Mobile Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere
Darstellung auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
HOME

Rösler und Brüderle fliehen von Facebook

Zwei Tage nach seinem Rücktrittsangebot an die Partei ist Philipp Röslers Facebookprofil verschwunden. Auch sein Kollege Rainer Brüderle ist nicht mehr zu finden. Fliehen sie vor fiesen Kommentaren?

Von Timo Brücken

  Digital zurückgetreten: Rainer Brüderle und Philipp Rösler

Digital zurückgetreten: Rainer Brüderle und Philipp Rösler

Guido Westerwelle ist noch da, Patrick Döring auch und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sowieso. Alle drei haben noch offizielle Profile bei Facebook - nur echt mit blauem Häkchen. Zwei andere FDP-Spitzenkräfte fehlen allerdings: Parteichef Philipp Rösler und sein Fraktionsvorsitzender, der ehemalige Spitzenkandidat Rainer Brüderle. Ihre Facebookprofile sind plötzlich nicht mehr aufzufinden.

Beide Accounts seien irgendwann zwischen Dienstag- und Mittwochmittag gelöscht worden, sagt Martin Fuchs, Betreiber der Social-Media-Analyseplattform Pluragraph, stern.de. Diese erfasst die Aktivitäten von deutschsprachigen Politikern und anderen öffentlichen Personen und Organisationen in den Sozialen Netzwerken. Einmal am Tag bekommt Fuchs eine Email mit allen fehlerhaften und gelöschten Accounts aus den letzten 24 Stunden. Diesmal waren Rösler und Brüderle dabei.

"Das ist digitale Fahnenflucht"

"Das ist ein wenig wie digitale Fahnenflucht", sagt Fuchs. Schließlich hätten beide noch wichtige Funktionen für ihre Partei beziehungsweise in der Bundesregierung inne. PR-technisch also kein besonders schlauer Schritt. Fuchs hat eine einfache Erklärung für die Löschungen: "Das ist Teil der Abwicklungsarbeiten im Thomas-Dehler-Haus." Denn die Accounts würden sicher nicht von Rösler und Brüderle selbst geplegt, sondern von Mitarbeitern der FDP-Zentrale in Berlin.

Die beiden könnten aber auch vor unliebsamen Kommentaren geflohen sein. Wie das Handelsblatt berichtet, war die vorher online so aktive FDP in den Tagen nach der Wahl plötzlich ganz still. Nur die Facebook-Kommentatoren hätten eifrig über die Wahlverlierer hergezogen, besonders auf der Seite von Philipp Rösler. Gut möglich also, dass der Parteichef seinen eigentlich erst in fünf Jahren geplanten vollständigen Rückzug aus der Politik nun vorverlegt - auch digital.

täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools