Seit einer Woche campieren Asylsuchende vor Berlins Touristenattraktion auf dem Pariser Platz. Sie protestieren gegen die Asylpolitik und beendeten ihren Hungerstreik erst nach gutem Zureden. Von Elias Schneider
Asylbewerber und deutsche Sympathisanten liegen in Berlin am Brandenburger Tor in Schlafsäcken. Seit dem 25. Oktober gibt es das Protestcamp. Es ist der vorläufige Endpunkt des Protestmarsches von Flüchtlingen, die gegen die Residenzpflicht und Sammelunterkünfte vorgehen wollen. Am 19. März starteten sie von Würzburg, legten zu Fuß über 600 Kilometer zurück und erreichten am 3. Oktober Berlin.
Am Abend beendeten sie ihren Hungerstreik, nachdem die Integrationsbeauftragte des Bundes, Maria Böhmer (CDU), und der
Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) stundenlang mit ihnen verhandelt hatten. Böhmer kündigte an, dass die Verhältnisse in einzelnen Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber überprüft werden sollen. "Wir wollen darauf achten, dass Standards gewahrt werden." Zudem äußerte sie Zweifel an der Residenzpflicht. "In der heutigen Zeit muss man fragen, ob eine solche Regelung noch zeitgemäß ist", sagte die Integrationsbeauftragte.
Die Protestierenden wollen aber dennoch bis zum kommenden Montag vor dem Brandenburger Tor ausharren.