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13. Juni 2007, 08:29 Uhr

"SPD und Linke verbindet nobles Ziel"

Sind Koalitionen zwischen der SPD und der Linkspartei möglich? Durchaus, wenn es nach SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht. Dem stern erzählt er, warum er ein Rot-Rotes Bündnis für realisierbar hält.

Karl Lauterbach schließt Koalitionen mit der Linkspartei nicht aus© Steffen Kugler/DPA

Als erster prominenter SPD-Politiker hat der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Koalitionen mit der Linkspartei im Bund und in westlichen Landesregierungen für möglich erklärt. Wenn sie sich politisch bewege, "könnte die Linkspartei koalitionsfähig werden", sagte Lauterbach im stern. "Natürlich" strebe die SPD eine linke Mehrheit im Bund an. Dafür müsse die Linkspartei allerdings Auslandseinsätze der Bundeswehr zulassen und "akzeptieren, dass nicht alles an den Hartz-Gesetzen falsch ist".

Für 2009 schloss der SPD-Politiker eine rot-rote Koalition auf Bundesebene jedoch aus. "Schon der Gedanke daran ist selbstmörderisch. Die Konservativen würden uns im Wahlkampf vorführen." Auf die Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen und Hamburg Anfang 2008 angesprochen, sagte Lauterbach aber: "Ich hielte es für falsch, kategorisch zu sagen, es werden keine Gespräche geführt. Auch im Westen sollten Koalitionen von Fall zu Fall geprüft werden."

SPD und Linkspartei verbinde "das gleiche noble Ziel"

Wenige Tage vor dem Gründungsparteitag der Linkspartei am kommenden Wochenende appellierte Lauterbach an die SPD, den Dialog mit der Linken zu suchen. "Ich hielte es, scherzhaft ausgedrückt, für verrückt, wenn wir in Afghanistan mit den gemäßigten Taliban ins Gespräch kommen würden, aber in Deutschland nicht mit der Linkspartei reden", sagte er. SPD und Linkspartei verbinde "das gleiche noble Ziel: ein gerechter Staat." Momentan stabilisiere die SPD die Linke durch Schweigen. "Und sie erlaubt der Union eine Politik für Privilegierte, die, indem man sie in Teilen mit trägt, den Eindruck hinterlässt, als ob es Herzblut der SPD wäre."

Ziel der SPD müsse es sein, so Lauterbach, die Linkspartei zu spalten. "Wenn die SPD ernsthaft den Abbau des Zwei-Klassen-Staates und die Auseinandersetzung mit den Privilegierten wagen würde, würde das viele begeistern, die sich jetzt frustriert der Linken zugewandt haben", sagte er. Am Ende müsse die SPD die Linkspartei "aufnehmen". Die Linke habe "ein politisches Vakuum gefüllt, das die SPD hinterlassen hat". Dieses Vakuum müsse die SPD selbst wieder füllen, ohne in der Mitte Wähler zu verlieren.

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KOMMENTARE (5 von 5)
 
beckerjuergen (14.06.2007, 13:11 Uhr)
Nein danke, Herr Lauterbach!
Karl Lauterbach hat sich bereits in der Gesundheitspolitik den Ruf eines Klassenkämpfers und Gleichmachers erworben. Ihm verdanken wir einige Elemente der Gesundheitsreform, die alle Versicherten gleich behandelt - leider aber nur gleich schlecht. Nun also möchte der eitele Wissenschaftler die bei ihm und seinesgleichen so unbeliebten Leistungsträger der Gesellschaft mittels Volksfront zur Zwangssolidarität mit Benachteiligten nötigen. Sollten Lauterbach und Co eines Tages in Deutschland tatsächlich das sagen haben, dann ist es Zeit, aus der Republik zu verschwinden.
Rosenengel (14.06.2007, 13:09 Uhr)
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED):
Es sieht so aus, als würde sich die Geschichte wiederholen und die Linke/PDS kann sich wieder rückbenennen, auf ihren alten Namen:SED. Die SED nannte sich Einheitspartei, weil sich in ihr die Genossen von KPD und SPD zu einer Einheitspartei "vereinigt" hatten, um in Zusammenarbeit mit den sowjetischen Besatzungstruppen einen Teil Deutschlands diktatorisch zu Unterdrücken. Das alte, ist wohl das neue noble Ziel: Die Diktatur der Arbeiterklasse und ihrer führenden Partei. Wie deren noblen Ziele dann in der Praxis aussehen, bekamen die Arbeiter in der DDR am 17.Juni 1953 schmerzlich zu spüren, als ihr Aufstand für mehr Rechte und gegen die Diktatur von der "Arbeiterpartei" SED mit Hilfe russischer Panzer blutig niedergeschlagen wurde. Von den vielen Erschossenen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die ihren Traum von Freiheit mit dem Leben bezahlten, ganz zu schweigen.
Das noble Ziel ist die Machtergreifung und die Einführung eines Einparteiensystems. Dann kommen diesmal auch die Einwohner des westlichen Teils Deutschlands in den Genuß, den realexistierenden Sozialismus Hautnah zu erleben.
inselkarl (13.06.2007, 16:29 Uhr)
Noble Taliban
Natürlich will Herr Lauterbach mit Herrn Beck nicht mehr die Freihheit des Abendlandes am Hindukusch verteidigen sondern die Mullahs auf die Couch zwingen. Und dazu brauchen sie Verbündete. Wer, wenn nicht Oskar, der die PDS besiegt und zu einer USPD umfunktioniert hat, wäre besser geeignet? Ich denke wir sollten alle wieder die verstaubten Marx- und Lenin- bände hervorholen, weil ein neues linkes Zeitalter beginnt. Die Taliban werden einfach bekehrt von ihren islamistischen Heilslehren zu den wahren Lehren der ewigen klassenlosen Gesellschaft. Die Feinde( USA und Nato) dürfen sie ruhig weiter bekämpfen. Und wenn ein Taliban dann immer noch nicht begreift, dass die Zukunft rot und nicht grün ist wird er von Oskar mit nach Venezuela eingeladen und darf die basisdemokratischen Enteignungen der Grossen Konzerne und Gleichschaltung der renitenten Presse eigenhändig miterleben. Aber vorher sollten Herr Lauterbach und Herr Lafontaine noch einen Umweg über die Schweiz machen. Wenn Deutschland wieder eine Linksdemokratische Volksrepublik wird, sollten die persönlichen Spareinlagen wenigsten in einem sicheren Drittland geparkt werden. Also: den Sozialsimus in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf( E.H.)
ganzbaf (13.06.2007, 12:42 Uhr)
Man will doch nur...
das Land wieder auf den Boden des Grundgesetzes (Art. 14/15) und auch der vorherrschenden christlichen Religion (Bergpredigt) stellen.
Also ich finde diesen Einsatz zum Seelenheil vieler Überbegüterten wirklich seeehr nobel...! :~P
FrodoBeutlin (13.06.2007, 09:48 Uhr)
Nobel?
Ja natürlich, Klassenkampfparolen und das Schüren der Neiddebatte sind wahrhaft noble Ziele...
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