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17. Oktober 2011, 13:54 Uhr

Großkonzerne führen eigene Frauenquoten ein

Die 30 deutschen Dax-Unternehmen wollen einer gesetzlichen Quote für Frauen in Führungsetagen entgehen: Jeder Konzern bietet eigene Zielvorgaben an, die verbindlich und überprüfbar sein sollen.

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Derzeit sind von den knapp 190 Vorstandsmitgliedern in Dax-Konzernen nur sieben Frauen© Tobias Kleinschmidt/DPA

Auf dem Weg zu mehr Frauen in Führungsetagen haben die 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen am Montag ein Angebot vorgelegt, mit dem eine gesetzliche Frauenquote abgewendet werden soll: Die Personalvorstände der Dax-Konzerne wollen den Frauen-Anteil in ihren Chefetagen mit Hilfe freiwilliger Selbstverpflichtungen steigern. Insgesamt soll bis spätestens 2020 der Anteil auf bis zu 35 Prozent wachsen, wie aus dem am Montag in Berlin vorgestellten Katalog hervorgeht.

"Jahr für Jahr öffentlich daran messen lassen"

Die verbindlichen Zielvorgaben sollen für jedes einzelne Unternehmen allerdings individuell gelten und in unterschiedlichen Zeiträumen erfüllt werden. Die Konzerne wollen jährlich eine Übersicht über den aktuellen Stand der Frauenförderung in den Führungspositionen veröffentlichen. Jedes Unternehmen solle sich eigene Ziele setzen, sagte stellvertretend für die Teilnehmer der BMW-Personalvorstand Harald Krüger. Damit werde ein klares Zeichen gesetzt. "Wir werden uns deshalb Jahr für Jahr öffentlich daran messen lassen, was wir tatsächlich erreicht haben." In den kommenden fünf Jahren solle jährlich der Status quo und die Zielsetzung der Konzerne vorgestellt werden.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) äußerte ihr Bedauern, dass der konkrete Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten nicht im Katalog enthalten sei. Sie sprach sich erneut für ein Gesetz zur Frauenquote aus.

CSU gegen die Quote, FDP will später entscheiden

Bereits im Vorfeld des Treffens hatte sich in der Koalition ein Streit um das Thema angebahnt. Von der Leyen drohte erneut mit einer gesetzlichen Quoten-Regelung. Ihre Parteikollegin, Familienministerin Kristina Schröder, wollte dagegen die Konzerne per Gesetz nur zur Abgabe einer "Selbstverpflichtung" zwingen. Die FDP wehrt sich dagegen bislang gegen jede gesetzliche Regelung, ebenso die CSU. "Mit uns wird es ein Gesetz zur Frauenquote nicht geben", sagte CSU-Chef Horst Seehofer am Montag.

Die FDP will erst 2013 über eine Frauenquote entscheiden. Leutheusser-Schnarrenberger wandte sich in der "Passauer Neuen Presse" gegen eine schnelle gesetzliche Regelung. "Bis 2013 werden weitere Aufsichtsratsmandate und Vorstandsposten neu zu besetzen sein, bis dahin müssen die Unternehmen noch Taten folgen lassen und die Zahl der Frauen in den Führungsebenen angemessen erhöhen."

fw/AFP/Reuters/DPA
 
 
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