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Fast 4800 Flüchtlingskinder in Deutschland vermisst

Laut dem Bundeskriminalamt wurden am Anfang dieses Jahres 4749 minderjährige Flüchtlinge vermisst. Das berichtet die "Frankfurter Rundschau". Der Kinderschutzbund fürchtet, sie könnten Kriminellen zum Opfer fallen.

Fast 4800 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge waren Anfang des Jahres zumindest zeitweise verschwunden

Fast 4800 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge waren Anfang des Jahres zumindest zeitweise verschwunden

In Deutschland galten am Anfang des Jahres 4749 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge als vermisst. Das berichtet die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA). Eine BKA-Sprecherin bestätigte dem Blatt, dass am 1. Januar 2016 genau 4749 unbegleitete Flüchtlinge im Kindes- und Jugendlichen-Alter vermisst wurden. 431 davon waren jünger als 13 Jahre, 4287 zwischen 14 und 17 Jahren und 31 über 18 Jahre alt.

Es sei aber nur eine Momentaufnahme, sagte die BKA-Sprecherin. Oft würden Vermisste nach kurzer Zeit wieder auftauchen. Zudem gebe es viele Mehrfachregistrierungen. Aber es könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein Teil der vermissten Kinder und Jugendlichen Kriminellen in die Hände gefallen sein könnten, berichtete die Sprecherin der "Frankfurter Rundschau".

Spuren von Flüchtlingskindern verlieren sich im Sand

In den vergangenen 24 Monaten seien mindestens 10.000 allein reisende Flüchtlingskinder nach ihrer Ankunft in Europa verschwunden, berichtet die Zeitung weiter. Dabei bezieht sich das Blatt auf Erkenntnisse der europäischen Polizeibehörde Europol. "Dies bedeutet nicht, dass allen etwas passiert ist. Ein Teil der Kinder könnte sich tatsächlich mittlerweile bei Verwandten aufhalten. Aber es bedeutet, dass diese Kinder zumindest potenziell gefährdet sind", zitiert die "Frankfurter Rundschau" einen Sprecher.

Der Referent beim Bundesfachverband für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF), Niels Espnhorst, sieht dem Bericht zufolge in fehlerhaften Strukturen den Grund für das vielfache Verschwinden. Die seit November 2015 geltende Umverteilung der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge auf die Bundesländer würde die Situation verschärfen. "Die Jugendämter registrieren die Jugendlichen teils bei der vorläufigen Inobhutnahme nicht", sagte er der "Frankfurter Rundschau". Dann könne der Weg der Kinder und Jugendlicher nicht mehr nachvollzogen werden. Ihre Spuren verlören sich im Sande.

Der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, sagte dem Blatt, Kinder seien durch die Umstände "sehr leichte Opfer" für Kriminelle. "Denn Kinder, die allein unterwegs sind, sind nicht registriert. Und solange sie nicht in Obhut genommen werden, sind sie recht- und schutzlos", zitiert ihn die "Frankfurter Rundschau".

ivi
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