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8. Oktober 2008, 06:52 Uhr

Bayern-Debakel zieht CDU runter

Die Bayernwahl und das desaströse Abschneiden der CSU schlägt auf Berlin durch: Nach der neuen Forsa-Umfrage des stern verliert die Union binnen einer Woche vier Prozentpunkte. Größter Gewinner ist die FDP, die SPD profitiert kaum. Überraschende Ergebnisse brachte eine gesonderte Umfrage zu den Freien Wählern.

Schwierige Zeiten für Kanzlerin Angela Merkel (CDU): Ihre Partei gerät in unruhiges Fahrwasser© Tobias Schwarz/Reuters

Es war eines der großen Themen nach der Bayernwahl: Was bedeutet der Niedergang des christsozialen Lagers für die Bundespolitik? Reicht es für die Union bei künftigen Bundestagswahlen noch zu Mehrheiten, wenn die starke Schwesterpartei aus Bayern kränkelt? Zehn Tage später steht die Antwort fest: Die Union befindet sich im Abwärtstrend. Und es geht schneller runter, als es irgendeinem CDU-Politiker lieb sein kann.

Laut einer Umfrage von Forsa im Auftrag des stern würden nur noch 33 Prozent der Deutschen CDU oder CSU wählen. Das sind vier Prozentpunkte weniger als noch in der vergangenen Woche. Forsa-Chef Manfred Güllner bezeichnet diesen Wert im stern.de-Videointerview als "Stimmungsdelle", die der Bayern-Wahl zuzuschreiben sei. Potentielle CDU-Wähler, die aber unentschlossen sind, seien in dieser Situation zur FDP abgewandert. Die Liberalen kommen in der "Sonntagsfrage" nun auf 13 Prozent, zwei Prozentpunkte mehr als noch vor sieben Tagen. Die SPD liegt bei 27 Prozent (plus eins), die Grünen bei neun Prozent (plus eins) und die Linke bei 13 Prozent (keine Veränderung zur Vorwoche).

Freien Wähler im Kommen

Damit zeigt sich: Die Krise der CSU ist auch eine Krise der CDU. Es geht dabei weniger um die puren Stimmanteile, die in Bayern verloren gegangen sind. Die Grundstimmung für die Union verdunkelt sich, das verrät auch ein Blick auf die politischen Kompetenzwerte: Noch vor vier Wochen waren 26 Prozent der Deutschen davon überzeugt, dass die CDU die Probleme im Land am besten lösen könnte. Heute sind es nur noch 20 Prozent. Die SPD kann indes nicht davon profitieren: Seit März bekommt sie in dieser Frage durchweg Werte im einstelligen Bereich.

Bei der Bayernwahl liefen viele CSU-Anhänger zu den Freien Wählern über. Laut Forsa hätte auch eine bundesweite Vereinigung von Verbänden der Freien Wähler gute Chancen bei der nächsten Bundestagswahl. Insgesamt 45 Prozent der Deutschen könnten sich generell vorstellen, für die Freien Wähler zu stimmen. Damit verfügte eine solche Vereinigung über ein höheres Wählerpotenzial als die FDP oder die Grünen - jeweils 30 Prozent können sich vorstellen, für diese Parteien zu stimmen.

Überraschenderweise betrifft das nicht nur die bisherige Wählerschaft von CDU/CSU und FDP: Sogar 49 Prozent der Linke-Wähler können sich vorstellen, für die Freien Wähler zu stimmen. Bei der FDP sind es 50 Prozent, bei der SPD 46 und bei CDU/CSU 44 Prozent. Besonders Arbeiter und Beamte wären der Gruppierung zugeneigt. Die Freien Wähler seien "quasi eine Volkspartei von unten", urteilt Forsa-Chef Güllner. Sie habe Anhänger in allen sozialen Schichten und Milieus.

Merkels Abstand zu Steinmeier schrumpft

Könnten sich die Deutschen zwischen die Kanzlerkandidaten von CDU/CSU und SPD direkt entscheiden, läge auch weiterhin Angela Merkel klar vor Frank-Walter Steinmeier. Allerdings sind die Abstände zwischen der Kanzlerin und ihrem jeweiligen Herausforderer knapper geworden. Im Juli hätten nur elf Prozent für Kurt Beck votiert, 60 Prozent dagegen für Merkel. In der jüngsten Erhebung kommt Merkel auf 47 Prozent, während Steinmeier bei 26 Prozent liegt.

Die Wirtschaftliche Situation wird von den Deutschen weiterhin sehr negativ eingeschätzt. Nur zwölf Prozent der Befragten äußerten die Hoffnung, dass sich die Verhältnisse verbessern werden. Insgesamt 60 Prozent sind der Meinung, dass sich die Situation verschlechtern werde. Merkels Versprechen, die Spareinlagen der Privathaushalte zu schützen, hat ihr bei der Umfrage nicht geholfen. "Solche Aussagen werden von den Menschen als nicht glaubwürdig empfunden", sagt Güllner. "Weil sie ja wissen: Die können letztlich nichts dagegen machen."

seb/lk/mw
 
 
KOMMENTARE (10 von 22)
 
pitiplatsch (08.10.2008, 20:21 Uhr)
Die Kriegskanzlerin
zieht die CDU runter sonst niemand. Was soll der Spruch die CSU zieht die CDU runter . Eine Kriegskanzlerin die für Völkerechts bedenkliche Kriege wirbt und durchführt, die Partys für Hohlköpfe ( Heiligendamm ) durchzieht die den Arbeiter und Rentner in die Altersarmut treibt, die verlogenerweise die Mwst um drei % erhöht anstatt wie versprochen nur um 1,5 % SO eine Probagandistin zieht die CDU runter sonst niemand, dieses Weib gehört schlicht und einfach zu ihrem Freund und Alkoholiker Bush nach Texas verbannt.
ganzbaf (08.10.2008, 17:43 Uhr)
Trotzdem sind heute...

die meisten Ex-SEDler und NVA Leute in der CDU! ;-P
vegefranz (08.10.2008, 13:38 Uhr)
@Midnight ahnungslos
die Linke ist der rechtliche Nachfolger der SED. Das wird keiner in der Linken/Ex PDS Ex SED bestreiten. Dafür gibt es gute Gründe: Nur so war es Gysi möglich, das SED-Milliardenvermögen zu behalten. Geh wieder an deine playstation
whismerh2 (08.10.2008, 13:37 Uhr)
@putinki
Bei den Grünen finde ich es immer wieder lustig,(erschreckend), das viele Leute glauben mit Ihrer sagen wir mal planlosen freundlichen Ausländerpolitik,die das aus innerer Überzeugung machen.
Igendwie sind sie alles gleich.
Mittlerweile glaube ich mehr und mehr an die freien Wählergemeinschaften.
Midnight_74 (08.10.2008, 13:21 Uhr)
Dummes Gefasel...
Mir reicht es langsam, wegen dem Geschwätz "Die Linken -ehemals SED" und so. Klar, Manche SED'ler mögen eine Heimat bei den Linken gefunden haben, doch hat die Linke einen Prozeß durchgemacht, debattiert, sich gewandelt. Die Ost-CDU hingegen wurde -ohne Diskussion oder dergleichen- einfach in die West-CDU mit aufgenommen. Und die hatten mindestens genauso Schuld, die bekannten Blockflöten in der Volkskammer. Honecker wurde ja immer mir 99,7% oder sowas gewählt. Bitte bei der Wahrheit bleiben...
Putinki (08.10.2008, 13:17 Uhr)
Umfragen
Umfragen ist ein schlechter Maßstab. Keiner wählt im Ernst die FDP oder die Linken. Die Grünen werden langsam zur Emigrantenpartei und werden darum so um die 10% für eine Weile bleiben, bis die Deutschen aus ihrem Land vertrieben worden sind.
Die Große Koalition ist dazu da, eine Stillstandspolitik zu betreiben. Das ist aber so vom Wähler gewollt.
Styx2007 (08.10.2008, 13:11 Uhr)
Leider immer noch 33% Bekloppte!
Leider scheint es in diesem Land immer noch genug Dumme zu geben, die diese Politschranzen wählen - sind u.a. die 33% eigentlich blind oder nur Merkel-Hörig???? Vielleicht sind es auch alles Rentner, die ja mit der unglaublichen rentenerhöhung gepriesen sind. Alles in allem nur unfassbar! Da kann sich ja das Mädchen beruhigt zurücklehnen und 2009 wieder von der komfortablen Mehrheit und dem klaren Wählerwillen faseln. Solch einem bekloppten Volk ist nicht mehr zu helfen!
bR4iNST0RM (08.10.2008, 13:04 Uhr)
Grob Fahrlässig!
Weil die Merkel bei der CDU ist und diesen „Selbstbedienungsladen“ Gesundheitsfond mit ins Rollen gebracht hat! Nur die Ulla Schmidt (SPD) hätte nicht den Hauch einer Chance gehabt! Interessant hier: nur zwei Schmaldenker (A.M. und U.S. sind selbst natürlich privat versichert) haben gegen das 8-Fache an Gegenmeinungen diesen Schwachsinn angezettelt.
Jetzt treffen die daraus resultierenden Kosten, wie immer, die Mehrheit der Bürger, die keine Wahl haben, da sie für eine Private zu wenig verdienen.
Hier zeichnet sich, meiner Meinung nach, noch mal deutlich die immer weiter voran getriebene Abgrenzung von „Reich“ und „Arm“ ab!
vegefranz (08.10.2008, 13:02 Uhr)
der Wähler sucht sich Parteien ausserhalb des bisherigen Systems: NPD, Linke Ex SED, Freie Wähler #3
ein Zusammenhang zwischen "CSU"-Debakel" und neuen Umfragen scheint mir nicht schlüssig dargelegt. Fest steht: Durch unglaubwürdige Politiker in allen Parteien werden die Radikalen (NPD, Linke PDS EX SED etc) gestärkt
oscarherz (08.10.2008, 12:54 Uhr)
warum wohl?
Komisch, Forsa liegt wieder bei Emnid, einen deutlicheren Beweis für die Meinungsmanipulation der Bürger kann es nicht geben. Güllner und Schröder können anstoßen, Ziel erreicht Beck ist weg. Achso und noch eins, Firlefanz und Pisaergebnisse sind sich so nahe, wobei ich dachte, daß Firlefanz schon klüger geworden ist. Scheinbar kennt er aber den zweiten Bildungsweg noch nicht.
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