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15. Juli 2009, 08:45 Uhr

Atomkraft entscheidet keine Wahl

Nach dem Störfall im Atomkraftwerk Krümmel fordern Politiker, dass das AKW abgeschaltet werden soll. Eine stern-Umfrage ergab jedoch, dass das Thema Kernenergie für die Deutschen kaum Wahlrelevanz hat. Das Volk ist bei dem Thema sehr uneinig.

Krümmel, Vattenfall, Atomkraft

Der Störfall im Atomkraftwerk Krümmel hat die Debatte um die Atomenergie neu entfacht - wahlentscheidend ist sie nicht© Morris Mac Matzen/Reuters

Die Deutschen sind uneins beim politischen Streitthema Atomkraft. In einer Forsa-Umfrage für den stern spricht sich exakt die Hälfte der Befragten dafür aus, wie im Atomkonsens vorgesehen bis zum Jahr 2021 aus der Kernenergie auszusteigen. 44 Prozent wollen, dass die Atomkraftwerke länger als geplant laufen.

Trotz des Störfalls im Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg hat das Thema jedoch für zwei Drittel der Bundesbürger keine große Bedeutung für ihre Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl am 27. September. In der Umfrage erklärten 67 Prozent der Befragten, das Thema spiele eine nicht so große oder eine geringe Rolle für ihre Wahlentscheidung. Für 29 Prozent hat Atomkraft eine große (25 Prozent) oder sogar sehr große (4 Prozent) Bedeutung bei ihrer Entscheidung für eine Partei. 4 Prozent antworteten mit "weiß nicht". Nur die Anhänger der Grünen sagen mehrheitlich (52 Prozent), dass dieses Thema für sie wahlentscheidend ist.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 30/2009

 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Putinki (15.07.2009, 17:21 Uhr)
Putinki
"Die Atomkraft entscheidet keine Wahl". Wer will denn schon nur noch arbeiten gehen, um das russische Gas zu bezahlen oder im Dunkel sitzen und frieren? So schlau sind die Wähler schon, um das zu erkennen. Das wurde richtig von den hochkarätigen Experten erkannt.
SethusCalvisius (15.07.2009, 10:33 Uhr)
Journalismus?
Wenn ich den Artikel recht verstehe, haben sich 50 % für den Atomausstieg ausgesprochen und 44 % dagegen. Soviel ich weiß, wäre das eine absolute Mehrheit für den Atomaustieg. Oder schreibt der Stern am 27. September, wenn Schwarz-Gelb 50% und Rot-Rot-Grün 44% geholt haben, auch: "Wähler sind sich in der Kanzlerfrage uneinig?"
testsieger2006 (15.07.2009, 10:29 Uhr)
@Juris
"Atommeiler dürfen überall stehen, nur nicht in meiner Nähe.
Was für eine verlogene Gesellschaft."
Das ist kein Argument!!! Ich erkläre Ihnen auch gerne, warum. Dieselbe Logik können Sie auf Asylantenheime ausdehnen.
Oder setzen Sie doch jeder Familie zwangsweise eine Migrantenfamilie in den Garten, ins Haus. Dann haben sie die NPD ruckzuck auf 90%.
Juris1 (15.07.2009, 10:19 Uhr)
Atomkraftwerke abschalten.
In einem Gutachten der Internationalen Länderkommission Kerntechnik (ILK) vom November 2002 liest sich das ganz anders: Lediglich drei der heute 17 in Deutschland betriebenen AKW habe die bauliche Auslegung, um einen gezielten Flugzeugabsturz mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu überstehen.
-
Unabhängige Mitarbeiter der Anlagen kamen zu dem Ergebnis, dass die AKWs gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeugs weder ausgelegt noch ausreichend geschützt sind.
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Von den gut 40 weltweiten AKW-Baustellen kommen manche seit Jahrzehnten nicht voran. Andere machen nur Schlagzeilen dadurch, dass Sicherheitsprobleme auftreten oder die Kosten explodieren.
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Obwohl sieben Atomkraftwerke längere Zeit stillstanden, exportierten Deutschlands Stromkonzerne 22,5 Milliarden Kilowattstunden Strom.
ES GEHT ALSO AUCH MIT WENIGER AKWS.
Und:
Es gibt nach wie vor kein Endlager für den hoch radioaktiven Atomabfall (pro Jahr 400 Tonnen) in Deutschland.“
Juris1 (15.07.2009, 09:44 Uhr)
Die Wähler sind sich uneins ...
Die Wähler in Deutschland sind sich uneins und mit der Atomfrage würde keine Wahl gewonnen.
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Aber dies nur, solange kein AKW in ihrer Nachbarschaft gebaut wird.
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Genau dafür, herauszufinden, wo AKW und Endlager ohne größere Gegenwehr gebaut werden können, wurden doch Millionen ausgegeben.
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Atommeiler dürfen überall stehen, nur nicht in meiner Nähe.
Was für eine verlogene Gesellschaft.
Be_nutzer_name (15.07.2009, 09:03 Uhr)
Es sieht...
...also so aus, als hätte der politikverdrossene Durchnittswähler erkannt, dass die Entscheidung über die Nutzung von Kern- oder Solarenergie zwar eine wichtige, jedoch keine Regierungsrelevante Entscheidung ist. Und das zu recht! Fragen wir uns nur einmal, ob es die Diskussion auch ohne den Störfall in Krümmel gegeben hätte, oder ob hier nur kurz vor den Wahlen versucht wird, der Bevölkerung Angst vor dem Supergau zu machen, um dann selbst als edler Recke aus der Hecke zu springen und sich gegen Atomkraft auszusprechen, liegen die wahren Beweggründe doch schon viel offener vor.
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