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30. September 2008, 15:05 Uhr

Deutsche begrüßen hohe Lohnforderung

Die Deutschen stehen in diesem Fall auf der Seite der Gewerkschaften: Eine breite Mehrheit der Bürger hält die Forderung der IG Metall nach acht Prozent mehr Lohn und Gehalt für angemessen.

IG-Metall-Chef Bertold Huber begründet die hohen Forderungen mit außergewöhnlich hohen Gewinnen in der Metall- und Elektrobranche© Uwe Anspach/DPA

In einer Umfrage für den stern stimmten über die Hälfte der Bürger (53 Prozent) dem Ansinnen zu. 36 Prozent sind der Ansicht, die Forderung, mit der die IG Metall in die bevorstehende Tarifrunde geht, sei zu hoch. Fünf Prozent der Befragten halten sie für zu niedrig. Sechs Prozent äußerten keine Meinung. Datenbasis: 1003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 25. und 26. September 2008.

Die Tarifverhandlungen in der Metall-Branche beginnen an diesem Donnerstag in Darmstadt für das Tarifgebiet Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Die Forderung der IG Metall ist die höchste seit 1992.

Bei der Bekanntgabe der Forderung vor gut einer Woche sah Gewerkschaftschef Berthold Huber keinen Grund, wegen der aktuellen Finanzkrise von der Gehaltsforderung abzurücken.

Die Arbeitgeber hatten ziemlich eindeutig auf die IG Metall reagiert. Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser hatte die Gewerkschaft wegen ihrer Forderung frontal attackiert: "Die IG Metall hat nicht alle Tassen im Schrank", sagte er. Die Gewerkschaft begründe nur die Hälfte ihrer Forderung mit Fakten, die andere Hälfte werde mit Gefühlen gerechtfertigt, sagte Kannegiesser.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 41/2008

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KOMMENTARE (10 von 10)
 
ganzbaf (01.10.2008, 18:36 Uhr)
Unter Lohngruppen 30% rauf!....

Mittlere 20.
Bei den obersten Einkommensgruppen und Beamten kann dagegen gerne etwas Fett abgeschmolzen werden...! ;-P
Pamela_1971 (01.10.2008, 10:58 Uhr)
Perkins1975
"Mitten in einer Rezession 8 % Lohnerhöhung zu fordern, ist absolut grotesk!!"
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=> Das immer gleiche Lied der ArbeitgeberInnen-Seite: Ganz egal, ob nun Rezession oder brummende Wirtschaft - IMMER ist "zufällig" gerade der absolut unangemessenste Zeitpunkt, um eine (selbst noch so bescheidene und zurückhaltende) Lohnerhöhung zu fordern. Brummt die Wirtschaft und fahren die Manager gerade gigantische Milliardengewinne ein, ist für die, die diesen Aufschwung maßgeblich erschuftet haben, größte Bescheidenheit und "Lohnzurückhaltung" angesagt - mit dem schalen und ewig gleichen "Argument", der Aufschwung sei ja nur eine "zarte Pflanze", die man nicht mit Lohnforderungen gefährden dürfe. Außerdem stehe ja der wirtschaftszyklische ABschwung wieder bevor, schon allein mit Blick auf die Zukunft müsse man also auf eine Beteiligung an den fetten Gewinnen verzichten.
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Letzteres Argument (mit der Bezahlung in Hinblick auf zukünftige Entwicklungen) gilt aber komischerweise plötzlich nicht mehr, wenn es eine Rezession gibt. Dann heißt es nicht etwa: beteiligen wir die ArbeitnehmerInnen doch schon mal im voraus an dem wieder bevorstehenden AUFschwung - nein, dann zählt plötzlich nur noch das hier und jetzt.
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Und das wiederum wird natürlich ganz unabhängig von der tatsächlichen Konjunkturlage der Firmen IMMER in den düstersten Grautönen gemalt. Selbst in Zeiten der üppigsten Hochkonjunktur, Kaviarbuffets und Champagnerbädern findet sich immer noch irgendwo ein Metallbetrieb in Hintertupfingen, der eine schwache Geschäftslage aufweist, und deshalb durch angeblich "überzogene" Lohnforderungen gar grausiglich stranguliert würde.
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Dass aber durch das AUSBLEIBEN von angemessenen Lohnanpassungen (und wir reden hier nicht von einer Reallohnerhöhung - es geht lediglich um einen Inflationsausgleich!) viel mehr Menschen stranguliert bzw. ruiniert werden, bleibt dabei natürlich völlig unerwähnt.
NewWorld (01.10.2008, 10:47 Uhr)
Natürlich...
...fordern die Gewerkschaften 8% damit sie vielleicht 4% bekommen. Und damit sind die Metaller gut bedient. Fragen sie mal in der Textilindustrie oder im Einzelhandel nach. Da sind die Gehälter deutlich geringer. Und es ist ja nicht nur Geld. Auch bei Urlaubsanspruch und Wochenarbeitszeit braucht sich der Metaller nicht zu beschweren.
summer8 (01.10.2008, 10:36 Uhr)
Sollen doch die Löhne
in Zukunft an die Einkommenszuwächse der Spitzenmanager gekoppelt werden.
Solange es genug Geld gibt um Porsche- Wiedekind 100 Mio per Anno in den Rachen zu schmeißen oder der INSM- Kannegießer genug Kohle verschleudert um sich mit einem ganzen Heer an Mietmäulern eindeckt um uns den Turbokapitalismus schmackhaft zu machen, hat es zumindest den Anschein das genügend freie finanzielle Mittel für diese Lohnerhöhung zu Verfügung stehen.
sportartmakler (01.10.2008, 10:05 Uhr)
@mag sein dass diese forderung
in einer rezession nicht förderlich ist. mittlerweile sind aber die argumente der ag immer gleich, egal in welchwer konjunkturphase wir uns befinden.
"Selbst der Dümmste unter uns, der vielleicht noch in der DDR aufgewachsen ist und dem vielleicht nie auch nur ein Ansatz von volkswirtschaftlichem Verständnis beigebracht wurde, müsste doch sehen, dass der Verweis auf die Inflation ein wenig hinkt." was für ein borniertes a..loch
ganzbaf (01.10.2008, 09:33 Uhr)
8 Jahre Reallohnverlust

Eigentlich müßte man 30% fordern!
Perkins1975 (01.10.2008, 09:32 Uhr)
Groteske Forderung
Mitten in einer Rezession 8 % Lohnerhöhung zu fordern, ist absolut grotesk!! Nie wird es den Arbeitgebern leichter fallen als in diesem Arbeitskampf (der kommen wird so sicher wie das Amen in der Kirche), die Gewerkschaften auflaufen zu lassen. Die Autokonzerne (um nur mal ein Beispiel zu nennen) werden froh sein, auf diese Weise ihre Produktionskapazität senken zu können.
@esopherah: Was Sie sagen, ist sicher richtig. Grund dafür dürfte allerdings die zunehmende Automatisierung der industriellen Produktion sein, d.h. die Unternehmen beschäftigen heute einfach nicht mehr so viele Arbeitnehmer wie früher. Dass dadurch das Verhältnis der Lohnkosten an den Gesamtkosten zurückgeht, ist nur logisch.
@520i: aus Arbeitnehmersicht sicher richtig. Das Problem ist aber, dass die Unternehmen selbst auch unter der hohen Inflation leiden (es sei denn, es handelt sich um Mineralölkonzerne oder Energieerzeuger). Sie müssten also, wenn die Gewerkschaften sich durchsetzen, nicht nur die höheren Kosten für Rohstoffe und Energie, sondern zusätzlich noch die höheren Lohnkosten schultern. Selbst der Dümmste unter uns, der vielleicht noch in der DDR aufgewachsen ist und dem vielleicht nie auch nur ein Ansatz von volkswirtschaftlichem Verständnis beigebracht wurde, müsste doch sehen, dass der Verweis auf die Inflation ein wenig hinkt.
starmax (01.10.2008, 09:32 Uhr)
10% absolute Untergrenze !
Seit Euro-Einführung sind die Preise um weit über 50% gestiegen. Beispiel: In der Autoindustrie beträgt der Lohnkostenanteil ca. 10% ! Was bedeuten da künftig 11 %?
Die Gewerkschaften spielen bewußt dieses üble Spiel mit; sonst mßte man ja annehmen, daß da Vollpfeifen sitzen...
esopherah (01.10.2008, 08:44 Uhr)
arbeiter wurden verarscht
von nicht mal 20 Jahren wurden 30% des gewinns bei unternehmen für lohn ausgegeben. Heute sind es unter 15%.
Nachdem die arbeiter verarscht wurden (null runden und lohnverzicht zum wohle der volkswirtschaft lol) würde ich auch 30% mehr unterstützen!
520i (01.10.2008, 08:25 Uhr)
Inflation
Wie wir ja alle wissen,ist die Berechnung der Infaltion durch das statistische Bundesamt mangelhaft durch den gewichteten Warenkorb. Was die Metaller also in wirklichkeit fordern ist GERADE MAL der Inflationsausgleich für die Geringverdiener. Sie wollen also garnicht mehr. Wie kann man diese Forderung NICHT unterstützen?
 
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