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Diskos in Freiburg sperren offenbar Flüchtlinge aus

Eine Reihe von Zwischenfällen, darunter sexuelle Belästigungen, sollen der Auslöser gewesen sein: Flüchtlinge haben laut einem Zeitungsbericht in vielen Freiburger Diskotheken und Clubs keinen Zutritt mehr.

Tanzende in einer Diskothek

Tanzende in einer Diskothek: Viele Clubs in Freiburg sähen sich derzeit gezwungen, Asylbewerbern den Zutritt zu verweigern, berichtet die "Badische Zeitung"

Mehrere Clubs und Diskotheken in Freiburg gewähren Flüchtlingen einem Zeitungsbericht zufolge keinen oder nur begrenzten Zutritt. Die Clubbetreiber hätten damit auf eine Reihe von Zwischenfällen reagiert, in die angeblich Ausländer involviert gewesen sein sollen, berichtet die "Badischen Zeitung". Dabei gehe es nach Auskunft der Clubbetreiber um sexuelle Belästigung von Frauen in den Clubs, eine versuchte Vergewaltigung, Angriffe gegen Türsteher und Taschendiebstähle.

Mindestens ein halbes Dutzend Gastrobetriebe hat dem Bericht zufolge die Einlasspolitik geändert. "Wir haben den politischen Anspruch, ein weltoffener Club sein", zitiert die Zeitung einen Clubbetreiber. "Wir können es aber auch nicht so laufen lassen. Anspruch und harte Realität gehen da auseinander." Dies sei kein einfacher Schritt gewesen, sagte ein anderer Betreiber dem Blatt. Aber man sehe derzeit keinen anderen Weg, "wie wir gewisse Probleme mit Geflüchteten in den Griff kriegen können", 

Polizei will mehr kontrollieren

Von ähnlichen Problemen sei in anderen Städten in Südbaden, etwa in Offenburg, Lahr oder Lörrach, zumindest offiziell nichts bekannt, heißt es auf der Website des Blattes.

Angezeigt wurden die Vorfälle laut dem Bericht größtenteils nicht. Die Polizei habe keine Zunahme der Straftaten in diesem Bereich festgestellt. Es seien jedoch mehr Taschendiebstähle registriert worden. Deswegen wolle die Polizei nachts in der Innenstadt mehr kontrollieren.

Alexander Hangleiter, Geschäftsführer beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband in Freiburg, wird auf der Website der Zeitung zum Vorgehen der Diskotheken mit den Worten zitiert: "Das ist ein sehr schmaler Grat. Ein Club müsste, wenn er verklagt wird, vor Gericht beweisen, dass er nicht diskriminiert hat." Er sehe aber auch die Zwangslage der Gastronomen, denen die Gäste wegblieben, wenn sie nicht gegen die Missstände einschritten.

mad/DPA
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