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29. Januar 2009, 08:17 Uhr

Steinbrück will "Bad Banks" ermöglichen

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück kann sich nun doch vorstellen, Banken die Auslagerung von problematischen Wertpapieren zu ermöglichen. Diese Forderung nach einer sogenannten "Bad Bank" hatte der SPD-Politiker bisher immer abgelehnt. Allerdings soll es dafür keine zentrale Lösung geben.

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Finanzminister Peer Steinbrück will Banken erlauben, problematische Papiere auszulagern - allerdings nicht in eine zentrale "Bad Bank"© Michael Sohn/AP

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will einem Zeitungsbericht zufolge Banken die Auslagerung von problematischen Wertpapieren ermöglichen. In einem Interview der "Berliner Zeitung" sprach sich der SPD-Politiker erstmals öffentlich für die Schaffung sogenannter "Bad Banks" aus, wie das Blatt in einer Vorabmeldung schreibt.

Er bleibe zwar bei seiner Ablehnung einer zentralen, institutsübergreifenden Lösung zulasten der Steuerzahler. Es sei aber denkbar, dass jede Bank, die in eine Schieflage geraten sei, eine eigene "Bad Bank" einrichtet. "In Anerkennung der Auswirkungen fauler Wertpapiere in den Bilanzen der Banken stellt sich die Frage, ob nicht jedes einzelne Institut die Möglichkeit bekommt, Problempapiere aus seiner Bilanz auszulagern und so neu durchzustarten", wurde Steinbrück zitiert. Die Verantwortung für die Risikopapiere bleibe bei der jeweiligen Bank, nicht beim Steuerzahler. "Der abgetrennten 'Good Bank' müsste dann gegebenenfalls über den Rettungsschirm geholfen werden." Bankenvertreter fordern schon seit längerem die Einrichtung einer "Bad Bank", die Bundesregierung lehnt eine Übertragung der Risiken wertloser Papiere allein auf den Steuerzahler aber strikt ab.

Dem Bericht zufolge schließt Steinbrück auch nicht aus, Eigentümer des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) zu enteignen, um die Bank komplett zu verstaatlichen. Auf die Frage, ob die Regierung auch die Enteignung der HRE-Aktionäre prüfe, sagte Steinbrück Vorabmeldung zufolge: "Ich kann und will nichts ausschließen".

"Man kann nicht auf Dauer Milliardensummen in ein großes schwarzes Loch pumpen, ohne dass sich etwas verbessert", wurde der Minister zitiert. Das dürfe die Regierung schon im Interesse der Steuerzahler nicht. "Also müssen wir auch die Voraussetzungen für eine mögliche Verstaatlichung prüfen, um eine grundlegende Sanierung maßgeblich mitzubestimmen." Entscheidungen gebe es bisher noch nicht.

AP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Georges13437 (31.01.2009, 21:50 Uhr)
Alles wird mit einer Katastrophe enden.
Erst wenn SIE alles zerstört haben, werden sie zufrieden sein.
So ist das im Krieg mit den Waffen und so ist das auch im Krieg mit dem Geld.
Schmarotzer und Parasiten haben sich diese Welt zu Eigen gemacht und aus dieser Umklammerung kommen wir nicht heraus, denn das parasitäre Denken und Handeln hat sich den den Köpfen und Herzen in allen Schichten der Bevölkerungen dieser Erde breitgemacht. Es sind nicht nur die Oberen die BÖSE sind, nein die Unteren kennen auch keine Skrupel.
Die Gier nach immer MEHR ist die Schande unseres Seins. Leiden müssen die menschen dieser Erde, die noch ein anderes Bild vom Dasein haben, sie sind die wirklichen Opfer.
Steinbrück gehört zur Gruppe der sogenannten Gruppe der Schreibtischtäter, er hat nie verhindert und er ist dabei mitzuhelfen den Karren noch tiefer in den Dreck zu schieben. Von diesen Steinbrücks wimmelt es nur so auf dieser Welt.
Entweder sind sie bewußte Versager oder vorsätzliche Täter.
Beide Gruppen schaffen die Basis für neue Kriege.
Immer daran denken: Am Ende des Geldkrieges kommt der Krieg mit den Waffen.
Habe ich übertrieben ??????????
Na man wird sehen.
Herzlichst
Georges 13437
AST61 (30.01.2009, 00:41 Uhr)
und...
wer wirds zahlen müssen? Wir!
Besser wäre im Moment eine Währungsreform, mit der Auflage, alle momentanen Politiker auf einem menschenleeren Inselstatt anzusiedeln, auf dem sie keinen Schaden anrichten können.
Gegen die Langeweile hilft dann Playmobil und gegen die Raffgier-und Verarschungssucht Monopoly.
sedanon (29.01.2009, 10:55 Uhr)
Schmierentheater ohne gleichen !
Hier schieben sich die oberen 10.000 gegenseitig fremde Gelder zu und der deutsche Wähler revangiert sich dadurch, dass ab 2009 die neoliberalen Hardliner und Unterstützer dieses verheerenden Wirtschaftskurses von Schwarz-Gelb regieren.
Das alles hat schon kafkaeske Gestalt angenommen. Einfach nur pervers.
audio001 (29.01.2009, 09:57 Uhr)
Es geht steil bergab!
Irgendwie hat man das Gefühl, dass in diesem Staat alles aus dem Ruder läuft!- Was hat die Regierung Merkel eigentlich noch im Griff?
ganzbaf (29.01.2009, 09:34 Uhr)
Natürlich ist Steinkrück "grandios inkompetent"...

Der hat ja noch vor kaum 4 Monaten abgestritten, dass die ("Irgendeine") Krise Deutschland überhaupt je erreichen könnte... ;-DDD
kralli19 (29.01.2009, 09:28 Uhr)
WOLLEN DIE UNS VERARSCHEN ?
Ok, eh nur rethorische Frage, natürlich wollen die das, aber das grenzt ja schon fast ans kriminelle.
Auf persona übertragen würde das ja heißen, ich darf mir als person ein sozusagen "Bad Persona" einrichten, auf die dann alle Schufa-Einträge und Vorstrafen laufen, und schwups, bin ich wieder wer. Wie dämlich muss man überhaupt sein, um sowas ernsthaft in Erwägung zu ziehen ?
susiwolf (29.01.2009, 09:24 Uhr)
kompostierter Bankenmüll - Müllbanken
Das ist wie eine Komposttonne. Oben hinein, lagern, abwarten, umschichten, Würmer und Bakterien tun ein Weiteres, und nach einigen Jahren kann der fruchtbare Boden für junge Pflanzen genutzt werden.
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Gibt es in dieser Republik eigentlich nichts anderes mehr als Aktiva/Passiva, Soll/Haben, Aufwand/Ertrag, Gewinne/Verluste, Einnahmen/Ausgaben oder Gewinnmaximierung resp. Verlustsozialisierung ... ? Es sieht so aus.
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Unser Finanzminister 'verkommt zur Gärtnerentscheidung', wie lange der Komposthaufen als solcher existieren soll. Er ist aber studierter Ökonom. Das vermoderte Finanzsystem sowie der völlig ausgehöhlte Geldsack schreit förmlich nach dem Schnitt.
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Ausgabenreduzierung - knallhart ... !
Der Einnahmenausfall bis zur Wahl und danach wird sich so schnell nicht bessern. Die Bankenmanager vielleicht. Erst wenn auf der Kostenseite radikal gestrichen wurde, sehr geehrter Herr Geldminister, dann kommt Hoffnung auf und gewisse Gleichgewichte und europäische Normen können eingehalten werden.
knilch_59 (29.01.2009, 09:09 Uhr)
Disqualifiziert, 6! Setzen!!!
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Wieder die typische Taktik der Bundesregierung: Ablehnen, Verzögern, Abstreiten,
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Wie sagte Otto Waalkes schon vor 25 Jahren „Regierungssprecher Klaus von Dementi bestritt ernergisch, …“
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Und dann doch die Kehrtwende. In USA schon vor 6 Monaten gemacht, bei uns schon vor 4 Monaten von Fachleuten vorgeschlagen, weggebügelt, aber jetzt doch auf dem Tapet. Kompetenz geht anders, Kontinuität besteht nur in darin, dass hektisch die Richtung gewechselt wird. Das ist wie mit meinem Hund: wenn ich dem sage, „mach, was Du willst“, gehorcht der aufs Wort (sonst NIE).
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Aber – Mittlerweile ist der Bilanzstichtag verstrichen. Die Banken mussten ihre Papiere zum Bilanzstichtag bewerten, also abschreiben und damit den Multi-Milliarden Wertverlust dokumentieren. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt tun sie so, als sei fast alles weg. Dabei ist noch fast alles da, es hat nur keinen Handelswert mehr (was ist ein Skianzug im Sommer wert?).
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Noch im alten Jahr gehandelt, hätte man die „Bad Bank“ gegen einen Rettungsschirm für Arbeitsplätze eintauschen können (=nur gegen Kündigungsverzicht, Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote, Erhalt der Ausbildungsquote usw.). Steinbrück hat diese Chance, etwas für die Arbeitnehmer zu tun, entweder fahrlässig oder durch grandiose Inkompetenz verstreichen lassen und damit den Abschwung um mehr als die vermitlichen 1,x % vergrößert, die jetzt angeblich durch das Konjunkturpaket II mobilisiert werden sollen.
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Bis Mitte November war ich noch der Meinung, Steinbrück sei zwar für die SPD keine Leuchte, aber ein guter Finanzminister, Oberbuchhalter und Kassenwart. Dies nehme ich ausdrücklich zurück und entschuldige mich öffentlich für die Fehleinschätzung. Der Mann hat fertig!
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