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25. Oktober 2009, 16:48 Uhr

Westerwelle will sich nun ums Sparen kümmern

Der eine Partner hat zugestimmt: Als erste Partei hat die FDP auf einem Sonderparteitag in Berlin dem Koalitionsvertrag durchgewunken. Die rund 660 Delegierten votierten mit überwältigender Mehrheit dafür. Parteichef Guido Westerwelle kündigte zugleich einen harten Sparkurs an.

Koalitionsvertrag, FDP. Parteitag, Sonderparteitag

Durchgewunken: Als erste Partei stimmte die FDP dem Koalitionsvertrag zu© Sean Gallup/Getty Images

Als erste Partei des künftigen schwarz-gelben Regierungsbündnisses hat die FDP den Koalitionsvertrag gebilligt. Auf einem Sonderparteitag in Berlin segneten die mehr als 600 Delegierten die Vereinbarung am Sonntag mit großer Mehrheit ab. Es gab keine Gegenstimmen und fünf Enthaltungen. Zuvor hatte Parteichef Guido Westerwelle den Vertragsentwurf als "Kursbuch" für die nächsten vier Jahre vorgestellt und für die Annahme geworben. Das 124 Seiten starke Dokument mit dem Titel "Wachstum. Bildung. Zusammenhalt." gebe Vorrang für Arbeit und Bildung, sagte er. "Jetzt geht die Arbeit für unser Land erst richtig los."

Westerwelle kündigte zugleich an, seine Partei werde in der neuen Regierung auf Einsparungen drängen. "Wir sagen der Steuergeldverschwendung jetzt in den Haushaltsberatungen den Kampf an." Sämtliche Ausgaben des Staates müssten auf den Prüfstand gestellt werden, anstatt die Bürger durch immer neue Steuererhöhungen zur Kasse zu bitten. "Wer sparen will, der fängt bei sich selber an", sagte der FDP-Chef.

Westerwelle betonte, in den Koalitionsverhandlungen habe die FDP ihre Kernforderungen durchgesetzt. Auch in der Regierung werde für seine Partei gelten: "Wir halten nach der Wahl, was wir vor der Wahl versprochen haben." Zugleich verteidigte der FDP-Chef die künftige Regierung gegen den Vorwurf der sozialen Kälte. "Deutschland wird von der Mitte aus regiert, von einer Koalition der Mitte." Zu Kritik am Koalitionsvertrag sagte er: "Wer das kalte Politik nennt, dem ist in seiner Hirnverbranntheit nicht zu helfen." Die FDP sei eine "Partei für das ganze Volk".

An diesem Montag wollen CDU und CSU ebenfalls auf Sonderparteitagen über den Vertrag entscheiden. Auch dort werden große Mehrheiten erwartet. Der Vertrag soll dann am Montagabend unterzeichnet werden. Die Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für Mittwoch geplant. Dann wird Bundespräsident Horst Köhler auf ihren Vorschlag hin auch die neuen Minister ernennen.

Der Koalitionsvertrag, der in dreiwöchigen zähen Verhandlungen ausgehandelt worden war, enthält als Kernpunkte massive Steuerentlastungen sowie eine radikale Reform des Gesundheitswesens. Die Steuerpläne der neuen Regierung stießen unmittelbar auf Kritik der Opposition. Der designierte SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel warf Schwarz-Gelb eine das Gemeinwohl schädigende Steuerpolitik vor. Grünen-Chefin Claudia Roth äußerte die Befürchtung, Merkel und Westerwelle gefährdeten mit einer unsozialen Politik den inneren Frieden.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
erichmonika (26.10.2009, 12:44 Uhr)
Unredlich und verlogen
Wer Herrn Westerwelle im Fernsehen gesehen hat, weil er sich auf die Schulter klopfte, weil er dafür gesorgt hat, dass das sog. Schonvermögen erhöht wird, der kann auf Grund der Faktenlage nur sagen, der Kerl ist ein unredlicher Politiker, denn die Fakten sind die:

1. Das Schonvermögen wurde im Bundesrat auf Druck der CDU(FDP regierten Länder von 750 ?(Vorschlag der rot/grünen Bundesregierung) je Arbeitsjahr auf 250 ? gesenkt. Die FDP erhöht auf den Betrag, den sie damals verhindert hat.

2. Bereits jetzt sind von dem geringeren Schonvermögen nur etwa 3 % der Arbeitslosen betroffen, weil sie eben kein Vermögen haben.

3. Von der nunmehr angehobenen Schonvermögensgrenze sind nur 0,2% der Hartz4 Empfänger betroffen. Für die mag das nett sein, aber in seinen sozialen Auswirkungen ist das ein Fliegenschiss.

Wenn also der Herr W. sich hinstellt und sich als großen Sozialreformer feiert, dann ist das pure Volksverdummung. So sind sie halt die sog. Liberalen.
undjetztnochder (26.10.2009, 10:17 Uhr)
@endbenutzer
"Fakt ist jedoch, dass die Umverteilung von unten nach oben weitergeht." +++Ui! Die Linken sind im Internet? Diesen Spruch hat man schon zur Genüge gehört. So einfach ist das.
nightmare_online (26.10.2009, 09:46 Uhr)
@waldfest2006
Tschuldigung, aber eine Mehrheit der Bürger (die wählen waren) hat diese Leute ins Amt gewählt. Sowas nennt man Demokratie.
Und nun sollen diese Bürger gefälligst auch den Preis für ihr Kreuzchen bezahlen.
auwei (26.10.2009, 09:40 Uhr)
@undjetztnochder
Nö, warum? Wer deises Koalition mit aller Kraft NICHT gewählt hat, hat jedes Recht, jetzt zu kritisieren was das Zeug hält. Und bislang gibt jenen die Realität JEDEN Anlass. Der Koalitionsvertrag ist trübe, sonst nichts.
endbenutzer (26.10.2009, 09:28 Uhr)
@undjetztnochder:
".....Leute, jetzt beruhigt Euch mal. Nein, die Welt wird nicht untergehen. Nein, ihr werdet nicht verhungern müssen...."+++Ui! Die jungen Liberalen sind im Internet? Diesen Spruch hat man schon zur Genüge gehört. Fakt ist jedoch, dass die Umverteilung von unten nach oben weitergeht. So einfach ist das. Alleine diese Sache mit dem Schonvermögen spricht Bände. Die FDP will damit doch nur ihre Klientel schützen, weil sie begriffen hat, dass nun auch Jobs ihrer Stammwählerschaft verloren gehen werden.
undjetztnochder (26.10.2009, 09:20 Uhr)
Na, hier scheint ja die vereinigte Linke im Forum zu sein
Leute, jetzt beruhigt Euch mal. Nein, die Welt wird nicht untergehen. Nein, ihr werdet nicht verhungern müssen.
Gebt der neuen Regierung, die sich aus dem Votum der letzten Bundestagswahl demokratisch ergeben hat, doch erst einmal eine Chance, meckern kann man hinterher immer noch.
endbenutzer (26.10.2009, 08:48 Uhr)
Na dann mal ran ans Sparen bei...
...Pharmakonzernen, Energieriesen, Subventionen für Großunternehmen...
Nursery (26.10.2009, 05:41 Uhr)
Entzaubert die FDP
Da werden sich noch einige Wähler die Augen reiben wenn Westwerwelle im Ausland seine Liberalen Ideen verkauft.Es ist erbärmlich das sich das Land keinen besseren Außenminister leisten kann.Außer Sprüche klopfen und gelben Krawatten binden habe ich keine besonders auffälligen Qualitäten entdecken können.
oppenwehe (25.10.2009, 20:54 Uhr)
@ luke888
Exakt. Außerdem bringen Steuersenkungen den Geringverdienern gar nichts. Die zahlen nämlich schon jetzt keine Steuern mehr. Stattdessen darf die Kassiererin jetzt mehr Geld für Sozialabgaben ausgeben, da die Beiträge der Arbeitgeber eingefroren werden. Soviel zu "Leistung muss sich wieder lohnen"...
oppenwehe (25.10.2009, 20:50 Uhr)
Westerwelle
Westerwelle verspricht mal wieder Steuersenkungen. Er hat es aber nicht einmal geschafft, Solms zum Finanzminister zu machen. Stattdessen zieht er sich auf den komfortablen Posten des Außenministers zurück und macht weiter Wahlkampf. Mutig ist das nicht. Eher das Gegenteil....
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