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30. Dezember 2009, 14:39 Uhr

Nacktscanner entfachen neue Datenschutz-Debatte

Kommen sie oder kommen sie nicht, die sogenannten Nacktscanner? Der Innenminister ist grundsätzlich dafür, die Justizministerin eher skeptisch und der oberste Datenschützer dagegen. Die Niederländer schaffen derweil Fakten.

Zoom
Flughafen, Kontrolle, scannen, Anschlag, Terrorgefahr, Terror

Bald auch an deutschen Flughäfen im Einsatz? Körperscanner mit Millimeter-Wave-Technik bei einer Pressevorführung in Amsterdam© Schiphol TV/DDP

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere will als Konsequenz aus dem versuchten Anschlag auf einen Transatlantikflug sogenannte Nacktscanner an Flughäfen einsetzen. Voraussetzung sei allerdings, dass Geräte entwickelt würden, die die Persönlichkeitsrechte der Passagiere "vollumfänglich wahren", sagte der CDU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung".

Ein Apparat, der diese Maßgabe erfülle, solle bereits im nächsten Jahr vorgestellt werden. Die neuartigen Geräte könnten die Körperstrukturen der Passagiere unklarer darstellen. Der Einsatz käme für ihn aber nur infrage, wenn die Geräte leistungsfähig und gesundheitlich völlig unbedenklich seien, sagte de Maiziere der Zeitung. Bisher gebe es allerdings keine Rechtsgrundlage für die Verwendung der Scanner.

Eine Sprecherin des Innenministeriums hatte am Dienstag erklärt, die bisher verfügbaren Nacktscanner, die die Bundespolizei prüft, seien noch nicht einsatzbereit. Als Reaktion auf den Anschlagsversuch würden Fluggäste künftig häufiger abgetastet. Auch das Handgepäck solle noch gründlicher durchsucht werden.

Schaar ist gegen Nacktscanner

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar lehnt den Einsatz von Nacktscannern hingegen ab. "Mich überrascht, wie schnell Forderungen erhoben werden, ohne dass die grundsätzlichen Fragen geklärt sind", sagte Schaar der "Berliner Zeitung". "Zunächst ist Sachaufklärung angebracht."

Auch Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger reagierte zurückhaltend auf entsprechende Forderungen. "Ob erhöhte technische Kontrollmaßnahmen den konkreten Anschlagversuch tatsächlich verhindert hätten, kann zuverlässig erst nach einer sorgfältigen Untersuchung des Falles beurteilt werden", sagte die FDP-Politikerin derselben Zeitung. "Ob Körperscanner so eingesetzt werden können, dass dabei die Intimsphäre beachtet und die Menschenwürde strikt gewahrt bleibt, hängt entscheidend von der technischen Weiterentwicklung solcher Geräte ab." In jedem Fall müsse der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht so gering wie möglich gehalten werden und im Verhältnis zum tatsächlichen Gewinn an Sicherheit stehen.

Wahllose Datensammlung bedeutet nicht mehr Sicherheit

Auslöser der Debatte war der vereitelte Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug am vergangenen Freitag. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab hatte versucht, einen Airbus beim Landeanflug auf Detroit mithilfe des hochexplosiven Sprengstoffs PETN in die Luft zu sprengen, konnte daran aber in letzter Minute gehindert werden.

Die Ministerin bezeichnete es als besorgniserregend, dass trotz der Hinweise auf den mutmaßlichen Attentäter dieser ungehindert in Amsterdam das Flugzeug habe besteigen können. "Dies zeigt eindrucksvoll, dass die wahllose Anhäufung von millionenfachen Daten offensichtlich keinen Zusatz an Sicherheit bedeutet." Angesichts der Fülle von Informationen würden derart konkrete Hinweise offenbar nicht richtig eingeordnet.

Auch Schaar forderte, es müsse geklärt werden, wie der Sprengstoff durch die Kontrollen habe geschmuggelt werden können, und ob die Technologie geeignet sei, dem vorzubeugen. Zudem müssten beim Einsatz von Scannern die Menschenwürde und der Schutz der Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben. "Bei den Geräten, die alles sichtbar machen, ist die Menschenwürde nicht gewahrt", sagte Schaar. Auch er verwies darauf, dass Hinweise auf den Attentäter vorlagen, aber offenbar in ihrer Relevanz nicht erkannt und nicht weitergeleitet worden seien. "Ich bezweifle, dass die immer exzessivere, ungezielte Datensammlung von immer mehr Menschen richtig ist", sagte Schaar.

Niederlande wollen Scanner-Kontrollen einführen

Die Niederlande kündigten derweil als erstes Land Europas die baldige Einführung von Körperscannern an. Zunächst sollen Scanner bei Flügen vom Amsterdamer Airport Schiphol in die USA eingesetzt werden, teilte der niederländische Justizminister Ernst Hirsch Ballin der US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano am späten Dienstagabend telefonisch mit. Zugleich fordert die Regierung in Den Haag von der Europäischen Union, die Geräte europaweit zuzulassen.

Fast alle niederländischen Parteien erklärten, sie würden die Einführung der Körperscanner unterstützen, weil die Sicherheit von Flugreisenden Vorrang habe vor Bedenken über die Privatsphäre. Allerdings müssten noch eindeutige Bestimmungen erlassen werden, wie mit den gescannten "Nacktbildern" umzugehen sei und wer diese Aufnahmen im Zweifelsfall ansehen dürfe, forderte die liberale Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD).

Reuters/APD/DPA
KOMMENTARE (10 von 37)
 
paladin09 (01.01.2010, 11:41 Uhr)
Nacktscanner
ist der völlig falsch gewählte Begriff für diese Art Körperscanner. Richtiger müßten diese Scanner Oberflächenscanner heißen, denn sie dringen nur ganz minimal in die Haut ein. Auch zeigen die Bilder von gescannten Personen keinerlei körperspezifische Details, sondern Fremdkörper an der Oberfläche des Körpers. Zudem arbeitet die Industrie bereits daran gescannte Körperbilder auf den Sichgeräten überhaupt nicht mehr abzubilden. Stattdessen nur noch imaginäre Darstellungen zu zeigen auf denen Gegenstände am Körper nur noch punktuell angezeigt, markiert werden. Neueste Geräte arbeiten ganz ohne Sichtgerät und lösen einfach nur Alarm aus, wenn der Körperscanner einen Gegenstand am Körper gefunden hat. Damit dürften alle Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben. Was mit den ausgewerteten, gespeicherten Daten geschieht ist Sache der Datenschützer. Solange solche Körperscanner für den Menschen unbedenklich sind, gewonnene Daten nicht Mißbraucht werden und die Sicherheit gegen Terrorismus damit erhöht wird, spricht nichts gegen deren Einsatz. Die USA bekommen doch ohnehin schon sämtliche personenbezogenen Daten, einschließlich Bankverbindungsdaten aller EU Bürger die je ein Flugzeug oder Schiff Richtung USA besteigen. Sicherheitsbehörden der USA haben mehr und umfangreichere Personendaten über jeden EU Bürger als unsere eigenen Sicherheitsbehörden. Hier in der EU und Deutschland hindert der Datenschutz die Sicherheitsbehörden noch am wilden drauf los sammeln personenbezogener Daten. In den USA zählt dieser Datenschutz nicht! Alle wissen es, jeder Flugreisende in die USA weiß es, jeder Tourist weiß es und Alle reisen dennoch unbetrübt in die USA und hier bei uns regt sich jeder auf über mehr Videoüberwachung - Telefon,-Internetüberwachung - Datenabgleich? Das ist längst gängige Realität. Nur scheint dass noch keiner bemerkt zu haben!
tannebaum (31.12.2009, 19:40 Uhr)
lächerlich...
wir haben wieder mal nichts zu tun, als sich mit einem nacktschanner zu beschäftigen.

nicht etwa mit dem punkt, warum wir die dinger vielleicht brauchen, denn fehlende integration, heranwachsen von militanten muslimen in unserem land, die weltweite steigende aggression in den religiös fanatischen ländern gegenüber dem westen.... all das ist nicht thema. darf es nicht, soll es nicht, kann auch nicht.

lieber reden und schreiben wir über nacktscanner und weitere peinlichkeiten, wie wir uns vor den unaussprechlichen schützen können...

denn ein offenen angriff auf die religion, die schamlos von militanten ausgenutzt wird, dass trauen wir uns nicht. denn der partei, welche damit beginnt, könnte es ja wählerstimmen kosten...

also weiter augen zu und durch. auch in punkto afghanistan!
Margrit1 (30.12.2009, 23:23 Uhr)
albern
ist doch alles nur albern. So langsam wird die BR immr mehr zu einer DDR. Hier überwachen, da spionieren. Dabei lügen die in Berlin sich doch selbst in die Tasche und betrügen uns täglich.
So lange wir zulassen dass moslem. Fundamentlaisten in usnrem Land wunderbar ruhig leben können, gut alimentiert von uns, ihre Terrorpläne aushecken können. In Ausbildungslage fahren und dann wieder einreisen dürfen. Ist jede Maßnahme einfach nur noch lächerlich.
Wir haben uns die Terroristen doch selsbst ins Land geholt
Aber Frau Merkel und ihre Paladine machen aus unserem einstigen demokratischen Land schon noch eine zweite DDR, schneller als wir denken.
Loki-Asgard (30.12.2009, 22:19 Uhr)
falscher Ansatz
Flugpassagiere bei Ankunft im Flughafen znter Nakose setzen, dann in gut belüftete bombenfeste Metallcontainer legen, danach im Flugzeug stapeln, losfliegen. Vorteil 1: keine Kosten für Eseen und Trinken. Vorteil 2: maximale Sicherheit. Vorteil 3: durch einsparen von Sitzen und Bedienungspersonal, maximaler Gewinn.
Das bisschen Würde was uns Menschen vom Gepäck unterscheidet geben wir doch gerne für unsere Sicherheit auf.
Watschdog39 (30.12.2009, 19:42 Uhr)
achja,
Hier noch ein Spruch von W.C.Fields
Nur weil du paranoid bist heisst das noch lange nicht, das sie nicht hinter dir her sind.
Watschdog39 (30.12.2009, 19:40 Uhr)
Was nutzt der beste Nacktscanner, wenn der
Moslem seine Frau nicht da durch lässt und sich eine Sondergenehmigung zum passieren ohne scannen besorgt. Es gibt auch ein Tierschutzgesetz usw. usw.
Hier wird an der Wirkung rumgedoktort und nicht an der Ursache.
Hamskibamski (30.12.2009, 18:32 Uhr)
@ chatahootchee ich wünsche ihnen noch viele Nacktscans und hier und da mal eine Live-Rektaluntersuchung !
Denn wir wollen uns ja alle sicher fühlen. Was Sie unter Sicherheit verstehen, nennen andere Depression mit leichtem Hang zur Manie.
jetrabbit (30.12.2009, 17:45 Uhr)
wenn es um beraubung der freiheit geht
hat der bush/binladen clan den nobelpreis verdient. wobei binladen nur als hilfmittel aufgebaut wurde. kein diktator, ob hitler, stalin etc... haben weltweit mehr einfluss auf die beraubung der demokratie gehabt als bush und co.
chatahootchee (30.12.2009, 17:10 Uhr)
HIRN-SCANNER
waeren wohl bei einigen Kommentatoren wichtiger. Hier geht es um Terror gegen Unschuldige und das sollte unter allen Umsatenden vermieden werden!
Ich bin Vielflieger und es ist mir schon wichtig zu wissen, dass RICHTIG kontrolliert wirde.
Sicherheitskontrollen nur von Leuten, ueberfordert und unterbezahlt, reicht leider nicht.
Massnahmen von Politikern, nicht von Experten, leider auch nicht.
Bis jetzt haben sich auch nur die "Politiker" gemeldet mit Geschwafel und unsinnigen Massnahmen.
Johann58 (30.12.2009, 15:30 Uhr)
Ich frage mich warum ihr hier einen Religionskrieg um die Sicherheit fuehrt?
Nackscanner hin Nacktscanner her. Wer fliegt ob beruflich oder privat geht ein besonderes Risiko ein, welches jeder fuer sich persoenlich minimieren will. Es werden dann nicht nur die Reisenden nach den USA 'nacktgescannt' sondern dann jeder Reisende.

Hier werden auch etliche Vergleiche an den Haaren herbeigezogen. Wenn jemand mit dem Handy telefoniert und einen toedlichen Unfall verursacht werden eben nicht gleich ein opaar Hundert Menschen getoetet, wobei es ja eigentlich egal sein sollte ob ein Mensch oder 200 sterben. Eine zusaetzliche Stunde Wartezeit wegen zusaetzlicher Sicherheitskontrollen am Flughafen sind auch jkein halber Urlaub. Man kann auch mit Auto und Schliff nach Mallorca. das dauert allerdings noch laenger als die zusaetzliche Sicherheitsuntersuchung am Flughafen.

Mir ist es im uebrigen auch ziemlich egal ob man meine Penislaenge bis zum St. Nimmerleinstag speichert.wenn es mir ein wenig hilft sicherer zu fliegen.

Wenn dem ein oder anderen Kommentarschreiber dann mal einen Freund oder Angehoewrigen durch einen Terrranschlag verliert, wird er oder sie umdenken und sich noch ganz andere Sicherheitsuntersuchungen wuenschen.
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