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6. Juli 2010, 06:14 Uhr

Regierung verweigert Initiative

Die Bayern haben es vorgemacht, nun soll der Rest der Republik folgen: Die SPD macht sich für ein einheitliches Rauchverbot stark. Doch die Drogenbeauftrage der Bundesregierung winkt ab.

Volksbegehren in Bayern, Rauchverbot, striktes rauchverbot, Volksentscheid, Rauchen verboten

Die Bayern haben die Kippe ausgedrückt - folgt bald der Rest der Republik?© Jörg Koch/DDP

Auch nach dem Volksentscheid für ein umfassendes Rauchverbot in der bayerischen Gastronomie lehnt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung eine einheitliche Regelung in Deutschland ab. "Wir werden da keinen Alleingang machen", sagte die FDP-Politikerin Mechthild Dyckmans der "Passauer Neuen Presse" im Hinblick auf die Arbeitsstättenverordnung, mit der eine einheitliche Regelung möglich wäre.

In dieser Verordnung sind Regelungen zum Nichtraucherschutz enthalten. So ist festgelegt, dass der Arbeitgeber die "erforderlichen Maßnahmen" zu treffen habe, um Nichtraucher im Betrieb vor den Folgen des Rauchgenusses von Kollegen zu schüzten. In Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr - wie Kneipen und Restaurants - gilt dies aber nur in so weit, "als die Natur des Betriebes und die Art der Beschäftigung es zulassen".

Dyckmans verwies auf Gespräche in der Europäischen Union. Die Bundesregierung warte ab, wie sich die EU in der Frage des Arbeitnehmerschutzes festlege, so die Drogenbeauftragte. "Dann werden wir prüfen, ob der Bund tätig werden kann oder nicht." Aktuell sehe sie keine großen Möglichkeiten für eine Regelung auf Bundesebene.

Schluss mit dem Flickenteppich

Dagegen wollen sich SPD-Abgeordnete für eine bundesweite Regelung einsetzen. "Es muss Schluss sein mit dem Flickenteppich von unüberschaubaren und unbefriedigenden Einzelregelungen", sagte die SPD-Gesundheitspolitikerin Carola Reimann der "Frankfurter Rundschau". Nur ein bundesweites Verbot schaffe Klarheit und sorge für einen fairen Wettbewerb.

Dem Bericht zufolge haben die SPD-Abgeordneten für Donnerstag zu einem Treffen eingeladen, um die Chancen für eine überparteiliche Einigung auszuloten. Möglich wäre eine Änderung der Arbeitsstättenverordnung, für die der Bund zuständig ist. "Es kann nicht sein, dass Menschen ihre Gesundheit ruinieren müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen", sagte Reimann. "Wir dürfen keine Arbeitnehmer erster und zweiter Klasse haben."

Drogenbeauftragte sieht Bewusstseinswandel

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, spricht sich für ein bundesweit einheitliches Rauchverbot nach bayerischem Muster aus. "Ich halte die Regelung in Bayern für die einzig sinnvolle", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Entweder will man ein Rauchverbot oder man will es nicht. Wenn man es will, dann sollte man es bundesweit machen wie in Bayern - nämlich ohne Ausnahme", sagte Lauterbach weiter. Alles andere sei Flickschusterei. "Mittelfristig wird das sowieso kommen. Davon bin ich überzeugt."

Bei dem Volksentscheid hatten sich am Sonntag 61 Prozent der bayerischen Wähler für ein Rauchverbot in der Gastronomie ohne Ausnahmen etwa für Eckkneipen oder gesonderte Raucherräume ausgesprochen. Die Drogenbeauftragte Dyckmans sieht den Entscheid nach eigenen Worten als ein Zeichen für einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung. "Der Schutz vor Tabakqualm hat in Deutschland einen größeren Stellenwert als je zuvor. Da hat sich in den letzten Jahren sehr viel zum Positiven entwickelt."

joe/APN/AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 58)
 
Administrator (06.07.2010, 14:49 Uhr)
Liebe User,
wir schließen die Dikussion an dieser Stelle.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre stern.de-Admins
paolodom (06.07.2010, 14:45 Uhr)
Oktoberfest
das stelle ich mir bildlich vor
wohin mit den raucher?

dann gibts haue, endlich mal politk mit anderen mitteln, lol

aber erst naechstes jahr, dieses jahr durefen sie noch qualmen. Sehr feige wieder die Obrigkeit, man versucht mal wieder eine Aussitzung
DaVinci42 (06.07.2010, 14:33 Uhr)
Die Raucherhasser
@sachsenwini:
Das ist doch gerade die Crux! Die Raucherhasser verkehren eigentlich gar nicht in eben diesen Kneipen. Es geht ihnen schlichtweg um Bevormundung der Gäste und der Besitzer! Ich stell mir in diesem Zusammenhang immer so eine alteingesessene Eckkneipe im Hamburger Kiez vor, wo Arbeiter und Seeleute sitzen und dann versuche ich mir eine gesundheitsapostolische Familie mit kleinen Kindern darin vors innere Auge zu führen. Es funktioniert nicht, weil es das nie geben wird, aber trotzdem wird dem Wirt vorgeschrieben, wie er seinen Laden zu führen hat!
sachsenwini (06.07.2010, 14:20 Uhr)
Ich weiß nicht,
in was für furchtbaren Spelunken hier die Raucherhasser verkehren.
.
In den Restaurants und Gaststätten, welche ich besuche, ist das Rauchen schon längst gänzlich untersagt oder auf Hinterzimmer beschränkt. Ich fühle mich durch die Raucher, die unter sich und in Raucherclubs noch ihre letzte Gelegenheit zum Rauchen finden, nicht belästigt, weil ich dort nicht hingehe.
Das ganze Theater ist wieder nur pure Rechthaberei von Menschen, die nun wieder eine Minderheit diskriminieren konnten.
.
Aber es lenkt wenigstens wieder von den tatsächlichen Problemen ab.
ramteid (06.07.2010, 14:18 Uhr)
Wenigstens eine Vernünftige
Die neue Drogenbeauftragte kann sicherlich das Wort Liberal richtig übersetzen. Das Triumphgeheul und der Gesichtsausdruck von Frankenberger zeigt was Deutschland noch erwartet, wenn diese Mischung aus Nachkommen des 68 Kalks u. der Spaßgesellschaft das Sagen haben. Das war's dann, was von den Begriffen Demokratie und Freiheit übrig bleiben wird.. Hier wird Hotel - u. Gaststättenbesitzer, wohlgemerkt alles Privateigentümer, vorgeschrieben, welche Gäste Einlass finden und welche nicht.. Ebenso betrifft es die Gäste. Das ist schon fast Rassismus. Wehret den Anfängen, kann man nur sagen.
paolodom (06.07.2010, 14:06 Uhr)
Problem der nichtraucher
ich glaube die haben echt ein Problem eine Kneipe zu finden, wo nicht geraucht wird. Wenn ich das alles so lese, wird es mir klar, wer will schon mit diesen Langweilern zusammensein ?
Kroko (06.07.2010, 14:05 Uhr)
Ich verstehe
gar nicht, was an Kneipen so toll ist, daß Nichtraucher sich so geifernd als Möchtegernkneipensäufer outen.
Dürft ihr daheim nicht?
Wenn eine Kneipe rauchfrei ist, können die Kinder ihren besoffenen Alten ohne Gesundheitsschäden abholen, damit der nach Hause findet; schon klar.
Ihr seid ertappt..;)
Viel Spaß beim saufen...
Gruß

urli (06.07.2010, 14:02 Uhr)
... und das soll neu sein ?
Unsere Volksvertreter treten immer wieder den Beweis an Klientelpolitik zu betreiben und die Meinung des Volkes zu ignorieren. Noch mal wählen gehen ?
paolodom (06.07.2010, 13:59 Uhr)
sorry vergessen

uebrigens ich bin Nichtraucher !!!!!!!!!!!!!!
paolodom (06.07.2010, 13:58 Uhr)
Raucher oder Nichtraucher
Ok fangen mal wieder was Neues an, machen wir einen Kulturkampf in der Republik, wir haben ja nichts anderes zu tun.
61% in Bayern, so einen Schwachsinn, das hat mit Demokratie überhaupt nichts am Hut. Wenn 50 % der Wahlberechtigten überhaupt wählen gingen, sind das bei mir um die 30%
Früher hat man solche Profilneurotiker wie die Initiatoren der Antirauchbewegung oder wie sie sich nennen auf Ma? gehauen. Ich denke das wird bald nachgeholt. Dieser erbärmliche Zeitgeist einiger roter und grüner Blumenkinder wird langsam unerträglich. Und warten wir mal ab, dieser ganze Vorstoß dieser scheinheiligen Initiatoren, die bestimmt noch im stillen Kämmerlein evtl. Koks rauchen, wird sie die Karriereleiter erklimmen lassen. Plötzlich haben wir mal wieder ein paar Sanierte oder Eigensanierer mehr im Land auf Kosten des Volkes. Aber das Volksvermögen wird durch diese erheblich geschmälert, Tabaksteuer. Wahrscheinlich tritt uns wegen dieser Einnahmenminderungen eine indirekte Steuererhöhung.
Entweder ihr schafft endlich mal Ordnung mit solchen Leuten oder verbreitet alle Genussmittel, wie Alkohol, Drogen, Schokolade usw oder ihr verbietet solche demagogischen Initiativen

Armes Deutschland, was hast du nach dem Krieg fuer eine komische Gesellschaft gezüchtet und groß werden lassen. Ob das noch mal was wird mit diesem Land ?
Grüße aus der Karibik !
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