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Bund will 40.000 Aufnahmeplätze schaffen

Viereinhalb Stunden hat die Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten beraten. Nun bekommen die Länder mehr Unterstützung bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Drei österreichische Polizisten stehen an der österreichisch-ungarischen Grenze einer Gruppe von Flüchtlingen gegenüber

In einem Erstaufnahmelager in Nickelsdorf an der österreich-ungarischen Grenze warten Flüchtlinge auf Busse, mit denen sie weiterfahren sollen

Die Flüchtlingsfrage spaltet weiter die EU. Angesichts des Widerstands osteuropäischer Staaten gelang es den EU-Innenministern in Brüssel nicht, einen Konsens zur Verteilung von 120.000 Flüchtlingen in Europa zu erzielen. Die Entscheidung wurde auf das nächste Treffen im Oktober vertagt.

In Ungarn droht bei illegalem Grenzübertritt Gefängnis. Nach der Schließung der letzten Lücke der Absperrung an der Grenze zu Serbien kehrte dort vorerst Ruhe ein. Nur noch wenige Flüchtlinge nahmen diese bisher beliebte Balkan-Route gen Westen.

Die aktuellen Ereignisse im stern-Newsticker.

+++ 23.55 Uhr: Gute Nacht! +++

Liebe Leserinnen und Leser,

so weit alle Informationen zur Flüchtlingskrise für heute. Die Kolleginnen und Kollegen halten Sie ab Morgen früh wieder über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Ihre stern-Redaktion

+++ 23.49 Uhr: Flüchtlingsgipfel für kommende Woche geplant +++

Über die Finanzierung und Aufteilung der Kosten sowie neue Gesetze
wollen sich Bund und Länder beim Flüchtlingsgipfel am 24. September
verständigen.

+++ 23.23 Uhr: Bund hilft Ländern bei Aufnahme von Flüchtlingen +++

Der Bund will die Länder bei der Erstaufnahme und Verteilung von Flüchtlingen stärker unterstützen. Der Bund werde gemeinsam mit den Ländern die Verteilung auf einzelne Bundesländer managen, kündigt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach fast vierstündigen Beratungen mit den Ministerpräsidenten im Kanzleramt in Berlin an.

Dabei hätten sich alle 16 Länder zum sogenannten Königsteiner Schlüssel bekannt, der die Verteilung regelt. Außerdem sei der Bund bereit, 40.000 Plätze zur Erstaufnahme zur Verfügung zu stellen. Auch sollen nach Schilderung von Merkel Verteilzentren geschaffen werden: "Solche Drehkreuze sind notwendig." Die Kanzlerin betont, der Staat als Ganzes müsse nun eine "riesige Kraftanstrengung" bewältigen.

+++ 23.09 Uhr: Ungarn erhält 70 Asylanträge und lehnt 40 sofort ab +++

Ungarn hat am ersten Tag, an dem es seine Grenzen für Flüchtlinge geschlossen hatte, 70 Asylanträge entgegengenommen und 40 davon umgehend abgelehnt. Dies sagt der Regierungsberater György Bakondi im staatlichen Fernsehen.

+++ 23.03 Uhr: Bund verteilt Flüchtlinge auf die Länder +++

Der Bund will die Verteilung der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge und Asylbewerber über das Bundesgebiet übernehmen. Das teilt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer mit. Dabei werde weiter der Königsteiner Schlüssel angewendet, wonach jedes Bundesland Flüchtlinge gemessen an seiner Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft aufnimmt.

+++ 21.52 Uhr: Tumulte am Salzburger Hauptbahnhof +++

Die ungeplante Ankunft Hunderter Flüchtlinge hat auf dem Salzburger Hauptbahnhof zu Tumulten geführt. Da sich zu viele Migranten privat mit Taxen und Bussen zu dem Verkehrsknotenpunkt in der Nähe der deutschen Grenze bringen ließen und der Bahnhof völlig überfüllt war, musste der Zugverkehr kurzfristig gestoppt werden, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet. "Die Flüchtlinge haben nur ein Ziel. Sie wollen nach Deutschland", sagt ein Behördensprecher.

Laut Augenzeugen rannten die Ankommenden über die Gleise, um zu Zügen zu gelangen. Gegen Abend fuhren rund 700 Flüchtlinge nach Deutschland ab, doch laufend trafen weitere ein. Das Rote Kreuz bat private Helfer und Taxifahrer, Flüchtlinge nicht zu Bahnhöfen zu bringen, um die Situation nicht noch zu verschärfen. Stattdessen sollten sie den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) den geordneten Transport überlassen.

+++ 21.39 Uhr: Bund bietet Bau von 40.000 Erstaufnahmeplätzen an +++

Der Bund will die Länder beim Aufbau zusätzlicher Erstaufnahme-Plätze für Flüchtlinge entlasten. Wie aus den laufenden Beratungen zwischen Bund und Ländern im Kanzleramt verlautet, habe der Bund angeboten, 40.000 Plätze zur Erstaufnahme zu bauen und selbst zu betreiben. Hinzu kämen zwei Feldcamps mit jeweils 5000 Plätzen, in denen Asylbewerber registriert und auf die Länder verteilt würden. Dies wäre dann Aufgabe des Bundes und nicht mehr Sache Bayerns. Offen war zunächst, ob sich Bund und Länder darauf einigen konnten. Wie es weiter heißt, hätten die Ministerpräsidenten in der Runde übereinstimmend die schleppende Personalaufstockung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kritisiert.

+++ 21.12 Uhr: 150 Flüchtlinge liefern sich Massenschlägerei +++

Bei einer Massenschlägerei in der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge im baden-württembergischen Ellwangen sind neun Menschen verletzt worden. Wie die Polizei mitteilt, waren zunächst zwei Gruppen mit insgesamt rund 150 Menschen bei der Essensausgabe aneinandergeraten. Der Auslöser sei "banal" gewesen - einer der Flüchtlinge habe sich offenbar in der Warteschlange vorgedrängelt, sagt ein Polizeisprecher. Zahlreiche Asylbewerber seien zu dem Streit hinzugekommen, schließlich habe sich eine Schlägerei entwickelt, und die Auseinandersetzung sei vor dem Gebäude fortgesetzt worden.

Die Polizei in Ellwangen wurde bei dem Einsatz unter anderem von Beamten aus Bayern unterstützt, so dass rund 100 Einsatzkräfte bei der Erstaufnahmestelle eintrafen. Zu diesem Zeitpunkt hätten etwa 1000 Personen auf der Straße gestanden. "Wer und wie viele davon zuvor an der Auseinandersetzung beteiligt waren, ließ sich in dieser Situation nicht bestimmen", teilt die Polizei mit. Sieben der neun Verletzten mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.

+++ 21.03 Uhr: Busse mit Flüchtlingen steuern wohl Kroatien statt Ungarn an +++

In Serbien sind Medienberichten zufolge Busse mit Flüchtlingen, die ursprünglich an die ungarische Grenze gebracht werden sollten, in Richtung der kroatischen Grenze umgeleitet worden.

+++ 20.33 Uhr: Bulgarien hält Abschottung für keine Lösung +++

Bulgarien sieht in Abschottung keine langfristige Lösung in der Flüchtlingskrise. "Die Schließung von Grenzen kann das Problem nur vorübergehend lösen", sagt Außenminister Daniel Mitow. Ungarn hatte zuvor angekündigt, nach dem Bau eines Zauns zu Serbien einen weiteren an der Grenze zum EU-Nachbarland Rumänien zu errichten.

Zu den EU-Bemühungen zum Umgang mit der wachsenden Zahl an Flüchtlingen sagte Mitow: "Wir dürfen nicht allein über Quoten reden, da sie nichts lösen." Er sprach sich für den Aufbau von Migrationszentren für Flüchtlinge außerhalb der EU aus. Vizeregierungschef und Sozialminister Iwajlo Kalfin hatte sich zuletzt mit den Vorschlägen der EU-Kommission zur Verteilung von Flüchtlingen in Europa einverstanden erklärt.

+++ 20.04 Uhr: Europarat fordert Erklärung von Ungarn +++

Die von Ungarn erlassenen Gesetze zur Eindämmung des Flüchtlingsandrangs verstoßen nach Einschätzung des Europarates womöglich gegen die Europäische Menschenrechtskonvention: Er fordere von Ungarns Regierungschef Victor Orban die Zusendung des vollständigen Gesetzestextes, erklärt Europarats-Generalsekretär Thorbjörn Jagland. Dann werde er prüfen, ob die Gesetze in Einklang mit der Konvention stehen.

Besonders "besorgt" sei er von dem Gesetz, das eine "massive Einwanderung" als Grund einführe, um den "Krisenzustand" auszurufen, heißt es in Jaglands Erklärung. Er werde von Budapest die Zusicherung verlangen, dass die Menschenrechtskonvention auch im Krisenzustand vollständig respektiert werde.

+++ 19.35 Uhr: Bundeskabinett berät über Anti-Schlepper-Einsatz der Bundeswehr +++

Das Bundeskabinett befasst sich am Mittwoch mit der Entsendung bewaffneter deutscher Soldaten in das Mittelmeer (09.30 Uhr). Sie sollen sich an der EU-Militärmission Eunavfor MED beteiligen, die sich gegen Schlepper richtet, die Flüchtlinge aus Nordafrika unter oft lebensgefährlichen Umständen auf Booten nach Europa bringen. Der Operationsplan der Mission sieht vor, Schlepperboote zu suchen, aufzubringen und zu beschlagnahmen. Die Bundeswehr ist im Rahmen des Eunavfor-Einsatzes bereits seit Mai im Mittelmeer mit der Rettung von Menschen in Seenot betraut.

+++ 19.19 Uhr: USA erwarten europäische Vorgaben in Flüchtlingskrise +++

Europa muss nach Auffassung des US-Präsidialamtes vorgeben, wie die Flüchtlingskrise bewältigt werden soll.

+++ 18.51 Uhr: Tschechien lehnt Flüchtlingsquote immernoch ab +++

Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka lehnt ein verpflichtendes System zur Umverteilung von Flüchtlingen erneut ab. "Dies wäre nur eine Einladung an weitere Wirtschaftsflüchtlinge, wie wir in den letzten Wochen gesehen haben", sagt der Sozialdemokrat vor dem Parlament in Prag.

Die Europäische Union brauche zuallererst einen funktionierenden Schutz ihrer Außengrenzen. "So wie jetzt läuft das weder in den USA noch in Kanada noch in Australien", kritisiert er. Zugleich sei die Regierung in Prag bereit, einen Armeeeinsatz an den eigenen Landesgrenzen zu bewilligen, falls die Ausländerpolizei Verstärkung anfordern sollte.

+++ 18.39 Uhr: EU-Innenminister treffen sich wegen Flüchtlingskrise +++

Wegen der Flüchtlingskrise kommen die EU-Innenminister Anfang kommender Woche erneut zu einem Sondertreffen zusammen. Das Treffen solle am 22. September stattfinden, wird offiziell in Brüssel mitgeteilt. Die Innenminister waren erst am Montag in dem Versuch gescheitert, sich auf verbindliche Quoten zur Verteilung von Flüchtlingen auf alle EU-Staaten zu einigen.

+++ 18.16 Uhr: Serbien bekniet Ungarn wegen Grenzschließung +++

Serbien drängt Ungarn dazu, die gemeinsame Grenze umgehend wieder für Flüchtlinge zu öffnen. Ungarn müsse "wenigstens für Frauen und Kinder" die Übergänge wieder öffnen, sagt der für Flüchtlinge zuständige serbische Minister Aleksandar Vulin der Nachrichtenagentur AFP. Seit Dienstag ist die Grenze zwischen Ungarn und Serbien für Flüchtlinge komplett dicht, wer unerlaubt in das EU-Land einreist, macht sich nun außerdem strafbar.

Vulin äußert sich am serbischen Grenzpunkt Horgos, wo rund hundert wartende Schutzsuchende versammelt waren. Seinen Angaben zufolge befinden sich insgesamt rund 4000 Menschen im Land, die über die Grenze nach Ungarn wollten. Das EU-Land liegt auf der sogenannten Balkanroute, über die sich Flüchtlinge auf den Weg nach Deutschland und in andere EU-Länder machen.

+++ 17.54 Uhr: Kroatiens Ministerpräsident: "Deutschland werden diese Menschen nutzen" +++

Deutschland wird nach Ansicht von Kroatiens Ministerpräsident Zoran Milanovic von der Integration der Flüchtlinge profitieren. "Ich klinge vielleicht etwas zynisch, aber Deutschland werden diese Menschen nutzen", sagt der Sozialdemokrat in der Hauptstadt Zagreb. "Diese Menschen sind voller Energie und Wissen... sie wollen arbeiten und nicht von Sozialleistungen leben." Die Bevölkerung in Deutschland sei überaltert, die demografische Lage könne sich durch die Flüchtlinge verbessern.

Er glaube nicht, dass Ungarn verhindern könne, dass die Menschen über die Grenze kämen, fügt er hinzu. "Niemand kann das". Ungarn sei nur eine Durchgangstation. "Sie wollen alle nach Deutschland." Alle EU-Länder müssten nun an der Verteilung der Flüchtlinge mitarbeiten, betont Milanovic, auch Kroatien werde Menschen aufnehmen. "Vielleicht ein paar Tausend."

+++ 17.48 Uhr: Brüssel akzeptiert österreichische Grenzkontrollen +++

Die EU-Kommission hat keine Einwände gegen die vorübergehende Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Österreich. "Die jetzige Lage in Österreich erscheint auf den ersten Blick eine Situation zu sein, die von den Regeln gedeckt wird", teilt die EU-Behörde in Brüssel mit. Der Schengener Grenzkodex erlaube unter bestimmten Umständen wieder die Kontrolle von Grenzen. Das Schengen-Abkommen regelt den freien Reiseverkehr zwischen den Mitgliedstaaten.

+++ 17.39 Uhr: Rumänien übt scharfe Kritik an Ungarn +++

Rumänien kritisiert die Pläne Ungarns, nun auch an der gemeinsamen Grenze der beiden Länder einen Zaun bauen zu wollen, scharf. Das rumänische Außenministerium erklärt, eine Absperrung zwischen zwei EU-Ländern und strategischen Partnern bauen zu wollen, sei "politisch gesehen nicht korrekt". Derlei Pläne entsprächen nicht "dem europäischen Geist".

+++ 17.37 Uhr: Entscheidung über Sondergipfel fällt Donnerstag +++

Die Entscheidung, ob ein EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise einberufen wird, fällt nach den Worten von EU-Ratspräsident Tusk am Donnerstag.

+++ 17.26 Uhr: Aktivisten zeigen Flüchtlingen alternative Routen +++

Nachdem Ungarn seine Grenzen für Flüchtlinge geschlossen hat, verteilen Helfer an der griechisch-mazedonischen Grenze Landkarten mit Alternativrouten. Dies berichten serbische und kroatische Medien. Die Karte der Facebook-Gruppe "Avoid Hungary - Migration News" (dt: "Vermeide Ungarn") zeigt eine Route in die EU, die über Serbien nach Kroatien und Slowenien führt. Am Montag hatte der Chef der kroatischen Grenzpolizei, Zlato Sokoar, dem Sender N1 TV gesagt, es gäbe nach Schließung der ungarischen Grenze nun eine "realistische Möglichkeit", dass Flüchtlinge nach Kroatien kämen.

+++ 16.45 Uhr: Österreich kontrolliert ab Mitternacht Grenzen schärfer +++

Österreich kündigt schärfere Grenzkontrollen an. Diese sollen ab Mitternacht gelten, sagt ein Sprecher des Innenministeriums.

+++ 16.20 Uhr: Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft +++

In Porta Westfalica bei Bielefeld haben Unbekannte einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft verübt. Ein Brandsatz sei an die Außenmauer geworfen worden. Es entstand nur geringer Sachschaden durch Rußspuren. Niemand ist zu Schaden gekommen. Der Staatsschutz ermittelt. Der Vorfall hat sich laut Polizei bereits in der vergangenen Nacht ereignet.

+++ 15.55 Uhr: Auch die Schweiz will Flüchtlinge aufnehmen +++

Die Schweiz ist bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. Laut Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga will sie dies in einer Größenordnung tun, die dem Quoten-Vorschlag von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker entspricht.

+++ 15.51 Uhr: UNHCR: Ungarische Grenzgesetze teils alarmierend +++

Ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks bezeichnet die neuen ungarischen Grenzgesetze als zum Teil "wirklich alarmierend". Als Beispiele nennt er die Rücksendung von Flüchtlingen nach Serbien, die Strafverfolgung von Asylsuchenden bei illegalem Grenzübertritt und die Entscheidung in Asylverfahren binnen weniger Stunden.

+++ 15.45 Uhr: Bundespolizei: 3800 Flüchtlinge am Montag angekommen +++

Nach Angaben der Bundespolizei sind am Montag 3800 Flüchtlinge in Deutschland angekommen. Die Polizei korrigiert damit eigene frühere Angaben, nach denen gut 4500 Flüchtlinge allein mit der Bahn in Deutschland ankamen.

+++ 15.34 Uhr: Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft in Porta Westfalica +++

Auf eine Flüchtlingsunterkunft in Porta Westfalica ist ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte warfen am Montagabend eine Glasflasche mit einer brennenden Flüssigkeit an die Fassade des Gebäudes in Ostwestfalen. Bis auf eine Rußspur hinterließ das Feuer aber nur geringen Sachschaden, wie die Polizei mitteilt. In den zwei Gebäuden der Notunterkunft waren zu dem Zeitpunkt 37 Flüchtlinge untergebracht. Eine Sonderkommission mit elf Beamten aus Bielefeld und Minden ermittelt.

+++ 15.31 Uhr: Merkel: Große Verteilzentren wohl nicht nötig +++

Bund und Länder wollen bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland auf die ursprünglich angedachten großen Verteilzentren möglicherweise verzichten. Vielleicht seien diese gar nicht mehr nötig, sagt Merkel. Die Lage habe sich geändert, weil die Flüchtlinge bereits an der Grenze sofort registriert würden und dann direkt verteilt werden könnten.

+++ 15.08 Uhr: Rund 6000 Flüchtlinge in Österreich angekommen +++

Rund 6000 Flüchtlinge haben nach Angaben der Polizei seit Mitternacht die ungarisch-österreichische Grenze in Nickelsdorf überquert. Die Flüchtlinge werden in Notunterkünfte gebracht.

+++ 14.47 Uhr: Flüchtlinge wollen zu Fuß von Salzburg nach Bayern +++

In Salzburg verlassen nach Polizeiangaben rund 500 Flüchtlinge den Bahnhof, um zu Fuß oder mit Taxis weiter Richtung Bayern zu kommen. Am Bahnhof selbst befinden sich derzeit rund 600 bis 700 Flüchtlinge.

+++ 14.43 Uhr: In München kommen weniger Flüchtlinge an +++

Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge nach München nimmt deutlich ab. Am Montag seien es am Hauptbahnhof 765 gewesen, am Dienstag bisher 865, sagt ein Polizeisprecher. Die Menschen kämen aus den Grenzregionen zu Österreich und  seien bereits von der Bundespolizei registriert worden.

+++ 14.25 Uhr: Merkel beantragt Sondergipfel der EU +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Österreichs Kanzler Werner Faymann beantragen einen Sondergipfel der EU zur Flüchtlingskrise in der kommenden Woche. Dabei soll auch über Hilfen für die Herkunftsländer der Flüchtlinge gesprochen werden, kündigt Merkel an.

Sie lehnt Drohungen etwa mit Kürzungen von EU-Mitteln für Staaten ab, die sich weigern, eine bestimmte Quote von Flüchtlingen aufzunehmen. "Drohungen sind nicht der richtige Weg", sagt Merkel zu entsprechenden Vorschlägen. Damit könne kaum etwas erreicht werden.

+++ 14.12 Uhr: Ungarn erwägt nun auch Zaun an rumänischer Grenze +++

Ungarn bereitet den Bau eines Zauns entlang der rumänischen Grenze vor, falls eine Veränderung der Flüchtlingsrouten dies erforderlich machen sollte. Dies erklärt der ungarische Außenminister Peter Szijjarto. Der neue Zaun solle im Drei-Länder-Eck Ungarn-Serbien-Rumänien beginnen und von dort aus entlang einer "sinnvollen" Distanz an der Grenze zu Rumänien errichtet werden. 

+++ 14.05 Uhr: DFB weitet Flüchtlingsinitiative bis 2019 aus +++

Der Deutsche Fußball-Bund weitet seine Flüchtlingsinitiative "1:0 für ein Willkommen" um vier Jahre aus. "Über die Egidius-Braun-Stiftung haben wir sichergestellt, dass dieses Programm bis 2019 weiterläuft", sagt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Rande der UEFA-Tagung in St. Julian's/Malta.
In diesem und dem nächsten Jahr stellt der Verband gemeinsam mit der DFB-Auswahl und der Bundesregierung jeweils 300.000 Euro für die Integration von Flüchtlingen zur Verfügung. "Die Vereine haben die ganze Summe für 2015 auch schon abgerufen", berichtet Niersbach.

+++ 14.03 Uhr: Behörden erwarten normales Oktoberfest +++

Die bayerischen Behörden erwarten rund um das Münchner Oktoberfest keine Konflikte im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingskrise. "Es ist eine ganz normale Wiesn, auf die wir uns ganz normal vorbereiten", sagt der Verwaltungschef der Stadt, Wilfried Blume-Beyerle. "Wenn ich etwas von Krisen-Wiesn lese, dann ist das mit Sicherheit falsch." Wie Vize-Polizeichef Werner Feiler ergänzt, werden sich Festgäste und Flüchtlinge am Hauptbahnhof nicht die Quere kommen.

+++ 14.01 Uhr: Notunterkünfte in Österreich werden knapp +++

In Österreich werden angesichts des Flüchtlingsandrangs die Plätze in den Notunterkünften knapp. "Wir haben eine krisenhafte Situation", sagt ein Sprecher des Innenministeriums. Rund 20.000 Plätze stünden zur Verfügung. Am Montag kamen etwa 19.700 Menschen nach Österreich, am Dienstag bis zum Vormittag weitere 4000.

Die meisten von ihnen versuchen weiterhin, in Richtung Deutschland zu reisen. Die Zahl der Asylanträge in der Alpenrepublik hat sich nicht erhöht, laut Innenministerium liegt sie mit rund 300 Anträgen pro Tag im Schnitt der letzten Wochen und Monate.

+++ 13.51 Uhr: Freier Eintritt für Flüchtlinge auf Frankfurter Buchmesse +++

Die Frankfurter Buchmesse gewährt Flüchtlingen in diesem Jahr freien Eintritt. An den Besuchertagen (17./18. Oktober) seien kostenlose Tickets reserviert, kündigt Buchmesse-Direktor Juergen Boos an. Es gebe bereits Anmeldungen von Gruppen aus Eritrea und Syrien. Sie würden mit muttersprachlichen "Paten" über die Messe geführt.

Die Messe arbeitet dabei mit Flüchtlingshilfsorganisationen zusammen, die die Gruppen zusammenstellen. Ziel der Messerundgänge werden vor allem die Verlage aus den Herkunftsländern sein, sagt Boos. Unter den mehr als 7000 Ausstellern seien auch viele Krisenländer. Sogar aus Syrien reisen laut Buchmessen-Sprecherin Katja Böhne Aussteller
an.

+++ 13.32 Uhr: Flüchtlinge an serbisch-ungarischer Grenze im Hungerstreik +++

Aufgebrachte Flüchtlinge beginnen an der serbisch-ungarischen Grenze bei Röszke einen Hungerstreik aus Protest gegen die Schließung des dortigen Durchgangs. Einige der 200 bis 300 protestierenden Menschen in einer Transitzone trügen Schilder mit der Aufschrift "No water no food until open border", berichtet die ungarische Internet-Zeitung index.hu. Vorher hätten sie dort von ungarischer Seite erhaltenes Essen weggeworfen. Unter den Protestierenden seien auch Kinder.

+++ 13.25 Uhr: Tschechien weist Androhung von Finanzstrafen zurück +++

Die tschechische Regierung bezeichnet deutsche Drohungen mit einer Kürzung der EU-Hilfen für Staaten, die zu wenige Flüchtlinge aufnehmen, als leer. Solche Drohungen hätten keine rechtliche Basis und schadeten allen.

+++ 13.21 Uhr: Knapp 180 Flüchtlinge springen aus Sonderzug nach Berlin +++

Knapp 180 Flüchtlinge springen nach Polizeiangaben aus einem Sonderzug von München nach Berlin. Mehrfach hätten Flüchtlinge auf der Strecke die Notbremse des Intercitys gezogen, sagt Bundespolizei-Sprecher Jens Schobranski. Ganze Gruppen von Menschen hätten dann den Zug verlassen. Dies hätten mitfahrende Bahnmitarbeiter berichtet.

Von 518 angekündigten Menschen kommen laut Schobranski nur 339 am Bahnhof Berlin-Schönefeld am südöstlichen Stadtrand der Hauptstadt an, 179 fehlen. Die Notbremsungen seien in Sachsen und Sachsen-Anhalt erfolgt, heißt es. Der Sender RBB hat zuerst im Internet darüber berichtet.

Möglicherweise wollen die Menschen in Berlin nicht offiziell registriert werden. Bekannt ist, dass ein Teil der Flüchtlinge und Einwanderer eigentlich nach Schweden und in andere skandinavische

Länder will und deswegen die Registrierung als Asylbewerber in Deutschland umgehen möchte.

+++ 13.09 Uhr: Flüchtlinge drängen an ungarischer Grenze gegen Absperrung +++

Hunderte Migranten drängen von der serbischen Seite gegen die Absperrung, die die ungarische Polizei über die größte Autobahn in das Nachbarland errichtet hat. Die Menschen schlagen gegen das Metallgitter und rufen "Öffnet die Grenze, öffnet die Grenze!". Die Polizei steht auf der anderen Seite

+++ 12.56 Uhr: Syrer in Türkei wollen zu Fuß nach Deutschland +++

An der türkischen Landgrenze zu Bulgarien und Griechenland versuchen mehrere hundert Syrer, die Türkei auf dem Fußweg zu verlassen, um nach Deutschland zu gelangen. Wie türkische Medien aus der Provinz Edirne im europäischen Teil des Landes berichten, werden rund 3000 Syrer in Bussen und anderen Fahrzeugen abgefangen und zur Umkehr gezwungen. Weitere 800 Flüchtlinge versuchen demnach jedoch, zu Fuß die Grenze zu erreichen. Türkische Sicherheitskräfte halten sie auf.

+++ 12.09 Uhr: Österreichs Bahn rät von Fahrten nach Deutschland ab +++

Die Österreichische Bundesbahnen raten Reisenden bis auf weiteres von Fahrten nach Deutschland ab. Durch die Grenzkontrollen der deutschen Behörden kommt es im Zugverkehr zu Verspätungen von mehreren Stunden. Da es dadurch zu einem Rückstau kommen könnte, seien auch Zugausfälle möglich. Sonderzüge werden nicht eingesetzt, da diese laut ÖBB von Deutschland nicht übernommen werden.

+++ 11.57 Uhr: Frontex: 156.000 Migranten gelangen im August in EU +++

Im August sind nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex 156.000 Migranten und Flüchtlingen in die Europäische Union eingereist, so viele Menschen wie nie zuvor. Bisher sind in diesem Jahr über eine halbe Million Migranten in die EU gekommen. Im gesamten Vorjahr waren es 280.000.

+++ 11.53 Uhr: Rund 850 Flüchtlinge kommen am Münchner Hauptbahnhof an +++ 

Auch nach der Wiedereinführung von Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze kommen am Dienstag rund 850 Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof an. Die Bundespolizei sei noch im Aufbau der Grenzkontrollen, sagt Bundespolizeisprecher Wolfgang Hauner. Deshalb könnten noch Züge ohne Kontrolle durchkommen. Bis zum Mittag würden zwei weitere Züge mit insgesamt 500 Flüchtlingen erwartet, die weitere Entwicklung sei nicht vorhersehbar.

+++ 11.44 Uhr: Ungarns Regierung ruft Krisenzustand in Süd-Bezirken aus +++

Ungarn hat für die zwei südliche Verwaltungsbezirke Bacs-Kiskun und Csongrad den Krisenfall ausgerufen. Ein Regierungssprecher begründet den Schritt mit dem anhaltenden Zustrom von Flüchtlingen in das Land. Eine Ausrufung ermächtigt die Behörden etwa zu beschleunigten, faktisch rein formalen Asylverfahren.

+++ 11.39 Uhr: Flüchtlingsboot sinkt - 22 Tote +++

Beim Untergang des Flüchtlingsbootes vor der Küste der Türkei kommen mindestens 22 Menschen ums Leben. Unter den Toten seien vier Kinder, meldet die Nachrichtenagentur Dogan. Die türkische Küstenwache habe 211 der Insassen retten können. Das Boot mit mehr als 230 Menschen an Bord sei auf dem Weg zu einer griechischen Insel gewesen.

+++ 11.25 Uhr: Fast zwei Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei +++

Die Zahl der syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge in der Türkei ist auf fast zwei Millionen angestiegen. Seit Juni seien mehr als 200.000 Syrer in der Türkei angekommen, sagt eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Genf. In den drei Monaten zuvor seien es lediglich 14.000 gewesen.

+++ 11.19 Uhr: Nur wenige Flüchtlinge weichen auf Route über Tschechien aus +++

Die tschechische Ausländerpolizei hat seit der Wiederaufnahme der Grenzkontrollen Deutschlands zu Österreich 81 Flüchtlinge aufgegriffen. Das teilt eine Polizeisprecherin mit. Dies ist nur ein leichter Anstieg gegenüber den Vortagen. Tschechien hatte eine größere Ausweichbewegung der Flüchtlinge erwartet. Die meisten Migranten kamen den Angaben zufolge zu Fuß über die Grenze.

+++ 11.11 Uhr: Gabriel fordert neue Syrien-Initiative +++

In der Flüchtlingskrise ist nach den Worten von Sigmar Gabriel dringend "eine neue Initiative für Syrien" notwendig. Die Iran-Verhandlungen hätten gezeigt, dass es gelingen könne, einen Konflikt friedlich zu lösen, wenn die USA und Russland an einen Tisch kämen. Der Konflikt müsse wenigstens zu einem Waffenstillstand gebracht werden. Europa müsse Jordanien und den Libanon mit 1,5 Milliarden Euro bei der Flüchtlingsunterbringung unterstützen. Den gleichen Betrag müssten auch die USA und die Golfregion bereitstellen.

+++ 11.05 Uhr: 72 Flüchtlinge in vergangenen Tagen ertrunken +++

In den vergangenen Tagen sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration wahrscheinlich 72 Flüchtlinge bei dem Versuch ums Leben gekommen, von der Türkei über das Mittelmeer auf eine griechische Insel zu gelangen. Insgesamt sollen schätzungsweise schon 464.876 Flüchtlinge in diesem Jahr diesen Fluchtweg genutzt haben.

+++ 11 Uhr: Gabriel: Europa hat sich weiteres Mal blamiert +++

Vizekanzler Sigmar Gabriel pocht in der Flüchtlingsfrage auf mehr Solidarität. "Europa hat sich gestern ein weiteres Mal blamiert", sagt der SPD-Chef in Berlin. Auch Deutschlands Möglichkeiten fänden irgendwann ein Ende. Die Bundesrepublik könne nicht "die Flüchtlingsprobleme der halben Welt lösen".

+++ 10.56 Uhr: Oppermann stellt mehr Geld für Kommunen in Aussicht +++

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann fordert mehr Unterstützung für die Kommunen in der Flüchtlingskrise. Die für nächstes Jahr eingeplanten Bundesmittel von drei Milliarden Euro für Länder und Kommunen seien nur "ein erstes Wort der Bundesregierung". Zudem helfe die Soforthilfe für dieses Jahr in Höhe von einer Milliarde Euro den Gemeinden nicht. "Hier müssen wir noch nachlegen", sagt er in Berlin.

+++ 10.54 Uhr: Asselborn will EU-Quotenlösung durchsetzen +++

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn will eine Quotenlösung zur Verteilung von Flüchtlingen in der EU auch gegen den Widerstand östlicher EU-Staaten durchsetzen. Er wolle beim nächsten Innenministertreffen am 8. Oktober eine solche Lösung von einer qualifizierten Mehrheit beschließen lassen, sagt der amtierende EU-Ratsvorsitzende dem rbb. "Wir haben wir haben eine qualifizierte Mehrheit, das zu tun, was von uns verlangt wird. Und das werden wir auch tun."

+++ 10.43 Uhr: Erneut viele Flüchtlinge an ungarisch-serbischer Grenze +++

Bei Röszke an der ungarisch-serbischen Grenze versammeln sich viele Flüchtlinge, die Einlass nach Ungarn begehren. Das beobachten dpa-Reporter vor Ort. Nach inoffiziellen Informationen handle es sich um etwa 2000 Menschen. Sie versammeln sich an einem alten Grenzübergang an der Landstraße nach Röszke, die parallel zur Autobahn verläuft. Es habe Proteststimmung geherrscht. Ungarns Polizei war mit einem großen Aufgebot präsent.

+++ 10.36 Uhr: Weil fordert "Plan B" +++

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) fordert die Bundesregierung auf, einen "Plan B" für die Bewältigung der Probleme durch den hohen Zustrom an Flüchtlingen vorzulegen. "Wir sind gut beraten, nicht allzu viele Hoffnungen auf Europa zu setzen", sagt er Spiegel Online. Die deutsche Regierung müsse die Fragen beantworten, wie sich Deutschland angesichts des Flüchtlingselends einerseits und der Verweigerungshaltung Europas andererseits verhalten werde.

+++ 10.30 Uhr: EU-Kommission droht nicht mit Kürzungen von Strukturhilfen +++

Die EU-Kommission plant aktuell keine Kürzungen von Strukturfonds gegenüber jenen EU-Staaten, die sich einer verbindlichen Verteilungsquote von Flüchtlingen widersetzen. Dies sei derzeit rechtlich nicht möglich und würde eine Änderung des mehrjährigen Finanzrahmens erfordern, teilt die Brüsseler Behörde auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit.

+++ 10.15 Uhr: Polizisten geben am Grenzübergang Freilassing Warnschüsse ab +++

An dem Grenzübergang Freilassing-Salzburg sollen Polizisten Warnschüsse abgegeben haben als eine Gruppe von Flüchtlingen aus einem Fahrzeug sprang und auf die Grenze zu rannte. Das berichtet "RTL". (Update: Für diese Information gibt es keine offizielle Bestätigung. Die Quellenlage hat sich als zweifelhaft herausgestellt. Ob es wirklich zu dem Schuss gekommen ist, ist daher sehr fraglich.)

+++ 9.55 Uhr: 13 Flüchtlinge ertrinken vor türkischer Küste +++

Mindestens 13 Bootsflüchtlinge ertrinken Medienberichten zufolge im Meer zwischen der Türkei und Griechenland. Unter den Toten seien auch vier Kinder, berichtete die private türkische Nachrichtenagentur Dogan. Die türkische Küstenwache habe 205 Flüchtlinge aus dem Holzboot gerettet. Das Boot hatte demnach im türkischen Ferienort Datca abgelegt und war auf dem Weg zur griechischen Insel Kos. Die Rettungsarbeiten sind dem Bericht zufolge noch nicht abgeschlossen. Die Nationalitäten der Flüchtlinge sind noch unbekannt.

+++ 9.49 Uhr: Flüchtlinge durchschneiden Grenzzaun in Ungarn +++

16 Flüchtlinge durchschneiden in der Nacht zum Dienstag den Zaun an der Grenze zu Serbien in der Nähe des Übergangs Röszke und überqueren die Grenze. Das berichtet das ungarische Staatsfernsehen. Eine Polizei-Patrouille habe sie festgenommen.

+++ 9.15 Uhr: Flüchtlingszustrom nach Österreich hält an +++

Seit Mitternacht haben nach Polizeiangaben rund 1800 Flüchtlinge die ungarisch-österreichische Grenze in Nickelsdorf überquert. Für die kommenden Stunden rechnet die Polizei mit weiteren 1000 Menschen. Gestern erreichten insgesamt 15.700 Flüchtlinge die Grenze in Nickelsdorf, womit ein neuer Rekord erreicht wurde.

+++ 9.08 Uhr: Ungarisch-serbische Grenze für Flüchtlinge komplett dicht +++

Die Grenze zwischen Ungarn und Serbien wird für Flüchtlinge komplett geschlossen. Auch der offizielle ungarische Hauptgrenzübergang wird für Flüchtlinge gesperrt, wie ein AFP-Journalist berichtet.

+++ 9.02 Uhr: Ungarische Polizei nimmt Flüchtlinge fest +++

Nach Inkrafttreten verschärfter Gesetze nimmt die ungarische Polizei neun syrische und sieben afghanische Flüchtlinge wegen illegalen Grenzübertritts an der serbischen Grenze fest. Dies teilt eine Polizeisprecherin mit.

+++ 8.54 Uhr: 92.000 Flüchtlinge kommen im September per Zug nach Deutschland +++

Nach Angaben der Bundespolizei kamen am Montag gut 4500 Flüchtlinge mit der Bahn nach Deutschland. Seit Anfang September waren es per Zug knapp 92.000, wie ein Polizeisprecher sagt.

+++ 8.30 Uhr: De Maiziere will Druck auf Nein-Sager in der EU machen +++

Bundesinnenminister Thomas De Maiziere sagt im ZDF mit Blick auf Nein-Sager-Länder in der EU zu einer Quotenverteilung: "Deswegen müssen wir, glaube ich, über Druckmittel reden". Er stellte sich hinter die Forderung von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, solchen Ländern gegebenenfalls EU-Strukturhilfen zu kürzen.

+++ 8.23 Uhr: Flüchtlingsandrang nach Ungarn gestoppt +++

Der Flüchtlingsandrang von Serbien nach Ungarn ist gestoppt. Am Dienstagmorgen trifft nach Beobachtungen eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur kein Flüchtling mehr bei Röszke ein. Die zahlreichen Hilfsorganisationen, die in den vergangenen Wochen dort Zehntausende Flüchtlinge betreut haben, brechen ihre Zelte und Stände ab.

+++ 8.08 Uhr: Weil: Kaum Hoffnung auf europäische Lösung +++

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat wenig Hoffnung auf eine gesamteuropäische Lösung der Flüchtlingskrise. "Die scheint im Moment nicht sehr realistisch zu sein. Wir haben den allerbesten Willen, wir verhalten uns im Konzert der europäischen Länder ziemlich vorbildlich", sagt Weil dem Hörfunksender NDR 1 Niedersachsen.

+++ 7.37 Uhr: Ungarn greift 9380 Flüchtlinge auf +++

Ungarn hat am Montag 9380 Flüchtlinge beim Überschreiten der Grenze zu Serbien aufgegriffen. Dies teilt die Polizei auf ihrer Internetseite mit. 

+++ 5.21 Uhr: Lindner: Integrationskurse schon in Erstaufnahmeeinrichtungen +++

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sieht die schwarz-rote Regierung in der Pflicht, nach Deutschland kommenden Flüchtlingen sehr schnell die Demokratie näherzubringen. "Die Bundesregierung sollte sofort in den Erstaufnahmeeinrichtungen Integrationskurse forcieren, die insbesondere unsere liberalen Verfassungswerte vermitteln", sagte er in Berlin. "Nicht nur Deutschland wird sich verändern, auch viele Flüchtlinge müssen es."

Er sei ansonsten "in Sorge, dass aus der Flüchtlingskrise eine Integrationskrise wird", betonte Lindner. "Wir brauchen unbedingt einen bundesweiten Aktionsplan Integration, der Bildungssystem sowie Arbeits- und Wohnungsmarkt vorbereitet."

+++ 5.19 Uhr: Obama stärkt Bundesregierung den Rücken +++

Im Ringen um Lösungen in der Flüchtlingskrise stärkt US-Präsident Barack Obama der Bundesregierung den Rücken. Ein Land allein könne diese Krise nicht bewältigen, sagt Präsidentensprecher Josh Earnest vor Journalisten auf die Frage nach dem Vorgehen Deutschlands. Andere Länder müssten auch ihren Teil übernehmen, etwa europäische Länder bei der Aufnahme weiterer Flüchtlinge. "Es ist Zeit für andere Länder, ebenfalls vorzutreten", sagt er. Die USA prüfen demnach derzeit, was sie selbst noch zusätzlich tun können.

+++ 3.30 Uhr: Ungarn macht Grenze zu Serbien für Flüchtlinge dicht +++

Ungarn schließt seine Grenze zum südlichen Nachbarland Serbien für Flüchtlinge faktisch. Illegal von Serbien nach Ungarn einreisende Asylsuchende könnten unter den seit Mitternacht geltenden neuen Gesetzen binnen Tagen abgeschoben werden, sagt Regierungssprecher Zoltan Kovacs an der Grenze. "Wir beginnen eine neue Ära. Wir werden den Fluss illegaler Einwanderer über unsere grüne Grenze stoppen." Nach Polizeiangaben sind alleine am Montag rund 9.000 Migranten nach Ungarn gekommen, so viele wie noch nie seit Beginn der Flüchtlingskrise in Europa.

+++ 3.10 Uhr: Tsipras warnt EU vor Militäreinsatz gegen Schleuser im Mittelmeer +++

Der griechische Ex-Regierungschef Alexis Tsipras warnt die EU vor einem militärischen Einsatz gegen Schlepper im Mittelmeer. In einer Fernsehdebatte zum griechischen Wahlkampf sagt Tsipras, solche Militäroperationen würden in griechischen Gewässern "unschuldige Flüchtlinge" treffen und nicht die Schlepper. "Die Boote kommen ohne Schleuser an", sagt der Kandidat der linken Syriza-Partei für die Wahl am 20. September.

+++ 1.46 Uhr: Ungarn räumt umstrittene Flüchtlingstransporte zur Westgrenze ein +++

Ungarn hat bis zum Inkrafttreten der verschärften Gesetze zum Grenzübertritt systematisch Flüchtlinge an die Westgrenze transportiert. Das räumen György Bakondi, Sicherheitsberater des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban sowie Regierungssprecher Zoltan Kovacs in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Röszke an der ungarisch-serbischen Grenze ein. Dies berichten ungarische Nachrichtenportale.

Zuvor hatten Medien und Hilfsorganisationen den Verdacht geäußert, dass Ungarns Polizei Flüchtlingen durch gezielte Transporte absichtlich den Grenzübertritt nach Österreich erleichtert habe – um diese loszuwerden. Im ungarischen Szentgotthard an der österreichischen Grenze seien allein in der Nacht von Sonntag auf Montag 35 Busse mit Flüchtlingen in Polizeibegleitung direkt von der serbischen Grenze eingetroffen, hatte es geheißen.

+++ 0.41 Uhr: Schäuble plant kleines Sparpaket +++

Wegen der hohen Flüchtlingszahlen plant Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einem Zeitungsbericht zufolge ein kleines Sparpaket. Es solle noch in diesem Jahr eine sogenannte globale Minderausgabe im Bundeshaushalt geben, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Im Gespräch sei ein Betrag von insgesamt 500 Millionen Euro, den alle Ministerien zusammen einsparen sollten. 
Schäuble will damit die Ministerien an den Kosten für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen beteiligen, wie die "Bild"-Zeitung weiter berichtet. Wie hoch der Sparanteil der einzelnen Ministerien ist, steht demnach aber noch nicht fest.

mka/tkr/DPA/AFP/Reuters
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