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27. Mai 2009, 09:00 Uhr

Trotz Krise: Globalisierung verliert ihren Schrecken

Für die Weltfinanzkrise gibt es viele Gründe. Dass einer von ihnen die Globalisierung sein könnte, glauben nur wenige Deutsche. Deutlich positiver als noch vor zwei Jahren stehen sie dem Phänomen gegenüber und besonders die Jugend erhofft sich von der Globalisierung Vorteile.

Globalisierung, Finanzkrise, Umfrage

Eine Welt - auch in schlechten Zeiten glauben die Deutschen an die Globalisierung© Roland Weihrauch/DPA/LNW

Trotz der Wirtschaftskrise beurteilen die Deutschen die Globalisierung heute weniger negativ als 2007: Laut einer Umfrage des stern fürchten nur noch 26 Prozent der Bundesbürger, dass die Globalisierung ihnen eher Nachteile bringt - 8 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Umfrage des Magazins zu dem Thema vor zwei Jahren. 40 Prozent und damit genauso viel wie 2007 erwarten eher Vorteile, jeder Dritte (34 Prozent) antwortete mit "weiß nicht" oder "weder noch". Besonders optimistisch sind die 18- bis 29-Jährigen: 56 Prozent von ihnen erhoffen sich durch die Globalisierung Vorteile.

Mit dem Begriff "Globalisierung" verbinden die Deutschen zunehmend positive Entwicklungen. So denken 62 Prozent an ein wachsendes Angebot von Waren (im Vergleich zu 2007: +9 Punkte), 55 Prozent an neue Chancen im Beruf (+9 Punkte) und 52 Prozent an die Möglichkeit, überall hinreisen zu können (+8 Punkte), wenn sie Globalisierung hören.

Die negativen Assoziationen haben hingegen abgenommen. So verbinden 63 Prozent der Bürger mit Globalisierung die wachsende Spaltung zwischen Arm und Reich, 4 Prozent weniger als 2007. Den verstärkten Zuzug von Ausländern erwarten 44 Prozent der Bundesbürger (-1 Punkt). Als Gefahr für die Demokratie empfindet die globalisierte Wirtschaft jeder vierte Bürger (25 Prozent).

Die Sorge um den Arbeitsplatz bildet eine Ausnahme, sie ist um 9 Punkte auf 48 Prozent gestiegen.

Etwas aufgeschlossener als 2007 sind die Bürger gegenüber ausländischen Investoren geworden. So begrüßen 12 Prozent der Deutschen einen Einstieg fremder Konzerne bei hiesigen Unternehmen, 3 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Drei Viertel der Bevölkerung (75 Prozent) lehnen solche Übernahmen ab, 6 Punkte weniger als bei der letzten Globalisierungs-Umfrage vom Mai 2007.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 23/2009

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KOMMENTARE (9 von 9)
 
utospatz (28.05.2009, 01:51 Uhr)
Ich glaube nicht, denn
Glauben heißt nix wissen.
Doch eines ist bekannt:"Schon bei den alten Ägyptern warst du als arbeitendes Fußvolk bekannt!"
Der einzige der dieße Republik finanziert hat war und ist das arbeitende Fußvolk!
bestoff5 (27.05.2009, 13:17 Uhr)
Ich glaube.....
...das die Befragten nicht den Hauch einer Ahnung haben was Globalisierung ist,speziell die praktizierte aktuelle Form.
Pixelschubser (27.05.2009, 11:32 Uhr)
@ tarpan8
Nein, das glaube ich nicht so ganz. Deutschland ist viel zu teuer. Hier entwickelte Technologie ist zwar sehr interessant und höchst lukrativ, aber nur dann, wenn man sie kopieren kann. Insofern glaube ich keineswegs, dass Deutschland auch nur annähernd irgendeinen Gewinn aus diesem Unfug ziehen kann. Im übrigen halte ich auch den "Exportriesen" eher für ein Märchen - aber das ist meine persönliche Meinung, dazu fehlt mir das Wissen...
ganzbaf (27.05.2009, 11:25 Uhr)
"Die Globalisierung"....

ist ein doch ein höchst bewusst aufgebauschter "Popanz", der nur als Denkmäntelchen für Sozialraub, Gewinnverschiebung und Ausbeutung dienen soll.
.
Natürlich gibt es bereites seit mehr als 2000 Jahren "Globalisierung".
Nämlich einen intensiven Waren- und Ideenaustausch, selbst über tausende Kilometer hinweg und nicht erst seit "Ende der 70er Jahre".
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Aber auf eine "globale Misswirtschaft", die auf Diebstahl, Eliteunwesen, Steuerhinterziehung, Sklaven-/Kinderarbeit und Umweltsaubedingungen basiert, können und sollten wir ALLE im Namen von Grundgesetzt, Menschenwürde und Völkerrechtes sehr gerne verzichten.
.
Und für mehr Jobs in hochentwickelten Ländern gibt es ej nur eine plausible Lösung:
ARBEITSZEITVERKÜRZUNG!(=Umverteilung von Arbeit.) ;-P
tarpan8 (27.05.2009, 11:14 Uhr)
@pixelschubser
Ich finde auch die "Umweltprämie" ist absoluter Schrott.
Aber wenn Sie schon die Abwrackgeschichte erzählen, was machen denn die anderen Länder mit unserer Prämie ? Richtig, sie kaufen bei uns, dem Exportriesen, ein und
damit ist die Prämie wieder im Land.
Sogesehen ist diese Prämie ja fast ein genialer Schachzug ;)
Pixelschubser (27.05.2009, 11:01 Uhr)
Nein, Globalisierung ist nicht schlecht
Globalisierung heißt für mich im Kurzen folgendes:
Eine amerikanische Bank kommt ins Straucheln, weil sie zu viele Kunden hat, die ihre Immobilienkredite nicht mehr abbezahlen können. Sie versucht sich zusätzliches Kapital zu leihen, bekommt es aber nicht, weil die anderen Banken plötzlich kein vertrauen mehr in sie haben - und weil es ihnen eigentlich nicht wesentlich anders geht, als dieser ersten Stolperbank. Kredite werden plötzlich zurückgehalten, alte Verbindlichkeiten plötzlich eingefordert, was natürlich andere Konzerne wiederum ins Schlingern bringt. Die reagieren sofort mit Stellenabbau, weil man ja sparen muss. Leider müssen nicht nur die Stellen im Heimatland des Konzerns abgebaut werden, sondern auch in vielen anderen Ländern - man hat das Geld ja quasi über die ganze Welt verteilt, und so auch die Schulden.
Die Menschen bekommen Wind von dieser Geschichte und werden auch vorsichtig. Sie bangen um ihre Arbeitsplätze hüben wie drüben und halten sich mit dem Kaufen zurück. Wer Geld auf der Bank liegen hat, zieht es ab und versucht, in stabile Werte zu investieren. Das Geld fehlt dann plötzlich auch den kleinen Banken und Sparkassen, sie können nicht mehr mit den Einlagen ihrer Sparer arbeiten. Schlecht für die kleine Bank.
In Deutschland kommt man in dieser Situation auf die glorreiche Idee, der Lieblingsbranche der Deutschen ein wenig auf die Füße zu helfen: der Autoindustrie. Auf Teufel-komm-raus wird eine so genannte Umweltprämie in die Runde geworfen, die den sparsamen Deutschen dazu animieren soll, sein altes Auto zu verschrotten und mit staatlicher Hilfe ein neues zu kaufen. Er kauft natürlich sofort eins, ist ja auch zu verlockend. Aber leider kauft er kein deutsches Auto, um die deutsche Autoindiustrie zu retten, nein, er kauft ein rumänisches, japanisches, koreanisches, italienisches oder französisches Auto - das ist nämlich billiger, als ein gleichwertiges Deutsches Auto (ihm ist das Hemd nunmal näher als die Hose - verständlich). Nun wird also unsere schöne deutsche Abwrackprämie dahin globalisiert, dass der Deutsche Staat quasi Wirtschaftshilfe für Rumänien, Frankreich, Italien, Japan und Korea leistet - und das in einem noch nie dagewesenen Umfang. Die Deutschen müssten sofort die beliebtesten Bürger der Welt sein! Lang lebe Tante Angela! Sie verschenkt Geld an ausländische Autoproduzenten! Dacia, Renault, Fiat, Peugeot, Hyndai, Kia, und wie sie alle heißen, kommt und huldigt Queen Angela, küsst ihr die Füße und den Hintern auch gleich! Sowas hat kein anderer Staat für Euch getan!
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Ach ja, andere Wirtschaftszweige, die so eine Finanzspritze auch gebrauchen könnten, gehen leer aus, diese nennt man dann Subventionsschmarotzer: Stahlindustrie, Montanindustrie, Milchwirtschaft, ...
tarpan8 (27.05.2009, 10:31 Uhr)
Global
Globalisierung ist ja per se nichts schlechtes, wenn es von Menschen für
Menschen gemacht wird.
Nur leider bedeutet Globalisierung im Moment lediglich freier Waren- und Geldverkehr.
Wenn man es erstrebenswert findet für 500$ in Indien in einem Callcenter zu arbeiten, weil die Jobs von Deutschland nach Indien globalisiert werden, dann natürlich auch freier Jobverkehr.
Die am meisten von der Globalsierung profitieren, und das sind auch die die sie immmer wieder propagieren, sind eindeutig multinationale Konzerne, die sich einen Dreck um Menschen und Umwelt scheren.
endbenutzer (27.05.2009, 09:16 Uhr)
Zitat:
"..Besonders optimistisch sind die 18- bis 29-Jährigen: 56 Prozent von ihnen erhoffen sich durch die Globalisierung Vorteile..."
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Kein Wunder: Gehört diese Altersklasse doch sowieso zu den ahnungslosen. Möglicherweise hat diese Altersgruppe beim Thema "Globalisierung" doch sowieso nur billige Roaminggebühren bei Auslandstelefonaten mit dem Handy im Hinterkopf..
dekanus (27.05.2009, 09:13 Uhr)
Angst vor Arbeitslosigkeit
"Die Sorge um den Arbeitsplatz bildet eine Ausnahme.."
Ne Ausnahme? Steigende Angst überhaupt einen Arbeitsplatz in der Krise zu finden. So seh ich das. Aber hey, is doch alles supi dupi wenn man die nacketn Zahlen schön umfärbt.
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