

Wer aber zunächst so richtig loslegt, ist Dirk Niebel. Als ob er sicher gehen wollte, dass auch jeder seine Absichten versteht, schart er noch einmal Kamerateams um sich. Während sich Homburger verzieht, feixen seine Parteifreunde. "Verkündet der Dirk da seinen Rücktritt?" - "Nein, seine Kandidatur." Niebel sagt derweil, er habe nur ausgesprochen, was viele in der Partei denken.

Spott aus dem Präsidium

Es könnte indes sein, dass Niebel am Ende allein steht. Kubicki will auf einmal nichts mehr wissen von einem Rösler-Sturz, streitet ein Bündnis mit Niebel ab. "Ich mache gar nichts mit Herrn Niebel." Rainer Brüderle sagt in der FDP-Zentrale kein Wort, lässt nur ein Statement verbreiten. Darin: der Verweis auf die Gremien. Und im Präsidium spotten sie: Man wäre jetzt bereit, Niebels Entwicklungshilfeministerium dicht zu machen. Und ihn als Staatssekretär von Guido Westerwelle arbeiten zu lassen. Was die Gremien am Montag beschließen werden, ist offen, zu drastisch hat sich die personelle Gefechtslage in dieser Nacht geändert. Klar ist nur: Die Minister - Rösler, Niebel, Daniel Bahr und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger - werden der Partei kaum neue Dynamik einhauchen können. Sie sind in der Kabinettsdisziplin gefangen. Und die Döring-Sprechblasen helfen der Partei auch nicht weiter.

Die FDP, eine Baustelle

Wichtiger jedoch sind noch die inhaltlichen Fragen: Öffnet sich die FDP für sozialliberale Gedanken? Nimmt sie endgültig Abschied von der Ära Westerwelle? Die Partei bleibt eine Baustelle. Auch nach diesem Abend.

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