Für die Weltfinanzkrise gibt es viele Gründe. Dass einer von ihnen die Globalisierung sein könnte, glauben nur wenige Deutsche. Deutlich positiver als noch vor zwei Jahren stehen sie dem Phänomen gegenüber und besonders die Jugend erhofft sich von der Globalisierung Vorteile.

Eine Welt - auch in schlechten Zeiten glauben die Deutschen an die Globalisierung© Roland Weihrauch/DPA/LNW
Trotz der Wirtschaftskrise beurteilen die Deutschen die Globalisierung heute weniger negativ als 2007: Laut einer Umfrage des stern fürchten nur noch 26 Prozent der Bundesbürger, dass die Globalisierung ihnen eher Nachteile bringt - 8 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Umfrage des Magazins zu dem Thema vor zwei Jahren. 40 Prozent und damit genauso viel wie 2007 erwarten eher Vorteile, jeder Dritte (34 Prozent) antwortete mit "weiß nicht" oder "weder noch". Besonders optimistisch sind die 18- bis 29-Jährigen: 56 Prozent von ihnen erhoffen sich durch die Globalisierung Vorteile.
Mit dem Begriff "Globalisierung" verbinden die Deutschen zunehmend positive Entwicklungen. So denken 62 Prozent an ein wachsendes Angebot von Waren (im Vergleich zu 2007: +9 Punkte), 55 Prozent an neue Chancen im Beruf (+9 Punkte) und 52 Prozent an die Möglichkeit, überall hinreisen zu können (+8 Punkte), wenn sie Globalisierung hören.
Die negativen Assoziationen haben hingegen abgenommen. So verbinden 63 Prozent der Bürger mit Globalisierung die wachsende Spaltung zwischen Arm und Reich, 4 Prozent weniger als 2007. Den verstärkten Zuzug von Ausländern erwarten 44 Prozent der Bundesbürger (-1 Punkt). Als Gefahr für die Demokratie empfindet die globalisierte Wirtschaft jeder vierte Bürger (25 Prozent).
Die Sorge um den Arbeitsplatz bildet eine Ausnahme, sie ist um 9 Punkte auf 48 Prozent gestiegen.
Etwas aufgeschlossener als 2007 sind die Bürger gegenüber ausländischen Investoren geworden. So begrüßen 12 Prozent der Deutschen einen Einstieg fremder Konzerne bei hiesigen Unternehmen, 3 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Drei Viertel der Bevölkerung (75 Prozent) lehnen solche Übernahmen ab, 6 Punkte weniger als bei der letzten Globalisierungs-Umfrage vom Mai 2007.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 23/2009
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