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1. Juli 2008, 15:47 Uhr

Neues Desaster für Kurt Beck

Die Umfragewerte von SPD-Chef Kurt Beck sacken weiter ab: Nur noch zehn Prozent der Deutschen würden ihn laut einer Forsa-Umfrage des stern als Kanzler bevorzugen. Angela Merkel dagegen kommt auf 60 Prozent. Bei den Parteien liegt Schwarz-Gelb deutlich vorn.

Becks Traum von der Kanzlerkandidatur könnte zerplatzen: Nur noch zehn Prozent der Deutschen hätten ihn gern als Regierungschef© Uli Deck/DPA/LSW

Die persönlichen Umfragewerte von SPD-Chef Kurt Beck haben einen neuen Tiefstand erreicht. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des stern gaben nur noch zehn Prozent der Befragten an, Beck als Kanzler bevorzugen zu würden. Angela Merkel hingegen kommt der Umfrage zufolge auf 60 Prozent Zustimmung.

Selbst SPD-Wähler schlagen sich mittlerweile mit großer Mehrheit auf die Seite der amtierenden Kanzlerin: 46 Prozent votieren für Merkel, nur 16 Prozent für Kurt Beck. Noch nie bekam der rheinland-pfälzische Ministerpräsident seit seinem Amtsantritt als SPD-Vorsitzender so wenig Unterstützung für eine mögliche Kanzlerkandidatur. Unter den CDU-Wählern kommt Merkel gar auf 85 Prozent Zustimmung.

Mit 50 Prozentpunkten Abstand zur CDU-Chefin ist Becks Rückstand seit der Vorwoche nochmals um zwei Prozent gewachsen. Im Januar trennten Merkel und Beck laut Forsa noch 36 Prozentpunkte.

Am Donnerstag hatte Kurt Beck erstmals eine Trennung von Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur ins Spiel gebracht. Es gebe "keinen Automatismus" dafür, dass beide Ämter in einer Hand lägen, sagte er dem Fernsehender RTL. Auch in früheren Zeiten habe es in der SPD schon eine solche Trennung gegeben. Für Beck ist es jedoch "realistisch", dass die Entscheidung über den SPD-Spitzenbewerber für die Bundestagswahl 2009 auf ihn oder seinen Stellvertreter, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, hinausläuft. Als wichtiges Kriterium dafür, wer antreten wird, nannte Beck die Einschätzung der Wahlchancen. Eine Rolle würden aber auch längerfristige Perspektiven spielen.

Darüber müssten in der SPD-Spitze noch "einige Gespräche" geführt werden. Beck schloss nicht aus, dass die Nominierung des Kandidaten erst gegen Ende dieses Jahres erfolgt. Frühester Termin dafür sei jedenfalls die bayerische Landtagswahl Ende September. Diesen Drei-Monats-Spielraum für seinen Vorschlag wolle er sich offenhalten.

In der aktuellen Sonntagsfrage kommt die SPD auf 22 Prozent (keine Veränderung zur Vorwoche). Die CDU erreicht 35 Prozent (minus ein Prozentpunkt), während die FDP sich um einen Prozentpunkt verbessern kann und nun 14 Prozent erzielt. Die Linke erzielt ebenfalls 14 Prozent, die Grünen verbessern sich auf zehn Prozent. Damit hätte Schwarz-Gelb eine klare Mehrheit.

 
 
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