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17. Oktober 2008, 08:37 Uhr

Das Rettungspaket ist abgeschickt

In weniger als einer Woche hat die Bundesregierung das Rettungspaket für den Finanzmarkt unter Dach und Fach gebracht. In einem letzten Schritt unterzeichnete Bundespräsident Horst Köhler das 500-Milliarden-Euro-Gesetz. Das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung befürchtet allerdings, dass die Banken die Staatshilfe gar nicht annehmen.

Mit seiner Unterschrift hat Bundespräsident Horst Köhler den Weg für das Rettungspaket endgültig frei gemacht.© Wolfgang Kumm/DPA

Die angeschlagene Finanzbranche kann von Montag an Staatshilfen von bis zu 500 Milliarden Euro nutzen. Bundestag und Bundesrat stimmten am Freitag wie erwartet dem in der deutschen Nachkriegsgeschichte beispiellosen Rettungspaket zu. Anschließend unterzeichnete Bundespräsident Horst Köhler das Gesetz. Mit der nachfolgenden Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt kann es am Samstag in Kraft treten. Das Maßnahmenbündel wurde im Rekordtempo von knapp einer Woche auf den Weg gebracht. Bisher hat sich aber noch kein Finanzunternehmen für die Staatshilfen gemeldet.

Im Bundestag lehnten die Grünen und die Linkspartei das Maßnahmenbündel ab. Aus ihrer Sicht haben Staat und Parlament zu wenig Einfluss bei der Vergabe der Bürgschaften und Kapitalhilfen. Die Zustimmung im Bundesrat fiel dagegen einstimmig aus, nachdem am Vortag die Regierungschefs von Bund und Ländern letzte strittige Einzelheiten ausräumen konnten.

Die Länder sind nun allein für ihre Landesbanken zuständig. Zudem müssen sie sich - wie von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) geplant - im Verhältnis 35:65 auch an dem Paket für die anderen Banken beteiligen. Allerdings werden ihre Lasten am Gesamtpaket auf 7,7 Milliarden Euro begrenzt. Die Länder entsenden auch einen Vertreter in den fünfköpfigen Lenkungsausschuss, der die Finanzströme kontrollieren soll.

Struck kritisiert "Arroganz der Banker"

Im Bundestag hatten vor der Abstimmung Politiker aller Parteien in einer emotionalen Debatte darauf hingewiesen, dass die Situation außergewöhnliche Maßnahmen nötig mache. Heftige Attacken gab es im Bundestag gegen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der angekündigt hatte, in diesem Jahr auf seinen Millionen-Bonus zu verzichten. "Das ist ein peinlicher Vorgang und eine reine Schauveranstaltung", sagte SPD-Fraktionschef Peter Struck. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast nannte es eine "ungeheure Chuzpe", dass Ackermann überhaupt glaube, dass ihm angesichts der Finanzkrise Bonuszahlungen zustehen.

Union und SPD forderten die Banken auf, sich an den Milliardenhilfen zu beteiligen. Die Branche werde nicht "ungeschoren" davon kommen, kündigte Struck an. "Die Arroganz der Banker wird ein- für allemal zu Ende sein müssen." Für mögliche Defizite aus den Stützungsmaßnahmen müssten die Institute selbst aufkommen. Auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) erklärte, die Banken müssten ihren Beitrag leisten, aus der Krise herauszukommen. Es werde keine Leistung ohne Gegenleistung geben. Er forderte die Kreditinstitute auf, mehr Respekt vor kleinen Kunden und Sparern zu zeigen.

Nach Einschätzung des Wirtschafts-Professors Hans-Werner Sinn wird das Rettungspaket nicht greifen. Der Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung sagte am Freitag im Fernsehsender N24, dass die Banken die staatliche Hilfe nicht in Anspruch nehmen würden, weil die Manager damit akzeptieren müssten, "dass ihr Gehalt auf 500.000 Euro reduziert wird". "Die meisten Bankmanager verdienen ein Vielfaches davon. Das ist der Pferdefuß", meinte Sinn.

Das Rettungspaket ist für die Banken, die die Hilfe in Anspruch nehmen, an strenge Auflagen gebunden. Diese betreffen Managergehälter, Bonuszahlungen, Ausschüttungen an Aktionäre, die Geschäftspolitik sowie Kreditvergabe. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) brachte in dem Zusammenhang eine Obergrenze von 500.000 Euro Jahresgehalt ins Spiel. Die Deutsche Bank braucht nach Angaben aus Finanzkreisen keine staatliche Hilfe.

Der Bund will die Branche mit Bürgschaften und Kapitalhilfen von bis zu 500 Milliarden Euro unterstützen. Geplant sind Garantien für Geschäfte von Bank zu Bank bis zu 400 Milliarden. Außerdem soll ein Sonderfonds bis Ende nächsten Jahres Banken Eigenkapital von bis zu 80 Milliarden gegen staatliche Beteiligungen geben und notfalls auch faule Kredite aufkaufen. Der Staat springt erst ein, wenn ein Kredit platzt. Dafür stellt der Bund vorsorglich 20 Milliarden bereit. Ob am Ende Verluste anfallen, wird sich erst nach Jahren zeigen.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte vor der Abstimmung noch letzte Änderungen an dem Gesetz vorgenommen. Dabei wurden Mitspracherechte und Einflussmöglichkeiten des Parlaments nochmals ausgedehnt. So wird der Bundestag einen eigenen Ausschuss einsetzen. Auch soll das Parlament wie der Bundesrat über den Ausstieg aus dem Paket mitbestimmen können. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) betonte, trotz der Eile sei das Verfahren "keineswegs weniger gründlich und intensiv" gewesen als üblich.

mad/AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 60)
 
hannes_schinder (18.10.2008, 10:10 Uhr)
o.k.
ab jetzt zahle ich keine Einkommensteuer mehr!!
gmathol (18.10.2008, 08:58 Uhr)
Die Demokratie, die Gewaltenteilung, die Justiz...
...haben wir bereits abgeschafft.
Man kann allen Beteiligten dieses sogenannten Rettungspakets das Zertifikat: Verbrecher ausstellen.
jomimo (17.10.2008, 23:10 Uhr)
@snort
nicht schlecht!!
Wer denkt darüber heute noch nach bzw.
publiziert es!
Grüße
Ginnungagap (17.10.2008, 22:31 Uhr)
für
500 mal 10^9 Lumpies koennte man die Menschheit 90 Tage komplett ernähren.
Die retten die Banken ahhhh geilo xD
Ich glaube wenn die deas Geld einfach verbrennen ist es besser investiert....
lazarus06 (17.10.2008, 22:25 Uhr)
ES WIRD LANGWEILIG;DENN ABSEHBAR...
Erwartungsgemäß wurde Hartz 5 abgenickt ohne jedlichen Eingriff ins System oder Folgen für die Verursacher... Ausreichen wird das keinesfalls denn da liegen ganz andere Leichen im Keller und das im moment ist nur die Spitze des Eisbergs. ALSO LEUTE LEHNT EUCH ZURÜCK UND GENIESST,ES WIRD GESCHICHTE GESCHRIEBEN. Wir werden richtig Verarscht !!
Aaron71 (17.10.2008, 22:07 Uhr)
@Jens62
....da kann man Ihnen nur zustimmen. Man fragt sich, wo diese weltfremden Berufssülzer tagsüberr anzutreffen sind. Vermutlich in irgendwelchen Methadon-Projekten
guenti2477 (17.10.2008, 21:33 Uhr)
@L.Gleichmann
Ihren "witzigen" Spruch wiederholen Sie mittlerweile für meinen Geschmack ein wenig zu oft. Vielleicht können Sie sich ja mal was neues einfallen lassen. Schauen sie doch mal ein paar Folgen "Alf" der hat immer ganz gute auf Lager.
:-)
DrNoHamburg (17.10.2008, 20:42 Uhr)
Na Prima!
Dann kann die Rezession ja kommen und das versprochenen Geld entgegen nehmen!Blankocheck an die Globilisten!
snort (17.10.2008, 20:17 Uhr)
machen wir retro-finanzwirtschaft
ich kenne noch den lohntüten-ball der jungen 60er jahre.
da wurde wochen- oder monatsweise bar ausgezahlt, was man im schweisse erarbeitet hatte, ohne windige geldfuzzis, die sich damals schlauerweise aus furcht vor körperlichem tun und aus gerissenem trieb zur selbstbereicherung das GIROKONTO ausdachten.
nur ein einziger tag zwischen wertstellung und zurverfügungstellung bringt satte zinsgewinne.
das ganze system ist in fast 40 jahren perfektioniert worden, so dass
der untertan
ohne konto
keine arbeit
ohne arbeit keine wohnung
ohne wohnung obdachlos wird und herrn rüttgers mit der armentafel, die man halte sich fest 1.000.000 €
kostet(jährlich und soviel können die armen leute gar nicht essen in seinem ländle) dermassen auf den sack geht, das dort ersatzlos gestrichen wird, aber banker milliardenfach "notversorgt" werden.
auf welchem ufer sitzen die kriminellen elemente ???

snort (17.10.2008, 20:00 Uhr)
so oder so
wird es zum crash kommen.
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