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Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger ist von seiner umstrittenen Trauerrede für seinen Amtsvorgänger Hans Filbinger abgerückt.
Hans Filbinger soll einen Priester vor den Nazis gerettet haben - trotzdem sagte die katholische Kirche einen geplanten Gedenkgottesdienst für den NS-Richter ab. Sie will verhindern, "dass der Gottesdienst missbraucht und missverstanden wird".
Die Kritik an Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger wegen seiner Rechtfertigung der NS- Vergangenheit des früheren Stuttgarter Regierungschefs Hans Filbinger reißt nicht ab. Er solle seine Rede "zurücknehmen", fordert Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn. Andere fordern ein Machtwort der Bundeskanzlerin.
Hans Filbinger, Ex-Ministerpräsident Baden-Württembergs, hatte sich nie für seine Tätigkeit als NS-Marinerichter entschuldigt. Bei Filbingers Beerdigung am Mittwoch erklärte der amtierende Ministerpräsident Oettinger, dass es auch nichts zu entschuldigen gab - und muss sich anhören, ein Geschichtsfälscher zu sein.
Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg ist im Alter von 93 Jahren verstorben. Er hatte 1978 zurücktreten müssen, als Details zu seiner Nazi-Vergangenheit publik wurden.
Er war einer der maßgeblichen CDU-Politiker in Deutschland, zwölf Jahre lang regierte er Baden-Württemberg. Doch dann wurde seine Tätigkeit als Marinerichter während des Nationalsozialismus bekannt, und Hans Filbinger musste 1978 zurücktreten.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger hat sich für seine Filbinger-Rede entschuldigt - doch das reicht den Deutschen nicht. 47 Prozent fordern laut einer stern-Umfrage, er solle seine Äußerungen zurückziehen. Noch deutlicher fällt das Meinungsbild in Oettingers Heimat aus.
Von der Kanzlerin gerügt, vom Zentralrat der Juden kritisiert, von der Schwester eines Nazi-Opfers zum Rücktritt aufgefordert: Der Druck auf Günther Oettinger wegen seiner Grabrede für Hans Filbinger wächst - doch Baden-Württembergs Ministerpräsident hüllt sich in Schweigen.
Die Kritik an der Teilnahme des ehemaligen NS-Marinerichters Hans Filbinger an der Bundesversammlung reißt nicht ab. SPD-Generalsekretär Benneter spricht von einer "Geschmacklosigkeit" und das Simon Wiesenthal Center von einem "Schandfleck."
Nach heftigen Kontroversen um seine Tätigkeit als Marinerichter Ende des Zweiten Weltkrieges musste er 1978 als Ministerpräsident von Baden-Württemberg zurücktreten. Hier lesen Sie das stern-Interview "Was macht eigentlich ..." mit Filbinger aus dem Jahr 2002.
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